Eternals (2021)

Heute war endlich einmal wieder gutes Wetter, weshalb wir den Tag größtenteils draußen verbracht haben. Natürlich war ich eine Runde laufen, dann habe ich ungefähr fünf Tonnen rasengemäht (teils hätte ich eine Machete brauchen können) und war noch am Skatepark. Sogar mein Buch konnte ich danach noch fertig lesen. Trotz all dem haben wir uns abends noch für „Eternals“ vor dem Fernseher versammelt. Ein MCU-Film, der eigentlich nirgends gut wegkommt. Wie er uns gefallen hat? 🏛️

Eternals (2021) | © Walt Disney

Eternals (2021) | © Walt Disney

Trotz Götter-Action angenehm bodenständig

Nach „Black Widow“ und „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ war ich fast schon etwas müde, ob der stets gleichen Marvel-Formel. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich beide Filme schon kannte. Nun also „Eternals“ und damit eine Gruppe von Göttern, sprich zehn(!) neue Figuren. Puh, das kann ja etwas werden. Regisseurin Chloé Zhao gelingt das Unglaubliche und sie schafft es innerhalb von zweieinhalb Stunden, uns die neuen Held:innen ans Herz wachsen zu lassen (plus noch ein paar menschliche Figuren), eine komplett neue Mythologie zu erklären, existenzielle Fragen aufzuwerfen und nebenbei noch ein paar imposante Actionszenen zu inszenieren. Das alleine ist schon ein Kunststück, doch dass dies alles noch wunderbar ineinandergreift und funktioniert? Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

„Eternals“ ist kunterbunt besetzt, von Hollywood-Starts, wie Angelina Jolie oder Salma Hayek (witzigerweise erst gestern in „The Faculty“ gesehen), über prominente Serien-Schauspieler, wie Richard Madden oder Kit Harington (beide bekannt aus „Game of Thrones“) sowie Comedy-Schauspielern, wie Kumail Nanjiani (Dinesh aus „Silicon Valley“) oder Brian Tyree Henry (Alfred aus „Atlanta“), der Cast ist unfassbar. Am meisten hat mir wohl gefallen, dass Chloé Zhaos sich nicht einfach an die typische MCU-Formel klammert, sondern sich viel Zeit für ihre Figuren nimmt, wild durch die Zeit springt und Bilder auch einfach mal stehen lässt. Selbst die Actionszenen wirken geerdet, da die Kamera nicht stets um die Figuren kreist, sondern auf Augenhöhe bleibt. Die Verknüpfung zum restlichen MCU ist dabei eher lose und die Geschichte kann für sich alleine stehen. Diese wird mir bestimmt auch länger im Gedächtnis bleiben als viele andere aus dem Marvel-Kosmos. Chapeau, Frau Zhao.

Fazit

Erstaunlicherweise hat mir „Eternals“ ausgesprochen gut gefallen. Noch spannender fand ich, dass es den Kindern ganz genauso ging. Obwohl es plötzlich viele neue Figuren gab und keine bekannten Held:innen Gastauftritte hatten. Es wurde sofort die Frage nach einem zweiten Teil laut, doch diesen wird es ja wohl leider nicht geben. Schade drum, denn „Eternals“ tut der Phase 4 des MCU qualitativ richtig gut: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) (WS1)

Auch heute haben wir den Filmabend wieder viel zu spät begonnen. Das Zappelinchen hatte eine Freundin zu Besuch und diese ist spontan noch zum Abendessen geblieben. Danach war es schon Richtung 21 Uhr, bevor wir mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ den nächsten Schritt in der Phase 4 des MCU unternommen haben. Damit sind wir auch beim letzten Marvel-Film angekommen, den ich bereits gesehen habe. Nun wird es für uns alle spannend… 🐉

