The Terror – Season 1

Mit „The Terror – Season 1“ habe ich mich einmal wieder einer Serie gewidmet, die durch eine Empfehlung des „Fortsetzung folgt“-Podcasts auf Platz 1 meiner niemals enden wollenden Serienliste gewandert ist. Die bei uns exklusiv auf Prime Video laufende AMC-Produktion war bei mir schon zuvor auf dem Radar (speziell durch Ridley Scott als ausführenden Produzenten), doch ohne die Besprechung hätte ich wohl nicht so zeitnah reingeschaut. Ob sich die Sichtung für mich gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The Terror – Season 1 | © AMC

The Terror – Season 1 | © AMC

Lasst alle Hoffnung fahren

Es gab in meinem Programm wohl schon lange keine Serie mehr, die sowohl formal als auch inhaltlich so monoton und trostlos daherkommt wie „The Terror“. Dies liegt einerseits an der landschaftlichen Ödnis, andererseits aber auch an der repetitiv wirkenden Handlung. Es ist keine eingängige und leichte Serie. Die Verquickung der historischen Expedition der beiden britischen Schiffe HMS Terror und HMS Erebus, die auf der Suche nach der Nordwestpassage im arktischen Eismeer verschollen sind, mit übernatürlichen Horror-Elementen, ist teils schwer zu ertragen. Nicht weil der Horror so hart oder gruselig wäre, sondern weil sich die Trost- und Ausweglosigkeit der Männer auf uns Zuschauer überträgt. Fast schon monochrome Bilder, ein Score, der Unheil verkündet und ausgemergelte Gesichter. Nein, eine Wohlfühlserie ist „The Terror“ definitiv nicht.

Als Kontrast zur tödlichen Arktis werden teils kurze Flashbacks in die Zeit vor der Expedition eingestreut. Hier gibt es Prunk und Wohlstand in London zu sehen. Charaktere werden besser ausgearbeitet und Hintergründe erklärt. Die Rückkehr in die Eislandschaft ist danach umso härter. Tauschen möchte man mit den Männern nicht. Und auch nicht mit den wenigen Frauen der Serie, die zu Hause in London zur Passivität verdammt sind, oder als Inuit zwar ein zentraler Bestandteil der Handlung, letztendlich aber doch durch die äußeren Umstände getrieben werden. Gewinner gibt es am Ende keine.

Leise rieselt das Blut

Wie bereits erwähnt, ist das Gefühl des Horrors weniger dem auftauchenden Monster geschuldet, als dem Wahnsinn, der die Männer nach und nach befällt. Wie so oft ist die Bedrohung dann am größten, wenn sie noch undefinierbar ist. Das Monster letztendlich so explizit zu zeigen, hätte es meiner Meinung gar nicht gebraucht. Die Spannung zwischen den Männern und der Werdegang von Cornelius Hickey (Adam Nagaitis) ist hier deutlich interessanter. Gerade in der finalen Episode fällt die Handlung leider etwas in sich zusammen und ich war irgendwie froh, diese trostlose Umgebung zu verlassen. Insofern hat die Serie ihr Ziel wohl durchaus erreicht.

Fazit

Auch wenn mich „The Terror“ nicht in letzter Konsequenz überzeugen konnte, so zeigt die Serie doch wunderbar, wie man alleine durch einen Schauplatz und zwischenmenschliche Spannungen enorm viel Atmosphäre kreieren kann. Die Bedrohung von außen ist da nur ein verstärkendes Element. Bestimmt nicht immer eine einfach zu schauende Serie, aber doch eine sehr packende. Die Handlung ist übrigens abgeschlossen und die geplante zweite Staffel soll im Anthologie-Stil weitergeführt werden. Frostige 8/10 (7.9) Punkte.

24 Gedanken zu “The Terror – Season 1

  1. Holla, da hast du mich jetzt überholt. Ich hatte „The Terror“ angefangen, aber dann kam mir eine andere Serie dazwischen. Lief bei mir aber auch stabil auf der „gut“-Bewertungslinie. Immerhin weiß ich jetzt, dass sich das Dranbleiben lohnt.
    Und wenn du zeitnah eine Steigerung in Sachen Trostlosigkeit und Kloß-im-Hals-Gefühl brauchst (was ich ernsthaft NICHT hoffe), empfehle ich strahlend „Chernobyl“. Die Show macht mich aktuell sowas von fertig.

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    • Wenn es dir bisher gefallen hat, dann dürfte es sich auch bis zum Ende so durchziehen. Ich fand nur das Finale ein wenig unbefriedigend. Musste aber vermutlich auch so kommen. Von „Chernobyl“ habe ich schon gehört und werde ich irgendwann bestimmt nachholen. An HBO-Serien kommt man ja nicht so leicht ran, d.h. ich werde die Blu-ray abwarten.

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  2. Ich fand die erste Hälfte der Staffel wirklich gut. Die Atmosphäre hast du wirklich sehr treffend beschrieben. Da ist man als Zuschauer wirklich mitten im Geschehen und ein konstantes Unwohlsein ist garantiert. Allerdings verzettelt sich die Thematik der unbekannten Bedrohung mit zunehmender Dauer so sehr. Ich war letztlich froh, als es vorbei war.
    Aber ich werde der 2. Staffel auf jeden Fall eine Chance geben. Anthologien mag ich immer sehr. Ich bin gespannt

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  3. Ich fand die Serie ziemlich gut. Wird zum Ende etwas fad, aber ist dennoch sehr sehenswert. Ich bin gespannt, wie sie das als Anthologie Serie weiterführen.

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  4. Pingback: Media Monday #414 | moviescape.blog

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