ECHT: Unsere Jugend – Die komplette Doku (2023)

Nach einer halben Ewigkeit habe ich einmal wieder eine Doku gesehen. Warum mich ausgerechnet der Rückblick auf eine, zumindest in meiner bisherigen Wahrnehmung, Teenie-Band aus den späten 1990ern Jahren dazu gebracht hat? Die dreiteilige Doku „ECHT: Unsere Jugend“ wurde in diversen Publikationen und Podcasts nahezu übertrieben positiv besprochen. Obwohl ich keinen großen Bezug zur Band hatte, war mein Interesse dennoch geweckt. Der Zugriff via ARD-Mediathek ist zudem sehr bequem. Warum auch ihr reinklicken solltet, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. Kurz: Coming-of-Age at its best. 🎸🎶

ECHT: Unsere Jugend | © ARD

ECHT: Unsere Jugend | © ARD

Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind

Ich kenne von ECHT nur die Singles bzw. ihre Hits. Die Band wurde groß, als ich mich im ungefähr gleichen Alter befand, wie ihre Mitglieder. Sie wurde damals als Teenie-Band positioniert, was so gar nicht mein Interessensgebiet war. Ich fing zu dem Zeitpunkt an, meinen eigenen Musikgeschmack zu entwickeln und begann ausschließlich Alternative Rock und (Pop) Punk zu hören. Dennoch muss ich zugeben, dass die Songs der Band aus dem Brei der damals populären Musik herausgestochen sind. Als ich sie kürzlich beim Spielen von Hitster wieder einmal hörte, merkte ich auch, dass sie mir nach all den Jahren im Kopf geblieben und dabei überraschend gut gealtert sind. Vermutlich war das auch der Auslöser, mich tatsächlich der Doku zu widmen, die von Kim Frank selbst, dem ehemaligen Sänger von ECHT, aus über 240 Stunden Videomaterial geschnitten wurde. Durch die große Menge an Material, das damals ohne Plan oder Ziel irgendeiner Veröffentlichung gefilmt wurde, bekommen wir sehr persönliche und authentisch wirkende Eindrücke vom Aufstieg und Fall dieser Band. Ohne riesengroße Skandale und übertrieben heftige Wendungen. Doch genau das lässt den Blick auf ECHT auch so, ich kann es nicht anders sagen, echt wirken.

Es ist faszinierend, in eine Zeit ohne Smartphones, Social Media und YouTube zurückzublicken. In eine Zeit, in der Musikfernsehen und Teenie-Zeitschriften den Markt beherrschten. In die Zeit auch meiner Jugend. Schon alleine deshalb resoniert die Doku wohl so stark mit Zuschauenden in meinem Alter. Davon abgesehen ist die dreiteilige Doku handwerklich wirklich gut gemacht. Hut ab. Auch wenn Kim Frank eindeutig als globale Erzählstimme fungiert, so wird allen Bandmitgliedern doch die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn man sich ein aktuelles Gespräch anschaut, so wie es auch im Zentrum der unbedingt sehenswerten Bonus-Episode steht, dann ist es verblüffend zu sehen, wie erwachsen die fünf Jungs geworden sind. Es liegen 20 Jahre dazwischen. Ist also ganz normal. Sollte man meinen.

Auch ich bin seitdem 20 Jahre älter geworden, doch reflektiert man das selbst eher selten. Die ehemaligen Musiker blicken unfassbar reflektiert und liebevoll auf das jüngere Ich ihrer Bandkollegen zurück. Das fand ich wirklich beeindruckend. Kim Frank nimmt die Doku auch nicht als Vehikel, um eine Reunion zu starten o.ä. Es ist schön zu sehen, dass jeder der fünf Bandmitglieder seinen Platz im Leben gefunden hat. Fast noch schöner ist, dass heute keine Wehmut vorherrscht, sondern in erster Linie Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit. Das sind nachvollziehbare und sehr reflektierte Botschaften. Mich hat die Doku wirklich berührt und ich bin beeindruckt, wie gut das gewählte Material den Werdegang von ECHT erzählt. Ich hätte das nie für möglich gehalten, aber ich werde die Jungs vermissen.