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) | © Walt Disney

Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings (2021) | © Walt Disney

Knackige Kampfkunst im Marvel-Universum

Schon beim Prolog ist mir wieder aufgefallen, wie schlecht die CGI gealtert sind bzw. wie schlecht diese einfach aussehen. Die virtuellen Umgebungen sind klar als solche zu erkennen und die Schauspieler:innen wirken wie in der Anfangszeit von Bluescreen-Effekten wie ausgestanzt. Man merkt, dass hier nicht mit Liebe am Detail an den VFX gearbeitet wurde, sondern dass eine überhetzte Produktions-Timeline im Hintergrund stand. Wirklich sehr schade für so viel Geld (Budget: 1,5 Millionen USD). Später wird es dann glücklicherweise besser und gerade die Kampfszenen, z.B. im Bus in San Francisco oder am Hochhaus in Macau, machen wirklich Spaß. Hier wirkt es als würde frischer Wind ins MCU kommen. Auch die Figuren haben mir erneut ausgesprochen gut gefallen, gerade Awkwafina im Zusammenspiel mit Simu Liu. Auch die intimeren Szenen in der Familie fand ich wunderbar.

Als es dann gegen Ende regelrecht fantastisch wird, hatte mich der Film wieder etwas verloren. Zu übertrieben wirkt der Endkampf. Die übliche Marvel-Krankheit eben. Die Verknüpfung von „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ zum Rest des MCU ist eher gering, was ich auch nicht schlimm fand. Der Zwergofant meinte sogar, dass dies gar kein Marvel-Film hätte sein müssen. Da hat er durchaus einen Punkt und vielleicht wäre dies, ohne die üblichen Marvel-Krankheiten, auch ein besserer Film geworden. So bleibt am Ende eine weitere Origin-Geschichte, die leider etwas hinter ihrem Potenzial zurückbleibt. Sympathisch fand ich all das dennoch.

Fazit

Insgesamt hatte ich wieder viel Spaß mit „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“. Die relativ späte Uhrzeit hat alle Zuschauer:innen immer mal wieder gähnen lassen, doch konnte uns der Film bis zum Schluss bei der Stange halten. Kein MCU-Highlight, aber eine nette Ergänzung. Nun beginnt für uns Marvel-Neuland und darauf freue ich mich schon sehr: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) (WS2)

Das Zappelinchen ist heute Abend bei einer Freundin, Geburtstag feiern. Nachdem ich mit dem Zwergofanten vom Karate-Training zurück war, und wir Pizza gegessen hatten, gab es mit „Cliffhanger“ noch einen späten Filmabend. Nach unserem Urlaub in den Bergen hatten ich wieder Lust auf diesen Film. Zudem wollten wir ohnehin einmal testen, ob der Zwergofant, nach ersten Härten im Rahmen von „Stranger Things“, auch bereit für mehr filmische Gewalt ist. Wie das funktioniert hat? 🧗🏻

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Cliffhanger: Nur die Starken überleben (1993) | © Studiocanal

Ein irrwitziges Kletterabenteuer mit viel Action

Seit ich dieses Blog betreibe, ist das bereits meine dritte Sichtung von „Cliffhanger“. Die letzte liegt schon knapp 15 Jahre zurück. Auch der Film selbst hat bereits 33 Jahre auf dem Buckel. Von diesen stand er 20 Jahre lang auf dem Index. Inzwischen ist Renny Harlins Action-Kracher ab 16 Jahren freigegeben. Da ich den Film bereits sehr gut kenne, hatte ich bereits vermutet, dass auch der Zwergofant ihn mit dreizehneinhalb Jahren verkraften kann. Quasi die nächste Steigerung nach „James Bond“ und „Indiana Jones“. Dennoch habe ich im Vorfeld mit ihm über den gesteigerten Gewaltgrad gesprochen und es war klar, dass wir jederzeit abbrechen können. Aber was erzähle ich da? Auch ich habe damals zu früh 16er Filme gesehen, die ich niemals abgebrochen hätte und von denen ich ihm dennoch nicht jeden zumuten würde. Ich denke da nur an „Das Schweigen der Lämmer“, den ich eindeutig zu früh gesehen habe. Soviel zu den Rahmenbedingungen der Sichtung und nun endlich zum Film selbst:

