Shang-High Noon – OT: Shanghai Noon (2000)

Schon der zweite Tag in Folge, den ich komplett draußen verbracht habe. Herrlich! Da es abends noch zu kalt zum draußen Sitzen war, haben wir uns mit „Shang-High Noon“ noch einen Film angeschaut. Seit „Karate Kid“ und „Rush Hour“ ist Jackie Chan den Kindern ein Begriff und da ich die Westernkomödie früher sehr gerne mochte, war die Wahl schnell gefallen. Wie uns allen der Film heute gefallen hat? 🤠

Shang-High Noon (2000) | © Buena Vista Pictures / Filmjuwelen

Shang-High Noon (2000) | © Buena Vista Pictures / Filmjuwelen

Wenn Eastern auf Western trifft

„Shang-High Noon“ gehört zu jenen Filmen, die ich damals auf DVD rauf und runter gesehen habe. Ich weiß gar nicht mehr genau wieso. Vielleicht weil die Sammlung damals noch kleiner war und es einfach ein Wohlfühlfilm ist? Auf jeden Fall konnte ich mich noch an viele Szenen und Handlungselemente erinnern. Manches davon wirkt aus heutiger Sicht etwas angestaubt (besonders die Musik abseits des Scores), doch im Großen und Ganzen funktioniert „Shang-High Noon“ immer noch sehr gut. Dies liegt zu 99% an Jackie Chan und Owen Wilson, die wirklich eine fantastische Chemie besitzen. Wenn ich alleine an die Szene im Waschzuber denke oder die erste gemeinsame Kampfszene im Saloon, dann ist das einfach ein großer Spaß.

Die Handlung selbst ist ziemlich nach Schema F erzählt, doch das macht nichts. Mit Lucy Liu und Walton Goggins (u.a. bekannt aus „Fallout“) sind auch die Nebenrollen top besetzt und es macht unglaublich viel Spaß, dem Wildwest-Abenteuer mit Eastern-Einschlag beizuwohnen. Die Kämpfe sind abermals famos choreografiert, wirken aber leider etwas zerschnitten. Dennoch wunderbare Kampfkunst mit einem bestens aufgelegten Jackie Chan. Owen Wilson trägt mindestens ebenso viel zum Film bei, denn sein Roy O’Bannen hat so manch herrlichen Spruch auf den Lippen. Zudem wirkt „Shang-High Noon“, speziell heute, wunderbar handgemacht und es gibt viele schöne und ruhige Kameraeinstellungen.

Fazit

Ich hatte heute wieder viel Spaß mit „Shang-High Noon“ und auch die Kinder waren angetan. Umso schöner, dass es mit „Shanghai Knights“ noch einen zweiten Teil gibt. Auch wenn ich den Film nun nicht wieder regelmäßig einlegen werde, möchte ich mit meiner Wertung jedoch auch die unzähligen, bereits vergangenen Sichtungen würdigen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Mid90s (2018) (WS1)

Ein langer Tag geht zu Ende. Nach der Arbeit habe ich gegen 16 Uhr noch den Rasen gemäht, dann bin ich mit dem Zwergofanten zum Karate-Training geradelt und war noch 5 km spazieren, während ich mit meiner Mama telefoniert habe. Danach sind wir wieder nach Hause geradelt, wo eine frisch gelieferte Pizza auf uns wartete. Eigentlich war es schon zu spät für einen Film, doch der Zwergofant wollte unbedingt noch einen schauen. Da er momentan oft zum Skatepark skaten geht, habe ich u.a. „Mid90s“ vorgeschlagen, für den er sich letztendlich auch entschieden hat. 🛹

Mid90s (2018) | © Alive

Mid90s (2018) | © Alive

Mehr Stimmungszeitkapsel als narrativer Film

Schon nach den ersten paar Minuten war ich am Zweifeln, ob „Mid90s“ denn die richtige Wahl war. Die Sprache ist schon wirklich derb (wir haben den Film auf Englisch geschaut). Das hatte ich fast schon wieder vergessen. Aber es gehört auch irgendwie zu dieser Zeit. Wie in meiner ersten Besprechung des Films geschrieben, hatte ich damals auch Kontakte zur Skater-Szene, wenngleich diese in Deutschland, und gerade bei uns in der Provinz, natürlich nicht so ausgeprägt war. Musik, Klamotten und auch Gehabe kamen mir deshalb erneut sehr bekannt vor. Überhaupt gelingt es Jonah Hill ziemlich famos, ein Gefühl für diese Subkultur einzufangen. Die formale Präsentation in körnigen 4:3-Bildern trägt ihren Teil dazu bei. Dieser Aspekt von „Mid90s“ hat auch heute wieder tadellos für mich funktioniert.

