Good Omens – Die komplette Serie (2019)

Momentan überbrücken wir mit kürzeren Serien die Zeit, bis am 6. Dezember die langerwartete dritte Staffel von „The Marvelous Mrs. Maisel“ anläuft. Damit hat es auch endlich die Miniserie „Good Omens“ auf den heimischen Fernseher geschafft. Die Adaption des Romans von Terry Pratchett und Neil Gaiman ist auf knackige sechs Episoden beschränkt, was ein famoses Format für eine Buchverfilmung ist. Ob sich der typische Humor der Autoren gekonnt auf den Bildschirm übertragen ließ? 👼😈

Good Omens (2019) | © Amazon Prime Video

Good Omens (2019) | © Amazon Prime Video

Ein kunterbunter Weltuntergang

Zunächst einmal muss ich vorausschicken, dass ich die Vorlage nicht kenne. Terry Pratchetts Humor ist mir aber bestens vertraut und ich mochte auch die bisherigen BBC-Verfilmungen seiner Scheibenwelt-Romane. Das wundervolle Pratchett-Gefühl überträgt sich auch in dieser Serie von Anfang an auf uns Zuschauer. Herrlich abgefahren und mit verschrobenem Humor durchsetzt. Am meisten hat mich „Good Omens“ jedoch an die kurzlebige Serie „Pushing Daisies“ erinnert. Weniger inhaltlich, aber inszenatorisch. Sie ist extrem verspielt und es gibt unzählige Handlungssprünge, die plötzlich Nebenfiguren ins Zentrum rücken oder kleine Details erzählen, bevor sich wieder der Haupthandlung gewidmet wird. Das ist zwar alles wunderbar anzusehen, doch hatte ich stets das Gefühl, dass diese formalen Aspekte ein tieferes Eintauchen in die Geschichte verhindern.

Auf dem Papier ist „Good Omens“ eine Serie, die ich lieben müsste. Die bei mir all die richtigen Knöpfe drückt. Ich liebe den Humor in den Einzelszenen, die Schauspieler sind famos und auch das Setting, das mich ein wenig an eine harmlose Variante von „Preacher“ erinnert hat, mag ich sehr. Doch irgendwie hat es nicht geklickt. Vielleicht liegt es an der zerfaserten Struktur, die in Romanform vermutlich besser funktioniert, vielleicht an etwas anderem. Ich kann den Finger nicht genau darauf legen, doch so sehr ich manche Aspekte mochte, so wenig hat mich die Serie in ihrer Gesamtheit leider abholen können. Das Finale der Serie hat sich nach etwas unnötigem und schlecht ausgeführtem CGI-Bombast glücklicherweise größtenteils auf die Beziehung zwischen Aziraphale (Michael Sheen) und Crowley (David Tennant) konzentriert, dem ohnehin stärksten Element der Serie. Damit hat „Good Omens“ für mich zumindest ein versöhnliches Ende genommen.

Fazit

Ich hatte mich wirklich auf „Good Omens“ gefreut und wurde von der sechsteiligen Miniserie auch gut unterhalten. Allerdings konnte sie mich nicht so packen und begeistern, wie ich mir das erhofft hatte. Dennoch schön, dass es das Werk von Terry Pratchett und Neil Gaiman auf die große, kleine Leinwand in unseren Wohnzimmern geschafft hat: 7/10 (7.3) Punkte.

Chernobyl – Die komplette Serie (2019)

Inzwischen ist der Hype um die Miniserie fast schon wieder verflogen. Höchste Zeit also, dass auch ich mich endlich der Sichtung von „Chernobyl“ widme. Aufgrund der extrem positiven Kritiken, waren die Erwartung hoch. Sehr hoch. Fast schon nicht mehr messbar. Wie die alles zerstörende Strahlung. Ob auch mich die Serie außergewöhnlich stark mitreißen konnte und somit zur besten Serie aller Zeiten wurde, lest ihr in der folgenden Besprechung… ⚡⚛⚡

Chernobyl (2019) | © Polyband

Chernobyl (2019) | © Polyband

Meine persönlichen Erinnerungen an Tschernobyl

Ich kann mich noch recht gut an die Katastrophe von Tschernobyl erinnern. Damals war ich 5 Jahre alt und weiß noch ziemlich genau, wie geschockt meine Eltern waren. Natürlich habe ich die Hintergründe nicht genau verstanden, doch es war für mich das auslösende Ereignis, warum ich Atomkraft bis heute extrem kritisch sehe. Akut hat es für mich damals bedeutet, nicht zum Spielen nach draußen zu dürfen. Schon gar nicht in den Sandkasten. Noch Jahre danach ist das Thema immer wieder dann aufgekommen, wenn Pilze auf dem Speiseplan standen, da gewisse Pilzarten bis heute radioaktiv belastet sind. Das Unglück von Tschernobyl gehört zu meinen spezifischen Kindheitserinnerungen, genauer auseinandergesetzt habe ich mich damit jedoch nie.

