Sons of Anarchy – Season 6

Langsam aber sicher nähert sich mein Besuch in Charming seinem Ende. In den letzten Tagen bin ich leider kaum zu Schauen gekommen, denn aufgrund des unrühmlich in die Annalen unserer Familiengeschichte eingegangenen Magen-Darm-Desasters hatte ich aufgrund von hämmernden Kopfschmerzen und akuter Müdigkeit abends nicht einmal die Energie für eine Episode von „Sons of Anarchy – Season 6“. Soweit ist es also schon gekommen. Inzwischen konnte ich jedoch auch noch die letzten Episoden abschließen und mich sogar zu einer Besprechung hinreißen lassen. Es geht also aufwärts…

Sons of Anarchy – Season 6 | © Twentieth Century Fox

Sons of Anarchy – Season 6 | © Twentieth Century Fox

This life, it ain’t romantic or free.

Auch wenn man es kaum für möglich gehalten hätte, so begibt sich das Autorenteam rund um Kurt Sutter noch weiter in die Dunkelheit. Sprich für die Charaktere rund um Jax Teller geht die Reise in die Finsternis weiter. Dabei fällt es – noch mehr als in der fünften Staffel – auf, dass sich die ursprünglich durchaus guten Absichten ins Gegenteil verkehren. Gerade Jax und Tara ist jedes Mittel recht, um ihr Ziel zu erreichen. Dieses Ziel, so zeigt sich recht bald, ist kein gemeinsames mehr, auch wenn es ursprünglich einmal so gewesen sein mag. Beide gehen über Leichen und selbst ehemalige Allianzen sind nichts mehr wert. Trotz der härteren Gangart, was die Sympathie für die Hauptfiguren angeht, schaffen es die Autoren, dass ihre Handlungen nachvollziehbar bleiben. Mit einem schlampigeren Drehbuch hätte das leicht ins Auge gehen können.

Dennoch fand ich die Handlung in der sechsten Staffel ein wenig schwächer als die des Vorjahres. Die Geschichte hat auf mich zerfaserter gewirkt und es gab etliche Parallelhandlungen, die vom eigentlichen Kern abgelenkt bzw. zu konstruiert auf diesen eingezahlt haben. Immer noch sehr gut, doch die erzählerische Dichte des Vorjahres wird nicht mehr komplett erreicht. Dennoch gelingt es den Autoren gerade am Ende des Staffel wieder für so manchen Schockmoment zu sorgen. Zudem meine ich langsam erahnen zu können, wie die Serie eventuell ausgeht. Doch mehr dazu in der Besprechung der finalen Staffel.

And we both know it’s only going to get worse.

Nachdem man in „Sons of Anarchy“ inzwischen schon etliche Schauspieler aus „The Shield“ wieder getroffen hat, begegnen wir im sechsten Jahr CCH Pounder, deren Charakter Tyne Patterson mich tatsächlich sehr an Claudette Wyms aus der Cop-Serie erinnert hat. Überhaupt ist es erneut eine Freude, die verschiedenen Schauspieler beim Ausfüllen ihrer Rollen zu sehen. Auch wenn es für manche der letzte Auftritt sein sollte. Gerade das Finale hat mich in dieser Hinsicht mehrfach schlucken lassen. Harter Tobak – und ich kann nur erahnen, wie sich die daraus resultierenden Konsequenzen in der kommenden Staffel auflösen werden. Es bleibt spannend!

Fazit

Auch wenn ich die Serie in ihrem sechsten Jahr nicht ganz so perfekt fand, wie in den zwei Staffeln davor, so konnte mich Kurt Sutters Epos dennoch weiterhin begeistern. Man merkt auch an der Laufzeit der einzelnen Episoden (meist über eine Stunde), dass es noch viel zu erzählen gibt. Vor dem großen Abschluss graut es mir schon in vielerlei Hinsicht. Nicht nur muss ich eine lieb gewonnene Serie hinter mir lassen, ich bin auch sicher, dass es alles andere als ein Happy End geben wird: 9/10 (8.6) Punkte.

5 Gedanken zu “Sons of Anarchy – Season 6

  1. Ich würde ja sagen, dass die Laufzeit ruhig etwas getrimmt werden könnte. 60 Minuten für eine Fernsehfolge sind schon grenzwertig, außer wenn GoT einmal im Jahr eine riesige Schlacht abfeiern will.

    Dass die Serie in Jahr 6 & 7 nachlässt, hatte ich ja prophezeit (auch wenn sich das bei deinem hohen Bewertungs-Niveau ohnehin nicht wirklich niederschlägt).

    Jetzt ist SoA ja bald rum und Zeit für eine neue Serie. Mhm… #MakeBullionWatchRoswell

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    • Ach, ich finde es schon ganz angenehm, dass die Länge der Episoden hier flexibel ist: eben mal 42 Minuten, wenn es weniger zu erzählen gibt, aber eben auch mal 80 Minuten, wenn die Handlung mehr Luft braucht.

      „Roswell“ habe ich nach wie vor auf dem Schirm. Aber zuvor wohl erst noch „Deadwood“ und ein paar andere Serien, die sich über die Jahre so angesammelt haben. Hast du übrigens gehört, dass es einen Reboot der Serie geben soll?

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      • Ich erinnere mich glaube ich, dass gerade in Staffel 7 quasi jede Folge 60-67 Minuten lang war, was auch TV-Kritiker speziell kritisierten.

        Vom Roswell-Reboot habe ich gehört. Inzwischen wird ja alles ge-rebooted, Dawson’s Creek soll ja auch ein Reload erfahren.

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      • Ich mag die einstündigen Episoden bisher recht gerne. Werde berichten, ob sich das Gefühl durch die 7. Staffel zieht.

        Was? „Dawson’s Creek“ soll neu aufgelegt werden? Wie soll das denn funktionieren? Gleich mal googlen… 😀

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