Fazit

Auch wenn ich zu Beginn nur aus mildem Interesse in „ECHT: Unsere Jugend“ reingeschaut habe, so hat die dreiteilige Doku (plus unbedingt sehenswerter Bonusfolge) mich so stark in ihren Bann gezogen, wie schon lange nichts mehr. Ich kann dementsprechend nur eine dringende Empfehlung dafür aussprechen. Auch wenn ihr nichts mit der Band anfangen konntet. Ihr werden ECHT danach mit anderen Augen sehen und speziell die Menschen dahinter und ihre Geschichten. Ein Klick in die ARD-Mediathek genügt und schon kann es losgehen: 10/10 (9.7) Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Avengers: Infinity War (2018) (WS2)

Weil es gestern so schön war (und der Zwergofant dem Film sehr entgegengefiebert hat), haben wir heute direkt mit „Avengers: Infinity War“ weitergemacht. Für mich war das die inzwischen schon dritte Sichtung und da ich den Film bereits die ersten beiden Male sehr mochte, habe auch ich mich erneut auf den Anfang vom Ende der dritten Phase des MCU gefreut. 💎

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Superheld:innen-Bombast in Perfektion

Nachdem ich dem großen Kinoerflog unserer geliebten Superheld:innen beim ersten Durchgang noch skeptischer gegenüber eingestellt war, so weiß ich heute die Stärken dieser Filme inzwischen umso mehr zu schätzen. Speziell „Avengers: Infinity War“ ist eine so unterhaltsame Achterbahnfahrt, dass es eine wahre Freude ist. Nach Joss Whedon gelingt es auch den Russo-Brüdern, den inzwischen unfassbar großen Pool an Figuren ausbalanciert zu jonglieren. Es gibt etliche parallel laufende Handlungsstränge und dennoch verliert man als Zuschauer:in nie die Übersicht. Auch wird nicht nur den einzelnen Held:innen genügend Screentime eingeräumt, sondern auch Widersacher Thanos. Das ist für die Wirkung des Films enorm wichtig und die von Josh Brolin verkörperte Figur ist zweifellos der bislang spannendste Bösewicht des MCU.

Ich hatte wieder sehr viel Spaß mit dem Film, den unterschiedlichen Figuren, die ich über die Jahre liebgewonnen habe, den nicht nur visuell faszinierenden Schauplätzen und der bombastischen Action. Vor allem überzeugt „Avengers: Infinity War“ jedoch, weil er auch emotional zu packen weiß. Gerade die Kinder waren vom Finale regelrecht verstört und sichtlich mitgenommen. Nie hätten sie gedacht, dass Thanos gewinnen könnte. Natürlich musste ich etwas anteasern, dass ihre geliebten Held:innen vielleicht doch noch einmal zurückkehren könnten. Mehr wollte ich allerdings noch nicht verraten. Die Wartezeit bis wir zusammen „Avengers: Endgame“ schauen, wird auf jeden Fall hart für sie werden.

Fazit

Schon verrückt, wie weit sich das Superheld:innen-Kino in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Die Hochzeit ist inzwischen wohl vorbei, doch „Avengers: Infinity War“ war definitiv einer der Höhepunkte. Ich freue mich nun schon aufs Weiterschauen, doch das ist nichts im Vergleich zur Vorfreude der Kids. Beide haben den Film geliebt, nur das Ende war ihnen zu schockierend, was direkt zu einer Abwertung geführt hat: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Black Panther (2018) (WS1)

Nach einer langen Woche hatte ich mich auf den freitäglichen Filmabend gefreut. Der Zwergofant war zuvor noch beim Karate-Training, dann gab es noch Flammkuchen und somit sind wir erst gegen 20:30 Uhr aufs Sofa gekommen. Auf dem Programm stand heute „Black Panther“ und damit ein später Neuzugang ins MCU. Der Film hatte mir bei der ersten Sichtung ziemlich gut gefallen und somit war ich gespannt, wie er heute abschneiden würde. 🐈‍⬛

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Ein wichtiger und mitreißender MCU-Beitrag

Nach dem teils recht albernen „Thor: Tag der Entscheidung“ wirkt „Black Panther“ fast schon zu ernst. Ist er aber natürlich nicht. Es ist ein strukturell recht klassischer MCU-Film, der weniger durch das Was als durch das Wie und das Warum zu punkten weiß. Lässt man „Blade“ außen vor, dann ist „Black Panther“ der erste große Superheldenfilm mit einem schwarzen Protagonisten. Nicht nur das, denn nahezu der gesamte Cast ist schwarz. Auch werden die mit wichtigsten Rollen von Frauen besetzt. All das ist leider immer noch nicht selbstverständlich. Alleine diese Aspekte, die nicht aufgesetzt wirken und sich wunderbar in den größeren Kontext des MCU einfügen, machen „Black Panther“ zu einem wichtigen Film.

