Mystic River (2003)

Nach einer langen Arbeitswoche wartet ein langes Wochenende auf uns. Wenn das einmal kein Deal ist. Zum Einstieg habe ich mir heute Abend „Mystic River“ angesehen, der schon viel zu lange auf meiner Liste stand. Erwartet hatte ich keinen leichten Film und auch zu sehen bekam ich keinen. Was Clint Eastwoods Drama rund um Schuld, Sühne und Rache tatsächlich kann, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Trostlos in Boston

„Mystic River“ hat mich sofort an einen anderen Film erinnert, der ein Verbrechen in Bosten in den Mittelpunkt der Handlung stellt: „Gone Baby Gone“ von Ben Affleck. Das ist auch kein Wunder, handelt es sich bei beiden Filmen doch um Adaptionen von Romanen, deren Autor Dennis Lehane eine Vorliebe für dieses Setting besitzt. Auch inhaltlich ähneln sich beide Filme und lassen uns Zuschauer in den düsteren Strudel des Mystic Rivers hinabgleiten. Der Ton des Films ist von Anfang an bewusst trostlos. Weder für die Charaktere noch uns Zuschauer gibt es einen Hoffnungsschimmer. Der Film beginnt mit Kindesmissbrauch und endet mit dem Mord an einem alten Freund. Harter Tobak, den Clint Eastwood kompromisslos inszeniert.

Ein düsteres Schauspielfest

Besonders begeistert haben mich die Schauspieler, allen voran Sean Penn, der dem Schmerz seiner Figur, speziell zu Beginn des Films, beeindruckend viel Ausdruck verleiht. Zu ihm gesellen sich Kevin Bacon, Tim Robbins und Laurence Fishburne, die allesamt eine beeindruckend dichte Leistung abliefern. Auch auf weiblicher Seite gibt es mit Laura Linney, Marcia Gay Harden und Emily Rossum (Fiona, „Shameless“) viel Qualität vor der Kamera, doch leider bleiben die Figuren ziemlich blass. Dies ist ein deutlicher Schwachpunkt des Films, denn er lässt seine Frauen links liegen, nur um sie in den falschen Momenten zu Verrätern oder Kriegstreibern zu machen.

Auch inhaltlich hat mich „Mystic River“ stets am Ball gehalten, wenngleich die Auflösung der Geschichte gegen Ende doch einfacher und plakativer ist, als ich es vermutet hätte. Vielleicht liegt darin aber auch der Reiz. In manchen Szenen ist Eastwoods Inszenierung ein wenig offensichtlich geraten und ich hätte mir teils einen subtileren Ansatz gewünscht, z.B. was Tim Robbins Charakter und seine Erklärungen angeht. Hier wurde viel gesagt, doch nur wenig gezeigt.

Fazit

Nach der grandiosen ersten Hälfte, während der ich noch mit einem neuen Highlight gerechnet hatte, fällt der zweite Teil des Films für mich ein wenig ab. Nicht dramatisch, doch es gab ein paar Entwicklungen, die an der Geschichte gekratzt haben. Insgesamt bietet „Mystic River“ ein Krimi-Drama vom Feinsten, das mit hochkarätigen Darstellern und einer packenden Geschichte aufwarten kann. Wer den Film noch nicht kennt, der sollte auf jeden Fall einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

15 Gedanken zu “Mystic River (2003)

  1. Ich habe vorgestern von Sean Penn geträumt. Nein, es war ganz züchtig! 😉 Ein toller Schauspieler, wie man hier sieht. Jedes Mal denke ich auch, er hat Regie geführt, so präsent ist er und seine Figur. Mir hat die unheimliche Ruhe im zweiten Teil sehr gut gefallen. Sie hatte für mich nicht so sehr ein Nachlassen, sondern vielmehr eine Ohnmacht. Ach, ganz toller Film!

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  2. Mystic River, Perfect World und Erbarmungslos sind für mich Eastwoods beste Filme (als Regisseur!). Leider hat er seit Letters from Iwo Jima nix mehr gemacht, was mir wirklich gefallen hätte (nicht das ich alles gesehen hätte aber es bräuchte schon ein mittleres Wunder, dass mir ein Film namens American Sniper gefällt).
    Aber hier sind Eastwood und vor allem Penn und Robbins in absoluter Hochform!

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    • Ich habe bisher nur „Space Cowboys“ und „Flags of Our Fathers“ von ihm gesehen und die fand ich beide nur ganz gut. Bisher gefällt mir „Mystic River“ noch am besten, doch große Motivation noch tiefer in Eastwoods Filmografie als Regisseur einzusteigen, habe ich nun auch nicht…

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  3. Pingback: Media Monday #305 | moviescape.blog

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