Pitch Black: Planet der Finsternis (2000)

Das Jahr, in dem „Pitch Black: Planet der Finsternis“ in die Kinos kam, war für mich das Jahr der Sneak Previews. Das letzte Schuljahr. Unendlich viel Zeit. Parties. Kino. So wurde der Besuch der Sneak zum wöchentlichen Ritual. Irgendwann kamen vermehrt Gerüchte auf, es würde ein Science-Fiction-Film gezeigt. Eine gelungene Abwechslung im Komödiensumpf. Nach drei Wochen war es schließlich soweit und ich sah mit „Pitch Black“ einen meiner unterhaltsamsten Sneak-Filme. Für das Folgende droht Spoilergefahr.

Auch heute noch mach David Twohys Sci-Fi-Actioner Spaß. Viel Spaß. Zudem ist er einem im Kino selten gewordenen Genre zugehörig: Dem klassichen Weltraumfilm. Ein Weltraumfilm mit Monstern. Gab es so etwas – sieht man einmal von diversen B- und C-Movies ab – überhaupt außerhalb der „ALIEN“-Reihe? „Pitch Black“ hat – für mich – eine Lücke gefüllt. Sicherlich darf man ihn qualitativ nicht mit den Scott/Cameron-Meisterwerken vergleichen, doch das muss man auch gar nicht. Der Film besitzt genug Eigenständigkeit um einfach nur gut zu unterhalten.

Die Figuren sind zwar alle etwas klischeehaft, aber gut gezeichnet. Keine seelenlosen Abziehbilder – und das ist in einem Monsterfilm schon einmal viel Wert. Zudem gibt es mit Riddick einen Charakter, der nur schwer zu durchschauen ist und der – netter Einfall – seine Fähigkeiten mit den Monstern teilt. Zwar ist diese Figur bewusst cool angelegt und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, doch darf man trotz allem nicht den Fehler machen und „Pitch Black“ als reines Vin Diesel-Vehikel à la „xXx“ sehen.

Neben einer spannenden Handlung und – innerhalb der Genregrenzen – überzeugenden Figuren, kann besonders die Optik überzeugen. Das Licht der drei Sonnen wird sehr glaubwürdig dargestellt und auch der Look der Aliens weiß zu gefallen, wenngleich sich das niedrige Budget hier doch ab und zu bemerkbar macht. Das Ende weiß dann auch inhaltlich zu gefallen, kann sich die Ripley-Gedächtnis-Amazone nicht ins Schiff retten, sondern wird in letzter Sekunde zu Hackfleisch. Eine augenzwinkernde Verbeugung vor dem Vorbild? Ich will es einmal glauben.

„Pitch Black“ ist alles andere als großes Kino. Zu großartigem Unterhaltungskino reicht es aber allemal – und das ist manchmal schon viel Wert. Wer auf Filme wie „The Cave“ steht, der wird auch mit diesem kleinen, feinen Sci-Fi-Schocker glücklich: 7/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Pitch Black: Planet der Finsternis (2000)

  1. Ich mag Vin Diesel mal gar nicht und finde auch diesen Film alles andere als toll. Weshalb ich jetzt auch mal dein Bewertungssystem angreifen möchte: du vergibst Fluch der Karibik 3 genauso viele Punkte (7/10) wie diesem Machwerk? Zugegeben, Flucht der Karibik 3 hat keine besonders tolle Handlung, aber rein vom Drumherum und den schauspielerischen Fähigkeiten sind die Piraten einen Vin Diesel um mindestens 5 Ligen voraus. Deshalb stimmt da meiner Meinung nach was nicht mit den Relationen deiner Bewertung.

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  2. Ja das beliebte Wertungssystem. Ich kann nun wohl leider keine für dich nachvollziehbare Erklärung für die beiden Bewertungen abgeben, will aber versuchen es für dich verständlicher zu machen:

    Wichtigster Punkt ist, dass mir beide Filme ungefähr gleich viel Spaß machen. Mag sich komisch anhören, ist aber so. Zudem kommt immer die Erwartungshaltung hinzu: Bei „Fluch der Karibik 3“ hatte ich mir den absoluten Knaller als Abschluss der Trilogie erwartet, war dann aber doch eher enttäuscht aufgrund diverser Schwächen. „Pitch Black“ hat mich hingegen nun schon über mehrere Sichtungen hinweg blendend unterhalten und sich seine Punkte redlich verdient. Zudem sehe ich auch immer den Produktionsstandpunkt: Bei den Piraten war es eine sichere Sache. Millionenbudget. Stars. Festes Team. Keine Risiken. Closed Deal. Von Anfang an. Twohy hat dagegen mit einem kleinen Budget einen optisch höchst interessanten Sci-Fi-Reißer geschaffen, der ohne große Namen auskommen musste. Man darf nicht vergessen, dass Vin Diesel zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war und nur eine Nebenrolle in „Saving Private Ryan“ zu verbuchen hatte. Ich kann mit Vin Diesel bzw. den von ihm gespielten Figuren auch eher weniger anfangen. Man sollte allerdings im Hinterkopf haben, dass er als Autor/Regisseur eines Films und eines Kurzfilms angefangen hat, die anscheinend so beeindruckend waren, dass Spielberg auf ihn aufmerksam geworden ist. Auch wenn mich „xXx“ und Co. nicht im geringsten interessieren, so werde ich Diesels Verfilmung von „Hannibal the Conqueror“ (als Regisseur) doch im Auge behalten.