Mein Bezug zu der Katastrophe war demnach entsprechend diffus und sehr durch meine persönliche Perspektive geprägt. Spätestens mit dem Unglück von Fukushima sind die Erinnerungen wieder präsenter geworden. Nun also die Katastrophe in einer mehr oder minder leicht verdaulichen Unterhaltungsserie. Wer hätte gedacht, dass dieser Ansatz so gut funktioniert? Und können wir in Zukunft noch mehr Katastrophen in Serienform erwarten? Oder ist „Chernobyl“ besonders, weil die Katastrophe so sehr in unserem kollektiven Bewusstsein verankert ist?

Real wirkender Katastrophen-Horror

Mich erinnert die dramaturgische Aufbereitung der Katastrophe ein wenig an David Simons „The Wire“. Zwar gibt es Personen, die im Fokus der Geschichte stehen, jedoch werden in den unterschiedlichen Episoden stets neue Perspektiven eingebracht. Wenn sich in der zweiten Staffel von „The Wire“ der Fokus z.B. auf den Hafen von Baltimore verlagert, nimmt sich „Chernobyl“ in der vierten Episode den Liquidatoren an, die in der verstrahlten Zone die Tiere erlegen. In einer anderen Episode stehen u.a. die Bergbauarbeiter im Mittelpunkt, welche die Sicherungsmaßnahmen gegen die Kontamination des Grundwassers durchführen. Eine Wahl haben sie nicht.

Durch diese erzählerische Vielfalt bekommen wir als Zuschauer ein gutes Gesamtbild über alle Elemente der Katastrophe. In der letzten Episode läuft schließlich alles zusammen, es gibt endlich Erklärungen und auch emotional wird die Geschichte noch einmal verarbeitet. Gerade die dokumentarischen Aufnahmen der letzte 10 Minuten haben mich so richtig mitgenommen. Wahnsinn. So sehr sogar, dass ich mich gefragt habe, ob eine Doku-Serie nicht der noch gelungenere Weg hätte sein können, um sich dem Unglück von Tschernobyl retrospektiv zu nähern. Gefilmtes Material scheint ja ausreichend vorhanden zu sein.

Fazit

Es ist nicht wirklich überraschend, dass auch mich „Chernobyl“ sehr gepackt hat. Zweifellos eine beeindruckende Serie. Aber die beste Serie aller Zeiten? Soweit würde ich nicht gehen. Einige Szenen schienen mir doch sehr dramaturgisch aufbereitet, was im Rahmen einer TV-Serie natürlich Sinn macht. Gerne hätte ich eine ausführliche dokumentarische Aufarbeitung des Themas gesehen. Jedoch ist „Chernobyl“ auch als inszeniertes Drama eine herausragende Serie, die in ihrem Genre alles aus der tragischen Geschichte herausholt. Sehr empfehlenswert: 9/10 (9.2) Punkte.

Vinyl – Die komplette Serie (Staffel 1)

Nach dem letzten großen Serienmarathon habe ich mich einmal wieder einer kürzeren Show zugewandt, die mit 10 Episoden auch mehr oder weniger abgeschlossen ist. „Vinyl“ war 2016 neben „Westworld“ einer der großen HBO-Neustarts und konnte mit großen Namen wie Mick Jagger, Martin Scorsese und Terence Winter aufwarten. Letztere hatten mit „Boardwalk Empire“ bereits abgeliefert. Wieso floppte „Vinyl“ also und lohnt sich die Sichtung trotz der frühen Absetzung? 📀🎵🎸

Vinyl | © HBO

Vinyl | © HBO

Sex, Drugs & Rock’n’Roll (and More Drugs)

Bereits die erste Episode sprengt mit knapp 120 Minuten jegliche Grenzen. Wow. Inszeniert von niemand geringerem als Martin Scorsese fühlt man sich sogleich wie in einer musikalischen Variante von „Casino“ versetzt. Obwohl einerseits viel passiert und sich andererseits auch viel Zeit gelassen wird, sind die 10 Episoden wie im Fluge vergangen. Ich habe mich komplett abgeholt gefühlt und jede Sekunde dieser herrlich altmodischen Inszenierung genossen. Auch im weiteren Verlauf hat mich die Serie sehr an das klassische Gangsterkino von Scorsese und Co. erinnert: Erzählt wird eine typische Rise-and-Fall-Geschichte, nur dass wir erst kurz vor dem Fall der Hauptfigur in sie hineingeworfen werden. Es kommt zu einem gewalttätigen Todesfall, verbaler und physischer Gewalt sowie einem völlig übertriebenem Level an Drogenkonsum. Teils war dieser Handlungsstrang schon fast zu viel des Guten und manchmal scheint es schon fast nebensächlich, dass sich die Geschichte in der Musikindustrie der 1970er Jahre abspielt, was auch mein einziger Kritikpunkt an der Serie ist.