Inhaltlich hatte ich bereits bei der letzten Sichtung die Formelhaftigkeit beklagt, welche mir heute beinahe noch stärker aufgefallen ist. Überraschungen sind nicht zu erwarten und auch keine emotionalen Tiefschläge, wie im nur audiovisuell verwandten „Kids“ von Larry Clark. Jonah Hill setzt auf Nostalgie und Verklärung und ist inhaltlich damit diametral gegensätzlich zu Clarks Schocker. Aber das ist auch okay so, denn man kann „Mid90s“ deshalb als reinen Unterhaltungsfilm betrachten, der ein wenig unter seinen stereotypen Figuren leidet, aber insgesamt doch ein wunderbar knackiger Ausflug in die Skater-Szene der mittleren 1990er Jahre ist.

Fazit

Mir hat „Mid90s“ auch heute wieder viel Spaß gemacht. Der Zwergofant war etwas schockiert über die Ausdrucksweise unserer Skater, hatte aber sehr viel Spaß an den tatsächlich imposanten Skate-Szenen. Besonders Na-Kel Smith, der Ray spielt, ist mir positiv aufgefallen. Immer noch kein perfekter Film, doch ein knackiges Portrait einer Zeit, die für mich heute vertraut und doch unglaublich fern wirkt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf Austausch in Lettland; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Last Night in Soho (2021)

Nach einem Tag, den ich ich komplett draußen verbracht habe (Rasenmähen und etwas auf der Terrasse lesen) habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Der Zwergofant hatte seine Cousins zum „James Bond“-Schauen eingeladen, weshalb ich für Frau bullion, das Zappelinchen und mich „Last Night in Soho“ ausgesucht habe. Edgar Wrights Thriller stand schon lange auf meiner Liste und heute war es endlich soweit. 👗

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Last Night in Soho (2021) | © Universal Pictures Germany GmbH

Gefangen zwischen brillant und plump erzählt

Ich liebe Edgar Wrights Filme. Und seine Serie „Spaced“, die letztendlich die Blaupause für seine Cornetto-Trilogie war. Mit „Baby Driver“ konnte ich dagegen nicht so viel anfangen. Der Film hatte mich leider ziemlich kalt gelassen. Umso gespannter war ich also, was Wright aus einem ernsthaften Thriller-Stoff macht. Während der ersten Stunde hatte mich „Last Night in Soho“ komplett für sich eingenommen. Ich war mit Eloise (fantastisch gespielt von Thomasin McKenzie) auf der Reise und konnte mich wunderbar mit ihr identifizieren. Schon früh lässt der Film die Bedrohung durch Männer in den Vordergrund treten. In vielen kleinen Szenen, wie z.B. der Taxifahrt oder den unangenehm sexuell aufgeladenen Begegnungen im Wohnheim. Damit ist „Last Night in Soho“ aktueller denn je und ich war gespannt, wohin uns die Reise durchs nächtliche Soho führt. Zunächst einmal in die 1960er Jahre.

