Into the Wild (2007)

Manche Filme erzählen eine mitreißende Geschichte. Manche Filme berühren einen tief im Herzen. Manche Filme regen zum Nachdenken an. Nur ganz wenigen Filmen gelingt jedoch all das zusammen. Sean Penns „Into the Wild“ gehört zu diesen seltenen Ausnahmen. Ein Film, der mich noch sehr lange beschäftigen wird.

Vor der Sichtung wusste ich nur wenig über die Handlung. Eine wahre Begebenheit mit tragischem Ende. Anscheinend schwere Kost. Die DVD stand auch schon seit Monaten im Regal und ich konnte mich nie so recht zu einer Sichtung durchringen. Gestern jedoch tat ich es und der Film hat mich umgehauen. Im Nachhinein kann ich nun gar nicht sagen, was mich am meisten faszinierte: War es die virtuose Montage? Die bewegende Geschichte? Die tollen Naturaufnahmen? Der fantastische Soundtrack? Die famosen Darsteller? Vermutlich all diese Dinge zusammen.

Durch die Verwendung von verschiedenen Erzählstimmen, die sich als Voice over über die oft hypnotischen Bilder legen, werden die episodenhaften Fragmente des Films zusammengehalten. Die Handlung wird nicht chronologisch erzählt. Eher bildet der emotionale Zustand der Hauptfigur den Anker. Es wird vom Weg zum Ziel gesprungen. Begegnungen werden der Einsamkeit gegenübergestellt. Das Leben dem Tod. Der Fortschritt dem Stillstand. Wirklich eine herausragende Montage.

Kritiker werfen dem Film und Jon Krakauers Vorlage vor, dass Chris McCandless‘ Abenteuer idealisiert und er somit zum tragischen Helden stilisiert würde. Ich kann mich dem überhaupt nicht anschließen. Es wird zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass Chris‘ bzw. Alex Supertramps Ideale die einzig richtigen sind. Es kommt auch deutlich heraus, dass er viel zu blauäugig und unvorbereitet in die Wildnis aufgebrochen ist. Dennoch hat mich sein früher Tod tief berührt. Besonders da er am Ende erkannt hat, dass das Glück eben nicht in der Isolation liegt. Dass er ohne seine Reise und seine Begegnungen nie dieses Glück erfahren hätte.

Emile Hirsch spielt hier die Rolle seines noch jungen Lebens. Gegen Ende des Films sieht er dem echten Chris McCandless tatsächlich zum Verwechseln ähnlich. Sein Charakter macht über die vorangegangenen zwei Stunden dabei eine absolut glaubhafte Entwicklung durch. Auch die Nebendarsteller müssen sich nicht verstecken und tragen zum realistischen Eindruck bei, den der Film bei mir hinterlassen hat.

Ich könnte nun noch viel schreiben, z.B. über Eddie Vedders intensiven Soundtrack oder die wunderschön integrierten Tagebucheinträge. Letztendlich kann ich Sean Penn nur mein Kompliment aussprechen. So berührt hat mich schon lange kein Film mehr. Ich werde mir nun auch Krakauers Vorlage zulegen und mir bei der nächsten Gelegenheit die Blu-ray zulegen. Der Film ist es wert in der bestmöglichen Qualität gesehen zu werden. Wohl die einprägsamste und intensivste Erstsichtung, die ich dieses Jahr erleben durfte: 10/10 Punkte.

Motel – OT: Vacancy

Zum Abschluss des gestrigen Feiertags stand mit „Motel“ ein nicht sonderlich weihnachtlicher Film auf dem Programm. Nimród Antals Thriller hatte schon vor Längerem mein Interesse geweckt, dennoch konnte ich mich nie zu einem DVD-Kauf durchringen. Die Fernsehausstrahlung kam somit genau zur richtigen Zeit.

„Vacancy“ – so der englische Originaltitel des Films – ist ein fieser kleiner Thriller, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen gönnt. Ich war wirklich überrascht, wie geradlinig der Film inszeniert und erzählt ist. Schon die Figurenkonstellation birgt Unheil. So steht kein glückliches Paar im Mittelpunkt, sondern eine Beziehung kurz vor ihrem Ende. Die effektiv gewählten Kameraeinstellungen sowie das atmosphärische Setdesign tragen einen großen Teil zur morbiden Stimmung bei.