Ich liebe Renny Harlins Actionfilme. Seine Werke wirken stets handgemacht und echt, auch wenn ich weiß, dass gerade in „Cliffhanger“ viel innovative Computertechnik eingesetzt wurde. Echte Schauplätze und fantastische Schauspieler machen für mich diesen Film aus. Ich habe erstmals die 4K-Restaurierung (allerdings nur auf Blu-ray) gesehen und der Film hat auch heute noch beeindruckende Bilder zu bieten. Einzig ein paar Studioaufnahmen gegen Ende fallen negativ auf. Dieser Umstand schmälert den Unterhaltungswert allerdings nicht, denn die Hatz durch die Berge ist ein großer Spaß, was auch an Sylvester Stallone, noch mehr aber an John Lithgow liegt, dessen Eric Qualen einer der besten Bösewichte des 80er/90er Actionkinos ist. Ein immer noch herrlich unterhaltsamer Film. Was sagt der Zwergofant? Wir haben ein paar Mal über die Gewalt des Films gesprochen, doch er ist sehr gut mit damit klargekommen. Die Figuren und die Jagd durch die Berge waren für ihn die dominierenderen Elemente.

Fazit

Auch heute noch macht mir „Cliffhanger“ unglaublich viel Spaß. Definitiv einer meiner liebsten Stallone-Filme. Der Schauplatz in den Bergen, John Lithgow als Bösewicht und das persönliche Drama zwischen den Figuren, all das überzeugt mich doch jedes Mal. Kann ich mir alle paar Jahre wunderbar anschauen. Nach diesem erfolgreichen Experiment sehe ich schon Sichtungen von „True Lies“ und „Stirb langsam“ in nicht allzu ferner Zukunft auf uns zukommen. Ein weiterer Kracher von Renny Harlin: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Geburtstagsfeier; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Black Widow (2021) (WS1)

Schon der dritte Filmabend in Folge. Sprich ich habe im Juni schon dreimal so viele Filme gesehen, wie im Mai. So könnte es von mir aus gerne weitergehen. Auf vielfachen Wunsch beider Kinder haben wir endlich mit dem MCU weitergemacht. Die Sichtung von „Spider-Man: Far From Home“ liegt schon fast zwei Jahre zurück und inzwischen kommt schon das übernächste Abenteuer der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft in die Kinos. Doch für uns stand vorerst „Black Widow“ auf dem Programm, den ich bereits 2022 gesehen hatte. Wie uns die Rückkehr gefallen hat?

Black Widow (2021) | © Walt Disney

Black Widow (2021) | © Walt Disney

Weniger (Action) wäre mehr (Film) gewesen

Ergänzen sollte ich noch, dass wir in den letzten zwei Jahren dem MCU nicht komplett den Rücken gekehrt hatten. Inzwischen haben wir mit „WandaVision“, „The Falcon and the Winter Soldier“ und „Loki“ die meisten wichtigen Serien der Phase 4 gesehen. Einzig „Hawkeye“ und „Ms. Marvel“ möchte ich noch nachholen, doch davor widmen wir uns erst einmal den Filmen dieser Phase. Den Anfang machte „Black Widow“, sprich ein Film, der so nicht mehr unbedingt nötig gewesen wäre bzw. der etwas zu spät kommt. Ich liebe Scarlett Johansson in ihrer Rolle, gerade im Zusammenspiel mit den Avengers. Da sich ihre Figur in „Avengers: Endgame“ geopfert hat, bekommen wir hier quasi ein Prequel zu sehen, das wohl nur dazu dient mit Yelena und Alexei zwei im weiteren Verlauf des MCU wichtige Figuren einzuführen.

