A Fat Wreck (2016)

Die Frau ist strawanzen, die Kinder sind im Bett. Hole ich die Gitarre raus und klampfe ein wenig oder schaue ich einen Film? Letztendlich habe ich mich für ein Mittelding entschieden und mir die Dokumentation „A Fat Wreck“ auf Prime Video angesehen. Ich bin neulich schon darüber gestolpert und war erstaunt, dass dies tatsächlich Thema für eine Doku sein kann. Als Jugendlicher dachte ich stets, meine drei Freunde und ich seien die einzigen, die diesen Sound mögen. Aber er ist ein Phänomen…

A Fat Wreck (2016) | © Something Kreative Studios

A Fat Wreck (2016) | © Something Kreative Studios

Der Soundtrack meiner Jugend

Was für ein Nostalgie-Flash! Ab und zu höre ich auch heute noch in die Songs meiner Jugend rein, doch so geballt NOFX, Lagwagon, No Use for a Name, Me First and the Gimme Gimmes, Propagandhi, Less Than Jake, Face to Face, Wizo usw. zu hören oder in Interviews zu sehen war einfach krass. Damals war diese Musik, zumindest in meinem Freundeskreis, komplett in der Nische und man wurde dafür immer etwas komisch angeschaut. Die meisten der Bands kannte ich auch von den Fat-Music-Compilations, weshalb mir selbst das Label Fat Wreck Chords ein Begriff war. Die Grenze zum anderen großen Punk-Rock-Label Epitaph Records war mir jedoch nie so bewusst. Nun diese Bands in größerem Zusammenhang zu sehen, und das nach all den Jahren, war eine kleine Offenbarung.

Die Doku ist dabei nicht neutral, sondern wurde eindeutig von Fans geschrieben und inszeniert. Dennoch kommen gerade im letzten Drittel auch ein paar kritische Stimmen zu Wort und für den Zuschauer ergibt sich ein ganz gutes Bild, wie die Dynamik bei Fat Wreck Chords wohl in den Goldenen Jahren war. Nach der sogenannten ersten Generation hatte ich auch kein Kontakt mehr zu dem Label und neuere Bands wie Rise Against sagen mir nichts mehr. Der Eindruck, den Fat Mike mit seinem Label in den prägenden Jahren (eben den 90ern) auf mich gemacht hat, bleibt jedoch unbestritten.

Fazit

Wenn euch Fat Wreck Chords nichts sagt, ihr mit melodischem Punk-Rock nichts anfangen könnt, dann könnt ihr euch diese Doku sparen. Solltet ihr jedoch einen ähnlichen musikalischen Hintergrund haben wie ich, dann schaut euch „A Fat Wreck“ an. Stark von Nostalgie geprägte 9/10 Punkte.

17 Gedanken zu “A Fat Wreck (2016)

  1. Oha. Die werde ich mir die Tage auf jeden Fall anschauen. Denn auch heute noch sind bei mir geschätzte 75% der CDS, die ich so höre aus dem Fat Label. Allerdings weniger (aber auch) aus den 90ern. Meine Zeit waren eher die frühen 2000er.
    Vor allem die „Live in a dive“ CDS von Lagwagon, Strung Out und No Use for a Name höre ich nach wie vor Rauf und runter. Aktuell habe ich auch die Nofx „I heard they suck live“ im Auto liegen.

    Cool fand ich auch die Mad Caddies. Gibt es die noch? Keine Ahnung.

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    • Dann ist die Doku bestimmt wie gemacht für dich. Ich war damals zwar bestimmt 5 Jahre früher dran, doch gerade Bands wie Lagwagon und NOFX haben sich ja gehalten. Auch Strung Out nehmen einen großen Teil ein. Mad Caddies habe ich auch gerne gehört. Keine Ahnung, ob die heute noch spielen. In der Doku kommen sie nicht vor.

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      • Im Januar spielt übrigens Wizo u.a. in Heidelberg. Ein Kumpel hat Karten. Aber ich weiß nicht, ob ich da mit will. Früher fand ich die größtenteils lustig. Heute habe ich kein gutes Gefühl auf ein Konzert von Linksextremen zu gehen.

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      • Ich weiß auch nicht, ob ich auf ein Konzert gehen würde. Das liegt aber eher an meinem Alter und der Bequemlichkeit… 😉

        Dass sich die Band deutlich politisch positioniert, finde ich aber gut. Das ist ja irgendwie auch Punk, alles andere ist nur Pop. Schwierig wird es immer, wenn es in Extremismus umschlägt und ein entsprechendes Publikum angezogen wird. Um das beurteilen zu können, habe ich die Band in den letzten Jahren aber zu wenig verfolgt.

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      • Ja das finde ich auch. Aber Aufrufe zur Gewalt sind nie gut. Und da hat sich Wizo leider auch früher schon häufig negativ hervorgetan.

        Für Konzerte ist man nie zu alt. Ich war neulich in Mannheim auf einem Die Toten Hosen Konzert. Da waren einige Leute, die schon um die 60 waren und trotzdem noch Spaß hatten. 😉

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      • Ja, das stimmt. Vielleicht sind Wizo im Alter milder geworden? Kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen.

        Damit ich auf ein Konzert gehe, muss es schon eine Lieblingsband sein, die tatsächlich in der Nähe spielt. Wenn das aber der Fall ist, bin ich auch am Start… 🙂

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  2. Pingback: Media Monday #380 | moviescape.blog

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