Anders als die meisten Survivalhorrorfilme der letzten Jahre ergeht sich Antals Werk nicht in Folter- und Gewaltszenen. Hier wird tatsächlich noch auf Spannung gesetzt. Die Prämisse ist so einfach, wie genial und man kann sich als Zuschauer schnell in die beklemmende Situation versetzt fühlen. Auch wenn der Film nicht jedes Horrorklischee auslässt, so war ich doch positiv überrascht, wie herrlich schnörkellos „Motel“ in der Handlung voranprescht.

Kate Beckinsale und Luke Wilson machen ihre Sache überraschend gut und glücklicherweise werden die Handlungen ihrer Charaktere auch einigermaßen glaubhaft gehalten. Das Finale ist zudem erstaunlich unspektakulär und lässt genügend Möglichkeiten offen, um jedem Zuschauer ein befriedigendes Ende zu ermöglichen. Ein wirklich spannender, kleiner Thriller. Sehr gelungen.

Ich war positiv überrascht, wie schnell die 80 Minuten verflogen sind. Dabei hat mich Film stets etwas an Jonathan Mostows „Breakdown“ erinnert, den ich auch sehr gerne mag. Ob sich „Motel“ tatsächlich für eine Zweitsichtung qualifiziert kann ich noch nicht sagen, doch für einen spannenden Filmabend stellt er eine ausgezeichnete Wahl dar. Kurz, fies und mörderisch spannend: 8/10 Punkte.

Ratatouille (2007) (WS1)

Da ich es gestern Abend – zum wer weiß wievielten Male – wieder nicht zu Pixars neuestem Werk ins Kino geschafft habe, musste eben die Blu-ray von „Ratatouille“ herhalten. Ein auf jeden Fall würdiger Ersatz. Es ist doch immer wieder erstaunlich wie hoch der Wiederanschauungswert von Pixarfilmen ist. Einfach grandios.

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Wie wohl kaum ein zweiter Animationsfilm, lebt „Ratatouille“ von seiner opulenten Optik. Hyperrealistische Ansichten von Paris, herzallerliebst animierte Charaktere und Lebensmittel, die schmackhafter aussehen, als ihre realen Pendants. Hier brennt Pixar wirklich ein audiovisuelles Feuerwerk ab. Genuss pur. Doch auch inhaltlich ist der Film ein Gaumenschmaus. Ganz einfach ein Film für Genießer.

Bei der gestrigen Sichtung hat mich besonders der Detailreichtum beeindruckt. Alleine die Szene, in der Remy seinen Clan in der Küche anleitet hätte ich mir ein dutzend Mal ansehen können und bestimmt noch nicht alles entdeckt. Da stört es auch nicht, dass die eigentliche Geschichte keinen Innovationspreis gewinnt. Der Film lebt von einzelnen Situationen, wunderbaren Animationen und fein herausgearbeiteten Charakteren. Der Film lebt. Besser kann man es wohl nicht ausdrücken.

Im Vergleich zur ersten Sichtung hat mein Enthusiasmus in keinster Weise nachgelassen. Der Film spielt für mich in der vordersten Animationsliga mit und ich bin mir sicher: Das war gestern nicht die letzte Sichtung. Au revoir, Remy: 10/10 Punkte.

Aliens vs. Predator 2 – OT: Aliens vs. Predator: Requiem – Extended Version (2007)

Manchmal ist es nicht einfach einem Franchise die Treue zu halten. Irgendwo gibt es Grenzen. „Aliens vs. Predator 2“ der Gebrüder Strause ist so ein Fall, in dem die Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden. Ich hatte ja wirklich keine großen Erwartungen, doch das… da fehlen mir wirklich fast die Worte.