Dabei fährt der Film die spaßig-fantastischen Elemente deutlich zurück. Oft erinnert „Black Panther“ eher an ein „James Bond“-Abenteuer als einen Superheldenfilm. Als Gegenspieler mochte ich Andy Serkis als Ulysses Klaue sehr, den wir bereits für einen kurzen Auftritt in „Avengers: Age of Ultron“ bewundern durften. Was hat dieser Mann für eine Energie! Inhaltlich spannender ist jedoch Killmonger, der im Grunde für mehr Gerechtigkeit auf der Welt kämpft. Auch wenn seine Mittel die falschen sind, so hat er doch einen Punkt und bringt König T’Challa letztendlich zum Umdenken. Es ist wirklich unfassbar traurig, dass Chadwick Boseman nur zwei Jahre nach diesem Auftritt als ikonischer Superheld verstorben ist. Das wird die Kinder auch noch hart treffen, wenn wir irgendwann den zweiten Teil schauen.

Fazit

Mir hat „Black Panther“ bei der heutigen Sichtung noch einmal besser gefallen, als beim ersten Durchgang. Obwohl ich über weite Strecken wirklich extrem müde war (so langsam wird das zum Dauerzustand), bin ich nicht eingeschlafen und auch der Zwergofant hat nach seinem Karate-Training komplett durchgehalten. Ein wirklich sehenswerter Teil des MCU: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017) (WS1)

Was habe ich mich auf diesen Filmabend gefreut. Nicht so sehr aufgrund des Films, doch vor allem aufgrund der Tatsache, dass diese Woche ein Ende nimmt. Auf dem Programm stand natürlich „Thor: Tag der Entscheidung“ und damit nach „Spider-Man: Homecoming“ der nächste Film aus dem MCU. Obwohl wir alle schon recht müde waren, haben es 75% der Zuschauer:innen geschafft, wach zu bleiben. 🔨

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor und Hulk kloppen sich auf Deponia

Ich mochte „Thor: Tag der Entscheidung“ schon bei meiner ersten Sichtung. Taika Waititi geht einfach immer, auch wenn man hier schon merkt, dass er sein Ding nur zu so 63,2% durchziehen konnte. Ist halt immer noch ein Marvel-Film. Die Action-Szenen sind etwas zu ausgewalzt und 15 Minuten weniger hätten auch nicht geschadet. Dafür ist der Film mit herrlichen Figuren (z.B. Korg oder der Grandmaster) angereichert und der Humor ist einfach fantastisch. Die Dynamik zwischen Thor und Hulk bzw. Bruce Banner funktioniert auch wunderbar. Zudem ist die von Tessa Thompson gespielte Walküre eine starke Ergänzung für unser Trio bzw. Quartett.

Inszenatorisch gefällt mir „Thor: Tag der Entscheidung“ auch sehr. Mit seinen knalligen Farben und seinem außerirdischen Setting erinnert er mich am ehesten an die „Guardians of the Galaxy“-Filme, wenngleich er an diese auch nicht komplett herankommt. Es zeigt sich allerdings, dass Regisseure mit einer eigenen Stimme, wie eben James Gunn oder Taika Waititi, tatsächlich die besten MCU-Filme hervorbringen. Ein großes, unsinniges und dabei stets unterhaltsames Vergnügen.

