Harry Potter und der Halbblutprinz – OT: Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009) (WS1)

Die Zeit rennt. Heute haben wir die Halbzeit der Ferien bzw. des Urlaubs erreicht. Erfahrungsgemäß geht es nun schnell. Bevor es jedoch soweit ist, haben wir uns „Harry Potter und der Halbblutprinz“ angeschaut. Der erste Film der Reihe, den ich bisher nur einmal und zwar damals im Kino gesehen habe. Vor unglaublichen 16 Jahren und damit so lange her, dass ich mich kaum noch an ihn erinnern konnte. 🪄

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Düsternis überzieht jeden Winkel von Hogwarts

War bereits „Harry Potter und der Orden des Phönix“ ein recht düsterer Film, so hat David Yates in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ die Sättigung beinahe komplett rausgedreht. Der Film wirkt in 90% alles Szenen fast schon monochrom und teils so düster, dass es schwer fällt, etwas zu erkennen. Der visuelle Eindruck reflektiert die Handlung. Auch wenn es noch ein paar witzige und emotionale Szenen gibt, so liegt über dem Film ein Schleier der Vorahnung. Ich kann mich noch dunkel an die Buchvorlage erinnern und dass ich damals wirklich betroffen war, was das Finale angeht. Ein großer Teil Hoffnung und Sicherheit fällt nun für unsere Hauptfiguren weg. Ein geschickter Schachzug, der durchaus auch emotional in der Verfilmung umgesetzt wurde. Deutlich besser als eine ähnliche Szene im Vorgänger.

Im Gegensatz zu diesem wirkt die Handlung nicht zu sehr eingedampft. Die Figuren bekommen Raum zum Atmen und auch neue Charaktere, wie Professor Horace Slughorn, werden ausreichend ausführlich eingeführt. Wunderbar fand ich auch die Reise von Harry und Dumbledore, die Yates herrlich abenteuerlich und gruselig inszeniert hat. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Ansonsten wurde die Erklärung der Horkruxe auf ein Minimum reduziert und ich meine mich zu erinnern, dass diese im Buch deutlich ausführlicher war. Aber ich mag mich auch täuschen.

Fazit

Ich mochte „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirklich sehr gerne. David Yates lehnt sich komplett in die Düsternis und das funktioniert erstaunlich gut. Auch die Kinder hatten viel Freude mit dem Film und konnten den Ausgang nicht fassen. Mir ging es damals, nach dem Lesen der Vorlage, nicht anders. Nun freuen wir uns schon auf das große Finale in zwei Teilen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS2)

Nach einem recht entspannten Samstag zwischen den Jahren ging es abends natürlich mit unserer aktuellen Filmreihe weiter: „Harry Potter und der Orden des Phönix“ gehört zu den Filmen des Franchises, die ich schon mehrfach auf meinem Blog besprochen habe. Weil sie einfach in diese Zeitspanne fallen. Da möchte ich gar nicht drüber nachdenken, was das über mein Alter aussagt. Also lieber zum Film… 🔮

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Ein zu effizient erzählter Mittelteil

Mit David Yates sitzt hier erstmals der Regisseur auf dem Regiestuhl, der den größten Teil der „Harry Potter“-Filme inszeniert hat. Dabei hat er die Reihe interessanterweise am wenigsten geprägt. Yates ist ein famoser Handwerker, der viel von Alfonso Cuaróns etabliertem Stil aufgreift. Der Look ist stimmig und auch die Geschichte wird greifbar. Dabei ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ das dickste Buch der Reihe, die Verfilmung jedoch die kürzeste. Somit bleibt vermutlich (ich kann mich kaum noch an die Vorlage erinnern) einiges auf der Strecke und auch die Essenz fühlt sich stark eingedampft an. Als würde Yates die einzelnen Stationen nur abhaken.

