Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (WS1)

Nachdem ich letztes Jahr mit „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ eines meiner schlimmsten Kinoerlebnisse hatte, war ich umso gespannter wie der Film nun mit den gewohnten 24 Bildern pro Sekunde wirken würde. Ebenfalls eine Neuerung war die um 25 Minuten erweiterte Fassung, was bei dieser ausgewalzten Filmtrilogie auch leicht ein Rückschritt hätte sein können. Warum das nicht der Fall ist, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

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Nach der letztwöchigen Sichtung von „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ war ich noch komplett in Mittelerde und die Vorfreude – trotz des letztjährigen Desasters – groß. Schon nach ein paar Sekunden begannen die Erinnerungen an die grauenhafte Videoästhetik zu verblassen. Trotz viel CGI und unnatürlich wirkenden Kamerafahrten wirkte „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ endlich wie ein Film – und nicht mehr wie das Urlaubsvideo Peter Jacksons. Was die restlichen technischen Aspekte angeht, so überzeugt der Film nahezu auf ganzer Linie. Speziell Erebor und Smaug sind über jeden Zweifel erhaben. Man sieht deutlich, dass diesen Sequenzen ein Großteil des Budgets zugute kam. Fantastisch!

Auch inhaltlich hat mir der Film viel Freude bereitet. Das in meinen Augen größte Manko (die im Vergleich zum Buch veränderte Ankunft bei Beorn) wurde in der erweiterten Fassung wieder im Film ergänzt. Hier blitzt dann auch tatsächlich die kinderfreundliche Vorlage auf, wovon ich gerne noch mehr gesehen hätte. Aber auch die düstereren Szenen, mit denen Peter Jackson die Brücke zu seiner „Der Herr der Ringe“-Trilogie schlägt, funktionieren in der erweiterten Fassung einfach besser. Einzig auf die verlängerten Szenen in Seestadt hätte ich verzichten können, denn so gerne ich auch Stephen Fry sehe, so wenig haben diese Ergänzungen zur Handlung beigetragen.

Die Schwächen des Vorgängers (digitale Orks, Azog usw.) ziehen sich übrigens auch durch diesen Film, allerdings gibt es auch ein paar klassische Masken zu bewundern, die ungleich besser funktionieren. Seltsam, dass das niemandem in der Produktion aufgefallen ist. Letztendlich war meine damalige Schätzung gar nicht so schlecht und mit 24 fps und den sinnvollen Handlungserweiterungen schafft es „The Hobbit: The Desolation of Smaug“ tatsächlich an seinen Vorgänger aufzuschließen. Zwar immer noch meilenweit von den chronologischen Nachfolgern entfernt, doch immerhin ein unterhaltsamer und bombastisch inszenierter Trip nach Mittelerde. Das letzte Kapitel kann kommen: 8/10 Punkte.

26 Gedanken zu “Der Hobbit: Smaugs Einöde – OT: The Hobbit: The Desolation of Smaug – Extended Edition (WS1)

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  2. „Desolation“ ist ja für mich der weitaus schwächste Film der Reihe, ja selbst der von allen Seiten als grässlich befundene „Battle“ hat da noch triumphieren können. So toll Smaug auch aussieht, so schwach sind daneben so viele andere Animationen ausgefallen. Gerade im direkten Vergleich ist das wirklich ein Dorn in meinem Auge (gerade, nachdem ich eben noch „The Two Towers“ gesehen habe!)
    Am schlimmsten empfinde ich ja, dass der Film sich überhaupt nicht darum bemüht zu kaschieren, dass hier die Handlung einfach derbe ausgewalzt wurde. Aber das habe ich ja alles schon einmal bei Alex auf dem Blog geschrieben 😉 (http://realvirtuality.info/2014/12/vielleicht-wird-noch-ein-schuh-draus-eine-epische-unterhaltung-uber-die-hobbit-filme/#comment-3541)

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    • Keine Frage, Peter Jackson hat es mit dem CGI-Wahn in „The Desolation of Smaug“ übertrieben. Ich mag den Stil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie auch viel lieber, doch die meisten Szenen, speziell das Finale am Einsamen Berg, ist aus technischer Sicht einfach famos.

      Ich habe deinen Kommentar auf Alex‘ Blog gelesen und ja, es wirkt tatsächlich so, als hätte Peter Jackson die Kurzfassungen ins Kino geschickt, und die richtigen Filme finden sich in den erweiterten Fassungen. Zumindest beim zweiten Teil. Für mich wird die Trilogie auch nie den Stellenwert der klassischen Filme haben, doch nehme ich sie gerne als Erweiterung von Peter Jacksons Mittelerde mit.