Die Figurendynamik in „Black Widow“ hat mir wieder außerordentlich gut gefallen. David Harbour (bekannt als Jim Hopper aus „Stranger Things“) ist wunderbar als Red Guardian und  überhaupt ist diese geplante Familie ein interessantes Konstrukt mit Spannungspotenzial. Der Plot um den Red Room ist dagegen super dünn und die Actionsequenzen dafür viel zu übertrieben. Schade darum, denn im Kern hat „Black Widow“ eine wirklich packende Geschichte zu erzählen. Auch die Zweikämpfe (z.B. in der geheimen Wohnung) sind imposant choreografiert. Doch der Gefängnisausbruch oder das Finale? Puh, all das ist unübersichtlich inszeniert und die Effekte sehen auch nur so halbgar aus. Weniger wäre hier tatsächlich mehr gewesen.

Fazit

Trotz meiner Kritikpunkte hat mir „Black Widow“ auch beim zweiten Mal viel Spaß gemacht. Ausgerechnet diesen Film für den Start einer neuen Phase zu nehmen, scheint mir rückblickend allerdings nicht sonderlich klug. Aber es ist, wie es ist, und nun befinden wir uns wieder mitten im MCU. Mal sehen, ob wir dran bleiben und rechtzeitig bis „Avengers: Doomsday“ aufgeholt haben: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Predator: Badlands (2025)

Momentan befinden wir uns komplett im „Stranger Things“-Fieber und haben gestern die zweite Staffel abgeschlossen. Nach noch einer Episode „Scrubs“ ist der Rest der Familie ins Bett verschwunden. Ich war noch nicht müde. Was also tun? Dank Fastenzeit war es keine Option bei Whisky, Kartoffelchips und Schokolade vor YouTube zu versumpfen. Also habe ich kurz vor 22 Uhr noch „Predator: Badlands“ eingeschaltet. Ob auch ich lieber ins Bett hätte gehen sollen?

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Predator: Badlands (2025) | © 20th Century Studios

Der Predator zwischen „Star Wars“ und MCU

Nach meiner kürzlichen Sichtung von „Predator: Killer of Killers“ hatte ich mich sehr auf den jüngsten Realfilm des Franchises gefreut, zumal ich auch Dan Trachtenbergs „Prey“ fantastisch fand. Im Vorfeld hatte ich schon viele sehr positive Besprechungen gelesen, so dass auch meine Vorfreude groß war. Mit Dek steht erstmals ein Yautja (so wird die kämpferische Rasse seit dem Vorgängerfilm offiziell genannt) als Protagonist im Zentrum. Ich habe Vergleiche zu „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ gelesen, doch laufen diese für mich ins Leere, denn James Cameron hatte bewusst mit Erwartungen gespielt und diese überraschend gebrochen. In „Predator: Badlands“ war seit dem ersten Teaser klar, wohin die Reise geht. Ein frischer Ansatz, was ich grundsätzlich schon einmal begrüßenswert finde. Ob dieser jedoch zur „Predator“-Reihe passt?