Was gezeigt wird sieht toll aus und ist auch wirklich stimmungsvoll umgesetzt. Einzig würde ich mir wünschen, dass wir an den Schauplätzen ein wenig länger verharren dürften. Selbst der große Verlust des Films wirkt viel zu schnell abgehandelt. Es gibt keine Zeit für Trauer. Zudem erinnern die Zauberkämpfe eher an Sci-Fi-Blaster-Schüsse oder auch „Ghostbusters“-Action und weniger an heraufbeschworene Magie. Auch hier wird viel der zeitlichen Effizienz geopfert. Fantastisch fand ich dagegen Dolores Umbridge, welche großartig von Imelda Staunton (u.a. „The Crown“) verkörpert wird. Eine wahrlich hassenswerte Figur. Auch der erneut aufziehende Faschismus ist ein großer Teil der Geschichte und selbst in der verkürzten Version wird die Bedrohung greifbar. Heute leider relevanter denn je.

Fazit

Auch wenn David Yates „Harry Potter und der Orden des Phönix“ zu wenig Raum gibt, und ich nicht mehr so angetan bin wie bei der letzten Sichtung vor 16 Jahren, so funktioniert die Geschichte und Inszenierung dennoch. Neue Impulse darf man hier allerdings nicht erwarten und doch ist es ein Kunststück die ausufernde Geschichte auf gut zwei Stunden einzudampfen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Harry Potter und der Feuerkelch – OT: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005) (WS1)

Der zweite Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wir waren bei meiner Schwägerin eingeladen und haben dort einen schönen (und kalorienreichen) Tag verbracht. Abends war ich noch eine kurze Runde spazieren und danach hat sich die Familie auf dem Sofa versammelt, um „Harry Potter und der Feuerkelch“ zu schauen. Da meine letzte Sichtung bereits 18 Jahre zurückliegt, war ich sehr gespannt, wie mir der Film heute gefallen würde… 🏆

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Vier Champions und ein Todesfall

„Harry Potter und der Feuerkelch“ kommt bei Fans der Buchvorlage nicht sonderlich gut weg. Drehbuchautor Steve Kloves scheint einige Handlungsstränge verändert bzw. eingedampft zu haben. Ich selbst kann mich an das Buch nicht mehr gut genug erinnern, um das einschätzen zu können. Als Film an sich betrachtet funktioniert Mike Newells Adaption ausgezeichnet. Dem Regisseur, der u.a. für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ bekannt ist, gelingt es wunderbar, eine Coming-of-Age-Geschichte mit einem Fantasy-Abenteuer zu verknüpfen. Die Hormone spielen bei unseren Figuren verrückt und das wird für mich gekonnt in den Film eingebracht. Insgesamt wirkt „Harry Potter und der Feuerkelch“ dadurch ein wenig leichter als noch der düstere Vorgänger „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Am Ende wartet dennoch ein Todesfalls, der die Zauberwelt von Hogwarts erschüttert.

Das erste Auftauchen von Voldemort ist, mit Ralph Fiennes in der Rolle des untoten Magiers, gekonnt inszeniert. Die Bedrohung wird spürbar und diese bleibt nicht ohne Konsequenzen. Auch sehr gut gefallen hat mir Brendan Gleeson als Mad-Eye Moody, der eine fantastische Performance abliefert. Mike Newells Film nimmt sich somit insgesamt Zeit für seine Figuren und peitscht die größere Handlung trotz zweieinhalb Stunden Laufzeit ziemlich durch. All das funktioniert für mich wirklich gut, auch wenn weder der unverwechselbare Stil eines Chris Columbus noch eines Alfonso Cuarón erreicht wird. Das kommt mit dem Disclaimer, dass ich mich an die Buchvorlage kaum noch erinnern kann. Fans sehen das somit bestimmt anders.