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  3. Hmmm, sollte ich der Extended Edition vielleicht doch eine Chance geben? Ich wollte eigentlich PJ einen „Denkzettel“ verpassen, indem ich die DVD NICHT kaufe (Ha, dem hab‘ ich’s aber gezeigt!!! *lol*)… Ich weiß halt nicht, ob ich die Fässerjagd und die „Smaug-Jagd“ durch den Lonely Mountain noch ein zweites Mal ertrage… :-/ Den Sprung von 2 auf 8 Punkte schafft der Film aber ganz ganz sicher nicht. 😉

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    • Nein, ich glaube nicht, dass der Film bei dir viel besser wegkommen würde. Schau dir doch einmal den detaillierten Schnittbericht an, da sind alle Szenen aufgeführt und bebildert. Gibt einen ganz guten Eindruck davon, was du verpasst hast. An der Fässerjagd und der Smaug-Jagd gab es keine Änderungen. Ich hatte erstaunlicherweise Spaß an den Actionszenen, die ohne HFR auch viel weniger albern wirkten.

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      • Ja, ich fürchte auch, dass da die EE nicht viel rausreißen kann. Ich fand das so cool beim Weihnachtsessen mit dem Kollegium, als eine Kollegin und ich uns da völlig einig waren, dass wir überhaupt nicht nachvollziehen können, wie Tolkien-Fans diesen Film gut finden können. Aber es gibt sie ja; selbst in meiner eigenen Familie. 😳 Tja, Leben und leben lassen… 😉

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      • Ich würde mich nicht direkt als Tolkien-Fan bezeichnen. Ich liebe „Der kleine Hobbit“, fand „Der Herr der Ringe“ aber teils ein wenig umständlich und bevorzuge hier tatsächlich die Filmfassung. Inzwischen habe ich begonnen das Making of von „Der Hobbit“ zu schauen und es ist erstaunlich, wie viel Details in den Filmen stecken. So manche Designentscheidungen werden da erklärt und der gesamte Prozess greifbarer. Wie bereits die Dokus zu „Der Herr der Ringe“ sehr empfehlenswert – auch wenn ich erst eine Stunde von 18 Stunden Material (eben der ersten beiden Filme) gesehen habe. Gut dass ich Urlaub habe! 😉

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      • Ich hatte den „Tolkien-Fan“ auch nicht auf dich bezogen… 😉

        Bei mir ist’s umgekehrt, ich liebe den „Herr der Ringe“ (sowohl die Bücher als auch die Filme) und der „Hobbit“ ist für mich „ganz nett“. Allerdings, und vielleicht ist das dann doch auch wieder ein Verdienst von PJ, habe ich die Buchfassung des Hobbit durch die – in meinen Augen – eher misslungene Verfilmung viel mehr schätzen gelernt. Wobei ich PJ & Co die künstlerische Gestaltung nicht abspreche – optisch (bis auf das HFR halt) ist das schon Mittelerde, mit viel Liebe zum Detail. Das ist nach wie vor fantastisch gemacht. Aber die Drehbuch-Entscheidungen sind halt für mich z. Tl. gar nicht mehr im Sinne des Buches.

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      • Ich sollte „The Lord of the Rings“ vielleicht mal im Original lesen, oder in einer anderen Übersetzung, oder generell einfach mal dranbleiben. Habe es schon ein paarmal versucht, aber bis über die Hälfte von „Die zwei Türme“ bin ich nie rausgekommen.

        Peter Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens haben mit dem Drehbuch eben versucht es allen Recht zu machen. Alten „Der Herr der Ringe“-Fans, den Freunden der Vorlage und dem modernen Kinozuschauer – dabei ist eben so einiges auf der Strecke geblieben. In den EE funktioniert das für mich aber schon wieder besser. Und ich hätte sehr gerne Guillermo del Toros Version gesehen. Das wäre bestimmt ein ganz anderer Film geworden!

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  4. Freut mich wirklich sehr, dass dir dieser Extended Cut getaugt hat!
    Die Erweiterungen haben den Film endlich so schön rund gemacht, wie er es im Kino schon verdient hätte. Von Beorn hätte es dennoch ruhig etwas mehr geben können, war aber auch so schön genug. 🙂

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    • Ja, die neue Schnittfassung hat den Film deutlich aufgewertet. Über Beorn hatte ich mich im Kino richtig geärgert, somit war die erweiterte Begegnung samt der Vorstellung der einzelnen Zwerge schon sehr versöhnlich für mich. Nun sehe ich dem dritten Teil wieder mit mehr Mut entgegen… 🙂

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  5. Ok, dann sollte ich mir doch noch einmal die Extended anschauen. Fand den zweiten ja in der Kinofassung schon besser als die unerwartete Reise, nach Sichtung des dritten Films ist er auch in der Kinofassung schon der beste der Trilogie. Und wenn er dann noch besser wird…

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    • Ich finde schon, dass sich die Extended Edition hier wirklich lohnt. Im ersten Teil waren es ja nur ein paar kleinere Szenen mehr, doch in „Smaugs Einöde“ gewinnt der ganze Film davon. Zudem bin ich jetzt wieder auf den Geschmack gekommen was die Entstehung des Films angeht – und die Anhänge stehen denen der „Der Herr der Ring“-Trilogie in nichts nach! 🙂

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