Hauptfigur Richie Finestra wird großartig von Bobby Cannavale verkörpert. Seine Performance lässt Erinnerungen an die großen Scorsese-Darsteller wach werden. An seiner Seite spielen u.a. Olivia Wilde (als Richies Ehefrau Devon Finestra) und Ray Romano in einer für ihn sehr ungewöhnlichen Rolle als Richies Geschäftspartner Zak Yankovich. Schauspieler und Inszenierung sind über jeden Zweifel erhaben. Hinzu kommen bekannte Musikgrößen der 70er-Jahre-Rock-Geschichte, welche teils durchaus imposante Auftritte hinlegen dürfen (u.a. die New York Dolls, David Bowie oder – weniger imposant – Elvis Presley). Audiovisuell ist „Vinyl“ wahrlich ein Hochgenuss und ich hätte gerne noch viel, viel mehr davon gesehen.

„Vinyl“ wurde leider viel zu früh abgesetzt

Auch wenn die zweite Staffel schon in trockenen Tüchern schien, wurde die Serie letztendlich abgesetzt. Anscheinend gab es Differenzen zwischen Showrunner Terence Winter und HBO. Der erhoffte Erfolg war „Vinyl“ wohl auch nicht. Normalerweise sind Zuschauerzahlen für den Pay-TV-Sender nicht unmittelbar ausschlaggebend (schon gar nicht nach nur einer Staffel), doch ein Wechsel an der Spitze des Senders war letztendlich der Sargnagel für die Serie. Für solch eine ambitionierte Produktion schon fast tragisch. Obwohl die Staffel nicht mit einem großen Cliffhanger endet, so bleibt am Ende doch das unschöne Gefühl, die Figuren gerade an einem Zeitpunkt in ihrem Leben zu verlassen, der große Veränderungen mit sich bringt. Es herrscht ein Gefühl des Aufbruchs – sowohl was die Musikwelt als auch die persönlicheren Entwicklungen angeht. Davon werden wir jedoch leider nichts mitbekommen.

Fazit

Teils als „Mad Men“ der Musikwelt bezeichnet, erinnert „Vinyl“ doch mehr an klassisches Scorsese-Gangsterkino mit weniger Gangstertum und mehr Musik. Die Wurzeln sind aber unverkennbar und diese Mischung ist für mich tatsächlich sehr attraktiv. Gerne hätte ich die weitere Entwicklung verfolgt, doch bin ich sehr froh, dieser zu unrecht viel zu früh abgesetzten Serie eine Chance gegeben zu haben. Wenn ihr ein Faible für Musikgeschichte habt und klassische Rise-and-Fall-Geschichten mögt, dann schaut unbedingt einmal bei American Century Records vorbei. Es lohnt sich: 9/10 (8.9) Punkte.

The Boys – Season 1

Mangels Netflix-Account bin ich oft außen vor, wenn es um neue Hype-Serien geht. Doch nun lief auch auf Prime Video eine neue Serie an, die in aller Munde zu sein scheint: Ob „The Boys – Season 1“ gerechtfertigt so früh in meinem Programm gelandet ist, erzähle ich euch in der folgenden Besprechung… 🦸‍♂️🦸‍♀️

The Boys – Season 1 | © Amazon Prime Video

The Boys – Season 1 | © Amazon Prime Video

Die Dekonstruktion des Superhelden-Mythos

Ganz neu ist das alles nicht. Spätestens mit Alan Moores „Watchmen“ wurde die Ära der postmodernen Superhelden eingeläutet. Auch die eher witzig-brutale Schiene wurde mit „Kick-Ass“ und Co. bereits im Mainstream-Kino abgedeckt. Nachdem die moderne Kinowelt komplett in Marvel-Hand ist, und spätestens mit Disney+ auch immer mehr Vorstöße in Richtung des kleinen Bildschirms vorgenommen werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hier die Dekonstruktion unserer Helden manifestiert. Noch vor dem Start der „Watchmen“-Serie auf HBO, geht Amazon mit der Comic-Verfilmung „The Boys“ an den Start. Mir war der Comic im Vorfeld noch nicht bekannt, doch bereits der Trailer hat mich stilistisch sehr an die oben genannten Vorbilder erinnert:

In nur acht Episoden (jeweils mit einer knappen Stunde Laufzeit) erzählt „The Boys“ die Geschichte einer Welt, in der Superhelden in unserer Gesellschaft etabliert sind. Sie sind Helden und Medienstars zugleich. Werbefiguren und Influencer. Gesteuert von einem Konzern, der – wie sollte es anders sein? – nur an zwei Dingen interessiert ist: Macht und Geld. Da beides korrumpiert, ist es auch kein Wunder, dass unsere Helden alles andere als Saubermänner und -frauen sind. Eher das Gegenteil. Kein Wunder, dass sich mit den titelgebenden „The Boys“ eine Gegenbewegung formiert hat.

Sex, Drugs and Blood’n’Gore!

