Krabat (2008) (WS1)

Nach einer ziemlich anstrengenden und recht deprimierenden Woche, hängt mir die Booster-Impfung immer noch in den Knochen. Ich habe mich somit sehr auf einen entspannten Freitagsfilmabend gefreut. Leider hatte der Zwergofant diese Woche Fernsehverbot, so dass die Wahl mit „Krabat“ auf einen etwas erwachseneren Film gefallen ist. Das Zappelinchen war gespannt und ich auch… 🧙‍♂️💀

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Krabat (2008) | © 20th Century Fox

Ein düsteres Coming-of-Age-Märchen

Ich habe „Krabat“ zuletzt 2008 im Kino gesehen. Damals konnte mich die Verfilmung eines meiner liebsten Jugendbücher durchaus überzeugen. Dennoch war es nur ein guter Film, dem gegenüber ein herausragendes Buch steht. Auch heute mochte ich die Ausstattung, die Kostüme und die generelle Atmosphäre sehr. Gerade das winterliche Setting hatte es mir angetan. Die meisten Schauspieler*innen können ebenfalls überzeugen, doch wirkte die Montage auf mich teils zu gewollt und auf Hollywood getrimmt. Hinzu kommt, dass der Film viel ausformuliert, was im Buch, so zumindest meine Erinnerung, nur angedeutet wird.

Das Zappelinchen war sehr im Film drin. Gerade Elemente, wie explizit gezeigte und blutige Leichen waren schon viel für sie. Doch sie hat es gut weggesteckt und war von der Geschichte gefangen. Zuträglich war vermutlich, dass sie in der Schule bereits eine der intensivsten Szenen in Textform analysiert hatten. Ich bin mir sicher, dass für sie viele Filme mit FSK-12-Freigabe nun möglich wären. Aber ich freue mich auch, wenn demnächst der Zwergofant wieder mit dabei ist.

Fazit

Ich habe die Zeit mit „Krabat“ erneut genossen und hätte nun Lust, einmal wieder das Buch zu lesen. Das Zappelinchen war sehr angetan und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn beide Kinder alt genug sind, um den Filmabend auf den nächsten Level zu bringen. Bis dahin genieße ich auch noch die jugendfreien Filme. Diese Zeit geht ohnehin viel zu schnell vorbei: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte.)

Nachts im Museum 2 – OT: Night at the Museum: Battle of the Smithsonian (2009) (WS1)

Heute war ein eher müder Tag. Ich bin sehr spät ins Bett gekommen und viel zu früh aufgewacht. Morgens habe ich gleich gewerkelt (die Adventsbeleuchtung steht) und war danach eine Runde laufen. Nachmittags habe ich mit dem Zappelinchen für die Französisch-Schulaufgabe gelernt und dann war der Tag auch schon vorbei. Da gestern der Filmabend ausgefallen ist, stand heute „Nachts im Museum 2“ auf dem Programm, den ich zuletzt vor acht Jahren gesehen habe… 🛩

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum 2 (2009) | © 20th Century Fox

Ein netter Ausflug nach Washington, D.C.

An meine erste Sichtung von „Nachts im Museum 2“ kann ich mich nicht mehr sonderlich gut erinnern. Einzig Amy Adams als Amelia Earhart ist mir im Kopf geblieben und tatsächlich hat sie auch dieses Mal die Show gestohlen. Sehr erfrischend und tatsächlich eine schöne Chemie mit Ben Stiller. Hank Azaria sehe ich auch stets gerne, doch hier war sein Bösewicht schon beinahe zu überzogen dargestellt. Ansonsten lebt der Film nach wie vor von seiner Prämisse, Ausstellungsstücke lebendig werden zu lassen. In diesem zweiten Teil ist alles noch größer, bunter und lauter. Eine typische Fortsetzung eben.

Im Vergleich zum ersten Teil fand ich die Geschichte ein wenig zu gehetzt und ja, auch die Masse an Effekten wirkte auf mich eher ermüdend. Dabei ist der Film in nahezu jeder Szene unterhaltsam und funktioniert auch nach wie vor gut. Eben ein Kinder-Blockbuster und mehr sollte man auch nicht hinein interpretieren. Schön fand ich es, eine Jim-Henson-Figur (neben Darth Vader) zu sehen, da ich damals selbst die Jim-Henson-Ausstellung im Smithsonian-Museum besuchen konnte.

