Motel – OT: Vacancy

Zum Abschluss des gestrigen Feiertags stand mit „Motel“ ein nicht sonderlich weihnachtlicher Film auf dem Programm. Nimród Antals Thriller hatte schon vor Längerem mein Interesse geweckt, dennoch konnte ich mich nie zu einem DVD-Kauf durchringen. Die Fernsehausstrahlung kam somit genau zur richtigen Zeit.

„Vacancy“ – so der englische Originaltitel des Films – ist ein fieser kleiner Thriller, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen gönnt. Ich war wirklich überrascht, wie geradlinig der Film inszeniert und erzählt ist. Schon die Figurenkonstellation birgt Unheil. So steht kein glückliches Paar im Mittelpunkt, sondern eine Beziehung kurz vor ihrem Ende. Die effektiv gewählten Kameraeinstellungen sowie das atmosphärische Setdesign tragen einen großen Teil zur morbiden Stimmung bei.

Anders als die meisten Survivalhorrorfilme der letzten Jahre ergeht sich Antals Werk nicht in Folter- und Gewaltszenen. Hier wird tatsächlich noch auf Spannung gesetzt. Die Prämisse ist so einfach, wie genial und man kann sich als Zuschauer schnell in die beklemmende Situation versetzt fühlen. Auch wenn der Film nicht jedes Horrorklischee auslässt, so war ich doch positiv überrascht, wie herrlich schnörkellos „Motel“ in der Handlung voranprescht.

Kate Beckinsale und Luke Wilson machen ihre Sache überraschend gut und glücklicherweise werden die Handlungen ihrer Charaktere auch einigermaßen glaubhaft gehalten. Das Finale ist zudem erstaunlich unspektakulär und lässt genügend Möglichkeiten offen, um jedem Zuschauer ein befriedigendes Ende zu ermöglichen. Ein wirklich spannender, kleiner Thriller. Sehr gelungen.

Ich war positiv überrascht, wie schnell die 80 Minuten verflogen sind. Dabei hat mich Film stets etwas an Jonathan Mostows „Breakdown“ erinnert, den ich auch sehr gerne mag. Ob sich „Motel“ tatsächlich für eine Zweitsichtung qualifiziert kann ich noch nicht sagen, doch für einen spannenden Filmabend stellt er eine ausgezeichnete Wahl dar. Kurz, fies und mörderisch spannend: 8/10 Punkte.

8 Gedanken zu “Motel – OT: Vacancy

  1. Den hatte ich gestern abend zum zweiten Mal gesichtet. Und ich muss sagen, komischerweise hat er mir bei weitem besser gefallen, als noch beim ersten Mal. Frag mich bitte nicht warum :). Aber ich gebe dir absolut recht. Ein schnörkelloses, kurzes und vor allem spannendes Thriller-/Horrorvergnügen ist „Motel“ in jedem Fall.

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  2. Das macht durchaus Hoffnung für eine Zweitsichtung, wenngleich ich befürchte, dass die Spannung aufgrund des dann bekannten Endes doch nachlassen wird. Bei der Erstsichtung auf jeden Fall ein kleiner, sympathischer Horrorthriller.

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  3. Ist schon ne Weile her, dass ich den geguckt habe, sodass ich mich zum Beispiel ans Ende gar nicht mehr erinnern kann, aber er hat mir auch ziemlich gut gefallen. Dieses ewige Gefolter in aktuellen Horrorfilmen geht mir einfach nur noch auf die Nerven, deshalb sticht der Film als Suspense-Schocker da wirklich etwas hervor.

    Hätte ihn mir die Tage wohl doch nochmal angucken sollen…

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  4. Ja, die moderne Folterwelle ist tatsächlich nur noch langweilig. Besonders da nur noch Augenmerk auf möglichst brutale Foltermethoden gelegt wird und die Charaktere vernachlässigt werden. Dadurch werden einem diese egal und die ach so brutalen Folterszenen verpuffen völlig. Da ist mir ein simpler Suspensethriller, wie „Motel“ doch tausend Mal lieber.

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