Journey of Love: Das wahre Abenteuer ist die Liebe – OT: Safety Not Guaranteed (2012)

Heute gibt es eine Premiere: Ich habe mit „Journey of Love: Das wahre Abenteuer ist die Liebe“ meinen ersten Film im neuen Haus gesehen. Und damit auch den ersten Film auf der lang erwarteten 5.1-Anlage, auch wenn das ruhige Sci-Fi-Märchen dafür wohl nicht der richtige Einstand war. Alles aber völlig egal, denn nach fünf Wochen Pause bedeutet das endlich wieder eine Kritik auf eurem liebsten, ähm, Filmblog… 🙂

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Aufgrund meiner Vorliebe für Zeitreisefilme bin ich schon etliche Male über „Safety Not Guaranteed“ (so der treffende Originaltitel) gestolpert. Dabei kennt den Film sonst vermutlich kaum jemand. Zuletzt hat ihn eine Besprechung auf dem filmischen Zeitreiseblog schlechthin zurück auf mein Radar gebracht – und thematisch schien er mir auch perfekt für diese Zeit der privaten Veränderungen zu sein. Den geschmiedeten Plänen drohte – trotz der kurzen Laufzeit von gerade mal 85 Minuten – jedoch akuter Schlafmangel (kranke Kinder und sehr arbeitsreiche Tage) einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ich habe der Müdigkeit jedoch erfolgreich getrotzt und wurde mit einem sehr sympathischen Filmerlebnis belohnt.

Die Prämisse ist so einfach wie genial: Ein mysteriöser Anzeigentext, der übrigens auf einer wahren Begebenheit beruht, ruft ein paar Reporter auf den Plan, die sich eine abgefahrene Geschichte erhoffen. Und darum geht es:

„Wanted: Somebody to go back in time with me. This is not a joke. P.O. Box 91 Ocean View, WA 99393. You’ll get paid after we get back. Must bring your own weapons. Safety not guaranteed. I have only done this once before.“

Wer würde da nicht neugierig werden? Was nun folgt ist weniger investigatives Recherche-Drama noch Sci-Fi-Mystery, sondern eine Tragikomödie mit Indie-Flair. Kaum zu glauben, dass ausgerechnet Colin Trevorrow, der Regisseur des diesjährigen millionenschweren Blockbusters „Jurassic World“, auf dem Regiestuhl saß. Nun schließt sich auch der Kreis und man erkennt plötzlich, was der „New Girl“-Schauspieler Jake Johnson in dem Monster-Hit zu suchen hatte. Und in beiden Filmen wird die Hauptrolle von einem „Parks and Recreation“-Alumni verkörpert. Zufall?

Doch nun zurück zum eigentlichen Film: „Safety Not Guaranteed“ atmet Indie-Charme aus jeder Pore, ist schön gefilmt und mit einem launigen Soundtrack versehen. Ich hatte großen Spaß dabei unsere verkorksten Helden bei ihrem Trip zu beobachten und große Emotionen erwartet. Diese sollten jedoch nur bedingt aufkommen, was auch am viel zu eindeutigen Finale liegt. Das wäre nicht nötig gewesen. Ein ganz ähnlicher (und doch ganz anderer Film), der das Drama viel intensiver lebt und die Auflösung deutlich subtiler angeht ist „K-PAX“ mit Kevin Spacey, den ich an dieser Stelle nur empfehlen kann.

Letztendlich ist Colin Trevorrows Film ein größtenteils wunderbar leicht erzähltes Indie-Drama, das in letzter Konsequenz zu plump auf ein eindeutiges Finale hinsteuert. Ich hatte wirklich viel Spaß damit, doch haben gerade die letzten Minuten noch einen zuvor sicheren achten Punkt von meiner Wertung weggeknabbert. Dennoch kann ich diesen leider eher unbekannten Film allen Freunden von Indie-Romanzen nur ans Herz legen: 7/10 Punkte.

20 Gedanken zu “Journey of Love: Das wahre Abenteuer ist die Liebe – OT: Safety Not Guaranteed (2012)

  1. Ich mochte den Film auch, aber das ende fand ich auch eher lahm. Da wäre es einfach viel besser gewesen, alles offen zu lassen, damit man als Zuschauer hinterher selbst interpretieren kann, ob denn nun was an der Anzeige dran war, oder eben nicht. Mit K-Pax hast du quasi schon das perfekte Beispiel dafür genannt.
    Was nebenbei gar nicht klar geht, ist der unfassbar beschissene deutsche Titel. mal davon abgesehen, dass ich es sowieso unglaublich sinnlos finde, englische Titel in andere englische Titel umzubenennen, passt der „deutsche“ Titel auch einfach mal überhaupt nicht zum Film. Da denke ich direkt an die Mega-Liebesschnulze. Deshalb habe ich den Film auch sehr lange vor mir hergeschoben. Manchmal frage ich mich wirklich, welche beschissenen Drogen die Flachpfeifen bei den Filmverleihern dieses Landes so nehmen, um auf so einen Bullshit zu kommen. Mein absoluter Favorit zu dem Thema übrigens: Im Original: „The Goat“. Zu deutsch: „Zicke Zacke Ziegenkacke.“