Tatsächlich fand ich es schwierig noch tiefer in die Welt der Yautja einzusteigen. Beim animierten Vorgänger fand ich das interessant, doch hier war mir die Darstellung des Heimatplaneten ein wenig zu öde geraten. Wie diese Rasse jemals hochentwickelte Raumschiffe oder Waffen hat herstellen können? Aber nun gut, vermutlich auch nicht wichtig. Ab dem Besuch des Todesplaneten Genna macht der Film richtig Spaß. Der Ansatz, Dek mit Thia (toll gespielt von Elle Fanning) eine ungleiche Partnerin an die Seite zu stellen, wirkt frisch und ungewohnt. Auch die Monster-Action macht Spaß und hat mich am ehesten an „Predators“ oder „Kong: Skull Island“ erinnert. Auch den kleinen Twist rund um Bud und den Kalisk mochte ich. Leider läuft am Ende alles auf eine große Materialschlacht mit Weyland-Yutani-Synthetics hinaus, was ich ein wenig ermüdend fand. Auch der Kampf gegen den Loading-Mech hat sich eher anstrengend angefühlt. Am Ende schließt sich der Kreis auf dem Heimatplaneten der Yautja. Natürlich gibt es auch einen Schlussgag, bei dem ich nur eine verpasste Chance sehe: Warum man hier nicht die fliehenden Überlebenden aus „Predator: Killer of Killers“ eingeführt und somit eine Brücke geschlagen hat? Dafür gibt es nur einen mauen Mutter-Witz. Insgesamt ist „Predator: Badlands“ für mich einer der schwächeren Teile der Reihe. Hatte Shane Black zu sehr am Ausgangsmaterial geklebt, so entfernt sich Dan Trachtenberg fast schon eine Spur zu weit davon. Somit ergibt sich die folgende, neue Rangliste:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Badlands“ (2025) | 7/10 Punkte
  7. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Predator: Badlands“ und mir dennoch mehr davon erhofft. Am gelungensten fand ich den Mittelteil, am schwächsten das Finale. Der Ton des Films ist ungewohnt für die Reihe, doch weiß ich noch gar nicht, wie ich das einordnen will. Auf jeden Fall ein spannender Beitrag, der mich jedoch nicht komplett abzuholen wusste. Was Dan Trachtenberg wohl als nächstes zaubert? 7/10 Punkte.

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Predator: Killer of Killers (2025)

Heute ist die gesamte Familie ausgeflogen: Frau bullion besucht mit einer Freundin ein Konzert und die Kinder sind im Rahmen der Schulplatzmiete im Theater. Was also mache ich? Natürlich einen Film schauen. Nur welchen? Ich hatte mir ein paar Optionen überlegt, doch die gestrige Erwähnung im „Genre Geschehen“-Podcast hat „Predator: Killer of Killers“ direkt auf den ersten Platz katapultiert. 🥷

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Animierte Action ohne Verschnaufpause

Ich muss gestehen, dass ich von der Aussicht auf einen animierten „Predator“-Film zunächst nicht sonderlich begeistert war. Ich hatte noch „Prey“ frisch im Kopf, den ich außerordentlich gelungen fand. Als ich den ersten Trailer von „Predator: Killer of Killers“ gesehen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht, denn ich hatte mir einen weiteren Realfilm von Dan Trachtenberg erhofft. Von „Predator: Badlands“ erfuhr ich erst kurz danach. Auf jeden Fall war mein Bedürfnis, in diesen animierten Zwischenfilm reinzuschauen, zunächst gering. Dann häuften sich jedoch die positive Stimmen und ich hatte mir fest vorgenommen, „Predator: Killer of Killers“ vor dem nächsten Realfilm nachzuholen. Gesagt, getan.

Nach der Sichtung muss ich meine erste Einschätzung ganz klar revidieren: Ich mochte den Animationsstil unfassbar gerne. Auch der Anthologie-Aufbau hat Spaß gemacht. Tatsächlich dachte ich mir, gerade bei den ersten zwei Geschichten, dass ich sogar gerne komplette Filme à la „Prey“ in diesen Settings und mit diesen Figuren gesehen hätte. Durch die kurze Dauer der einzelnen Episoden besitzt „Predator: Killer of Killers“ ein unfassbar hohes Tempo, das kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Die dritte Episode fand ich ein wenig schwächer, doch die Zusammenführung der einzelnen Figuren dann wieder richtig stark. Der Kniff in der Mid-Credit-Szene, noch einmal alle Protagonist:innen der vorhergehenden Filme zu sehen, hat mir auch gut gefallen. Ob das nötig gewesen wäre? Vermutlich nicht. Doch wenn man das Franchise nun tatsächlich (noch) größer ausbauen will, dann ist Dan Trachtenberg schon auf einem recht guten Weg. Hier mein bisheriges Ranking der Filme:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte befürchtet, „Predator: Killer of Killers“ sei nur Content für einen Streaming-Dienst. Allerdings ist dieser animierte Anthologie-Film weit gelungener als ich je gehofft hätte. Jede einzelne Geschichte ist sehenswert, die Action äußerst brutal und die Figuren erstaunlich gut ausgearbeitet. Sollte man als Fan der Reihe durchaus gesehen haben. Hat mich sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Cars 3: Evolution – OT: Cars 3 (2017)