Wir nehmen die Welt durch die Augen von Hughie (gespielt von Jack Quaid, Sohn von Meg Ryan und Dennis Quaid) wahr, dessen Freundin von einem Flash-artigen Superhelden namens A-Train wortwörtlich über den Haufen gerannt wurde. Alleine diese Szene setzt gekonnt den Ton für „The Boys“: Ultrabrutal, schockierend und doch comichaft und witzig überzeichnet. Zumindest während der acht Episoden der ersten Staffel wird diese Formel auch nie langweilig. Ich hatte jede Sekunde Spaß mit der Serie, auch wenn der Humor und der damit einhergehende vorgehaltene Spiegel oftmals eher plump und nicht sonderlich subtil eingesetzt werden.

Neben der inhaltlichen Spritzigkeit (auch das ist durchaus wortwörtlich zu nehmen), hat mich speziell die Inszenierung beeindruckt. Effekte und Look entsprechen schon wirklich Kino-Niveau, was auch durch das für Serien noch ungewohnte Cinemascope-Format unterstützt wird. Ziemlich beeindruckend, was Amazon hier auf die Beine gestellt hat. Auch Soundtrack und Schauspieler (u.a. Karl Urban) spielen auf hohem Niveau, was dem Unterhaltungswert definitiv zugute kommt.

Fazit

Ja, „The Boys“ macht unglaublich viel Spaß und ist genau zum richtigen Zeitpunkt erschienen. Den Superhelden so langsam überdrüssig, kann man sich hier schön an der Dekonstruktion des Genres ergötzen. Das alles wird oft ganz schön mit der Brechstange erzählt, was aber auch den Reiz der Serie ausmacht. Vielleicht nicht der große Überflieger, doch insgesamt extrem unterhaltsam: 8/10 (8.3) Punkte.

The Terror – Season 1

Mit „The Terror – Season 1“ habe ich mich einmal wieder einer Serie gewidmet, die durch eine Empfehlung des „Fortsetzung folgt“-Podcasts auf Platz 1 meiner niemals enden wollenden Serienliste gewandert ist. Die bei uns exklusiv auf Prime Video laufende AMC-Produktion war bei mir schon zuvor auf dem Radar (speziell durch Ridley Scott als ausführenden Produzenten), doch ohne die Besprechung hätte ich wohl nicht so zeitnah reingeschaut. Ob sich die Sichtung für mich gelohnt hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

The Terror – Season 1 | © AMC

The Terror – Season 1 | © AMC

Lasst alle Hoffnung fahren

Es gab in meinem Programm wohl schon lange keine Serie mehr, die sowohl formal als auch inhaltlich so monoton und trostlos daherkommt wie „The Terror“. Dies liegt einerseits an der landschaftlichen Ödnis, andererseits aber auch an der repetitiv wirkenden Handlung. Es ist keine eingängige und leichte Serie. Die Verquickung der historischen Expedition der beiden britischen Schiffe HMS Terror und HMS Erebus, die auf der Suche nach der Nordwestpassage im arktischen Eismeer verschollen sind, mit übernatürlichen Horror-Elementen, ist teils schwer zu ertragen. Nicht weil der Horror so hart oder gruselig wäre, sondern weil sich die Trost- und Ausweglosigkeit der Männer auf uns Zuschauer überträgt. Fast schon monochrome Bilder, ein Score, der Unheil verkündet und ausgemergelte Gesichter. Nein, eine Wohlfühlserie ist „The Terror“ definitiv nicht.

Als Kontrast zur tödlichen Arktis werden teils kurze Flashbacks in die Zeit vor der Expedition eingestreut. Hier gibt es Prunk und Wohlstand in London zu sehen. Charaktere werden besser ausgearbeitet und Hintergründe erklärt. Die Rückkehr in die Eislandschaft ist danach umso härter. Tauschen möchte man mit den Männern nicht. Und auch nicht mit den wenigen Frauen der Serie, die zu Hause in London zur Passivität verdammt sind, oder als Inuit zwar ein zentraler Bestandteil der Handlung, letztendlich aber doch durch die äußeren Umstände getrieben werden. Gewinner gibt es am Ende keine.

Leise rieselt das Blut

Wie bereits erwähnt, ist das Gefühl des Horrors weniger dem auftauchenden Monster geschuldet, als dem Wahnsinn, der die Männer nach und nach befällt. Wie so oft ist die Bedrohung dann am größten, wenn sie noch undefinierbar ist. Das Monster letztendlich so explizit zu zeigen, hätte es meiner Meinung gar nicht gebraucht. Die Spannung zwischen den Männern und der Werdegang von Cornelius Hickey (Adam Nagaitis) ist hier deutlich interessanter. Gerade in der finalen Episode fällt die Handlung leider etwas in sich zusammen und ich war irgendwie froh, diese trostlose Umgebung zu verlassen. Insofern hat die Serie ihr Ziel wohl durchaus erreicht.