Fazit

Auch heute hatte ich wieder viel Spaß mit „Thor: Tag der Entscheidung“. Die Kinder waren ebenfalls angetan und ich bin vor allem gespannt auf den vierten Teil, der ja in eine ähnliche Kerbe schlagen soll. Für uns geht es zunächst jedoch mit „Black Panther“ weiter und dann geht es auch schon Richtung Finale. Hierfür gibt es aber noch: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Spider-Man: Homecoming (2017) (WS1)

Der erste kurze Arbeitswoche nach dem Urlaub ist vorbei. Mit dem zusätzlichen Schimmeldrama im Keller und körperlicher Abgeschlagenheit waren das drei sehr anstrengende Tage. Somit hatte ich mich auf einen Filmabend gefreut, auch wenn wir zu „Spider-Man: Homecoming“ recht spät aufs Sofa gekommen sind. 🕷️

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Homecoming (2017) | © Sony Pictures Home Entertainment

Fantastische Spinne mit Abzügen in der B-Note

Spider-Man ist einer meiner liebsten Superheld:innen. Vielleicht auch, weil er meine erste große Genre-Liebe war. Damals im Jahr 2002 mit „Spider-Man“ von Sam Raimi. Es war eine lange Reise, bis die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft endlich im MCU ankam. Doch 2017 war es endlich soweit und das ist Fluch und Segen zugleich. Tom Holland ist ein fantastischer Spider-Man. Ich mag auch die restlichen Figuren in seiner unmittelbaren Umgebung sehr. Da stimmt einfach alles. Hier ist die Teenie-Version von Spider-Man, abgesehen von „Spider-Man: A New Universe“, endlich einmal glaubhaft umgesetzt. Ich hätte mir auch einen Film angeschaut, der nur von Peter Parkers Abenteuern in New York City handelt. Aber das hatten wir halt schon etliche Male. Somit lag der Fokus stark auf der Integration ins MCU.

Dieser Aspekt ist erwartbar und hat mich nicht mehr so sehr gestört, wie damals bei der ersten Sichtung. Warum der Spinnenanzug nun allerdings plötzlich wie eine weitere Iron-Man-Rüstung funktionieren muss inklusive Künstlicher Intelligenz, die dauernd mit Peter spricht? Das hätte es nicht gebraucht und hat für mich einiges vom Spidey-Charme genommen. So stehen auf der einen Seite die wundervollen, an John Hughes angelehnten, Coming-of-Age-Elemente und auf der anderen Seite die typische MCU-Action. Immerhin gibt es mit Michael Keaton (bekannt aus „Batman“ oder „Dopesick“) als The Vulture einen charismatischen Bösewicht. Die positiven Aspekte überwiegen auf jeden Fall und ich hatte heute richtig viel Spaß mit dem Film.

Fazit

„Spider-Man: Homecoming“ ist nicht nur ein fantastischer Spider-Man-Film, sondern auch ein exzellentes MCU-Abenteuer. Beide Aspekte spielen nicht immer perfekt zusammen und doch funktioniert auch das Gesamtbild. Die Kinder waren weniger begeistert, als ich das vermutet hatte, und doch freuen wir uns schon auf weitere Abenteuer mit der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Meg 2: Die Tiefe – OT: Meg 2: The Trench (2023)

Heute war ein voller Tag, an dem wir einen schönen Ausflug unternommen hatten. Danach war ich noch eine Runde laufen und eines führte zum anderen, so dass wir erst gegen 21 Uhr zur Ruhe kamen. Da es heute draußen recht frisch war, haben wir uns nach drinnen verzogen und mit „Meg 2: Die Tiefe“ noch die Fortsetzung von „Meg“ angeschaut. Vermutlich waren wir alle schon zu müde, doch manchmal braucht es einfach einen Filmabend. 🦈

Meg 2: Die Tiefe (2023) | © Warner Home Video

Meg 2: Die Tiefe (2023) | © Warner Home Video

Hai-Wahnsinn mit hanebüchener Handlung

Zunächst einmal muss ich kurz festhalten, dass ich mich beinahe verschluckt hatte, als ich Ben Wheatley als Regisseur im Abspann gelesen habe. Ben Wheatley? Da klingelt doch was und zwar „Kill List“. Auch wenn ich den gehypten Geheimtipp nicht so überragend fand wie die meisten Zuschauer:innen, so hat es mich doch sehr überrascht, dass ausgerechnet Wheatley bei „Meg 2: Die Tiefe“ Regie geführt hat. Davon merkt man nämlich so gar nichts. Der Film sieht aus wie der generischste Blockbuster überhaupt. Auch inhaltlich. Außer dass alles noch viel hanebüchener ist, als im, was Logik und Handlung angeht, ohnehin schon grenzwertigen Vorgänger. Verblüffend. Hollywood und viel Geld aus China eben.