„Last Night in Soho“ besitzt eine fantastische Komponente: Eloise begegnet in ihren Träumen Sandie (ebenfalls großartig gespielt von Anya Taylor-Joy), welche zu Beginn all das zu verkörpern scheint, das Eloise verwehrt bleibt. Quasi „Lippels Traum“ in düster. Ab der Hälfte des Films wird „Last Night in Soho“ sehr plakativ und fast schon plump in seiner Aussage. Die Bilder sind weiterhin stark und Edgar Wright inszeniert die unausweichliche Bedrohung gekonnt. Inhaltlich mochte ich gerade die Entwicklung im letzten Drittel nicht so gerne: Ist Eloises Wahrnehmung nur so stark, weil sie an einer psychischen Erkrankung leidet? Nein, Männer verhalten sich einfach bedrohlich und übergriffig. Auch der finale Twist untergräbt die starke Botschaft des Films in meinen Augen etwas. Es gibt eine Szene, in denen die Männer als reine Opfer gezeigt werden, was mich für einen kurzen Moment wirklich geärgert hat. Glücklicherweise dreht Wright den Ausgang der Szene noch. Mit einem schlüssigeren und ja, auch konsequenteren Finale, hätte „Last Night in Soho“ ein herausragender Film werden können. So entscheide ich mich, ihn dennoch als meisterhaft inszenierten Thriller zu sehen, mit dessen inhaltlicher Ausrichtung ich nicht immer komplett einverstanden war. Muss ich aber auch nicht, denn am Ende verbleibt ein extrem spannender Psycho-Thriller mit interessanter Prämisse und tollen Figuren.

Fazit

Mir hat „Last Night in Soho“ wirklich viel Spaß gemacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich ihn beim zweiten Mal noch mehr genießen kann, da ich den Ausgang der Geschichte schon kenne. Auch meinen beiden Mitschauerinnen hat der Film sehr gut gefallen. Definitiv sehenswert. Edgar Wright kann also auch Thriller: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: hat mit seinen Cousins „James Bond 007: Spectre“ geschaut)

Zoomania 2 – OT: Zootopia 2 (2025)

Nach einem recht entspannten und verregnetem Samstag, an dem ich viel zu früh aufgestanden bin, ging es schon recht früh aufs Sofa. Alle waren platt, besonders das Zappelinchen, das einen langen Tag bei einer BRK-Fortbildung hinter sich hatte. Die Wahl für den Filmabend fiel auf „Zoomania 2“, den wir schon gerne im Kino gesehen hätten. Seit gestern läuft der Film auch auf Disney+, so dass wir ihn endlich nachholen konnten… 🐰🦊🐍

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Zoomania 2 (2025) | © Walt Disney

Eine charmante und actionreiche Fortsetzung

Der erste Teil von „Zoomania“ hat bei mir etwas gebraucht, um zu zünden. Bei der ersten Sichtung fand ich ihn nur ganz nett, doch bei der zweiten mit den Kindern war ich schon ziemlich begeistert. Bereits damals hatte ich angekündigt, die Fortsetzung unbedingt im Kino sehen zu wollen. Hat leider nicht geklappt. Dennoch haben wir uns sehr auf die heutige Sichtung gefreut. Und was soll ich sagen? „Zoomania 2“ konnte unsere Erwartungen voll und ganz erfüllen. Es ist kaum zu glauben, dass inzwischen zehn Jahre zwischen den beiden Filmen liegen. Es wirkt nicht so. Inhaltlich setzt die Fortsetzung ziemlich genau nach dem ersten Teil an und konzentriert sich dabei vorerst auf die Beziehung zwischen Judy Hops und Nick Wilde. Das fand ich einen schönen Einstieg, noch bevor der große Fall dieser Geschichte aufgerollt wird.

Beeindruckend ist erneut, wie viel es in den einzelnen Bildern zu entdecken gibt: Teils müsste man einzelne Szenen wirklich pausieren, um jeden visuellen Gag mitzunehmen. Die Welt von Zootopia wirkt einfach lebendig und ich fand es famos, in neue Biotope zu reisen. Speziell die Marsh-Market-Szene fand ich großartig! Auch der zweite Teil lebt von seinen visuellen Einfällen und der teils hanebüchenen Action. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Der Kriminalfall an sich ist durchaus spannend und interessant, aber nur wenig überraschend und sehr kindgerecht erzählt. Also genau so, wie es bei solch einem Film sein muss. Ich hatte wirklich viel Spaß mit all dem und würde mir einen dritten Teil auch gerne noch anschauen. Ein solcher wird in der Post-Credit-Szene direkt angedeutet und bei dem Erfolg von „Zoomania 2“ ist es nur eine Frage der Zeit.