Fazit

Auch wenn mich „The Terror“ nicht in letzter Konsequenz überzeugen konnte, so zeigt die Serie doch wunderbar, wie man alleine durch einen Schauplatz und zwischenmenschliche Spannungen enorm viel Atmosphäre kreieren kann. Die Bedrohung von außen ist da nur ein verstärkendes Element. Bestimmt nicht immer eine einfach zu schauende Serie, aber doch eine sehr packende. Die Handlung ist übrigens abgeschlossen und die geplante zweite Staffel soll im Anthologie-Stil weitergeführt werden. Frostige 8/10 (7.9) Punkte.

Beat – Staffel 1

Nachdem ich von „Bad Banks“ doch ziemlich begeistert war, habe ich mich nach einer weiteren deutschen Serie umgesehen. Aufgrund der durchaus positiven Besprechung des „Fortsetzung folgt“-Podcasts, habe ich mich für „Beat – Staffel 1“ auf Prime Video entschieden. Dabei hat mich die Serie, als sie angekündigt wurde, eher nicht gereizt: Berliner Nachtleben, die Club-Szene und Techno. Puh. Alles nicht so wirklich meine Themen. Warum mich die Serie dennoch überzeugen konnte, erfahrt ihr hier…

Beat – Staffel 1 | © Amazon Prime Video

Beat – Staffel 1 | © Amazon Prime Video

BEAT, POP, BPM, LOOP, BACKSPIN, DROP, CODA

Der Regisseur hinter „Beat“ ist für mich kein unbeschriebenes Blatt. Bereits 2008 bin ich durch seine Verfilmung des grandiosen Jugendbuches „Krabat“ auf Marco Kreuzpaintner aufmerksam geworden. Auch in dieser Amazon-Produktion schafft er es beeindruckende Bilder zu finden: Berlin, der Techno-Club, der heruntergekommene Bauernhof und auch die anderen Drehorte sehen einerseits larger-than-life aus, andererseits aber auch nicht übertrieben auf international getrimmt. „Beat“ fühlt sich nach einer deutschen Produktion an – und das meine ich durchaus positiv. Gerade die Club-Szenen mit den wummernden Bässen und einprägsamen Lichteffekten fand ich imposant umgesetzt. Doch auch abgesehen davon, zeigt „Beat“ eindrucksvoll, dass sich die deutsche Serie keineswegs hinter US-Produktionen verstecken muss, ohne dass dieser Vergleich bewusst angestrebt wird.

Doch wie sieht es inhaltlich aus? Auch hier haben mich gerade die Szenen rund um den Techno-Club überzeugt. Das hätte ich so nicht erwartet. Vielleicht auch, weil hier der Fokus gegeben ist und alles zusammenpasst. Davon abgesehen tanzt die Handlung auf zu vielen Hochzeiten: Da gibt es den Club samt seiner Angestellten, den verrückten Serienkiller (auch wenn er niemanden umbringt), die Entführung von Flüchtlingen gepaart mit Organhandel, einen übertrieben bösen Geschäftsmann, die Russenmafia, den Geheimdienst und am Ende wird sogar noch der Bogen zur RAF und damit der deutschen Geschichte gespannt. Puh. Da will die Serie ziemlich viel. Norbert Eberleins Drehbuch ist temporeich geschrieben, alle Versatzstücke gehören irgendwie zusammen, aber dann auch wieder nicht. Oft werden zuvor eingeführte Elemente wieder fallen gelassen oder verpuffen in ihrer unspektakulären Auflösung. Ein Payoff ist nach dem aufwändigen Setup nicht immer gegeben. Durch die dichte Erzählung und die mitreißende Inszenierung, bleibt der Unterhaltungswert jedoch konstant auf sehr hohem Niveau.

Die Stärken dieser deutsche Serie

Nach „Bad Banks“ ist dies nun also schon die zweite deutsche Serie, die mich unerwartet gut unterhalten hat. Dies liegt nicht zuletzt an den unverbrauchten und frischen Schauspielern: Jannis Niewöhner bietet als titelgebender Beat eine – im Rahmen des Drehbuchs – glaubwürdige Leistung und ich bin gerne mit ihm auf diese Reise gegangen. Karoline Herfurth ist wohl der größte Star der Produktion und auch sie schafft es ihrer doch recht klischeehaften Rolle (eben eine typische Ermittlerin) interessante Facetten abzugewinnen. Besonders stark fand ich die Besetzung der Nebenrollen und Bösewichte: Von Kostja Ullmann über Alexander Fehling bis hin zu Karl Markovics werden hier teils beeindruckende Leistungen aufgefahren, die alleine durch das leider teils unbefriedigende Drehbuch limitiert werden.

Fazit

Als kleiner, teils reißerischer bis dreckiger Thriller macht „Beat“ eine wirklich gute Figur. Vermutlich nichts, was länger im Gedächtnis bleibt, doch keineswegs unspektakulärer als internationale Genre-Vertreter. Das Drehbuch war mir zwar zu unfokussiert, doch haben Marco Kreuzpaintners Inszenierung und die famosen Schauspieler einiges wett gemacht. Zwar wird die Serie nicht fortgeführt, doch die Staffel ist in sich relativ gut abgeschlossen, so dass ich eine Sehempfehlung aussprechen kann: 8/10 (7.9) Punkte.