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Das Alien- bzw. Predatoruniversum bietet unzählige Möglichkeiten. Was man sich da hätte einfallen lassen können. Doch wofür hat man sich entschieden? Einen unbedeutenden US-Ort, in dem unbedeutende Menschen Opfer von unbedeutenden Mitgliedern der beiden außerirdischen Rasse werden.  Ja, das ist die gesamte Geschichte. Mehr gibt es nicht. Langweilige Figuren, langweilige Kämpfe, langweilige Stadt. Es passiert rein gar nichts. Selbst die Kämpfe der beiden Giganten sind langweilig inszeniert worden.

War bereits Paul W. S. Andersons „Alien vs. Predator“ eher ein müder – aber immerhin unterhaltsamer und im Vergleich fantasievoller – Versuch die beiden Franchises zu verbinden, so ist dieser zweite Teil ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fans. Wirklich traurig. Selbst das gewählte Kleinstadtsetting wird komplett gegen die Wand gefahren. Wenn ich da nur an „Tremors“ oder sogar „Eight Legged Freaks“ denke. Aber nein, hier muss es bierernst zugehen. Wirklich unglaublich.

Ich kann jedem geneigten Fan wirklich nur vor dem Film warnen. Bis auf ein paar nette, aber ebenso belanglose Szenen gibt es hier nichts zu holen. Diese sind dann dank einem absolut kontrastarmen und viel zu dunklen DVD-Transfer auch beinahe nicht zu erkennen. Ein Desaster. Die 2/10 Punkte gibt es für mein liebstes Filmmonster. Ein schwacher Trost, ich weiß.

Dead Silence

Auf James Wans und Leigh Whannels „Dead Silence“ hatte ich mich schon seit längerer Zeit gefreut. Ihr Genrebeitrag „Saw“ – ich rede hier wohlgemerkt nur vom ersten Teil – ist für mich nach wie vor herausragendes Spannungskino. Dementsprechend neugierig war ich, wie sie an klassischen Gruselstoff herangehen. Ein weiterer Genrehit? Spoiler sind zu erwarten.

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„Dead Silence“ hat viele Stärken, aber leider auch ebenso viele Schwächen. Ich mochte die theatralische und herrlich altmodische Gruselatmosphäre. Die übertriebenen Handlungsorte und die legendengetränkte Kleinstadtkulisse. Man wird als Zuschauer wirklich in eine andere Welt transportiert. Nebel, alte Herrenhäuser und knarzige Dielen. Gruselherz, was willst du mehr?

Die Geschichte besteht mehr oder minder aus Genreversatzstücken, was aber durchaus zu verschmerzen ist. Mörderische Bauchrednerpuppen sind eben eine Sache für sich, doch wer sich hier nicht lachend abwendet, kann durchaus Spaß mit dem Film haben. Für mich hat er über weite Strecken ausgezeichnet funktioniert, doch hätte man – wie so oft – wahrlich mehr Zeit für die Figurenzeichnung aufwenden müssen.

Schauspielerisch geht der Film in Ordnung. So gibt es in der Hauptrolle Ryan Kwanten (Jason Stackhouse, „True Blood“) zu sehen, der einmal mehr den etwas naiven Helden geben darf. Erstaunlich gut hat mir der ansonsten stets recht blasse Donnie Wahlberg als Comic Relief gefallen. Er sollte mehr in diese Richtung gehen.

Auch die Inszenierung würde eigentlich keinen Grund zur Klage geben, hätte man es hierbei nicht verpasst dem Zuschauer etwas Intelligenz zuzutrauen. Der an sich recht brauchbare Twist hat sich förmlich aufgedrängt. Warum nur so auffällig? Hallo! „The Sixth Sense“ liegt 10 Jahre zurück. Da darf man den Zuschauer nicht mehr für dumm verkaufen. Wirklich schade, denn da hätte etwas draus werden können.

Für Genrefreunde bietet „Dead Silence“ teils wunderbar altmodischen, teils aber auch ziemlich dämlichen Grusel. Es sind starke Ansätze vorhanden, welche aber leider nicht konsequent genutzt wurden. Ein netter Film für einen ungemütlichen Herbstabend. Man sollte nur nicht zu viel erwarten: 6/10 Punkte.