Fazit

Wir ich erwartet hatte, war „Harry Potter und der Feuerkelch“ ein voller Erfolg beim Zappelinchen. Dem Zwergofant hat der Vorgänger dagegen etwas besser gefallen. Ich selbst wurde wunderbar unterhalten, auch wenn der Film teils wie Malen nach Zahlen wirkt. Ein packender Mittelteil der Reihe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Gefangene von Askaban – OT: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (2004)

Der erste Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Ich habe wieder einmal viel zu viel gegessen. Es war ein schöner Tag und dennoch habe ich mich abends auf ein wenig Ruhe und „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ gefreut. Seltsamerweise übrigens der einzige Film der Reihe, den ich bisher noch überhaupt nicht auf meinem Blog besprochen habe. An der Qualität kann das nicht liegen. 🕒

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) | © Warner Home Video

Ein neuer Regisseur sorgt für frischen Wind

Zu Beginn meiner Besprechung möchte ich noch einmal festhalten, wie sehr ich die ersten beiden Filme der Reihe und damit auch Chris Columbus‘ Vision des „Harry Potter“-Universums schätze. Ohne ihn, seine Besetzung der Hauptfiguren und die audiovisuelle Ausgestaltung wäre die Reihe nicht die, die wir sie heute kennen und lieben. Dennoch hat Alfonso Cuarón mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ den nötigen frischen Wind dazu gebracht: Plötzlich ist die Farbpalette düsterer, man sieht die Teenager:innen in Straßenkleidung, Hogwarts wurde verändert und der Ton auch inhaltlich düsterer. Natürlich war dies bereits in der Vorlage so angelegt, doch hat Cuarón mit seiner Inszenierung den Weg für die nachfolgenden Filme geöffnet. Der Regisseur hat später mit „Children of Men“ und „Gravity“ noch bewiesen, dass er Geschichten ganz besonders erzählen kann und sein visueller Stil extrem ausgeprägt ist.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich nach der ersten Sichtung fast ein wenig enttäuscht war. Das Buch hatte mich einfach zu sehr beeindruckt. Zudem mochte ich die Änderungen an Hogwarts nicht. Die Filmwelt wirkte dadurch nicht mehr konsistent. Heute jedoch weiß ich Cuaróns Einfluss auf die Reihe zu schätzen. Er erzählt die komplexe Geschichte stringent und lässt bewusst Teilaspekte fallen. Die Kernelemente bleiben jedoch vorhanden und verbinden sich mit den düsteren Bildern zu einem Jugendabenteuer, das einen unglaublichen Sog entfaltet. Auch die drei Hauptdarsteller:innen können zum ersten Mal zeigen, was in ihnen steckt. Auch das schreibe ich Alfonso Cuaróns Regieführung zu. So sehr ich auch die ersten beiden Filme liebe, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist objektiv betrachtet der bisher beste Teil der Reihe. Am meisten hat mich inhaltlich wieder der Zeitreiseaspekt begeistert. Damit bekommt man mich einfach immer.

Fazit

Es war wundervoll mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ nach einem vollen Tag wieder in die Zauberwelt abzutauchen. Auch die Kinder waren begeistert. Speziell der Zwergofant. Dem Zappelinchen war fast zu wenig Handlung in dem Film. Eine interessante Perspektive. Ich würde vermuten, dass den beiden der folgende „Harry Potter und der Feuerkelch“ noch besser gefällt. Mein Favorit ist aktuell Cuaróns einziger Beitrag zum Franchise: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Avatar: Fire and Ash (2025)

Schon vor Wochen hatten wir diesen Kinobesuch geplant. So etwas passiert nicht mehr häufig. Eines muss man James Cameron lassen: Event-Kino kann er. Zwei Tage vor Weihnachten haben wir uns also zusammen mit der Patin des Zwergofanten aufgemacht, um „Avatar: Fire and Ash“ im IMAX zu sehen. Auf dem Weg dorthin ist mir wieder meine kaputte Zeitwahrnehmung aufgefallen: Es soll schon drei Jahre her sein, dass wir in gleicher Konstellation den Vorgänger geschaut haben? 🔥