„Meg 2: Die Tiefe“ ist ein Quasi-Remake des ersten Teils, nur dass noch eine öde Kriminalhandlung mit noch öderen Bösewicht:innen eingebaut wurde. Als stärksten Teil empfand ich erneut das Finale, was aber auch nur wieder ein Aufwärmen des bereits bekannten Endkampfes war. Gut gefallen hat mir ebenfalls das Tauchabenteuer bis zur Unterwasserstation, was aber z.B. in „Underwater: Es ist erwacht“ in ähnlicher Form bereits besser umgesetzt wurde. Die Figuren bleiben erneut blass und tauchen teils auch gar nicht mehr auf. Auch hier wieder typisch generische Fortsetzung.

Fazit

Obwohl ich wirklich müde war, bin ich wachgeblieben und hatte auch meinen Spaß mit „Meg 2: Die Tiefe“. Das hätte heute bestimmt nicht jeder Film geschafft. Trotz einiger guter Ideen schwächelt die Inszenierung und am Ende bleibt ein eher müder Abklatsch des auch nur munteren ersten Teils übrig. Das Zappelinchen sieht das ganz ähnlich, der Zwergofant hat sich wieder blendend unterhalten gefühlt: 5/10 Punkte.  (Zappelinchen: 5/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Meg – OT: The Meg (2018) (WS1)

Wie jedes Jahr nach dem Urlaub am Meer habe ich danach Lust auf Filme, die genau diesen Schauplatz haben. Letztes Jahr gab es die „Die Piratenbraut“, im Jahr davor die gesamte „Pirates of the Caribbean“-Reihe. Dieses Jahr habe ich an „Cast Away“ und „Im Rausch der Tiefe“ gedacht, mich aufgrund der Familienkompatibilität und der späten Stunde aber für „Meg“ entschieden. Den ersten und vielleicht auch einzigen Film, den ich im August gesehen haben werde. 🦈

Meg (2018) | © Warner Home Video

Meg (2018) | © Warner Home Video

Unterhaltsamer Hai-Unfug mit flachen Figuren

Meine letzte Sichtung von „Meg“ liegt inzwischen fünf Jahre zurück. Das ist nicht viel Zeit. Dennoch konnte ich mich an kaum noch etwas erinnern. Der Zwergofant hatte „Meg“ Anfang des Jahres auf einer Übernachtungsparty bei einem Freund gesehen und sich auf die erneute Sichtung gefreut. Bei ihm waren die Erinnerungen also noch recht frisch. Dennoch ging es uns beiden so, dass wir eher die ikonischeren Szenen im Kopf hatten, von der restlichen Handlung bzw. den Figuren kaum noch etwas. Dafür ist sowohl die Geschichte als auch die Figurenzeichnung zu flach. Das hat allerdings den Vorteil, dass man sich „Meg“ alle paar Jahre einmal anschauen kann und jedes Mal aufs Neue gut unterhalten wird bzw. werden kann, wenn man diese Art von Film gerne sieht. Es ist kein sonderlich guter Film, aber eben ein sehr unterhaltsamer.

Ich finde es immer noch kurios, dass „Meg“ eine Buchverfilmung ist. Auch wenn der Film in dieser Version nicht mehr viel mit der Vorlage gemein hat. Nach den Trailern hat es mich zudem gewundert, dass sich die Hai-Action an der Oberfläche auf die letzten paar Minuten beschränkt und der Rest eher auf hoher See, in U-Booten oder Forschungsstationen spielt. Macht aber nichts, denn so wird immerhin ein wenig Handlung vorgegaukelt und „Meg“ verkommt nicht zur reinen Hai-Film-Parodie. Davon gibt es nämlich schon genügend.