Resident Evil: Extinction (2007)

Nach ganzen zwei Wochen bin ich endlich dazu gekommen meinen neuen Blu-ray Player einzuweihen. Zu sehen gab es Russell Mulcahys „Resident Evil: Extinction“, dem die zusätzliche Schärfe zumindest einige optische Highlights verleihen konnte.

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Mit den „Resident Evil“-Filmen ist das so eine Sache. Eigentlich sind sie wirklich nicht sonderlich gut, doch dank Zombies und einer extra Portion Trash machen sie doch irgendwie ziemlich viel Spaß. Die Videospielvorlage ist mir zudem – bis auf „Resident Evil 4“ – gänzlich unbekannt, weshalb mir das Vergleiche ziehen schwer fällt. Doch auch ohne das Original zu kennen, waren mir die ersten beiden Teile zu sehr auf pseudohippen High-Tech getrimmt.

Paul W. S. Andersons („Event Horizon“) Erstling mochte ich dennoch ganz gerne. Der zweite Teil war mir zu hektisch, hat jedoch den Trashfaktor auf die Spitze getrieben. Teil drei ist wieder ruhiger und schafft eine ganz nette Endzeitatmosphäre, die – wie sollte es auch anders sein? – nicht nur Anleihen bei „The Road Warrior“ nimmt. Die Geschichte ist komplett Banane, die Charaktere sind farblos und langweilig. Doch die Zombieaction kann sich wahrlich sehen lassen. Hier macht der Film wirklich Spaß. Das Ende ist dann wieder Trash deluxe.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich das Endzeitsetting mochte und den Wüstenkampf verdammt unterhaltsam fand. Der Rest? Ja, den habe ich schon wieder so gut wie vergessen. Sei es drum. Für 90 Minuten Zombiespaß taugt das Vehikel allemal: 5/10 Punkte.

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS1)

Aktualisierung: Ich habe „Harry Potter und der Orden des Phönix“ am 27. Dezember 2025 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und eine Besprechung der Wiederholungssichtung veröffentlicht.

Bevor es heute Abend in den aktuell im Kino laufenden sechsten Teil geht, habe ich mein Gedächtnis mit „Harry Potter und der Orden des Phönix“ noch einmal aufgefrischt. Neue Erkenntnisse gibt es kaum, die Vorfreude ist aber auf jeden Fall gewachsen.

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Im Vergleich zu den Vorgängern konzentriert sich Regisseur David Yates eher auf die Essenz der Geschichte, als auf die magische Atmosphäre von Hogwarts und der Zauberwelt im Allgemeinen. Das ist einerseits positiv zu sehen, da die Handlung verdichtet und ohne langatmiges Abschweifen erzählt wird, andererseits aber auch negativ, da viele Details auf der Strecke bleiben und es dem Film somit an Tiefe mangelt. Da ich Joanne K. Rowlings Vorlage über weite Strecken zu redundant und unfokussiert empfand, überwiegt bei mir die positive Einstellung in Bezug auf die filmische Adaption.

Wenn ich versuche „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in die Gesamtgeschichte einzuordnen, dann fällt mir das nicht leicht. Es fehlt hier der Abenteueraspekt, der noch in den ersten beiden Teilen sowie dem vierten Teil vorherrschte, ebenso wie die vorantreibende Handlung eines „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Auch ist dieser fünfte Teil keine Exposition für das große Finale, wie sein direkter Nachfolger. Er befindet sich irgendwo zwischen den Welten. Für mich neben dem ersten Teil wohl der schwächste Abschnitt dieser epischen Geschichte.

Fazit

Wie bereits nach der letzten Sichtung bin ich durchaus positiv angetan von dieser Adaption und deshalb auch äußerst erfreut, dass David Yates auch in den letzten zwei bzw. drei Teilen auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Ich hoffe nur, dass die Hauptdarsteller nicht noch älter wirken, als bereits in diesem Film. Die Frisuren (kein militärischer Kurzhaarschnitt mehr für Harry) versprechen zumindest schon einmal Besserung. Mehr zum aktuellen Teil dann morgen. Hierfür gibt es zunächst erneut verdiente – und so wie ich meine Leser kenne durchaus anfechtbare – 8/10 Punkte.