Fazit

Wir alle hatten wirklich viel Spaß mit „Zoomania 2“. Ein Kinobesuch hätte sich auf jeden Fall gelohnt, doch auch zu Hause kann man viel Spaß mit Hops & Wilde haben. Die Kinder, und speziell das Zappelinchen, waren extrem begeistert und das ist schließlich alles, was man sich von einem Familienfilmabend wünschen kann. Extrem kurzweilige Unterhaltung mit schöner Botschaft: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

English Teacher – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 2)

Ich habe einmal wieder eine kurzlebige Comedy-Serie geschaut. Da „Abbott Elementary“ momentan in der Pause ist, bin ich dem Lehrbetrieb treu geblieben und habe „English Teacher“ ins Programm geholt. Mit einer Lehrerin als Frau waren die Chancen hoch, dass Interesse am Setting vorhanden ist. So war es letztendlich auch. Was uns inhaltlich erwarten sollte, wussten wir zuvor jedoch nicht… 🏳️‍🌈

English Teacher | © FX

English Teacher | © FX

Im Zentrum der Serie steht der schwule Englischlehrer Evan Marquez, der von Brian Jordan Alvarez verkörpert wird (ebenfalls Showrunner der Serie). Als ich mich während der Sichtung der zweiten Staffel darüber informierte, warum die Serie danach abgesetzt wurde, stieß ich auf Artikel um einen sexuellen Übergriff des Schauspielers und Autors. Die Geschichte ist reichlich absurd. In vielerlei Hinsicht. Von der Freundin des Opfers, die in dieser Serie dennoch eine der Hauptrollen spielt, bis zur seltsamen Vermischung von Realität und Fiktion. Ich möchte mir an dieser Stelle kein Urteil darüber erlauben und versuche die Serie deshalb möglichst losgelöst von all dem zu bewerten:

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Elio (2025)

Heute stand endlich einmal wieder ein Filmabend auf dem Programm. Nach einer der forderndsten Arbeitswochen seit einer Ewigkeit (erstaunlich wie sich das immer noch steigern kann), habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Das Zappelinchen war beim Chorauftritt ihrer Cousine. Nachdem ich den Zwergofanten vom Karate-Training abgeholt hatte, hat sich noch mein Neffe zu uns gesellt und wir haben uns den Pixar-Film „Elio“ angeschaut, den ich schon gerne im Kino gesehen hätte. Wie er uns gefallen hat? Die Kritiken waren ja nicht sonderlich berauschend… 🛸

Elio (2025) | © Walt Disney

Elio (2025) | © Walt Disney

Ein kunterbuntes Sci-Fi-Abenteuer von Pixar

Die Geschichte um den jungen Elio, der seine Eltern verloren hat und sich nun mit seiner Tante zusammenraufen muss, ging mir durchaus zu Herzen. Die Bewältigungsstrategie des Jungen, von Aliens entführt werden zu wollen, bietet so manche witzige Situation. Spätestens wenn es dann wirklich soweit kommt, befinden wir uns in einem wilden und bunten Abenteuer, welches ein hohes Tempo und viele interessante Alien-Rassen zu bieten hat. Alles rund um Bösewicht Lord Grigon hat mich ein wenig an „Lightyear“ erinnert – und ja, in dessen Liga spielt „Elio“ irgendwie auch. Sowohl was das Setting als auch was die Qualität angeht. Beiden Filmen blieb der Publikumserfolg verwehrt und ich fand sie deutlich besser als der Durchschnitt. Kein neues Pixar-Highlight, aber ein nettes Sci-Fi-Abenteuer, das so manch charmanten Gag und eine zu Herzen gehende Geschichte bietet.

Ich mochte sehr, dass sich die Hauptfigur Elio Solís tatsächlich so verhält wie ein Kind. Ein Kind, das in seiner ganz eigenen Welt lebt, was in seiner Ausnahmesituation nur zu verständlich ist. Das ist manchmal anstrengend und fast ein wenig nervig, doch konnte ich mich gut reinfühlen. Wenn das nicht gelingt, dürfte die Kritik schon deutlich harscher ausfallen, auch weil der Rest der Geschichte nicht vor Innovation strotzt und hauptsächlich durch Situationskomik und ihre Figuren zu überzeugen weiß. Dennoch finde ich es insgesamt sehr schade, dass „Elio“ an den Kinokassen so abgestraft wurde. Das hat der Film nicht verdient, zumal er nicht nur eine Fortsetzung ist.

