Ganz weit hinten – OT: The Way, Way Back (2013)

Nach einem hoffnungslos verregneten Samstag, an dem wir nur die angefallene Wäsche der Woche gewaschen und gebügelt sowie im Haus für Ordnung gesorgt haben (ja, unser Leben ist unglaublich aufregend), sollte wenigstens der Film am Abend ein Highlight sein. Die Wahl fiel letztendlich auf „Ganz weit hinten“, der schon viel zu lange ungesehen im Regal stand und tatsächlich ein wenig Sommergefühl in unser Wohnzimmer bringen sollte…

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Ich muss gestehen, dass ich „Little Miss Sunshine“ – damit wird dieser Film immer wieder verglichen – noch nicht gesehen habe. Allerdings strahlt „Ganz weit hinten“ dieses typische Indie-Dramedy-Gefühl aus, das in den letzten Jahren ziemlich populär geworden ist. Das Drehbuch stammt von Nat Faxon und Jim Rash (genau, Dean Craig Pelton aus „Community“), die beide auch die Regie des Films übernommen haben und zwei der Nebenfiguren spielen. Auch darüber hinaus ist „The Way, Way Back“ mit Steve Carell, Toni Collette, Allison Janney, Sam Rockwell, Maya Rudolph und Amanda Peet überaus prominent besetzt – und auch die Jungschauspieler wissen zu überzeugen.

Im Grunde erzählen Jim Rash und Nat Faxon hier eine Coming-of-Age-Geschichte, in deren Zentrum die Freundschaft zwischen einem unglücklichen Teenager und dem Manager eines Wasserparks steht. Durch diese ungewöhnliche Beziehung schöpft der unter der Trennung seiner Eltern leidende Duncan neuen Mut und findet wieder Freude am Leben. Es ist keine komplexe Geschichte, doch wirkt sie echt und nahbar. An das Gefühl nicht dazuzugehören kann sich wohl schließlich jeder erinnern – und in Duncans Situation muss es sich noch viel schlimmer anfühlen. Man leidet mit ihm und ist dankbar für die Möglichkeit aus dem tristen Urlaubsalltag ausbrechen zu können. Dies liegt auch größtenteils an Steve Carell, der hier wirklich ein ziemliches Arschloch spielt. Da lobe ich mir doch Michael Scott.

Letztendlich ist „The Way, Way Back“ ein herzerwärmender und stets unterhaltsamer Coming-of-Age-Film, der uns einen Sommer lang am Leben dieser kaputten und doch irgendwie sympathischen Figuren teilhaben lässt. Kein großer Film, doch ein Film, der mir öfter ein Lächeln auf das Gesicht zauberte und mit einem gut geschriebenen Drehbuch sowie sehr spielfreudigen Schauspielern aufzuwarten weiß: 8/10 Punkte.

15 Gedanken zu “Ganz weit hinten – OT: The Way, Way Back (2013)

    • Ja, das mag schon sein. Die anderen 7-9 Filme habe ich aber nicht gesehen… 😉

      Zudem haben mir das Wasserpark-Setting und die Beziehung zwischen Duncan und Owen sehr gut gefallen. Sicher kein unglaublich innovatives Meisterwerk, doch einfach eine schöne Coming-of-Age-Geschichte.

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  1. Pingback: Review: Ganz weit hinten (Film) | Medienjournal

  2. Na schau einer an, neun Monate ist es her, dass der Film auf deiner Liste ein Stück weiter nach oben gerückt ist dank meiner Review. Wie lang selbige Liste also sein muss, kann ich nun gut erahnen. Schön indes, dass wir den Film sehr ähnlich und vor allem auch ähnlich lohnenswert empfunden haben!

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    • Wenn du wüsstest wie lange diese imaginäre Liste tatsächlich ist. Die Zeit zwischen deiner Besprechung und meiner Sichtung ist aber vermutlich tatsächlich ein guter Indikator. Fast schon deprimierend, aber egal: Gute Filme wirken auch noch nach Monaten… 🙂

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      • Meine Liste ist auch nicht kürzer, ganz sicher nicht – und unterteilt sich mittlerweile in drei Stapel: muss ich alleine gucken, muss ich mit der Holden gucken, können wir zusammen oder auch ich alleine gucken. Erleichtert die Auswahl aber nur unwesentlich 😉 Aber stimmt schon, gute Filme bleiben dafür länger im Gedächtnis.

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      • Das ist eine gute Einteilung! Ähnlich sieht es auch bei mir aus, nur dass ich mit den Filmen, die ich alleine schaue, noch viel, viel langsamer vorankomme als mit den gemeinsamen. Geht es dir da ähnlich? 😉

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  3. Pingback: Media Monday #278 | Tonight is gonna be a large one.

  4. Ui, schön, dass du diesen Film nun auch gesehen hast! Ich hab ihn ja damals, Ende 2013, in der Sneak Preview gesehen und fand ihn absolut wunderbar; er bekam sogar 9 Punkte: https://singendelehrerin.wordpress.com/2013/12/04/the-way-way-back-dt-ganz-weit-hinten-nat-faxonjim-rash-usa-2013/

    Für mich trat übrigens der umgekehrte Jim-Rash-Effekt ein: Als ich mit „Community“ anfing, habe ich gesagt, „Ach, das ist ja der, der „The Way, Way Back“ (co-)geschrieben und dabei Regie geführt hat! 😉

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    • Schön, dass dir der Film auch so gut gefallen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass er bei mir auch noch besser weggekommen wäre, hätte er mich, wie bei dir in der Sneak, überrascht. Meiner Erwartungen waren allerdings schon recht hoch, so dass er diese zumindest mühelos erfüllen konnte… 🙂

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      • Ja, der „Sneak-Effekt“ ist wahrlich nicht zu unterschätzen! 🙂

        Und BTW: Schau dir „Little Miss Sunshine“ unbedingt an!!! Der lief damals auch in der Sneak Preview (man könnte meinen, ich sehe Filme nur in der Sneak) und war sicherlich eins der Highlights aus meinem ersten Sneak-Jahr hier in München (2006). Der Soundtrack ist auch großartig!

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  5. Mensch, hast du ihn jetzt auch gesehen. Freut mich, dass er dir auch so gefallen hat wie mir. Unter gefühlt jedem Artikel in meinem Blog wo ich den Film erwähnt habe, hast du kommentiert, dass du ihn auch schon lange sehen willst, deswegen freut mich das richtig.
    Allerdings finde ich den Humor von Little Miss Sunshine noch viel satirischer und subversiver. Vergleichen die wirklich so viele?

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    • Stimmt, das mache ich tatsächlich häufig. Hier nun also der Beweis, dass ich es wirklich ernst meine und es plane die Filme anzuschauen – nur leider sind es soooo viele… 🙂

      Was den Vergleich zu „Little Miss Sunshine“ angeht, so wird er ja im Marketing des Film selbst benutzt. Auch in unterschiedlichen Besprechungen habe ich ihn gelesen. Allerdings ist dies auch einer der Filme, die mir noch fehlen… 😉

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  6. Pingback: Die 5 besten Sommerfilme | moviescape.blog

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