Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

Im Anschluss an „Pitch Black“ habe ich mir gestern noch David Twohys Fortsetzung „Riddick: Chroniken eines Kriegers“ im Director’s Cut angesehen. Dies war meine erste Sichtung und aufgrund diverser vernichtender Kritiken war meine Erwartungshaltung nicht all zu groß. Letztendlich bekam ich dann genau das, womit ich gerechnet hatte: Einen großen, albernen Sci-Fi-Actionfilm.

Zunächst einmal finde ich die grundlegende Idee des Films samt Übernahme des Charakters aus „Pitch Black“ sehr gelungen. Viele Kritiker haben sich daran gestört, dass eine Nebenfigur aufgeblasen wird, doch ich finde den Schritt nur konsequent, war Riddick im Vorgänger doch eindeutig der interessanteste Charakter. Ich hatte zudem immer gedacht, dass die beiden Filme außer dem Antihelden nichts gemein haben. Dem ist allerdings nicht so: Es wird Bezug auf die Ereignisse aus „Pitch Black“ genommen und die Überlebenden spielen tragende Rollen in der Fortsetzung. All das wirkt seltsamerweise nicht erzwungen oder aufgesetzt – und das obwohl „The Chronicles of Riddick“ eine ganz andere Art Film darstellt, wie sein Vorgänger.

In den Chroniken wird eine episch anmutende Geschichte erzählt. Fantasyelemente übernehmen die tragende Rolle und das Design scheint Filmen wie „Stargate“ oder „Dune“ entsprungen. Die erste halbe Stunde konnte mich auch wirklich begeistern: Es wird von Planet zu Planet gereist, gibt unzählige Figuren und mystische Namen. Die Einführung der Charaktere fand ich zudem sehr gelungen. Doch dann betreten die Bösewichte die Bühne. Diese sind – neben ihrer Eigenschaft Welten auszulöschen – leider überhaupt nicht furcheinflößend. Da hatte ich selbst vor den Grashüpfern aus „Galaxy Quest“ mehr Respekt. Die Kostüme wirken wie aus der originalen „Star Trek“-Serie und die Dialoge sind teils so haarsträubend, dass es an Körperverletzung grenzt. Ich habe mich oft wirklich in einer Parodie gewähnt. Unglaublich.

Sobald die Handlung wieder direkt bei Riddick und Co. ist, macht der Film allerdings wirklich Spaß. Der Gefängnisaufenthalt samt Ausbruch ist sehr gelungen. Sowohl vom Produktionsdesign, als auch von der Action. Man darf  allerdings keine Sekunde über Logik, sowie Sinn und Zweck des Ganzen nachdenken, dann kann man den Unterhaltungswert auch voll und ganz genießen. Denn den besitzt der Film auf jeden Fall. Davon abgesehen ist Riddick wirklich eine tolle Figur. Sicher sollte man von Vin Diesel keine Shakespearschen Schauspielleistungen erwarten, doch als Actionheld taugt er allemal.

Die Geschichte an sich wäre auch gar nicht schlecht wären da nicht, ja wären da nicht die Necromonger. Ich weiß auch nicht was Twohy hier geritten hat. Die Idee (Aufzwingen einer dubiosen Religion) wäre ja an sich noch ganz brauchbar, aber die Handlungen der Figuren, die wirklich dummen Dialoge und die schrecklichen Kostüme machen aus den Villains einfach nur Witzfiguren. Dieser Umstand nimmt dem Film so viel. Es ist wahrlich eine Schande.

„The Chronicles of Riddick“ ist ein wirklich unterhaltsamer Sci-Fi-Actioner, der eigentlich alles besitzt, was man als Genrefreund braucht: Fremde Welten, Raumschiffe, Action, einen schnittigen Helden, Effekte en masse und eine einigermaßen brauchbare Geschichte. Doch leider besitzt der Film auch die Necromonger. Somit sind mehr als 6/10 Punkte leider nicht drin.

10 Gedanken zu “Riddick: Chroniken eines Kriegers – Director’s Cut – OT: The Chronicles of Riddick

  1. Den hatte ich damals im Kino gesehen und fand lediglich die unfreiwillig komischen Elemente daran sehenswert.

    Die Necromonger kamen mir wie Superschurken von der Stange vor zudem ich mir auch nicht sicher bin, wie man diesen Namen ins Deutsche übersetzen würde.
    Vielleicht Händler des Todes – aber das war ja wieder eine andere, d.h. bessere Geschichte 🙂

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  2. Gegenüber der Kinofassung scheint der Director’s Cut dann doch etwas besser zu sein. Das Studio hatte Twohy damals dazu gebracht nahezu alle düsteren Szenen und harten Kampfhandlungen aus dem Film zu entfernen. Insofern stimmt in dieser Fassung wenigstens die Action.

    Die Necromonger bleiben dennoch dennoch die gleichen Witzfiguren… 😉

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  3. Das war doch „Schweinebacke“, oder täusch ich mich? 🙂 Aber stimmt, über Bruce geht natürlich nichts. Allein die Szene wo er am Flughafen von der Hostess angemacht wird und er nur ganz cool und wortlos an seinem Ehering dreht. Köstlich 🙂

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  4. Also auch wenn er grottenschlecht ist werd ich ihn mir anschauen. Allein schon wegen Bruuuuce. An den ersten Teil kommt sowieso keiner mehr ran aber für 90 Minuten gute und anspruchlose Unterhaltung wird er auf jeden Fall reichen 🙂
    Hab nur über das Plakat geschmunzelt mit dem 4.0 Eigentlich einfallslos und künstlich auf „trendy“ gemacht. Aber was solls, ist ja legitim. Bruce steht da drüber 🙂

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  5. Fand das mit 4.0 auch doof. Vermutlich wird schon für die DVD-Auswertung vorgebaut. Da gibt es dann wohl „Die Hard 4.1“ o.ä. Kennt man ja bereits von „Spider-Man 2.1“.

    An Teil 1 wird er sowieso nicht rankommen, das ist klar. Wohl auch nicht an den zweiten. Ich erhoffe mir wenigstens etwas wie den dritten Teil. Sieht mir nach dem Trailer auch so aus (d.h. kein begrenzter Raum, ein Partner).

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