Eine lange Woche geht zu Ende. Nach dem Feierabend bin ich noch schnell zum Wertstoffhof gefahren, um die restlichen Gartenabfälle loszuwerden. Danach noch Hausputz und abends mit dem Zwergofanten zum Karate-Training. Heute bei -4 °C haben wir allerdings die Räder stehen lassen. Dann gab es noch Pizza für alle. Das Zappelinchen war danach beim Bereitschaftsdienst und für den Rest der Familie stand zunächst der Kurzfilm „LOU“ und mit „Cars 3: Evolution“ nach zwei Wochen endlich wieder einen Filmabend auf dem Programm. 🏁

Cars 3: Evolution (2017) | © Walt Disney

Cars 3: Evolution (2017) | © Walt Disney

Ein runder Abschluss(?) der Animationsfilmreihe

Es ist schon verblüffend, wie Pixar den ungeliebten „Cars 2“ komplett ausklammert. Tatsächlich könnte man sich diesen dritten Teil auch direkt nach „Cars“ anschauen und hätte vermutlich keine offenen Fragen. Inhaltlich steht der Rennzirkus dieses Mal komplett im Fokus. Noch mehr als im ersten Teil und im Vergleich zum direkten Vorgänger sowieso. Für Lightning McQueen geht seine Karriere so langsam zu Ende. Ein Aspekt, den ich wirklich schön erzählt fand. Der rote Flitzer muss dem Nachwuchs Platz machen bzw. seinen neuen Platz in dieser sich verändernden Welt finden. Die Geschichte und Charakterentwicklung passt wirklich gut in den dritten Teil dieser Trilogie. Allerdings bezweifle ich, dass wir dem roten bzw. nun blauen Rennwagen zum letzten Mal begegnet sind.

„Cars 3: Evolution“ sieht fantastisch aus und bietet wohl auch die erwachsenste Geschichte der Reihe. Ich muss jedoch sagen, dass mir der Fokus zu sehr auf den Rennsport gesetzt wurde. Da hatte ich sowohl mit der Doc-Hollywood-Variante des ersten Teils als auch dem völlig überdrehten Agenten-Thriller des Vorgängers mehr Spaß. Gerade weil die Filme so wunderbar unterschiedlich waren. Dieser Film geht auf Nummer sicher, was ich durchaus verstehen kann. Für mich ist er deshalb leider der schwächste Teil der Reihe, dabei aber immer noch wirklich unterhaltsam. Der Zwergofant sieht das übrigens ähnlich. Dafür träumt er nun davon, Rennfahrer zu werden. Selbst als Teenager noch empfänglich für das „Cars“-Franchise.

Fazit

Mir hat „Cars 3: Evolution“ viel Spaß gemacht. Es war schön, die bekannten Figuren wiederzusehen. Allerdings hätte ich mir ein wenig mehr Zeit abseits der Rennstrecke gewünscht. Insgesamt ein schöner Abschluss dieser unfassbar erfolgreichen Pixar-Filmreihe. Schön, dass wir trotz unseres (und da schließe ich den Zwergofanten mit ein) fortgeschrittenen Alters noch einmal reingeschaut haben: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte Bereitschaftsdienst; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

The Fall Guy (2024)