Bad Banks – Staffel 1

Nach dem längeren Ausflug in die düstere Welt von „The Leftovers“ habe ich mich, im Gegensatz zu allen anderen Serien-Fans, nicht nach Westeros aufgemacht, sondern nach Frankfurt begeben. Dort finden sich im Rahmen von „Bad Banks – Staffel 1“ beinahe ebenso viele Intrigen und Machtspiele, wie in der momentanen Hype-Serie. Warum dies nicht der einzige Grund ist, der euch dazu bewegen sollte, einmal einer deutschen Serie eine Chance zu geben, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Bad Banks – Staffel 1 | © ZDF und ARTE

Bad Banks – Staffel 1 | © ZDF und ARTE

Meine Beziehung zur deutschen TV-Serie

Als ich von der Serie hörte bzw. las, war ich zunächst skeptisch. Deutsches Fernsehen. Damit verbinde ich am ehesten noch den drögen „Tatort“ am Sonntagabend. Ein Phänomen, das sich mir bis heute nicht erschließt. Auch andere hoch gehandelte deutsche Serien, wie „Stromberg“ oder „Pastewka“, haben es bei mir nicht geschafft, sich wirklich als herausragend zu etablieren. Eben auch weil die Originale bzw. deren US-Versionen, sprich „The Office“ und „Curb Your Enthusiasm“, so viel gelungener sind als unsere Ableger. Die letzte originelle deutsche Serie, die ich wirklich regelmäßig verfolgt habe, dürfte Anfang der 2000er wohl „Berlin, Berlin“ gewesen sein. Davor ist mir nur „Das Boot“ aus dem Jahr 1981 als bemerkenswert im Gedächtnis geblieben. Die neue Welle deutscher Serien diverser Streaming-Portale ist bisher an mir vorbei gegangen. Somit war ich umso neugieriger, ob diese Koproduktion des ZDF mit ARTE meine Wahrnehmung der deutschen TV-Serie tatsächlich ändern kann.

In die Abgründe der Finanzbranche

Schon während der ersten Episode wird klar, dass sich „Bad Banks“ zumindest audiovisuell stark an internationalen Serienproduktionen orientiert. Sei es das Color-Grading, die Kameraarbeit oder die Schnittfrequenz. Alles schreit nach modernen Sehgewohnheiten – und das meine ich durchaus positiv. Auch inhaltlich hätte diese Serie wohl in jedem anderen Land entstehen können, jedoch passt diese kühle, abgeklärte Darstellung der Finanzwelt schon ziemlich gut als Thema für eine Serie aus Deutschland – auch wenn dies nur ein weiteres Klischee bestätigt. Am meisten ist mir der Ursprung der Serie bei den SchauspielerInnen aufgefallen. Die Mischung aus bekannten Gesichtern und frischen Newcomern geht voll und ganz auf: Paula Beer ist in der Hauptrolle großartig und schafft es ihren Charakter in etlichen Nuancen einerseits zerbrechlich und sorgenvoll, andererseits machthungrig und kalkulierend darzustellen. Mit Désirée Nosbusch, Tobias Moretti und Jörg Schüttauf ergänzen deutsche Schauspielgrößen das Ensemble, die hier Nebenrollen mit dem nötigen Gewicht ausstatten. Alles in allem wirklich sehr gelungen.

Inhaltlich orientiert sich die Serie am Trend der vergangenen Jahre, eher Antihelden in den Mittelpunkt zu rücken. Klar, eine Jana Liekam ist noch kein Walter White, doch auch sie greift teils zu drastischen Mitteln, um ihre Ziele zu erreichen. Statt dem Aufstieg zum Drogenbaron sind es natürlich eher White-Collar-Verbrechen, doch sind diese weniger verwerflich? Nur weil man weniger von körperlicher Gewalt gebraucht macht? Hier könnte die Serie noch mehr in die Vollen gehen und die Schicksale der Betroffenen zeigen, die durch Bilanzfälschungen, faule Kredite usw. ruiniert werden. Andererseits wäre das auch sehr plakativ und würde eventuell die bewusst inszenierte Distanz aufbrechen. Potenzial für eine zweite Staffel ist definitiv vorhanden.

Fazit

Ja, die erste Staffel von „Bad Banks“ wird ihrem Ruf tatsächlich gerecht. Auch ich mit meiner eher schwierigen Beziehung zu deutschen TV-Produktionen (siehe oben) muss neidlos zugeben, dass die AutorInnen rund um Oliver Kienle hier einen wirklich sehr sehenswerten Finanz-Thriller in Episodenform geschaffen haben. Selbst Skeptikern kann ich nur empfehlen, hier mehr als einen Blick zu riskieren: 9/10 (8.5) Punkte.