Fazit

Alles in allem war „Nachts im Museum 2“ genau der richtige Film für solch einen müden Tag. Ohne Sichtung in Gesellschaft wäre ich bestimmt eingeschlafen, doch das Lachen der Kids hat mir Energie gegeben. Einfach nette Unterhaltung, die eine Spur zu groß und effektlastig geworden ist: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nachts im Museum – OT: Night at the Museum (2006) (WS1)

Aus der vergangenen Woche hätte man locker drei machen können. Somit war ich froh, als ich bei einem entspannten Filmabend auf das Sofa sinken konnte. Die Wahl fiel dieses Mal auf „Nachts im Museum“, den ich zuletzt 2009 noch ohne Kinder gesehen habe. Er war mir noch lebhafter in Erinnerung als die damalige Bewertung vermuten lassen würde. Wie er den Kids und mir heute gefallen hat? Lest selbst… 🤠🐒

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Nachts im Museum (2006) | © 20th Century Fox

Ein großer Spaß für die ganze Familie

Die Prämisse, dass die Exponate eines Museums nachts lebendig werden, ist so simpel wie hanebüchen. Dennoch funktioniert der Film erstaunlich gut. Am meisten ist mir von der ersten Sichtung tatsächlich die Atmosphäre des nächtlichen American Museum of Natural History im Kopf geblieben. Auch heute mochte ich diese. Allerdings bietet der Film kaum Verschnaufpause, da Regisseur Shawn Levy (zuletzt mit „Free Guy“ im Kino) stets in die Vollen geht. Eine slapstickhafte Actionszene jagt die nächste und Ben Stiller kann als überforderter Nachtwächter gekonnt aufspielen.

Die Kinder hatten insgesamt viel Spaß mit dem Film, gerade in der zweiten Hälfte. Dem Zwergofant war der Spannungsaufbau zu Beginn beinahe ein wenig zu intensiv, weil dieser sehr auf Atmosphäre und den Überraschungseffekt setzt. Als dann klar war, was der Clou ist, konnte auch er die wilden Abenteuer „Nachts im Museum“ genießen. Mich hat der Film wieder an meinen eigenen Besuch des American Museum of Natural History erinnert, auch wenn dieser bereits 13 Jahre zurückliegt.

Fazit

Für heute war „Nachts im Museum“ genau der richtige Film. Ich hatte mehr Spaß als bei meiner damaligen Sichtung, was vermutlich an der Gesellschaft lag. Nun sind alle schon heiß auf die Fortsetzung, an die ich mich selbst kaum noch erinnern kann. Für diesen Teil gibt es: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nightmare Before Christmas – OT: The Nightmare Before Christmas (1993)

Eigentlich hatte ich dieses Jahr den erste Gruselfilm light für die Kids geplant und wollte „Addams Family“ mit ihnen sehen. Allerdings ist dieser, wider meinen Erinnerungen, doch erst ab 12 Jahren freigegeben, weshalb wir spontan auf „Nightmare Before Christmas“ umgeschwenkt sind. Kein wirklicher Gruselfilm, aber doch thematisch sehr passend… 🎃🎄

Nightmare Before Christmas (1993) | © Walt Disney

Nightmare Before Christmas (1993) | © Walt Disney

Ein wunderbar kreativer Animationsfilm

Meine letzte Sichtung von „Nightmare Before Christmas“ liegt schon etliche Jahre zurück. Ich war nie der größte Fan, wusste jedoch stets die audiovisuelle Kreativität zu schätzen, die dem Film aus jeder Pore dringt. Auch wenn man dieses Halloween-Märchen stets mit Tim Burton in Verbindung bringt, so saß doch Henry Selick auf dem Regiestuhl, der seitdem einiges an Erfahrung mit Stop-Motion-Filmen sammeln konnte. So ikonisch sollte jedoch kein weiterer Stop-Motion-Film von Henry Selick oder von Tim Burton selbst mehr werden. Schon alleine das Charakterdesign ist unverwechselbar (siehe auch das Szenenfoto oben).