Avatar: Fire and Ash (2025) | © 20th Century Studios

Avatar: Fire and Ash (2025) | © 20th Century Studios

Ein Film wie der DLC zum imposanten Vorgänger

Ich mochte „Avatar: The Way of Water“ sehr gerne. Die 13 Jahre seit dem ersten Teil waren in jeder Hinsicht spürbar: Die Technik war noch beeindruckender, wir haben verschiedene Ökosysteme auf Pandora besucht und sind neuen Figuren begegnet. „Avatar: Fire and Ash“ versprach nun Ähnliches: Eine Feuerwelt, neue Bösewichte und bestimmt wieder atemberaubende Action. Letztendlich bekommen wir auch genau das. Andererseits aber auch wieder nicht. Mit dem Feuervolk lernen wir eine neue Bedrohung kennen. Gerade das dynamische Duo aus Col. Miles Quaritch und Varang fand ich extrem gelungen. Eine herrliche Dynamik, die einfach nur drüber war und mir unfassbar viel Spaß bereitet hat. Großartig! Leider jedoch ist die Feuerwelt nur ein Nebenschauplatz und zu bestimmt 80% bekommen wir die bereits etablierten Schauplätze zu sehen. Und nicht nur diese, auch die Struktur des Films folgt stark der des Vorgängers. Besonders spürbar war dies bei der Endschlacht, die erneut auf dem Wasser stattfindet und wie eine Kopie des Finales von „Avatar: The Way of Water“ wirkte. Plus Feuerkrieger. Wie der DLC (Downloadable Content) eines Videospiels.

Trotz meiner Kritik an der Wiederholung bekannter Elemente, besitzt „Avatar: Fire and Ash“ dennoch einige Stärken: Ich mochte die fliegenden Händler sehr gerne. Das war eine imposante Sequenz und auch die Action hat mir hier sehr gut gefallen. Auch der Angriff auf die Stadt der Menschen war famos. Ein schöner Kontrast zu bereits etablierten Schauplätzen. Auch die Figuren sind mir wieder ans Herz gewachsen. Emotional hat der Film für mich durchaus funktioniert. Gerade der Konflikt zwischen Jake, Quaritch und Spider. Nur dass wir am Ende wieder keine Auflösung bekommen, sondern quasi genau dort stehen, wo wir bereits den Vorgänger hinter uns gelassen haben, fand ich recht unbefriedigend. Für den vierten Teil muss sich Cameron nun aber wirklich etwas Neues überlegen, sonst könnte es selbst bei den wohlgesonnenen Fans eng werden. Dann vielleicht auch etwas knapper erzählen, denn eine halbe Stunde weniger hätte dem Film bestimmt gut getan. Vielleicht spricht da aber auch nur der alte Mann mit Rückenschmerzen aus mir, dem dreieinhalb Stunden im Kinosessel zu lang und unbequem waren.

Hat sich IMAX mit 3D und HFR gelohnt?

Ja und nein. IMAX und 3D waren famos. Die schiere Größe der Leinwand hat das Eintauchen in die Welt von Pandora leicht gemacht. Rausgerissen hat mich dagegen wieder HFR. Ich verstehe es einfach nicht: Teils war der Wechsel zwischen den klassischen 24 Bildern pro Sekunde und HFR mit 48 Bildern pro Sekunde einfach nicht nachvollziehbar. Da wurden Dialogszenen in HFR abgebildet, die dann nur noch nach Seifenoper aussahen, während Actionszenen fast schon ruckelig liefen. Am liebsten hätte ich eine durchgehende 24-fps-Fassung gesehen. Oder zur Not auch den Film komplett in HFR. Der Wechsel dagegen hat die Immersion oft zerstört. In manchen Szenen hat „Avatar: Fire and Ash“ eher wie ein Videospiel gewirkt. Passt dann auch irgendwie zum inhaltlichen DLC-Eindruck. Dennoch insgesamt visuell wieder extrem beeindruckend und der weite Weg hinunter bis zum IMAX hat sich auf jeden Fall wieder gelohnt:

Fazit

Auch wenn „Avatar: Fire and Ash“ eher wie ein Nachklapp zum Vorgänger wirkt, so hatte ich doch wieder sehr viel Spaß mit dem Film. Pandora sieht einfach fantastisch aus und die Action weiß zu überzeugen. Quaritch und Varang sind zudem herrliche Gegenspieler:innen und waren mein Highlight des Films. Hinzu kommt wieder eine große Portion Ethnokitsch, hinter der sich allerdings eine gute Botschaft verbirgt. Für den kommenden Teil muss sich Cameron aber deutlich mehr Neues einfallen lassen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Kammer des Schreckens – OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002) (WS1)