Verwünscht – OT: Enchanted

Ein Film, der schon seit langem auf meiner Liste der zu sehenden Filme steht ist „Verwünscht“ aus dem Hause Disney. Der Trailer versprach einen erfrischend neuen Ansatz und als alter Disney-Fan war es sowieso nur eine Frage der Zeit, bis die DVD ihren Weg in den heimischen Player findet.

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Die ersten zehn Minuten stimmen wunderbar auf die kitschige Zeichentrickwelt ein. Völlig übertrieben und klischeehaft, doch gerade so selbstständig, dass man sich nicht völlig in einer Parodie wähnt. Erst ab dem Übergang in die Realwelt kommt dann der erwartete Humor vollständig zum Tragen. Jedoch sollte man wahrlich keinen zweiten „Shrek“ erwarten, denn davon ist Disneys „Enchanted“ meilenweit entfernt. Diesen Umstand sollte man allerdings nicht zwangsweise negativ auslegen.

Anders als – zumindest von mir – erwartet ist „Verwünscht“ keine reine Culture-Clash-Komödie, sondern überträgt die Regeln der Zeichentrickwelt nahezu 1:1 in die Realität. Dies birgt ansich zwar weniger Humorpotential, doch bietet es mehr Spielraum für die Charaktere und macht Kevin Limas („Tarzan“) Film zu einem echten Disney-Werk. Samt übertriebenem Kitsch, Gesang und zuckersüßem Happy End. Dieser Umstand mag einige Zuschauer verschrecken, jene die jedoch mit den Klassikern – „Cindarella“, „Arielle, die Meerjungfrau“, „Dornrößchen“, „Susi und Strolch“ usw. – aufgewachsen sind, werden unzählige Déjà vus erleben.

Sicherlich hätte man mehr aus der Idee machen können, doch dann hätte man sich vermutlich mehr auf eine Zielgruppe einschießen und den klassischen Disney-Pfad verlasen müssen. Mutiger sein. Dann wäre vermutlich eine ganz andere Art von Film dabei herausgekommen. Besser? Schwer zu sagen. John McTiernans „Last Action Hero“ hatte bereits 1993 übrigens eine ähnliche Prämisse.

Disneys „Verwünscht“ ist eine humorvolle Kitschbombe, die allen Genrefans ein Lächeln auf das Gesicht zaubern wird. Und sei es allein aufgrund der bezaubernden Amy Adams. Kein neuer Klassiker aus der altehrwürdigen Animationsschmiede, doch eine wundervolle Hommage an eben solche. Wirklich schön: 8/10 Punkte. Doch Vorsicht: Kann Karies verursachen!

Superbad (2007)

Gestern habe ich mit Greg Motollas „Superbad“ einmal wieder einen Film gesehen, der schon seit der Kinoauswertung auf meiner Liste steht. Die Erwartungen waren – auch dank diverser euphorischer Kritiken – entsprechend hoch und ich hoffte tatsächlich auf eine Ausnahmekomödie. Doch wir wissen ja alle, wie das so ist mit der Erwartungshaltung…

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Bei den Opening Titles war ich noch fest davon überzeugt etwas Großes zu sehen. Wirklich schön gemacht mit einer tollen Musikauswahl, was man so für den gesamten Film stehen lassen kann. Doch schon bald wurde der Audiokanal völlig von pubertären Ergüssen (mit exakt dieser Art von Wortspielen) beherrscht. Sicher ist „Superbad“ eine Teeniekomödie und vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt für den Scheiß, doch man kann es auch übertreiben. Nach ca. einer halben Stunde nimmt die Handlung dann endlich Fahrt auf und es kommt tatsächlich zu ersten Schmunzlern. Die erhofften großen Lacher ließen sich aber noch lange nicht blicken.

Was nun folgt ist eine Reise durch die Nacht. Unzählige Male erzählt. Immer wieder sehenswert. Der auslösende Alkoholkauf sprengt das Heldentrio, was anfangs für Unterhaltung sorgt, letztendlich jedoch eher einen zerfahrenen Eindruck hinterlässt. Dem Film mangelt es hier deutlich an gezielt gesetzten Höhepunkten, was der Dramaturgie schadet. So bleibt letztendlich eine Aneinanderreihung an gleich gewichteten Gags, von denen gerade einmal die Hälfte zündet. In meinen Augen zu wenig, um zu überzeugen.