Der letzte Filmabend der Herbstferien. Damit habe ich acht Filme in der letzten Woche gesehen. Wie schön! So könnte es gerne weitergehen. Den Abschluss machte mit „The Fall Guy“ ein Film, den die Kinder schon länger sehen wollten. Ich selbst hatte mich auch darauf gefreut. Was der Film über einen Stuntman zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎥

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

The Fall Guy (2024) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein Stuntman für alle Fälle (in der Kinofassung)

Natürlich kenne ich die TV-Vorlage „Ein Colt für alle Fälle“. Die Serie war damals typische Nachmittagsunterhaltung. Irgendwo zwischen „Das A-Team“ und „Knight Rider“. Ich wusste allerdings schon im Vorfeld, dass der Film bis auf den Namen der Hauptfigur (eben Colt Seavers) und den Beruf des Stuntman nichts mit der Serie gemein haben sollte. Im Vorfeld unserer Sichtung stand noch die Frage im Raum, ob wir den Extended Cut oder die Kinofassung anschauen sollen. Normalerweise greife ich bei Verfügbarkeit immer zur erweiterten Fassung, doch ein wenig Recherche hat gezeigt, dass diese sich wohl eher wie ein unrunder Rohschnitt anfühlen soll. Nun gut, dann eben doch zur Kinofassung gegriffen, was mir auch ganz recht kam, denn es war schon spät und mit zwei Stunden Laufzeit ist auch diese nicht zu knapp bemessen.

Während der ersten dreiviertel Stunde dachte ich, das wird nichts mehr. Obwohl ich Setting und Schauspieler:innen wirklich mochte, hat sich speziell das Pacing von „The Fall Guy“ komplett falsch angefühlt. Irgendwie kam kein Rhythmus zustande. Sollte ich doch zur falschen Schnittfassung gegriffen haben? Wohl eher nicht, denn viele Szenen haben sich jetzt schon zu lang angefühlt. Ab dem zweiten Akt gewinnt der Film dann deutlich an Tempo und kann ein paar tatsächlich schöne Stuntszenen ausspielen. Auch mochte ich die Geschichte und die Tatsache, dass Stuntleute zu Held:innen werden. Das gibt von mir auf jeden Fall noch einmal Bonuspunkte. Ryan Gosling (erst gestern in „Crazy, Stupid, Love.“ gesehen) und Emily Blunt (u.a. „A Quiet Place“) harmonieren gut zusammen und auch die Nebenrollen sind top besetzt. Glücklicherweise konnte sich „The Fall Guy“ bis zum Finale noch steigern und bot insgesamt gute Unterhaltung:

Fazit

Vermutlich hatten wir uns alle von „The Fall Guy“ mehr erwartet. Am begeistertsten war noch der Zwergofant aufgrund der Stunts. Verstehe ich auch. Bei mir konnte der Film in der zweiten Hälfte einige Punkte wettmachen. Dennoch wäre mehr drin gewesen. Bei der nächsten Sichtung dann doch der Extended Cut. Wer seichte und gute Unterhaltung sucht, sollte ruhig einmal reinschauen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

TRON: Ares (2025)

Nach einem langen Tag voller Rutschen-Action folgt nun, leicht verspätet, meine Besprechung von „TRON: Ares“, den ich gestern im Kino gesehen habe. Eigentlich wollte ich die Sichtung aufschieben, denn die Kritiken waren zu durchwachsen und ein passendes Zeitfenster gab es auch nicht. Da jedoch die Übernachtungsparty des Zwergofanten ins Wasser gefallen ist, wollte er zumindest mit einem seiner Freunde ins Kino. Da der Film nur nach 20 Uhr lief, ging das nur mit Begleitperson. Somit kam ich doch noch in den Genuss. Der Rest der Familie hat sich parallel übrigens „No Hit Wonder“ angeschaut. Welcher Film wohl die besser Wahl gewesen ist? 👾