Inhaltlich erzählt „Nightmare Before Christmas“ eine nette Geschichte, deren Grundidee für einige Gesangsnummern reicht. Der Film ist dabei mehr Musical als wirklich narrative Erzählung. Das ist auch völlig okay, man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt. Den Kindern hat eindeutig die Geschichte gefehlt und sie konnten sich für die künstlerischen Details nicht sonderlich begeistern. Vermutlich ist es auch eher ein Animationsfilm, der ein erwachsenes Publikum anspricht. Die Bilder sind teils ziemlich morbide, der Humor eher subtil und die Geschichte eher fragmentiert. Es ist für mich interessant, diesen neuen Blick auf den Film zu bekommen.

Fazit

Für mich ist „Nightmare Before Christmas“ ein Klassiker des Animationsfilms. Ich liebe den Stil und mag auch die Songs sehr. Allerdings finde ich ihn narrativ auch etwas schwach auf der Brust, was aber nicht schwer wiegt, denn für mich ist er ein knapp 80-minütiges Musical-Event. Das Zappelinchen war ob des Figurendesigns gar nicht begeistert und auch der Zwergofant fand den Film maximal nett: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 2/10 Punkte; Zwergofant: 5/10 Punkte.)

Raya und der letzte Drache – OT: Raya and the Last Dragon (2021)

Juhu, endlich Freitagabend! Das bedeutet natürlich auch Filmabend mit der Familie. Allerdings stand dieser unter der Woche häufiger auf der Kippe. Die Kinder wissen warum. Doch am Ende hat es dann ja doch geklappt und wir konnten endlich „Raya und der letzte Drache“ anschauen… 🐉

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Raya und der letzte Drache (2021) | © Walt Disney

Ein imposant animiertes Fantasy-Abenteuer

Mit „Soul“ und „Luca“ haben wir kürzlich zwei gar herausragende Filme aus dem Hause Disney gesehen. Also aus dem Hause Disney/Pixar. Bei „Raya und der letzte Drache“ handelt es sich dagegen um eine reine Disney-Produktion, was ja nichts Schlechtes sein muss. Immerhin haben sie mit „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ einen meiner liebsten Animationsfilme der letzten Jahre abgeliefert. Das Setting schien zudem recht unverbraucht zu sein und asiatische Kampfkunst, gepaart mit Fantasy-Elementen, hat schließlich bereits bei „Mulan“ (der Zeichentrickversion zumindest) bestens funktioniert.

„Raya und der letzte Drache“ sieht großartig aus! Ich mag es sehr, wie menschliche Hauptfiguren in den jüngsten Disney-Animationsfilmen aussehen. Der Look der Haut und der Abstraktionsgrad funktionieren einfach hervorragend. Inhaltlich ist die Geschichte dagegen nicht ganz so stark. Der Aufbau erinnert ein wenig an Level eines Videospiels und man bekommt nicht wirklich viel von den einzelnen Gebieten der Welt zu sehen. Da hätte ich mir fast ein wenig mehr Abwechslung und Abenteuer gewünscht. Dennoch fügen sich die einzelnen Elemente gut zusammen, die Botschaft ist schön und die Figuren, und ihre Interaktion miteinander, machen wirklich Spaß. Im Finale werden noch einmal alle emotionalen Karten gezogen und ich musste, einmal wieder, eine Träne verdrücken. Einfach schön.

Fazit

„Raya und der letzte Drache“ ist ein wunderbares Fantasy-Abenteuer, das nicht nur großartig aussieht, sondern auch wirklich extrem unterhaltsam ist. Inhaltlich nicht ganz so ausgefeilt, wie die letzten Pixar-Filme, doch mit viel Liebe fürs Detail umgesetzt. Ich hatte viel Spaß damit und die Kinder waren begeistert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Luca (2021)

Da wir gestern bis spät nachts mit einer Freundin meiner Frau zusammensaßen, gab es keinen Filmabend am Freitag. Aber heute führte kein Weg daran vorbei. Momentan haben wir Disney+ drei Monate kostenlos zum Testen, weshalb ich mit „Luca“ sogleich das jüngste Werk von Pixar vorgeschlagen habe. Wie nicht anders zu erwarten ein voller Erfolg und zugleich quasi eine Urlaubsreise nach Italien… 🌊🧜‍♀️