Endlich wieder ein Filmabend. Erst der zweite im Dezember. Es sind aber auch volle Wochenenden momentan. Natürlich haben wir mit unserer aktuellen Filmreihe weitergemacht und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ angeschaut. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Auch die Kinder waren gespannt, wie denn die Geschichte um den jungen Zauberer weitergeht… 🐍

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Eine gelungene Adaption und Fortsetzung

Chris Columbus bleibt seinem Stil treu. Wie bereits „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist auch diese erste Fortsetzung sehr nah an der Buchvorlage. Zumindest soweit ich mich noch an diese erinnern kann. Trotz seiner knapp drei Stunden Laufzeit fühlt sich der Film nie langatmig an. Das Tempo ist hoch und doch bleibt Zeit für ein paar schöne Charaktermomente. Auch wenn die beiden Columbus-Beiträge die kindgerechtesten Filme der Reihe sind, so ist „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ doch deutlich düsterer als der erste Teil. Ich erinnere mich noch genau an die Freigabediskussionen damals bei Veröffentlichung für den Heimkinomarkt. In Deutschland gab es zunächst nur eine geschnittene FSK-6-Fassung zu kaufen und die ungeschnittene FSK-12-Version musste man aus der Schweiz importieren. In Zeiten des Streamings nicht mehr vorstellbar. Ich habe heute übrigens zum ersten Mal die 4K UHD Blu-ray der Kinofassung gesehen. Lohnt sich.

Obwohl „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ nur ein Jahr nach dem Vorgänger entstanden ist, sind die Effekte doch um einiges besser gealtert. So etwas finde ich immer wieder erstaunlich. Wie schnell sich die Technik doch weiterentwickelt. Auch die jungen Darsteller:innen wirken deutlich älter und das Schauspiel funktioniert besser. Wenngleich der erste Teil auch die Magie des Anfangs besitzt, so ist die Fortsetzung insgesamt doch runder erzählt. Ich mag den Film wirklich sehr, auch wenn die Geschichte nicht zu den stärksten der Reihe zählt. Nun finde ich es fast ein wenig schade, dass wir die warme und kindgerechte Inszenierung eines Chris Columbus hinter uns lassen. Dennoch freue ich mich auf die neuen und düstereren Interpretationen der anderen Regisseure.

Fazit

Wie zu erwarten hatte ich auch heute wieder viel Spaß mit „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“. Auch wenn ich nicht mehr ganz so begeistert bin, wie bei meiner letzten Sichtung vor 18 Jahren. Der Zwergofant fand den Film minimal schwächer als den ersten Teil, das Zappelinchen war dagegen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr die folgenden Filme sogar noch besser gefallen. Darüber werde ich bestimmt bald berichten können: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Stein der Weisen – OT: Harry Potter and the Philosopher’s Stone (2001) (WS2)

Der erste Filmabend im Dezember. Nach dem Adventskonzert der Nichte sind wir recht müde aufs Sofa gefallen. Sowohl Zappelinchen als auch Zwergofant kränkeln leider und haben sich nach einer warmen Decke und gemütlicher Unterhaltung gesehnt. Somit sind wir mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ nach Hogwarts zurückgekehrt. Damit ist unsere diesjährige Weihnachtsfilmreihe auch gesetzt. 🏰

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) | © Warner Home Video

Auch nach 24 Jahren noch magische Unterhaltung

Es war nicht die erste Sichtung mit den Kindern. Bereits 2020 haben wir den ersten Versuch gestartet und „Harry Potter und der Stein der Weisen“ gemeinsam geschaut. Damals war der Film für die Kinder (mit 10 und 8 Jahren) noch zu gruselig, weshalb wir die Reihe vorerst auf Eis gelegt hatten. Heute war der Film natürlich kein Problem mehr, obwohl er immer noch einige aufreibende Szenen enthält. Im Gegensatz zur letzten Sichtung gab es heute wieder die Kinofassung, da nur diese auf der neuen 4K Ultra HD Blu-ray vorliegt, welche ich mir bereits vor einigen Jahren zugelegt habe (siehe Foto unten). Die Kinofassung hatte ich zuletzt 2007 gesehen und im Vergleich zum Extended Cut habe ich nicht wirklich etwas vermisst. Doch nun genug des Vorgeplänkels und endlich zum Film an sich:

Auch nach 24 Jahren strahlt Chris Columbus‘ Romanadaption immer noch viel Magie aus. Die Schauplätze wirken echt und es gibt noch so einige praktische Effekte zu sehen. Das ist wundervoll! Hinzu kommt John Williams‘ großartiger Score, der uns spielend in die Welt der Magie entführt. Auch die Geschichte ist gekonnt konstruiert und lässt zu diesem Zeitpunkt nur erahnen, wie episch sich diese noch gestalten wird. Einen Vergleich zur Buchvorlage kann ich an dieser Stelle nicht mehr guten Gewissens ziehen. Diese liegt für mich schon zu weit zurück. Genauer gesagt habe ich diesen ersten Band vor 26(!) Jahren gelesen. Damals ließ sich noch nicht erahnen, dass aus der Autorin einmal eine Anti-Trans-Aktivistin werden sollte. Inzwischen ist sie Milliardärin und wie alle anderen Milliardär:innen nutzt sie weder Geld, Macht noch Einfluss um die Gesellschaft positiv zu entwickeln, sondern um eigene egoistische und für die Gemeinheit destruktive Ziele zu verfolgen. Sehr traurig. Geld und Macht scheinen ausnahmslos zu korrumpieren. Glücklicherweise sind ihre Werke von damals durch Toleranz und der Zelebrierung des Außenseitertums geprägt. Auch wenn ich keine neuen Werke der Autorin mehr kaufen und lesen würde, so kann ich mit den Adaptionen ihrer damaligen Buchreihe noch Spaß haben. Vermutlich war diese vor knapp vier Jahren gekaufte Edition auch meine letzte Investition in die Filme:

Fazit

Wir alle hatten heute viel Spaß mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Geschichte und Inszenierung funktionieren immer noch perfekt. Chris Columbus‘ Werk ist schon recht kindgerecht und teils auch naiv erzählt, aber gerade das macht auch den Charme der ersten beiden Filme aus. Ich freue mich schon extrem auf die Reise, die uns in den kommenden Wochen noch bevorsteht: 8/10 Punkte.(Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Paddington in Peru (2024)

Das letzte Septemberwochenende bringt auch den letzten Filmabend des Monats mit sich. Mit „Paddington in Peru“ haben wir einen Film gewählt, den wir gerne schon im Kino gesehen hätten. Doch auch im Heimkino funktioniert das dritte Abenteuer mit dem britischen Bären gar wunderbar. Dieses Mal geht es auf große Reise nach Peru und wie uns diese so gefallen hat, lest ihr in der folgenden Besprechung… 🍊

Paddington in Peru (2024) | © STUDIOCANAL

Paddington in Peru (2024) | © STUDIOCANAL

Ein wunderbar kindgerechter Abenteuerfilm

Unfassbare sechs Jahre sind vergangen, seit wir uns mit „Paddington“ erstmals in die fantastische Welt dieses Bären begeben haben. Damals hatte der Zwergofant noch so viel Angst, dass er den Film nicht komplett mit anschauen konnte. Heute sitzt er im jüngsten „Jurassic World“-Ableger und genießt den Nervenkitzel sichtlich. So ändern sich die Zeiten. Mit „Paddington 2“ hatte die Reihe ihren, nicht nur vorläufigen, Höhepunkt erreicht, denn der Film ist einfach nur fantastisch. Hier stimmt einfach alles. Paul King hat damit einen der gelungensten Kinderfilme überhaupt geschaffen. Bei „Paddington in Peru“ gab es eine Änderung und Dougal Wilson hat den Platz auf dem Regiestuhl übernommen. Glücklicherweise behält er den verspielten Stil bei und über weite Strecken ist auch der dritte Teil beste Unterhaltung.