Future Man – Season 1

Über die letzten Wochen habe ich einmal wieder eine recht aktuelle Serie nachgeholt. Die Prämisse klang für mich spannend, dennoch hätte ich nach der ersten Episode beinahe abgeschaltet. Warum es sich dennoch lohnt bei „Future Man – Season 1“ dranzubleiben, lest ihr in der folgenden Besprechung…

Future Man – Season 1 | © Hulu

Future Man – Season 1 | © Hulu

„The Terminator“ trifft auf Pups-Komödie

Wenn unser Held (Josh Hutcherson aus „The Hunger Games“) in der ersten Episode eine Ladung Sperma auf die Zeitreisenden (u.a. Eliza Coupe aus „Happy Endings“) ejakuliert, dann fand ich das nicht sonderlich witzig, sondern eher befremdlich. Einzig die vielversprechende Prämisse (quasi die Handlung von „The Terminator“ als Comedy) hat mich dazu gebracht, doch noch in die zweite Episode reinzuschauen. Was soll ich sagen? Obwohl der Humor nicht viel subtiler wird, hatte ich doch viel Spaß mit der Serie. Im weiteren Verlauf der Staffel gewinnen unsere anfangs noch völlig comichaft überzogenen Charaktere an Tiefe, was der gesamten Serie zugute kommt. Nicht jeder Witz zündet und nicht jedes Zeitreiseklischee wird clever eingesetzt, doch insgesamt strotzt „Future Man“ nur vor absurden Ideen, die Genre-Freunden ein Lächeln aufs Gesicht zaubern (können).

Meine Lieblingsepisode war wohl „Pandora’s Mailbox“, in der unsere drei Helden im Jahr 2023 in das Haus von James Cameron eindringen, um den Wundertreibstoff Cameronium zu klauen. Dabei werden sie von einer künstlichen Intelligenz namens SIGORN-E in Schach gehalten, welche eine ganz besondere Beziehung zum bekannten Regisseur und seinen Werken pflegt. Herrlich! Doch auch etliche andere Episoden sind voll von Anspielungen an „Zurück in die Zukunft“ und weitere Klassiker der 1980er Jahre. Da verwundert es auch nicht, dass es unsere Helden selbst in dieses Jahrzehnt verschlägt, wo sie gar wundersame Abenteuer erleben.

Fazit

Auch wenn „Future Man“ eindeutig eine Comedy-Serie ist, so besitzt sie doch auch einen hohen Sci-Fi-Anteil. Auf seltsame Art und Weise ist das Worldbuilding sogar erstaunlich ernsthaft und in sich konsistent. Vermutlich nicht die reifeste Serie, doch auf jeden Fall eine der innovativsten Comedys, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Um herauszufinden, ob man sich mit dem Humor wohl fühlt, solltet ihr der Serie zumindest einmal drei bis vier Episoden geben. Dann besteht durchaus die Chance, dass „Future Man“ richtig bei euch richtig einschlägt: 8/10 (8.0) Punkte.

The Last Ship – Season 1

Normalerweise überlege ich sehr genau, welche Serie ich schaue. Man bindet sich ja doch länger an eine Geschichte und investiert demnach viel Zeit. Die Serie „The Last Ship – Season 1“ habe ich mir jedoch vor allem aufgrund des günstigen Preises zugelegt. Doch auch der Inhalt klang durchaus reizvoll: Postapokalypse, Action und ein Kriegsschiff als Setting – warum nicht? Doch schon Michael Bay als Produzent hätte mich stutzig werden lassen müssen…

The Last Ship – Season 1 | © Polyband/WVG

The Last Ship – Season 1 | © Polyband/WVG

Action, Militär und übertriebenes Pathos

Warum ich diese Staffel tatsächlich komplett gesehen habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Vermutlich weil es nur 10 Episoden waren und ich mich ja nicht nur immer lobend über die jüngst gesehenen Serien äußern kann. Letztendlich war es aber schon eine ziemliche Qual sich durch die mit US-Patriotismus, Militär-Glorifizierung, schlechtem Schauspiel und unfreiwillig komischen Drehbüchern vollgestopften Episoden durchzukämpfen. Dabei klingt die Prämisse recht spannend: Ein tödliches Virus hat die Menschheit größtenteils dahingerafft. Wir begleiten die Crew eines Zerstörers, die aufgrund ihrer Mission bei Ausbruch der Pandemie in entlegenen Gewässern unterwegs war. Die Crew ist somit gesund und hat mit einer Mikrobiologin auch das Expertenwissen an Bord, einen möglichen Impfstoff zu finden. Klingt doch gar nicht so schlecht, oder?