Luca (2021) | © Walt Disney

Luca (2021) | © Walt Disney

Perfekter Urlaubsfilm für alle Daheimgebliebenen

Erst vor ein paar Wochen haben wir mit „Soul“ den letzten Pixar-Film gesehen und ich war extrem begeistert davon. Mit „Luca“ wurde auch das jüngste Werk des Animationsstudios direkt auf Disney+ veröffentlicht. Ich mochte den Trailer sehr und war dennoch gespannt, wie mir der Film letztendlich gefallen würde. Gerade nach „Soul“, der doch deutlich mehr high concept war, schien „Luca“ eher wie ein recht einfacher Abenteuerfilm angelegt zu sein. Warum das jedoch nichts Schlechtes ist, sollte ich in den letzten 100 Minuten erleben dürfen. Meine Kinder haben sich teils weggeschmissen vor Lachen und auch ich wurde so stark in diese Welt gesogen, dass ich mich jetzt schon auf eine weitere Sichtung freue.

„Luca“ lebt stark von seiner Audiovisualität: Wir bereisen ein virtuelles Italien, welches sich jedoch so echt anfühlt, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich wirkt es so, weil es in jeder Hinsicht überhöht inszeniert ist. Allerdings nicht plump klischeehaft, sondern unglaublich herzlich und mit einem unfassbaren Blick fürs Detail. Kein Wunder, stammt Regisseur Enrico Casarosa doch aus eben solch einem Dorf, wie Portorosso. Die Geschichte um zwei junge Seeungeheuer, welche die Welt der Menschen entdecken ist voller Abenteuer, Humor und Herz erzählt. Eine Geschichte, um sich darin fallenzulassen und dem grauen Alltag zu entfliehen. Eskapismus in bestem Sinne. Am Ende hatte ich dann auch Tränen in den Augen. Pixar hat es tatsächlich einmal wieder geschafft.

Fazit

Wer, wie wir, dieses Jahr aufgrund von Corona nicht in den Urlaub gefahren ist, hat mit „Luca“ die perfekte Gelegenheit, sich das Urlaubsgefühl auf den heimischen Fernseher zu holen. Gute Laune ist garantiert und ich bin immer noch hin und weg von der Detailliebe der Filmemacher*innen. Eine große Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)

Soul (2020)

Eigentlich war ich heute Abend unglaublich platt, als wir vom Schwimmen zurückgekommen sind. Dann jedoch haben die Kinder den drängenden Wunsch nach einem Filmabend geäußert und aus irgendeinem Grund haben wir Eltern diesem nachgegeben. Dafür habe ich mich mit Pixars „Soul“ für einen Film entschieden, den ich selbst schon lange sehen wollte. Ob er auch bei den Kindern ankam, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🎹🎶🎷

Soul (2020) | © Walt Disney

Soul (2020) | © Walt Disney

Ein Film mit unfassbar viel Seele und Herz

Man hat über „Soul“ ja schon einiges gehört. Der Film ist ja bereits mit einigen Vorschusslorbeeren gestartet. Also auf Disney+, denn Kino war ja leider nicht. Auch die meisten Besprechungen danach waren sehr positiv, doch unter diesen fanden sich auch einige Stimmen, die meinten Pixar hätte hiermit einen reinen Kunstfilm für Erwachsene abgeliefert. Kinder würden sich langweilen oder keinen Zugang finden. Insofern war ich durchaus gespannt, mit was für einen Art von Film ich letztendlich rechnen könnte. Zu Pixar gehört es ja, dass die meisten Filme (z.B. „Coco“) von allen Altersklassen geliebt werden können. Bis zu einem gewissen Punkt war ich mir bei „Soul“ da selbst nicht so sicher…

Meine Sorgen sollten allerdings unbegründet sein: Die Handlung auf der Erde ist ziemlich realistisch inszeniert. Zwar besitzen alle Charaktere, inklusive Joe Gardener (übrigens die erste afroamerikanische Hauptfigur in einem Pixar-Film), eher einen Cartoon-Look, doch Schauplätze und Kamera könnten auch einem Realfilm entspringen. Ganz anders sieht es dann im Davorseits aus, welches eher abstrakt dargestellt ist. Hier habe ich mir auch für einen kurzen Moment gedacht, dass diese Abstraktionsebene, sowohl inhaltlich als auch visuell, vielleicht zu viel für die Kinder sein könnte. Dann jedoch springt der Film in eine herrliche Body-Switch-Komödie, welche teils zum Brüllen komisch ist und doch unfassbar viel Herz besitzt. Spätestens hier hatte „Soul“ uns alle für sich gewonnen. Das Finale ist dazu noch so herzerwärmend, dass mir fast eine Träne über die Wange gekullert ist. Seufz. Einfach schön.