Fazit

Wie bereits bei der ersten Sichtung hatte ich auch heute wieder viel Spaß mit „Meg“. Am begeistertsten war wohl das Zappelinchen, die beinahe neun Punkte gezückt hätte, wäre der Film nicht so blutig gewesen. Wer weiß, vielleicht ein leichter Crush auf Jason Statham? Der Zwergofant war ebenso wieder recht angetan. Der Sichtung des zweiten Teils steht somit nichts im Wege (außer das gute Wetter, welches uns wieder vom Fernsehen abhalten wird): 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) (WS1)

Da es heute Abend geregnet hat, stand nach einer halben Ewigkeit einmal wieder ein Filmabend an. Der letzte Filmabend in voller Besetzung liegt sogar schon sechs Wochen zurück. Kann ja nicht sein. Somit wanderte endlich „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ in den Player. Natürlich die 3D-Fassung, welche auch zu den besten gehört, die man sich anschauen kann. Ein großes Vergnügen! 🌎

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

Guardians of the Galaxy Vol. 2 (2017) | © Walt Disney

James Gunn perfektioniert seine MCU-Formel

Der erste „Guardians of the Galaxy“ gehört zu meinen absoluten Marvel-Lieblingen. Auch die Fortsetzung mochte ich bei der Erstsichtung sehr gerne. Heute konnte ich die intimere Geschichte, gepaart mit dem perfekt getimten James-Gunn-Humor, noch viel mehr zu schätzen wissen. Kurt Russell als intergalaktischer Vater von Peter Quill ist perfekt besetzt und auch sein Größenwahn ist absolut glaubhaft. Im Kern geht es um eine Vater-Sohn-Beziehung, welche den emotionalen Kern ausgerechnet in Yondu versteckt. Das ist schon ziemlich smart und außergewöhnlich emotional für das MCU. Weiterhin gelingt es James Gunn, wie zuvor bereits Joss Whedon, jede einzelne Figur in dem nicht gerade kleinen Cast wachsen zu lassen. Ein Kunststück, das nicht viele Regisseur:innen beherrschen.

Neben den inhaltlich toll ausgearbeiteten Schwerpunkten, kann „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ vor allem auch audiovisuell überzeugen. Der Soundtrack ist erneut Teil des Inhalts und wow, sieht der Film immer noch fantastisch aus! Natürlich kommt das Sci-Fi-Fantasy-Setting dem Look zugute und man kann als Zuschauer:in mehr verzeihen, als wenn einmal mehr New York City in Schutt und Asche gelegt wird. Dennoch überzeugen gerade die digitalen Figuren, wie Rocket Racoon und Baby Groot, welche absolut glaubhaft mit den realen Schauspieler:innen agieren. Ganz viel Liebe für die Welt, die James Gunn hier geschaffen hat. Zudem mag ich es sehr, wie gut der Wechsel der Bildformate eingesetzt wird und sich die 3D-Effekte teils in den Letterbox-Balken abspielen. Beeindruckend anzusehen!

Fazit

Vielleicht ist es der Filmentzug, der aus mir spricht, doch hat mir „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ heute wirklich ausgesprochen gut gefallen. Den dritten Teil der Reihe kenne ich übrigens noch genauso wenig, wie das Weihnachtsspecial. Beides werde ich wohl hoffentlich noch in diesem Jahr nachholen. Hierfür gibt es erst einmal erneut Bestnoten: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Dopesick – Die komplette Miniserie (2021)

Eigentlich wollte ich nach der ersten Staffel von „Gen V“ direkt mit der aktuellen Staffel von „The Boys“ weitermachen. Allerdings veröffentlicht Amazon einmal mehr im Wochenrhythmus, so dass ich zuvor zu „Dopesick“ gegriffen habe. Die Miniserie steht schon lange auf meiner Liste und ist auch inhaltlich eine deutliche Abwechslung zur anarchischen Superheld:innen-Unterhaltung. 💊