Fazit

„Elio“ mag nicht das Highlight unter den modernen Pixar-Filmen sein, vermutlich gehört er sogar zu den schwächeren Filmen des Studios, doch am Ende bleibt immer noch ein sehr sehenswertes Sci-Fi-Abenteuer. Ich konnte mich gut darauf einlassen und hatte einen famosen Abend. Auch die Kinder hatten ihren Spaß, wenngleich der Zwergofant auch nicht ganz so begeistert war: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hat den Chorauftritt ihrer Cousine besucht; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Predator: Killer of Killers (2025)

Heute ist die gesamte Familie ausgeflogen: Frau bullion besucht mit einer Freundin ein Konzert und die Kinder sind im Rahmen der Schulplatzmiete im Theater. Was also mache ich? Natürlich einen Film schauen. Nur welchen? Ich hatte mir ein paar Optionen überlegt, doch die gestrige Erwähnung im „Genre Geschehen“-Podcast hat „Predator: Killer of Killers“ direkt auf den ersten Platz katapultiert. 🥷

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Predator: Killer of Killers (2025) | © 20th Century Studios & Hulu

Animierte Action ohne Verschnaufpause

Ich muss gestehen, dass ich von der Aussicht auf einen animierten „Predator“-Film zunächst nicht sonderlich begeistert war. Ich hatte noch „Prey“ frisch im Kopf, den ich außerordentlich gelungen fand. Als ich den ersten Trailer von „Predator: Killer of Killers“ gesehen hatte, war ich zunächst etwas enttäuscht, denn ich hatte mir einen weiteren Realfilm von Dan Trachtenberg erhofft. Von „Predator: Badlands“ erfuhr ich erst kurz danach. Auf jeden Fall war mein Bedürfnis, in diesen animierten Zwischenfilm reinzuschauen, zunächst gering. Dann häuften sich jedoch die positive Stimmen und ich hatte mir fest vorgenommen, „Predator: Killer of Killers“ vor dem nächsten Realfilm nachzuholen. Gesagt, getan.

Nach der Sichtung muss ich meine erste Einschätzung ganz klar revidieren: Ich mochte den Animationsstil unfassbar gerne. Auch der Anthologie-Aufbau hat Spaß gemacht. Tatsächlich dachte ich mir, gerade bei den ersten zwei Geschichten, dass ich sogar gerne komplette Filme à la „Prey“ in diesen Settings und mit diesen Figuren gesehen hätte. Durch die kurze Dauer der einzelnen Episoden besitzt „Predator: Killer of Killers“ ein unfassbar hohes Tempo, das kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Die dritte Episode fand ich ein wenig schwächer, doch die Zusammenführung der einzelnen Figuren dann wieder richtig stark. Der Kniff in der Mid-Credit-Szene, noch einmal alle Protagonist:innen der vorhergehenden Filme zu sehen, hat mir auch gut gefallen. Ob das nötig gewesen wäre? Vermutlich nicht. Doch wenn man das Franchise nun tatsächlich (noch) größer ausbauen will, dann ist Dan Trachtenberg schon auf einem recht guten Weg. Hier mein bisheriges Ranking der Filme:

  1. „Predator“ (1987) | 9/10 Punkte
  2. „Prey“ (2022) | 8/10 Punkte
  3. „Predator: Killer of Killers“ (2025) | 8/10 Punkte
  4. „Predator 2“ (1990) | 7/10 Punkte
  5. „Predators“ (2010) | 7/10 Punkte
  6. „Predator: Upgrade“ (2018) | 7/10 Punkte