Im letzten Drittel nimmt der Film dann noch einmal Fahrt auf, was auch den Charakteren zugute kommt. Der bis hier durchgeschleppte Konflikt bricht endlich auf und sorgt für das nötige Quentchen Drama, um die damit verbundene Komik endlich komisch werden zu lassen. Warum man nicht schon im Vorfeld mehr Zeit in die – an sich wirklich gelungene – Charakterisierung der Beziehungsebene der Figuren untereinander gesteckt hat, ist mir wirklich ein Rätsel. Vielleicht liegt das auch daran, dass der erste Drehbuchentwurf tatsächlich von Seth Rogen und Evan Goldberg im Teenageralter verfasst wurde.

Neben der wirklich gelungenen letzten halben Stunde und der schönen Inszenierung, überzeugen vor allem die Darsteller. Besonders Michael Cera („Arrested Development“) ist bei mir immer wieder gerne gesehen. Vielleicht auch weil er die Figur mit dem deutlich größten Identifikationspotential spielt. Doch auch Jonah Hill und Christopher Mintz-Plasse beweisen komödiantisches Talent, wobei man meiner Meinung nach deutlich mehr aus ihren Figuren hätte machen können.

Letztendlich ist „Superbad“ kein schlechter Film, doch eben auch kein wirklich guter. Vielleicht ist das eine Altersfrage. Inzwischen sind selbst seit „American Pie“ schon 10 Jahre ins Land gezogen und da sollte man doch eine gewisse Entwicklung erwarten, die sich bei Motollas Film jedoch erst in den letzten Minuten vollzieht. Ein weitaus gelungenerer Film mit ähnlicher Thematik ist Richard Linklaters „Dazed and Confused“, das nur als Tipp für all diejenigen, die „Superbad“ für die Offenbarung des Teenagerfilms halten. Leider viel zu viel verschenktes Potential: 6/10 Punkte.

Das Waisenhaus – OT: El Orfanato (2007)

Bei einem spontanen DVD-Abend haben wir uns gestern Abend Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“ angesehen. Erhofft hatte ich mir angenehmen Grusel im Stil von Alejandro Amenábars „The Others“, den ich auch bekam. Die Spanier scheinen mir in diesem Genre einfach zu liegen.

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Viel möchte ich von der Handlung nun gar nicht verraten. Sie ist – innerhalb der Grenzen ihres Genres – zwar nicht sonderlich innovativ, weiß aber dennoch durch teils überraschende Wendungen zu überzeugen. Nüchtern betrachtet eine absolut stimmige Gruselgeschichte. Was Bayonas Film so mitreißend macht, ist seine atmosphärische Inszenierung. Nicht umsonst hat Guillermo Del Toro („Pans Labyrinth“) Regisseur Bayona bei der Entstehung des Films unterstützt, erinnert er atmosphärisch doch sehr an seine eigene Geistergeschichte „The Devil’s Backbone“, was in jeder Hinsicht als Kompliment zu verstehen ist.

Neben der ruhigen und sehr emotionalen Inszenierung hat der Film dennoch einige sehr effektive Schockszenen zu bieten. Diese entspringen glücklicherweise weniger der entsprechend gewählten musikalischen Untermalung, sondern einer äußerst beunruhigenden Atmosphäre. Auch das Ende des Films ist keinesfalls lockerleicht und am nächsten Tag bereits wieder vergessen. Es bleibt in Erinnerung. Nicht selbstverständlich für einen Genrefilm.

Juan Antonio Bayonas „Das Waisenhaus“ ist wunderbar stimmige Gruselunterhaltung. Zwar kommt er nicht ganz an die Spitze des Genres heran, ist Freunden atmosphärischer Horrorfilme jedoch auf jeden Fall ans Herz gelegt. Wunderbar gruselig. Selbst an lauschigen Frühlingsabenden: 8/10 Punkte.