James Bond 007: Casino Royale (2006) (WS1)

Nach einem äußerst zermürbenden Tag, fiel mir die Filmwahl heute ziemlich schwer. Letztendlich entschied ich mich dafür, meine Erinnerungen an „James Bond 007: Casino Royale“ aufzufrischen, da inzwischen beide Nachfolger im Regal stehen und auf ihre Sichtung warten. Zudem wollte ich mich nicht auf unbekanntes Terrain begeben, da es um meine Konzentration nicht mehr sonderlich gut bestellt war…

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Ich war erstaunt, wieviel von der Erstsichtung vor ca. 2 Jahren ich bereits wieder vergessen hatte. Sehr gut konnte ich mich noch an die einzelnen Actionszenen und die Casino-Sequenz erinnern, doch die Rahmenhandlung kam mir nur noch in Bruchstücken bekannt vor. Dies mag auch daran liegen, dass sie letztendlich austauschbar ist und – sieht man einmal vom letzten Drittel ab – in ähnlicher Form über die Jahre bereits ein paar dutzend Mal zu sehen war: Ein Bösewicht mit außergewöhnlichen körperlichen Merkmalen, eine Verschwörung, heiße Frauen und ein Actionheld, der stets einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben scheint. Sicher alles viel moderner inszeniert, als in den vergangenen Jahrzehnten, doch irgendwie auch typisch Bond bzw. Agententhriller.

Selbst die als stets so realistisch beschriebene Action ist ähnlich übertrieben und comichaft, wie in den alten Filmen, nur eben moderner inszeniert – und ohne Raumstationen, Unterwasserlabore und Kätzchen auf dem Arm der Bösewichte. Ich muss zugeben, dass mir diese Art von Bond in den ersten beiden Dritteln – die Folterszene einmal ausgenommen – wirklich ausgezeichnet gefallen hat. Im letzten Drittel verrennt sich der Film etwas in seiner Liebesgeschichte, die jegliche, zuvor durchaus vorhandene, Spannung zwischen Bond und Vesper Lynd (die bezaubernde Eva Green) vermissen lässt. Der Plot wird zudem undurchsichtiger und in seiner Dramaturgie holprig. All das will modern wirken und den Figuren Tiefe geben, doch letztendlich hätte ich lieber mehr vom klassischen, neuen Bond gesehen.

Wie bereits bei der ersten Sichtung teilt sich meine Wahrnehmung von „Casino Royale“ in zwei Teile: die wirklich fantastisch unterhaltsamen ersten zwei Drittel und das etwas aufgesetzt wirkende Finale. Insgesamt ein erfrischender Neustart der Reihe, der viel Spaß macht und meine Vorfreude auf die beiden Nachfolger kräftig anschürt. Zudem eignet er sich durchaus zum wiederholten Anschauen, was stets ein gutes Zeichen ist: 8/10 Punkte.

18 Gedanken zu “James Bond 007: Casino Royale (2006) (WS1)

    • Ja, für die ersten beiden Drittel auf jeden Fall, vielleicht sogar 9/10 – danach fällt es leider rapide ab, so dass ich am Schluss bei knapp 8/10 bleibe. Und Eva Green ist toll! Hat Ausstrahlung, Charakter und sieht gut aus. Aber wie bei allem Geschmackssache… 😉

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      • Naja, dieser permanent schläfrige Blick von Eva Green ist nicht gerade ansprechend ;D Aber das bezieht sich auch bisher nur auf Casino Royale, was anderes habe ich noch nicht mit ihr gesehen, glaube ich..

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      • Du verwechselst schläfrigen Blick wohl mit Schlafzimmerblick… 😉

        Ich fand sie z.B. auch in „Königreich der Himmel“ sehr gut, übrigens auch ein Film, den ich nur empfehlen kann, wenn man Historienschinken mag.

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  1. Ich hatte nach der Erstsichtung einen Punkt weniger vergeben, da war mir zu wenig Bond in diesem Bond. Habe mich aber mittlerweile mit der neuen Ausrichtung anfreunden können, doch bei der 7/10 würde ich denke ich bleiben.

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    • Ich habe auch wieder zwischen 7 und 8 Punkten geschwankt, doch mich letztendlich für die bessere Wertung entschieden. Wirklich schade, dass das Venedig-Gedöns so viel kaputt macht.

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  2. Zum Thema Realismus fällt mir nur die finale Runde Poker ein. Erster Spieler Flush, zweiter Full House, LeChiffre höheres Full House und Bond ein Straight Flush. ;D

    Ansonsten hat mir Casino Royal damals sehr gut gefallen. Wobei ich vorher kein wirklicher Bond Fan war, weil mir die Storys immer zu cheesy waren. Daniel Craig jedenfalls finde in der Rolle sehr passend. Würde mich der 8 insgesamt aber auch anschließen.

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