Fazit

Ich hatte befürchtet, „Predator: Killer of Killers“ sei nur Content für einen Streaming-Dienst. Allerdings ist dieser animierte Anthologie-Film weit gelungener als ich je gehofft hätte. Jede einzelne Geschichte ist sehenswert, die Action äußerst brutal und die Figuren erstaunlich gut ausgearbeitet. Sollte man als Fan der Reihe durchaus gesehen haben. Hat mich sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Mr. Mercedes – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Über die letzten zwei Monate habe ich eine Serie geschaut, die eher zufällig in meinem Programm gelandet ist. Im Oktober habe ich einige Stephen-King-Podcasts gehört, in denen auch „Mr. Mercedes“ Erwähnung fand, die Buchvorlage der Serie. Zudem liest Frau bullion gerade den Nachfolgeroman „Holly“, wodurch ich einen Bezug zur Serie hatte. Als diese auf Netflix veröffentlicht wurde, schien mir das ein Zeichen, dass wir einmal in die Serie reinschauen sollten… 🚘

Mr. Mercedes | © Audience Network

Mr. Mercedes | © Audience Network

Bei Stephen King denken die meisten an übernatürlichen Horror. Auch ich. Durch die gehörten Podcasts wusste ich jedoch, dass „Mr. Mercedes“ eher im Thriller-Genre angesiedelt ist. Die erste Staffel kann ich allen Thriller-Fans nur empfehlen. Danach? Wenn ihr Gefallen an Bill Hodges gefunden habt, bleibt ruhig dran. Für mich hat es sich gelohnt, wie ihr im Folgenden lesen könnt:

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Wednesday – Staffel 2 (2025)

Knapp zwei Monate haben wir für die acht Episoden dieser zweiten Staffel gebraucht. Ob das an der abfallenden Qualität von „Wednesday – Staffel 2“ liegt? Wenn man sich so die Bewertungen angeschaut hat, dann könnte man davon ausgehen. Ob das auch bei unserer Sichtung der Fall war, könnt ihr in der folgenden Besprechung lesen… 🧟

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Wednesday – Staffel 2 | © Netflix

Hex-hex, Handlungsstrang vervielfache dich!

Um es ein wenig einzuordnen: Auch für die erste Staffel von „Wednesday“ haben wir beinahe einen Monat gebraucht. Mehr als ein bis zwei Episoden pro Woche sind mit der gesamten Familie nicht drin. Über die Weihnachtsferien hat uns unser „Harry Potter“-Marathon zusätzlich ausgebremst. Es lag also nicht an der Qualität dieser zweiten Staffel, sondern alleine an unserer Priorisierung. Tatsächlich fand auch ich das zweite Jahr an der Nevermore Academy schwächer als das erste. Dieses war wunderbar fokussiert erzählt. Wednesday hatte ein Mysterium zu lösen, es gab ein paar kleinere Nebenhandlungen, welche jedoch der Haupthandlung kaum in die Quere kamen, und die Auflösung war tatsächlich recht unerwartet. Das Beste jedoch: Die Kinder waren so begeistert, wie selten von einer Serie. Der Erfolg gab ihr recht, denn Tim Burton scheint mit dem Quasi-Reboot der „Addams Family“ den Zeitgeist getroffen zu haben.

Die zweite Staffel von „Wednesday“ ist eine typische Fortsetzung, denn sie bietet mehr von allem: Mehr Figuren, mehr Handlungsstränge, mehr Mysterien, mehr Addams. Klingt anstrengend? Ist es zuweilen auch. Mit Steve Buscemi (u.a. bekannt für „Fargo“ oder „Boardwalk Empire“) stößt ein bekannter Schauspieler zum Cast, den ich stets sehr gerne sehe. Gefreut habe ich mich auch über Christopher Lloyd, der in den Verfilmungen der 1990er Jahre als Onkel Fester überzeugen konnte. Was hatte ich inhaltlich erwartet? Ein komplett neues Mysterium an der Nevermore Academy. Das gibt es auch. Irgendwie. Allerdings wird noch ein weiteres eingeführt. Und noch eines. Und die Hyde-Geschichte des ersten Teils geht auch weiter. Dann hängt alles irgendwie zusammen. Auch mit den Addams, die plötzlich auch auf den Schulgrund ziehen. All das lässt die Handlung oft unfokussiert und unnötig verwirrend wirken. Zumal viele Elemente auch nicht wirklich wichtig sind. Am besten hat mir in der zweiten Staffel die sechste Episode „Kenne deine Leiden“ gefallen, die im Grunde nur eine Körpertausch-Komödie zwischen Wednesday und Enid ist. Überhaupt bietet die Serie weiterhin viele wundervolle kleine Details, die auch abseits der überladenen Mystery-Handlung funktionieren.

