Nachdem wir unseren ersten kompletten Urlaubstag für den Besuch der Liechtensteinklamm genutzt hatten, wollten wir am zweiten Tag zu unserer ersten großen Wanderung aufbrechen. Dafür hatte ich einen Rundweg herausgesucht, der direkt an unserem Hotel startete. Nachdem wir uns bei einem ausführlichen Frühstück gestärkt hatten, ging es also los auf den Mühleben-Rundweg, der uns ziemlich exakt für sechs Stunden beschäftigen sollte. Warum die Wanderung abenteuerlicher war, als zunächst gedacht, könnt ihr im Folgenden lesen… ⛰️
Wir haben unser Hotel auf bekanntem Pfad verlassen und sind dann langsam aber stetig steigend Richtung Wald abgebogen. Von weiter oben hatten wir eine schöne Aussicht auf unser Hotel. Man kann hier gut erkennen, dass es wirklich etwas abseits mitten auf einer grünen Wiese steht:
Zu beginn war der Weg noch recht gut ausgebaut und die Beschilderung hat funktioniert. Einen GPX-Track hatte ich für diese Wanderung allerdings nicht. Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Doch zunächst hatten wir mit einer anderen Herausforderung zu kämpfen, denn wir mussten über eine Kuhweide laufen (es ist in Österreich durchaus üblich, dass Wanderwege über Weiden führen). Die Kühe waren einerseits neugierig, andererseits ängstlich, so dass sie mittendrin immer mal wieder zu rennen anfingen. Letztendlich sind wir gut durchgekommen, doch es wird einem schon etwas mulmig, wenn drei Kühe kurz vor einem vom oberen Hang über den Weg nach unten poltern:
Nach der Kuhbegegnung standen wir plötzlich auf einer Wiese und unser Wanderweg hörte einfach auf. Die wahrscheinliche Option führte über eine andere Weide, doch diese war mit Schloss abgesperrt. Schilder gab es plötzlich auch keine mehr. Also haben wir verschiedene Optionen angetestet und sind letztendlich ein Stück in den Wald hinein. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt „The Ritual“ noch nicht gesehen. Der von uns eingeschlagene Weg hörte mitten vor einer kleinen Schlucht auf. Es sah aus, als hätte es erst kürzlich einen Erdrutsch gegeben. Wir hatten keine andere Möglichkeit, als in die Schlucht zu klettern. Das war ziemlich abenteuerlich, weil alles matschig und feucht war. Wir wussten, dass weiter unten unser Weg verlief (meine Vermutung war, dass er aus der gesperrten Weide kam) und sind demnach in der Schlucht weiter nach unten balanciert. Kurz vor einem kleinen Wasserfall haben wir die Schlucht wieder verlassen und waren auf dem befestigten Wanderweg. Hurra!
Der nun folgende Teil war ziemlich einfach zu laufen und führte größtenteils über gut ausgebaute Versorgungsstraßen. Fast schon etwas langweilig. Es war auch viel Autoverkehr auf diesen Straßen, denn der Saisonstart stand kurz bevor (quasi eine Woche nach unserem Urlaub) und die Almen wollten ausgestattet werden.
Der Weg führte uns immer weiter nach oben und schon bald hatten wir eine famose Aussicht auf St. Johann im Pongau. An einer Stelle waren unfassbar viele Mücken und ehe wir uns versahen, waren wir komplett zerstochen.
An einer Abzweigung bot unser Rundweg die Option, noch auf den Gipfel des Gernkogel zu wandern. Das sollte zweimal 2-3 km zu unserer Wanderung hinzufügen. Da wir noch gut zu Fuß waren, und der Tag noch nicht zu weit fortgeschritten, sind wir auch diesen weiteren Anstieg angegangen.
Kurz vor dem Gipfel kamen wir auch am ersten Schnee vorbei, der noch auf einer Skipiste lag. Das war ziemlich witzig und sollte uns in den kommenden Tagen noch häufiger begegnen. Kurz danach zog Regen auf, den wir schon aus der Ferne beobachten konnten. Also sind wir schnell in unsere Regenjacken gesprungen und haben unsere Rucksäcke einigermaßen regendicht gemacht.
Der Regenschauer war kurz, aber doch recht heftig. Als er vorbei war, wurde es unglaublich schwül. Dafür konnten wir schon einen Blick auf den Gipfel erhaschen. Eigentlich hätten wir gerne etwas Kühles getrunken, doch alle Almen hatten noch geschlossen. Somit haben wir uns die letzten Höhenmeter gespart und sind, nachdem wir die schöne Aussicht genossen hatten, wieder umgekehrt. Der Zwergofant hätte hier beinahe seinen schicken Wanderstock vergessen, doch das Zappelinchen war glücklicherweise aufmerksam und wir waren erst ein paar hundert Meter weiter.
Als wir wieder auf unserem Rundweg angekommen waren, gab es erneut das Problem, dass der Wanderweg nicht ausgeschildert war. Via Wanderkarte und Google Maps haben wir dennoch den richtigen Weg gefunden. Später fanden wir auch Schilder, die einfach im Wald lagen. So etwas finde ich immer schade. Da waren unseren anderen Wanderungen (auch dank GPX-Track) deutlich besser ausgeschildert.
Inzwischen waren wir schon für gut 14 km unterwegs und es ging wieder hinunter Richtung Alpendorf. Schon recht früh konnten wir unser Hotel sehen, doch der Weg sollte sich noch ziehen. Wir waren alle schon für knapp sechs Stunden auf den Beinen und wollten einfach nur noch zurück. Im Hotel angekommen haben wir geduscht und noch ein wenig gechillt. Danach hatten wir uns das leckere Abendessen auf jeden Fall verdient!
Hier könnt ihr die Route unserer Wanderung nachvollziehen:
Distanz: 18.66 km
Zeit: 05:59:43
Anstieg: 834 m
Ø Pace: 19:17 min/km
Ø Geschwindigkeit: 3.1 km/h
Ø Herzfrequenz: 105 bpm
Ø Temperatur: 23.9 °C
Kalorien: 1932 kcal
Auch wenn unsere Wanderung entlang des Mühleben-Rundwegs durchaus einige Herausforderungen zu bieten hatte, so denke ich noch gerne daran zurück. Unsere nächsten Wanderungen sollten noch schöner werden, doch am nächsten Tag ging es für uns erst einmal in die Eisriesenwelt, was auch ein ganz besonderes Erlebnis war…

























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War ja noch bisschen Abenteuer dabei, als der Weg aufhörte. 🙂
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Auf jeden Fall! Was am Ende zu wenig Abenteuer war, war zu Beginn fast zu viel. Dennoch eine schöne Wanderung.
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So kann das machmal gehen. 😉
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