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    • Ja, der deutsche Titel ist total dämlich, keine Frage. Allerdings wage ich zu behaupten, dass es nicht an den Marketing-Leuten der Filmverleiher liegt, sondern in erster Linie an „uns“ – ganz bewusst in Anführungszeichen gestellt. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass solche Titel durch Meinungsumfragen und Fokusgruppen entstehen, sprich der kleinste gemeinsame Nenner wird gesucht und da werden ein paar 08/15-Kinozuschauer eben gesagt haben: Oh ja, „Journey of Love“ ist ein toller Titel! Und da Filmvermarktung ja keine brotlose Kunst ist, wird der Verleih natürlich auf den Titel setzen, der am erfolgversprechendsten bei der Zielgruppe ist. So dämlich der Titel auch sein mag.

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      • Ja, wird wohl so sein. Aber das macht es ja auch nicht besser. Deutsche Titel sind ja sowieso oft schwachsinnig, aber dieser hier ist halt auch noch völlig irreführend. Das wäre, wie wen man Rambo „From Vietnam With Love“ genannt hätte. Macht einfach keinen Sinn.
        Aber gerade dieses Ändern von englischen Titeln in andere englische Titel verstehe ich einfach überhaupt nicht. Warum wählt man dann nicht direkt einen deutschen Titel?

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      • Versteh mich nicht falsch, ich sehe das ganz genauso wie du. Unnötig und dämlich ist das. Wenn allerdings ein Film mit solch einem neuen englischen Titel mehr Leute ins Kino zieht, dann ist dies ein legitimer Grund für die Verleiher. Gut finden muss man es deswegen ja noch lange nicht.

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      • Ja, ich verstehe halt nur nicht, warum man dann nicht einfach einen dementsprechenden deutschen Titel wählt. Irgendwie macht das für mich recht wenig Sinn. Zumal man dann ja noch nen dämlicheren deutschen Zusatztitel drangeklatscht hat.

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      • Für mich sind die Originaltitel auch wichtiger. Die deutschen nenne ich hier nur so prominent, weil ich eben einen deutschen Blog betreibe und die Leser vermutlich auch eher nach dem deutschen Titel suchen.

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      • Ich denke im Fall von „Horrible Bosses“ ist eben die Frage, wie viel Deutsche tatsächlich die Bedeutung von „horrible“ kennen. Da kann ich den Wechsel zu „Kill the Boss“ schon verstehen, da „kill“ nachvollziehbarer ist. Zudem entfernt man sich auch nicht wirklich vom Inhalt des Films. In dem Fall also eher ein positives Beispiel. Grundsätzlich bin ich aber was das Thema angeht ganz bei euch 🙂

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      • Klar, das wird genau der Grund dafür sein. Dennoch wäre es nicht nötig gewesen, wie z.B. auch bei „Thor: The Dark World“ bzw. „Thor: The Dark Kingdom“. Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man sich als Filmfreund nicht auf den Schlips getreten fühlen. Der deutsche Titel ist einfach Teil der internationalen Vermarktungsstrategie.

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  2. In der Tat ein netter Film und wie Filmschrott schon erwähnte ein bescheuerter deutscher Verleihtitel.

    Das mit dem Haus ging jetzt am Ende aber rucki-zucki, wenn ihr da schon drin wohnt. Nicht schlecht. Hatte sich die Sache mit dem Zaun und dem Nachbarsgrundstück eigentlich geklärt? Da war doch irgendwas gewesen, wenn ich mich richtig erinnere…

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    • Was den deutschen Verleihtitel angeht, verweise ich auf meine Ausführungen unter Filmschotts Kommentar… 😉

      Ja, das mit dem Haus hat in den letzten Wochen noch einmal richtig Fahrt aufgenommen. Seit einer Woche wohnen wir nun schon drin und ganz langsam kehrt auch die Normalität zurück. Die Sache mit dem Zaun hatte sich schon im März geklärt. Und der zweite Nachbar, der sein Fundament auf unserem Grundstück hatte, war ohnehin sehr entspannt und zuvorkommend. Happy End sozusagen…

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  3. Pingback: Impressionen vom Haus #1: Carport, Treppe und Türen | Tonight is gonna be a large one.

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