Neben dem Regisseur hat auch die Rolle von Mary Brown eine Neubesetzung erfahren: Emily Mortimer übernimmt für Sally Hawkins, was auch recht gut funktioniert. Überhaupt muss ich sagen, dass auch „Paddington in Peru“ so leichtfüßig, naiv und positiv erzählt wird, dass es eine wahre Freude ist. Ich hatte, speziell in der ersten Hälfte, ein dickes Grinsen im Gesicht. Gegen Ende wird der Film ein wenig zu sehr zu einer klassischen Abenteuergeschichte und verliert an angenehmer Absurdität. Antonio Banderas‘ Rolle war mir in manchen Momenten zudem etwas zu viel. Das alles macht „Paddington in Peru“ zu keinem schlechten Film, doch insgesamt ist er einfach nicht mehr ganz so rund, wie seine beiden Vorgänger.

Fazit

„Paddington in Peru“ ist ein wunderbarer Abenteuerfilm für die ganze Familie. Obwohl er extrem kindgerecht ist und auf Zynismus und übermäßige Spannung komplett verzichtet, hat er dennoch für uns alle immer noch ausgezeichnet funktioniert. Ob es noch einen angekündigten vierten Teil braucht? Vielleicht nicht. Dennoch kann ich mir weitaus schlechtere Filmreihen vorstellen, denen ich in unserer heutigen Zeit Erfolg wünsche: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando – OT: Toy Story 4 (2019)

Die zweite Geburtstagsfeier des Wochenendes liegt hinter mir. Da ich früher zu Hause war als gedacht, haben wir recht spät noch einen Film angemacht. Das Zappelinchen dagegen war noch unterwegs, weshalb ich mit „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ den nächsten Teil einer Reihe ausgesucht habe, die sie ohnehin nicht mit schaut. Für mich war das heute die erste Sichtung. Wie uns die späte Fortsetzung des Pixar-Hits gefallen hat? 🎠

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando (2019) | © Walt Disney

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando (2019) | © Walt Disney

Ein schöner aber unnötiger vierter Teil der Reihe

Wie ihr vielleicht wisst, liebe ich die „Toy Story“-Trilogie. Jene Filme, die sich um Andy drehen. Der dritte Teil bildete den perfekten Abschluss. Leider(?) war er so erfolgreich, dass Pixar die Reihe natürlich fortgesetzt hat. Ich hatte mich darauf gefreut, liegen mir die Figuren doch sehr am Herzen. Nach einem kurzen Rückblick, der noch einmal Andy ins Zentrum stellt, lernen wir das Leben der Spielzeuge bei ihrem neuen Kind Bonnie kennen. Was soll ich sagen? Hier hat für mich schon die Magie gefehlt. Die Probleme sind ähnlich wie damals bei Andy und Woody will sich natürlich um Bonnie kümmern. All das wirkt einerseits sehr bekannt und doch so anders, dass sich bei mir nicht so recht das wohlige „Toy Story“-Gefühl einstellen wollte.

Ich fand Forky durchaus witzig und auch der Roadtrip war ein Abenteuer, das man in dieser Dimension so noch nicht gesehen hatte. Der Film bietet einige nette Gags, rasante Actionszenen und er sieht absolut fantastisch aus. Wahnsinn, welchen Sprung die Technik in den 24 Jahren seit dem ersten Teil gemacht hat. Bösewichtin Gabby Gabby kommt leider nicht an Lotso aus dem dritten Teil heran. Auch die Beziehungen der Spielzeuge untereinander, welche gerade im zweiten Teil wunderbar aufgebaut wurden, bleiben hier etwas auf der Strecke. Das alles klingt nun weit negativer als es ist. „Toy Story 4“ (so der eingängigere Originaltitel) hat einiges zu bieten und ist ein absolut gelungener Animationsfilm. Das Herz, das die ersten drei Teile auszeichnete, fehlt ihm jedoch etwas. Ich hatte viel Spaß damit, aber es ist auch schade zu sehen, dass es irgendwann gut sein sollte mit den Fortsetzungen.

