Auf der Suche nach einer neuen Serie, bin ich letztendlich über „Dept. Q – Staffel 1“ gestolpert, wovon ich schon viel Gutes gehört hatte. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht so sicher, ob sich das Reinschauen lohnt. Schließlich hatte ich mit „Erbarmen“ vor 15 Jahren bereits Jussi Adler-Olsen erfolgreiche Vorlage gelesen und vor 10 Jahren die gleichnamige Verfilmung geschaut. Ob sich die erneute Adaption als Serie dennoch gelohnt hat?

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix
Das Sonderdezernat Q in Schottland
Am Auffälligsten ist, dass die Handlung von Dänemark nach Schottland verlegt wurde. Dies kam mir entgegen, da eine Sichtung im Originalton somit deutlich einfacher war. Den Film hatte ich damals nur in der Synchro gesehen. An der Geschichte ändert das aber nicht viel, denn die Landschaft ist ähnlich spröde und die Figuren nahe an ihren Romanvorbildern dran. Einzig bei Carl Morck hatte ich das Gefühl, dass Matthew Goode (bekannt u.a. aus „Downton Abbey“) ihm einen noch energischeren Stempel aufdrückt. Hat für mich wirklich gut funktioniert. Ansonsten wird die Geschichte sehr detailreich erzählt. Was mir bei der Verfilmung „Erbarmen“ zu kurz kam, wird in der Serie recht ausschweifend aufgebaut. Dabei bekommen Figuren, wie z.B. Rose, mehr Tiefe und auch gewisse Handlungselemente werden verändert. An die Details des Romans konnte ich mich nicht mehr hundertprozentig erinnern, weshalb das Finale für mich so oder so eine Überraschung war. Erst im Nachhinein habe ich die Änderungen zum Buch nachgelesen und mich auch an diese erinnert. Welche Auflösung tatsächlich gelungener ist, könnte ich gar nicht sagen.
Inszenatorisch ist „Dept. Q“ meist hochwertig. Ich mochte den Kniff, dass die Szenen im Druckbehälter auf 4:3 gemattet wurden, was das Gefühl der Klaustrophobie noch unterstützt hat. Einzig ein paar Fahrszenen sahen mir zu sehr nach Greenscreen aus. Insgesamt ist die erste Staffel von „Dept. Q“ eine wirklich runde Geschichte, bei der Zuschauer:innen, welche das Original weder gelesen noch gesehen haben, noch mehr Spaß haben dürften. Ob nun alle weiteren Fälle abgehandelt werden? Bei dem Erfolg der Serie würde mich das nicht wundern. Ich hoffe, dass sich die detailreiche Erzählung nicht totläuft und man eine gute Balance findet. Dem zweiten Band, mit seinen vielen Rückblenden, käme die Laufzeit im Vergleich zur Verfilmung durchaus zugute.
Fazit
Mir hat die erste Staffel von „Dept. Q“ wirklich gut gefallen. Hochwertige Krimi-Unterhaltung, welche auch durch ihre famosen Schauspieler:innen überzeugt. Der Fall ist nach wie vor spannend, mag sich aber für Kenner:innen der Vorlage und der ersten Verfilmung ein wenig ausgewalzt anfühlen. Ich hatte meinen Spaß damit und freue mich bereits auf die zweite Staffel: 8/10 (8.4) Punkte.
Mir hat die Serie sehr gut gefallen. Einziges Manko für mich: Die Verlegung nach Schottland aber das kann man überleben. 🙂
Ich alle fünf Verfilmungen von Adler-Olsen durch. Die sind echt geil. Einziges Mano hier: Im 5. Film spielt jemand anderes den Kommissar.
LikeGefällt 1 Person
Also vehementer Gegner von Remakes bzw. Neuadaptionen wundert es mich aber doch, dass du die Serie geschaut hast. Aber freut mich, dass sie dir so gut gefallen hat. 🙂
Ich habe nur die ersten vier Bücher gelesen und vier Filme gesehen. Lohnt sich denn auch der 5. Teil trotz Neubesetzung? Ach, vielleicht warte ich einfach ab, ob die Serie so weit kommt.
LikeLike
Das ist Nordic noir Style. Da kann ich kaum widerstehen. 😉
Doch, der hat seine Sache gut gemacht. Ist halt nur bisschen blöd, wenn man sich an Nikolaj Lie Kaas gewöhnt hatte.
LikeGefällt 1 Person
Ja, verstehe ich. Mir fallen Wechsel von Schauspieler:innen auch immer schwer.
LikeLike
Ich mag das eigentlich überhaupt nicht.
LikeGefällt 1 Person
Schön, dass die Serie auch bei dir, als Kenner der Vorlage, so gut punkten konnte! Staffel 2 ist glaube ich sogar schon bestätigt.
LikeGefällt 1 Person
Yep, die ist schon bestätigt. Freue mich auch darauf. Kann evtl. (noch) besser funktionieren als die erste Staffel. Zumindest, wenn ich mich recht ans Buch erinnere.
LikeLike
Oh, die Serie mochte ich sehr. Sie hatte nette Spannungsbögen und die Figuren waren gut. Vor allem der doch mysteriöse Akram! Und ja, ich kenne weder Buch noch Film, so dass wir da wirklich völlig frei rein gegangen sind.
LikeGefällt 1 Person
Ich kann mir wirklich vorstellen, dass die Serie als Erstkontakt mit der Geschichte noch einmal deutlich besser funktioniert. Schön! 🙂
LikeLike
Pingback: Media Monday #763 – Jahrestag, zwei Geburtstagsfeiern und die Ehrlich Brothers | moviescape.blog