TRON: Ares (2025) | © Walt Disney

TRON: Ares (2025) | © Walt Disney

Ein überraschend lohnenswerter Kinobesuch

Wie in meinen letztjährigen Besprechungen festgehalten, liebe ich den ersten „TRON“ sehr. Weil er, aus heutiger Perspektive, so wunderbar naiv erzählt ist und die damalige technische Meisterleistung inzwischen eher niedlich wirkt. Es ist zudem einer der wenigen Filme, die ich bewusst mit meinem Vater gesehen habe. Die späte Fortsetzung „TRON: Legacy“ bietet einen audiovisuellen Rausch und sieht immer noch unfassbar gut aus. Der Score von Daft Punk ist herausragend und läuft bei mir immer wieder in Dauerschleife. Was hat nun also „TRON: Ares“ zu bieten? Der erste Teaser hat mich umgehauen, doch schon der längere Trailer ließ mich zweifeln: Die Programme verlassen das Raster und begeben sich in die Realität? Das wäre nicht der Weg gewesen, den ich als Drehbuchautor eingeschlagen hätte. Aber es ist nicht mein Film und somit war ich gespannt, was er zu bieten hat.

Inhaltlich hat mich „TRON: Ares“ fast schon positiv überrascht. Der 3D-Druck der Programme hat, im Rahmen der Geschichte, fast schon Sinn gemacht. Immer noch nicht mein liebstes Element, aber ich konnte es hinnehmen. Auch die grobe Skizze der Geschichte samt KI, die gegen ihre Schöpfer rebelliert, wusste zu gefallen. Der Teufel steckt eher in den Details und es wird viel Potenzial verschenkt. Ich denke hier z.B. an die Szene, in der Ares die Computer-Welt des 1982er „TRON“ betritt: Ein wirklich netter Einfall, doch es wird inhaltlich nichts daraus gemacht. Überhaupt wirkt die Welt innerhalb des Rasters (egal welchen Unternehmens) seltsam nutzlos. Sowohl im Originalfilm als auch in „TRON: Legacy“ war das Raster ein Ort voller fremdartiger Landschaften, Schauplätze oder Nacht-Clubs. In „TRON: Ares“ ist das Raster nicht belebt und es scheint nur eine Kulisse zu sein. Einzig die Action-Sequenz auf dem Wasser bot ein wenig Abwechslung. Die Action in der Realität hat mich dagegen eher an „Pixels“ denken lassen. War aber zugegebenermaßen beeindruckend. Das bringt mich dann auch zu den formellen Aspekten: „TRON: Ares“ sieht über weite Strecken fantastisch aus (aber nicht besser als der Vorgänger). Der Score von Nine Inch Nails reicht für mich dagegen nicht an den von Daft Punk heran. Vielleicht muss ich ihn aber auch noch ein paar Mal hören. Und Jared Leto? Nicht meine Lieblingsbesetzung, aber für mich auch kein Hassobjekt. Mich haben eher die tonalen Unstimmigkeiten in der Figur gestört. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich eine erstaunlich gute Zeit mit dem Film hatte. Nach den Kritiken hatte ich eine Vollkatastrophe erwartet. Am Ende ist es nur eine belanglose Fortsetzung, die mich doch positiv überrascht hat.

Fazit

Da „TRON: Ares“ erst kurz vor 21 Uhr startete, war es ein sehr langer Kinoabend. Trotzdem ist die Zeit wie im Flug vergangen. Auch der Zwergofant und sein Freund hatten viel Spaß mit dem Film. Er wird allerdings nicht lange im Gedächtnis bleiben und auch der Stil wird nicht so lange frisch wirken, wie noch der des Vorgängers. Kaum zu glauben, dass 15 Jahre zwischen den  beiden Filmen liegen. Dennoch freue ich mich, dass es dieses unwahrscheinliche Franchise auf drei Filme gebracht hat: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: saß zwei Kinosäle weiter in „No Hit Wonder“; Zwergofant: 7/10 Punkte.)