Fazit

Für mich reiht sich „Soul“ zweifellos in die ganz großen Pixar-Werke ein. Inhaltlich ist der Film wunderbar ideenreich und unterhaltsam. Hinzu kommen die technischen Aspekt, die einfach nur beeindruckend sind. Ein voller Erfolg und das für die gesamte Familie. Pixar hat es einfach immer noch drauf: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Nur ein Tag (2017)

Der erste Tag der Sommerferien! Meine Familie ist glücklich und auch ich bin froh, dass dieses Schuljahr erfolgreich hinter allen liegt. Auch wenn heute Donnerstag ist, gab es einen spontanen Filmabend: Meine Frau Lehrerin hatte sich „Nur ein Tag“ aus der Bücherei ausgeliehen, da sie die Vorlage bereits häufiger im Unterricht behandelt hat. Auch mir ist sie daher bekannt und ich war gespannt auf die Adaption… 🐗🦊🦟

Nur ein Tag (2017) | © W-film / Lighthouse Home Entertainment

Nur ein Tag (2017) | © W-film / Lighthouse Home Entertainment

Eine fantastische Fabel filmisch vermurkst

Okay, das ist etwas hart ausgedrückt. Aber von Anfang an: In „Nur ein Tag“ geht es um zwei Freunde, ein Wildschwein und einen Fuchs, die der Geburt einer Eintagsfliege beiwohnen und die somit unfreiwillig in ihr komplettes Leben, den titelgebenden Tag, einbezogen werden. Anfangs verraten sie der Eintagsfliege noch nicht, dass diese nur einen Tag zu leben hat, sondern lassen dieses Schicksal dem Fuchs angedeihen. Die Eintagsfliege sorgt nun ihrerseits dafür, dass dieser alle Highlights eines Lebens erfährt: Schule, Ehe, Kind und glücklich alt werden. Doch die Wahrheit und das Ende sind letztendlich unausweichlich…

Soweit, so fabelhaft: Die Zeit nutzen, die einem gegeben ist und sei sie noch so gering. Glücklich sein. Eine schöne Botschaft, verpackt in eine Fabel mit sympathischen Figuren. Im Film werden diese, wie bereits im Theater, von echten Menschen gespielt. Dadurch wirkt der gesamte Film sehr theaterhaft artifiziell. Und verwirrend. Gerade für Kinder, an die sich die Botschaft richten soll. „Hä, soll das ein Wildschwein sein? Warum ist er dann ein Mensch?“ Fragen dieser Art gab es während der ersten Minuten andauernd. „Ist sie nun tot? Warum geht das Boot unter? Weil niemand paddelt?“ Schnell hat sich gezeigt, dass diese Art der unkonventionellen Inszenierung nicht funktioniert. Zumindest nicht für die Zielgruppe. Vermutlich hätten schon Masken gereicht oder die Verlagerung in ein anderes Setting. So war das jedenfalls nichts Halbes und nichts Ganzes. Dabei sind die Schauspieler*innen wirklich famos und ich mochte auch die Bilder und die musikalische Untermalung.