    Solche und ähnliche Gedanken habe ich bei all den Bewertungen meines kleinen Filmuniversums im Kopf.

    Ich hoffe ich konnte mein – rein subjektives – Wertungssystem für dich damit etwas verständlicher machen… 😉

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  3. Ich habe Pitch Black damals sogar im Kino gesehen und muss mich der Kritik anschließen: Es ist sicher keine hohe Kunst und inhaltlich simpel, aber erstaunlicherweise funktioniert das alles wunderbar, wenn man auf SciFi-Horror steht. Und jetzt, wo du es sagst, erinnere ich mich auch an die tolle Lichtwirkung.

    Ich mag Vin Diesel auch nicht so, aber in diesem Film ist er einfach eine coole Sau.

    Die blonde Amazone hat mir als Heldin übrigens auch sehr gut gefallen. 😉

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  4. Gibt es eigentlich sonst noch sehenswerten Sci-Fi-Horror da draußen? Ich kenne noch die ersten beiden „Species“-Teile, von denen der erste ganz nett ist, aber halt auch nicht mehr. Carpenters „Das Ding“ habe ich bis jetzt noch nicht gesehen. Vermutlich sollte ich auch nicht suchen, sondern noch einmal die „ALIEN“-Filme sehen. Ist auch schon wieder viel zu lange her.

    Die Schauspielerin der blonden Amazone habe ich als Letztes in „Silent Hill“ als Amazone mit Mutterinstinkt bewundert… 😉

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  5. „The Thing“ in der Carpenter-Fassung ist schon eine feine Sache. Guck ich vor allem, wenn das Wetter draußen heiß ist. Leider ist es ärgerlich schwer, an eine ungeschnittene Fassung heranzukommen.

    Die „Cube“-Filme fand ich seinerzeit noch ganz cool, hauptsächlich natürlich den ersten.

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  6. Das Ding mit „The Thing“ ist es auch, was mich bisher vom Kauf abgehalten hat. Müsste mal wieder auf eine DVD-Börse gehen, aber dafür ist mir im Moment die Zeit zu schade. Bei den Internethändlern für solche Filme stören mich die hohen Versandkosten. Man kann es mir einfach nicht recht machen.

    Den ersten „Cube“-Teil fand ich richtig genial. Den zweiten mit Abstrichen noch ganz ansehbar. Mich würde aber eher so klassiche Sci-Fi-Schocker reizen. Mit Weltall, Raumfahrt und fiesen Fiecher. Läuft am Ende aber doch nur wieder alles auf „ALIEN“/“ALIENS“ hinaus.

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  7. Vor ein paar Jahren gab es so einen Raumschiff-Horror mit Laurence Fishburne, Event Horizon. Ganz nett für einen Abend, aber man hat schon viele Deja Vus.

    Es gab auch mal so einen Film, der auf dem Mars spielt (Red Planet?), mit Val Kilmer. Ich kann mich aber, ehrlich gesagt, kaum noch an den Inhalt erinnern.

    Vieles ist nicht so wirklich gut oder schon total ausgelutscht. Dann lieber ehrlicher Trash wie „Ghosts of Mars“. 😉

    Wenn’s weniger um Horror geht, mag ich noch „The Abyss“ sehr gern. Davon gibt es noch so einen schlechten Ripoff namens Sphere. Spielen zwar beide unter Wasser, aber ich finde, das kommt aufs Gleiche raus.

    Mehr fällt mir im Moment auch nicht ein.

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  8. „Event Horizon“ finde ich auch recht gelungen. Den gesammelten Mars-Filmen konnte ich dagegen eher weniger abgewinnen.

    „The Abyss“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Grandios. Muss ich unbedingt einmal wieder anschauen. „The Sphere“ kenne ich auch. Kommt mir etwas vor, wie „Event Horizon“ unter Wasser.

    Danke für das Brainstorming. Anscheinend decken sich in dem Genre unsere Filmkenntnisse weitgehend… 😉

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  9. Bei „The Abyss“ könnte ich auch ins Schwärmen kommen, hat mich damals tief beeindruckt (leider nur auf dem Fernseher gesehen).
    Ich weiß nur nicht, ob ich den Director’s Cut besser finde oder die Kinoversion.

    A propos Brainstorming: Kennst du auch „Projekt Brainstorm“ mit Christopher Walken? Der kam hier neulich im Kino, hätte ich mir beinahe angesehen. Diese älteren SF-Filme haben doch einen gewissen Charme, der mir heute oft fehlt. Ich bin auch mal gespannt, wie das Remake von „Logan’s Run“ wird.

    So, genug gestürmt für heute. 😉

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  10. Bei „The Abyss“ finde ich den Director’s Cut klar besser. Es wird einiges klarer, die Charaktere sind besser gezeichnet und die Effektsszenen sind gelungener. Einer der wichtigen Director’s Cuts – meiner bescheidenen Meinung nach. 😉

    „Project Brainstorm“ kenne ich leider (noch) nicht. Die älteren Sci-Fi-Filme der 70er mag ich auch sehr gern. Ich freue mich nun schon auf die Veröffentlichung der Originalfassung von „Logan’s Run“ auf DVD. „Soylent Green“ sollte hier auch noch genannt werden, ebenso wie „Rollerball“. Und bestimmt noch einige mehr…

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  11. Pingback: The Cave (WS1) « Tonight is gonna be a large one.

  12. Pingback: Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick | Tonight is gonna be a large one.

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