Dopesick | © Hulu

Dopesick | © Hulu

Eine bittere Geschichte über Kapitalismus

Auch wenn in „Dopesick“ eine Pharma- und Drogengeschichte im Zentrum steht, so ist es im Grunde doch eine bittere Geschichte über Kapitalismus. Damit erinnert die Serie etwas an „The Dropout“, doch ist der negative Einfluss von OxyContin viel größer und es hängen deutlich mehr persönliche Schicksale an dieser gefährlichen Droge. Der Serie gelingt das Kunststück, einerseits zwar die Geschehnisse rund um Purdue Pharma als recht klassische Rise-and-Fall-Geschichte zu erzählen, andererseits aber vor allem die unzähligen Opfer der Droge in den Fokus zu rücken. Diese Geschichten gehen wirklich an die Nieren. Speziell Michael Keaton als süchtig werdender Arzt und Kaitlyn Dever  (u.a. bekannt aus „Booksmart“) als in die Sucht abrutschende Patientin sind großartig in ihren Rollen. In der dritten Perspektive begleiten wir Verkaufsmitarbeitende (u.a. Will Poulter aus der „Maze Runner“-Reihe), was ich ebenfalls sehr spannend fand. Am meisten Fahrt nimmt die Geschichte jedoch immer dann auf, wenn die ermittelnde Staatsanwälte (u.a. gespielt von Peter Sarsgaard) sowie eine DEA-Agentin (Rosario Dawson) ins Zentrum rücken. Das ist oft frustrierend zu beobachten, doch gelingt es ihnen, die Schlinge um Purdue Pharma immer enger zu ziehen. In jeder Hinsicht extrem packend.

Auch formal weiß „Dopesick“ zu überzeugen. Die Miniserie sieht unglaublich hochwertig aus und, wie man oben schon erkennen kann, ist sie fantastisch besetzt. Es gelingt den Autor:innen und Regisseuren die Geschichte so mitreißend zu inszenieren, dass ich mich trotz des schweren Themas stets auf die nächste Episode gefreut habe. Apropos Regisseure: Barry Levinson (bekannt für u.a. „Good Morning, Vietnam“ oder „Rain Man“) und Danny Strong (bekannt als Schauspieler aus z.B. „Buffy the Vampire Slayer“ oder „Gilmore Girls“) sind hier federführend zu nennen. Die Geschichte der Opioid-Krise wurde inzwischen etliche Male erzählt. So gibt es auch eine Netflix-Serie mit dem Titel „Painkiller“ und einen „The Wolf of Wall Street“-artigen Film namens „Pain Hustlers“. Hinzu kommen etliche Dokumentationen und Aufarbeitungen des Themas. Ich kann z.B. die mehrteilige Reihe von John Oliver empfehlen, die man auch auf YouTube finden kann. Einzig das Finale fand ich etwas unbefriedigend. Nicht weil die Gerechtigkeit ausbleibt (die gab es in der Realität auch nicht), sondern weil es zu schnell abgehandelt wurde. Ich hätte mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, was den Prozess gegen Purdue Pharma und die Sacklers angeht. Obwohl man natürlich durch die nicht chronologische Erzählweise bereits einiges davon gesehen hatte. Am Ende bleibt der finale Punch somit leider aus.

Fazit

„Dopesick“ war wirklich schwere Serienkost. Ich bin mehrmals an unserer tollen Gesellschaftsordnung verzweifelt. Ich kannte den Fall davor schon, doch die emotionalen Schläge treffen in der dramatisierten Aufarbeitung noch einmal härter. Das ist sowohl den famosen Schauspieler:innen als auch Drehbuch und Inszenierung zuzuschreiben. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass es die anderen Werke besser schaffen, dem Thema gerecht zu werden. Hat jemand von euch „Painkiller“ gesehen? Die Serie muss sich an „Dopesick“ messen lassen: 9/10 (9.1) Punkte.

Reservation Dogs – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Es ist manchmal schon komisch. Da die beiden halbstündigen Serien, die wir momentan verfolgen, nämlich „Abbott Elementary“ und „What We Do in the Shadows“, momentan pausieren, habe ich recht spontan in „Reservation Dogs“ reingeschaut. Eigentlich war mein Interesse daran nicht sonderlich groß und wäre Taika Waititi nicht mit involviert gewesen, dann hätte ich nicht einmal diesen ersten Schritt gewagt. Ob sich dieser jedoch gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung. 🏹

Reservation Dogs | © FX

Reservation Dogs | © FX

Ich nehme mein Fazit direkt vorweg, auch um euch zum Reinschauen zu bewegen: „Reservation Dogs“ ist meine Serie des Jahres. Eine der lustigsten und bewegendsten Serien, die ich je gesehen habe. Auch wenn euch Setting und Prämisse nicht von Grund auf interessieren (ging mir übrigens genauso), kann ich euch die Serie nur ans Herz legen. Mit das Beste, was ich seit langer Zeit gesehen habe:

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