Fazit

Gerne hätte ich den Film geliebt, zumal Martin Baltscheit, der Autor der Vorlage, auch Regie geführt hat. Doch so toll und innovativ die Idee auch ist, so wenig mag sie in ihrer Gänze funktionieren. Schade: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018)

Nachdem der gestrige Filmabend aufgrund eine Spieleabends auf der Terrasse ausgefallen ist, war es natürlich heute soweit. Entgegen des Wunsches des Zwergofanten, haben wir allerdings nicht die Fortsetzung von „Die Unglaublichen“ geschaut, sondern „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Diesen Film wollte ich eh schon lange schauen und da wir ihn spontan ausleihen konnten, war es heute endlich soweit… 🚂

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (2018) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein toller Abenteuerfilm für die ganze Familie

Michael Endes Vorlage habe ich, so meine ich mich zumindest zu erinnern, nie gelesen. Vielleicht liegt diese Einschätzung auch nur daran, dass sich die Adaption der Augsburger Puppenkiste zu sehr in meinem Kopf eingebrannt hat, wie auch „Urmel aus dem Eis“ oder „Schlupp vom grünen Stern“. Dazu zählt natürlich auch der Titelsong „Eine Insel mit zwei Bergen“ und das Wasser aus Zellophanfolie. Ziemlich viel Nostalgie also. Die moderne Adaption von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ hatte es bei mir dennoch nicht schwer, was natürlich an Michael Endes starker Geschichte und den liebevoll geschriebenen Charakteren liegt.

Die 2018er Produktion ist in erster Linie ein Abenteuerfilm, dem man sein großes Budget von ca. 25 Millionen Euro auch ansieht. Die Reise von Jim Knopf, Lukas und Lokomotive Emma ist wahrlich beeindruckend umgesetzt und es macht viel Spaß, die wunderbar harmonierenden Figuren bei ihren Abenteuern zu begleiten. Auch wenn einige Stationen recht schnell abgehandelt werden, so nimmt sich der Film doch immer wieder Zeit für Gespräche und Charakterszenen. Und natürlich die eine oder andere Albernheit, was für einen Kinderfilm aber auch nicht ungewöhnlich ist. Bonuspunkte gibt es von mir zudem für die bewusst an Bud-Spencer-Filme angelehnte Kampfchoreographie. Inklusive Doppelbackpfeife und Dampfhammer. Herrlich!

Fazit

Mir hat „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wirklich viel Freude bereitet. Auch wenn viele Effekte zum Einsatz kommen, so spürt man das Herz, mit dem das Buch adaptiert wurde. Ich freue mich nun schon sehr auf den zweiten Teil: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016)

Letztes Wochenende ist der Filmabend aufgrund des guten Wetters ausgefallen. Heute hat es jedoch wieder viel geregnet und somit waren die Kinder heiß darauf, sich „Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien“ anzuschauen. Ich selbst war etwas träge, da ich meine zweite Corona-Impfung zwar gut vertragen habe, mich jedoch nicht super fit gefühlt habe. Doch kein Grund, den Filmabend ausfallen zu lassen, zumal ich ja auch den ganzen Tag gearbeitet habe… 🦇🏰

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien (2016) | © Sony Pictures Home Entertainment

Ein runder Abschluss der Filmreihe

Nachdem ich vor dem ersten Teil noch sehr skeptisch war, konnte mich „Die Vampirschwestern 2: Fledermäuse im Bauch“ überzeugen, es hier mit einer doch recht gelungenen Kinderfilmreihe zu tun zu haben. Der dritte Teil führt den positiven Eindruck gekonnt weiter: Dieses Mal verschlägt es die titelgebenden Schwestern nach Transsilvanien, wo Dakaria einen „Star Wars“-Moment erlebt und von der Vampirkönigin Antanasia verleitet wird, zur dunklen Seite zu wechseln. Naja, nicht so richtig, doch der Vergleich hat sich mir förmlich aufgedrängt.

Ansonsten gibt es etliche Slapstick-Szenen, viel kindgerechten Humor und ein paar schöne Abenteuermomente. Das hat mir alles recht gut gefallen und die Kinder waren natürlich begeistert. Da die jungen Schauspieler*innen langsam aber sicher ihren Rollen entwachsen, wird das wohl auch der letzte Teil der Reihe gewesen sein. Das macht aber auch nichts, denn der Abschluss ist rund und in jeder Hinsicht gelungen. Mein Favorit der Reihe bleibt jedoch der Mittelteil.

Fazit

„Die Vampirschwestern 3: Reise nach Transsilvanien“ erweitert die Welt noch einmal und die Reise nach Transsilvanien ist gespickt mit skurrilen Figuren und netten Sets. Natürlich nicht für Erwachsene gemacht, funktioniert das Werk als Familienfilm jedoch wunderbar: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  8/10 Punkte.)