Fazit

Auch wenn „Wednesday“ uns im zweiten Jahr nicht mehr so komplett begeistern konnte, wie noch die erste Staffel, so bietet die Serie weiterhin gute Unterhaltung. Für das dritte Jahr wünsche ich mir wieder mehr Fokus. Trotz meiner Kritikpunkte hatten die Kinder und auch wir Erwachsenen wieder viel Spaß mit „Wednesday“ und freuen uns schon auf die dritte Staffel: 8/10 (7.6) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011) (WS1)

Wir befinden uns im neuen Jahr. Das Filmjahr 2025 habe ich mit 74 Filmen erfolgreich abgeschlossen. Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ haben wir das Filmjahr 2026 nun würdig eröffnet. Die Kinder haben sich trotz Neujahrsmüdigkeit sehr auf die Sichtung gefreut und auch ich war gespannt, wie mir der Film bei der ersten Sichtung seit 15 Jahren gefallen würde… 🚂

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Ein gekonnter Abschluss der Fantasy-Saga

Das Finale führt die Handlung von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt weiter. Es gibt kein Durchatmen oder Neusortieren. David Yates legt mit seinem letzten Film der Hauptreihe ein extrem hohes Tempo vor, was ich beeindruckend finde. Dennoch bleibt Zeit für die Figuren und auch kleinere Momente. Das wusste ich heute wirklich zu schätzen. Als dann alles auf den großen Endkampf zuläuft, wurde ich richtig emotional. So kompakt am Stück hatte ich die Reihe noch nie gesehen und das zahlte sich aus. Natürlich ist die Geschichte bereits in der Romanvorlage festgeschrieben, doch Yates transportiert die wichtigsten Elemente gekonnt auf die Leinwand. Das Buch auf zwei Teile aufzuteilen war absolut die richtige Entscheidung. Aus kreativer Sicht und bestimmt auch aus finanzieller.

Die Schlacht um Hogwarts wird tatsächlich erstaunlich gnadenlos umgesetzt und es gibt einige Todesfälle zu bedauern. Hier geht Yates in die Vollen, nachdem er den Angriff der Todesser in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ zu zahm inszeniert hatte. Im Folgenden versuche ich mich an einer Rangliste der Reihe, was gar nicht so einfach ist. Die ersten drei Plätze sind bei mir ziemlich gesetzt. Ursprünglich hatte ich den vierten Teil auch deutlich höher platziert, doch nach diesem Durchgang des Finales war ich mir nicht mehr sicher. Insgesamt ist es schon erstaunlich wie qualitativ hochwertig die Adaption trotz der vielfältigen Regisseure und der teils zu kurzen Laufzeiten gelungen ist. Ob die HBO-Serie diese Magie noch einmal einfangen können wird? Ich habe starke Zweifel. Diese Filme werden für mich stets mein „Harry Potter“ bleiben, noch weit mehr als die Bücher:

  1. „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (9/10 Punkte)
  2. „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (8/10 Punkte)
  3. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (8/10 Punkte)
  4. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ (8/10 Punkte)
  5. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ (8/10 Punkte)
  6. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (8/10 Punkte)
  7. „Harry Potter und der Feuerkelch“ (8/10 Punkte)
  8. „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (7/10 Punkte)

Fazit

Knapp vier Wochen haben wir für die Sichtung der gesamten Reihe gebraucht. Dieses Projekt war perfekt für die Weihnachtszeit. Die Kinder waren extrem begeistert, nachdem sie jahrelang überhaupt kein Interesse an der Reihe gezeigt hatten. Schon erstaunlich. Die Prequel-Filme werden daran nicht anschließen können und auch bei der Serie bin ich skeptisch. Wäre die Autorin doch nur in ihrer Zauberwelt geblieben und hätte die Realität nicht mit ihrem Hass überschüttet. Ein famos intensives Finale: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)