Karate Kid – OT: The Karate Kid (2010)

Nach einem recht trägen Tag irgendwann zwischen den Jahren, haben wir uns abends für den letzten Film des Jahres auf dem Sofa versammelt. Die Wahl fiel auf „Karate Kid“ und zwar das Remake aus dem Jahr 2010. Das Original hatte ich erst letztes Jahr für mich entdeckt und bin spätestens seit „Cobra Kai“ riesengroßer Fan der Reihe. In das Remake wollten wir schon länger einmal reinschauen und spätestens der Trailer von „Karate Kid: Legends“ (siehe Video unten) war nun der endgültige Auslöser. 🥋

Karate Kid (2010) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Karate Kid (2010) | © Sony Pictures Entertainment (PLAION PICTURES)

Erstaunlicherweise kein Totalausfall

Wie leicht würde es mir nun fallen, den Film zu verreißen. Teils bietet er dafür sogar offene Flanken. Nepo-Baby Jaden Smith in der Hauptrolle wäre da schon der erste Grund. Nein, erst der zweite, denn bereits der Titel „Karate Kid“ dient nur dazu, auf der Erfolgswelle des 1984er Originals mitzuschwimmen. Im Film geht es überhaupt nicht um Karate, sondern Kung-Fu. Der Film müsste folglich „Kung-Fu Kid“ heißen, was auch der bessere Titel gewesen wäre. Davon einmal abgesehen folgen wir der Handlung des Originals ziemlich exakt. Nur eben in China und nicht Los Angeles. Statt Mr. Miyagi lernen wir Mr. Han kennen und die Beziehung zu seinem Schüler funktioniert tatsächlich ähnlich gut, wie in der Version der Geschichte, die wir alle kennen und lieben. Jackie Chan verkörpert Mr. Han und tatsächlich ist da eine Chemie zwischen ihm und Jaden Smith, die wunderbar funktioniert.

Auch Jaden Smith hat für mich in der Rolle funktioniert. Ist Mr. Han noch irgendwie eine andere Version von Mr. Miyagi, so verbindet Dre und Daniel kaum etwas. Seine Figur ist deutlich jünger und vermutlich hätte man die Geschichte auch besser auf sein Alter anpassen müssen, denn die Liebesgeschichte wirkt schon ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Warum nicht eine Freundschaft, die für Dre in dieser Situation mindestens genauso wertvoll gewesen wäre? Wenn wir schon bei den negativen Aspekten sind, dann möchte ich auch auf das Finale eingehen, denn dieses ist nahezu 1:1 vom Original übernommen. Nur eben mit Kobra statt Kranich. Ein paar Augenrollmomente hat der Film eben doch. Am besten funktioniert „Karate Kid“ für mich dagegen, wenn wir sehen, wie sich Dre in Peking durchschlagen muss. Wenn wir mit ihm durch die Straßen ziehen und es klar wird, dass er es als zwölfjähriger Junge hier schwer haben wird. Bis sich Mr. Han ihm annimmt, den wir übrigens auch in „Karate Kid: Legends“ wiedersehen werden:

Fazit

Alles in allem ist das „Karate Kid“-Remake kein schlechter Film. Ohne das Original zu kennen, hätte ich ihn wohl auch noch wohlwollender bewertet. Doch es geht eben nichts über die 1980er-Jahre-Atmosphäre, Pat Morita, Ralph Macchio, William Zabka und Elisabeth Shue. Da würde ich immer zum Original greifen und die Kinder sehen das übrigens genauso. Dennoch nicht die Katastrophe, als die der Film teils hingestellt wird: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

23 Gedanken zu “Karate Kid – OT: The Karate Kid (2010)

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  2. Ich finde den Film auch besser als seinen Ruf. Was mich, neben dem von dir bereits erwähnten irreführenden Titel, am meisten stört, sind tatsächlich die Kämpfe. Es klingt vielleicht blöd, aber die sind mir einfach zu perfekt choreografiert. Die eher bodenständigen Kämpfe im Original finde ich wesentlich stimmiger. Dennoch ein spaßiger Film, der sich gut gucken lässt.

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    • Freut mich, dass ich da nicht der einzige bin. Mit ein paar Anpassungen bzw. mehr Mut hätte hier sogar ein richtig guter Film draus werden können. Immerhin beschert er uns nun „Karate Kid: Legends“. Hätte nicht gedacht, dass ich nochmal einen „Karate Kid“-Film im Kino sehen werde.

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  4. Uff… alsoooooooo
    Tatsächlich haben der Mann und ich uns heute erst beim Spaziergang darüber unterhalten, weil ich meinte, es käme ein neuer Film ins Kino.

    Auch wenn nicht jeder Jackie Chan Film brillant ist, so kann man sich Filme mit ihm eigentlich immer gut anschauen. So auch den oben genannten mit dem Sohn von Will Smith… ich fand ihn auch nicht so schlecht wie befürchtet.

    Wir schauen die Serie zwar auch, aber ich finde sie ehrlicher Weise stellenweise (und sehr oft) sehr anstrengend mit den ständigen Teenie-Streitereien und Missverständnissen, die zu neuen Streitereien führen. Aber wir werden sie uns jetzt sicherlich auch noch zu Ende anschauen.

    Und nun der Hammer: Ich habe festgestellt, dass ich die richtigen alten Karate Kid Filme glaube nie wirklich so richtig gesehen habe. Ups…

    Aber ich finde der Trailer für den neuen Film macht dann doch wieder neugierig, weil da Charaktere mitwirken, die ich mag. Lassen wir uns überraschen…

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      • Dem muss ich widersprechen, denn speziell Teil 3 wird so herrlich absurd, dass es eine wahre Freude ist. Außerdem tauchen auch hier wichtige „Cobra Kai“-Figuren schon auf. Und auch für Teil 4 habe ich eine Schwäche, weil ich auch Hilary Swanks Figur toll fand und noch einmal Pat Morita zu sehen lohnt sich allemal.

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    • Ich finde auch, dass man Jackie Chan immer gut schauen kann. Er war für mich hier auch das Highlight und ich freue mich, dass seine Rolle in „Karate Kid: Legends“ wieder auftaucht.

      Das Teenie-Gedöns in „Cobra Kai“ ist tatsächlich ein wenig anstrengend, allerdings liebe ich alles rund um Johnny und Daniel. Auch die alten Bösewichte und und und… einfach herrlich. Kaum ein Legacy-Sequel trifft den Ton des Originals so gut, wie diese Serie. Freue mich schon extrem auf die finale Staffel, wenn sie denn einmal komplett erschienen ist.

      Was die alten Filme angeht: Hol die ruhig einmal nach. Habe ich auch erst 2023 gemacht und war begeistert. Speziell so nachträglich gesehen. Bedeuten mir inzwischen richtig viel. So als Vorbereitung zum neuen Kinofilm vielleicht? 🙂

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  5. Ich fand den Film auch nicht schlecht. Und du hast vollkommen recht, hätten sie Ihn Kung Fu Kid oder gar anders genannt, wäre er sicherlich viel besser angekommen. Durch den Namen waren es große Fußstapfen.

    Auf Legends freue ich mich.

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