Fazit

Leider kann „Toy Story 4“ nicht an die fantastische Andy-Trilogie anschließen. Als Nachklapp funktioniert der Film wunderbar und erzählt eine unterhaltsame Abenteuergeschichte, die großartig aussieht. Was nun „Tory Story 5“ noch beitragen soll? Gerade wenn man den Verbleib der populären Figuren im Kopf hat? Ich werde bestimmt auch wieder reinschauen, habe aber keine großen Hoffnungen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Twister (1996)

Nachdem das Wetter heute den ganzen Tag recht durchwachsen war, und es teils auch stärker geregnet hatte, bot sich abends ein entsprechender Film an. Das Legacy-Sequel „Twisters“ habe ich zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen, der erste Teil befand sich noch gar nicht in der Sammlung. Also habe ich mir spontan die tolle 4K-Fassung von Turbine Medien im Mediabook gegönnt. Somit konnte ich heute, nach einer halben Ewigkeit, wieder mit Jan de Bonts „Twister“ Wirbelstürme jagen. Ein Vergnügen? 🐄

Twister (1996) | © Turbine Medien, Warner Bros (Universal Pictures)

Twister (1996) | © Turbine Medien, Warner Bros (Universal Pictures)

Ein herrlicher 1990er-Jahre-Katastrophenfilm

Damals, sprich in meiner Jugend, war „Twister“ ein Film unter vielen. Es war die Welle nach „Jurassic Park“, als immer mehr Blockbuster auf diese neue CGI-Technik setzten. Im Gegensatz zu Dinosauriern hatten mich Wirbelstürme allerdings eher kalt gelassen. Geschaut habe ich „Twister“ dennoch das eine oder andere Mal. Er hat es bei mir aber nie zum persönlichen Klassiker geschafft. Völlig verrückt eigentlich, dass ich mir für so viel Geld diesen Film zulege, nur damit ich ihn in der besten Fassung im Regal stehen habe. Dennoch muss ich sagen, dass die von Jan de Bont überwachte Restaurierung wirklich gelungen ist. Sieht man von den Frisuren, Handys und dem typischen 1990er-Ensemble ab, wirkt „Twister“ noch unglaublich frisch. Selbst die CGI-Effekte sind, bis auf ein, zwei Shots, wirklich gut gealtert. Das hätte ich zuvor nicht gedacht. Auch das neue Color-Grading gefällt mir gut. Insofern eine lohnende Investition:

Inhaltlich geht es in „Twister“, welch Überraschung, natürlich um Wirbelstürme. Das ganze ist mehr wie ein Abenteuer-, denn ein bierernster Katastrophenfilm inszeniert, doch genau daraus zieht der Film auch seinen Reiz. Mit Helen Hunt, Bill Paxton, Philip Seymour Hoffman, Cary Elwes und Jami Gertz ist „Twister“ großartig besetzt und es macht Spaß, dem Ensemble beim Stürme jagen zuzusehen. Die Action sieht immer noch imposant aus und ich mochte das langsamere Pacing, das sich auch Zeit für seine Figuren nimmt, selbst wenn deren Beziehungsebene teils unfreiwillig komisch wirkt. Eben ein lauter und unterhaltsamer 1990er-Jahre-Katastrophenfilm. Filme wie diese werden heute tatsächlich nicht mehr gemacht. Ob das Legacy-Sequel in die gleiche Kerbe schlägt? Ich bin gespannt!

Fazit

Mir hat „Twister“ heute wirklich viel Spaß gemacht. Den Kindern war er teils doch zu altmodisch, was ich durchaus verstehen kann. Da bin ich nun umso neugieriger, wie „Twisters“ für uns alle funktionieren wird. Auch nach dieser Sichtung kein persönlicher Klassiker, doch ein Film zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre. Gerade auch heute mit leicht nostalgisch gefärbter Brille: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)