Leider suhlt sich die Serie in einer unangenehme Propaganda-Ästhetik sowie ihren reaktionären Ansichten (z.B. Waffengewalt löst alle Probleme, Transparenz der Crew gegenüber führt zur Eskalation), was mir den Spaß doch ziemlich verleidet hat. Hinzu kommen dröge Drehbücher und leider nur unterdurchschnittlich begabte Schauspieler. Selbst Adam Baldwin, den ich seit „Firefly“, „Serenity“ oder „Chuck“ immer sehr gerne sehe, wirkt hier völlig verschenkt und kann sein Charisma nicht einbringen. Von der weiteren Entwicklung der Geschichte ganz zu schweigen, die in ihrer Dramatik eher an 90er-Jahre-Nachmittags-TV erinnert.

Fazit

Nein, ich kann „The Last Ship“ wirklich nicht weiterempfehlen. Normalerweise wäre ich hier (die magische 6-Punkte-Grenze) schon viel früher rausgewesen, doch eigentlich ist es ganz unterhaltsam, auch einmal einen Serien-Verriss zu schreiben. Das bedeutet nicht, dass ich nicht auch Spaß an der Serie gefunden habe, doch war das eher aufgrund der unfreiwilligen Komik und der teils doch recht actionreichen und ein wenig trashigen Endzeitgeschichte. Das perfekte Sonntagnachmittagsprogramm, doch eben weit entfernt von Qualitätsfernsehen: 5/10 (5.2) Punkte.

Mr. Robot – Season 1

Wieder einmal habe ich eine Serie nachgeholt, die alle Serien-Fans schon vor Jahren gesehen haben. Die Kritiken waren überschwänglich, gerade aus den Reihen der sonst überaus kritischen IT-affinen Zuschauerschaft. Ob mich „Mr. Robot – Season 1“ aus ähnlichen oder ganz anderen Gründen zu begeistern wusste, lest ihr in der folgenden Besprechung. Spoiler sind zu erwarten.

Mr. Robot – Season 1 | © Universal Pictures Germany GmbH

Mr. Robot – Season 1 | © Universal Pictures Germany GmbH

Wenn Dexter Morgan Hacker wäre…

Schon ab den ersten Szenen der Serie musste ich mit „Dexter“ an eine andere populäre TV-Serie denken: Ein Charakter, der mit sich und seiner Umwelt nicht klar kommt, der sich als Rächer über dem Gesetz sieht und der eine Geheimidentität lebt. Hinzu kommt der Einsatz eines eindringlichen Voice-overs, das mit schwarzem Humor angereichert ist und uns Zuschauern einen Einblick in die Gedankenwelt des Protagonisten bietet. Und spätestens als klar wird (habe ich schon vor Spoilern gewarnt?), dass Elliot mit seinem toten Vater spricht und ein besonderes Verhältnis zu seiner Schwester hat, werden die Parallelen unübersehbar. Und wie bereits die erste Staffel von „Dexter“ besitzt auch das erste Jahr von „Mr. Robot“ einen ganz besonderen Reiz.

Tatsächlich war ich von der Art und Weise begeistert, wie mit IT-Themen generell und Hacking im Speziellen umgegangen wird. Die Technik in der Serie wirkt sehr glaubwürdig und auch der Social-Engineering-Aspekt wird beeindruckend in Szene gesetzt. Wirklich extrem gelungen. Weniger begeistert hat mich im Verlauf der Staffel die eigentliche Handlung bzw. die Charaktere abgesehen von Elliot selbst. Gerade der Bösewicht Tyrell Wellick samt Frau ist so übertrieben böse, dass es fast schon an eine Parodie grenzt. Hier wäre weniger deutlich mehr gewesen. Sehr schade, da zu Beginn der Staffel auch in diesem Charakter deutlich mehr Potenzial geschlummert hat.

…und mit Tyler Durden befreundet

Die überraschende Wendung rund um Mr. Robot habe ich schon viel zu früh kommen sehen. Das ist nicht weiter schlimm, jedoch war die Umsetzung am Ende samt einer Piano-Version von „Where Is My Mind?“ dann doch ein wenig zu plakativ. Ja, natürlich ist „Fight Club“ für diese Serie eine sowohl inhaltliche als auch formale Referenz. Trotz der offensichtlichen Wendung und der nicht gerade subtilen Inszenierung, wusste mich „Mr. Robot“ emotional abzuholen. Zumindest was die Haupthandlung angeht. Einige Nebenschauplätze (z.B. den gesamten Gefängnisausbruch) hätte man sich sparen können. Das Finale dagegen samt seiner gesellschaftspolitischen Auswirkungen fand ich wiederum extrem spannend und auch glaubwürdig erzählt. Ich hoffe sehr, dass man sich in den folgenden Staffeln mehr auf die angerissenen Aspekte konzentriert, denn dranbleiben werde ich auf jeden Fall.

Fazit

Insgesamt betrachtet hatte ich viel Spaß mit „Mr. Robot“ und wusste auch zu schätzen, dass die Macher Ahnung von der Materie haben. Mit ein wenig mehr Feinschliff, was die Charaktere und ihre Motivation angeht, hätte es wirklich die perfekte Ergänzung zu David Finchers „Fight Club“ in Serienform werden können. Doch was nicht ist, kann ja noch werden: 9/10 (8.6) Punkte.