Slither (WS1)

Heute Abend stand ich einmal wieder vor dem DVD-Regal und konnte mich nicht wirklich für einen Film entscheiden. Eigentlich absurd, da unzählige unsehene und interessante Filme nur auf ihre Sichtung warten. Dennoch ist die Wahl auf James Gunns „Slither“ gefallen, der mich bereits bei der Erstsichtung gut zu unterhalten wusste. Irgendjemand muss dem in der Blogosphäre um sich greifenden Oscar-Wahn ja Paroli bieten…

Stärker als noch bei der letzten Sichtung sind mir die verschiedenen Subgenres aufgefallen, die James Gunn mit seiner Horrorkomödie abarbeitet. So gibt es Cronenberg’schen Körperhorror à la „Die Fliege“ zu sehen, Tierhorror mit Wuselfaktor, Sci-Fi-Horror und letztendlich hat auch noch der gute alte Zombie seinen Auftritt. Erstaunlicherweise fügt sich all das zu einer recht plausiblen Geschichte zusammen, die oft verstörender ist, als man das von der Prämisse erwartet hätte. Dies betrifft besonders die erste und die letzte Viertelstunde, die sich auf die Beziehung zwischen Starla und Grant konzentriert – und das nicht nur aufgrund der Ekeleffekte.

Natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, doch besitzt dieser nicht den Stellenwert, wie in anderen Genreparodien – falls man „Slither“ überhaupt als eine solche bezeichnen sollte. Letztendlich lebt der Film von seinen relativ gut ausgearbeiteten Charakteren, der schön eingefangenen Kleinstadtatmosphäre und den gut geschriebenen Dialogen. Die Schauspieler – allen voran Nathan Fillion (Captain Malcolm Reynolds, „Firefly“ und Richard Castle, „Castle“) – sind perfekt besetzt und es ist eine Freude ihnen bei ihrem abstrusen Abenteuer zuzusehen.

Horrorfreunde, die übertriebenem Körperhorror mit deftigen Splattereinlagen etwas abgewinnen können, sind bei dem Film an der richtigen Adresse. Ich für meinen Teil hätte durchaus auf so manche Effektorgie (besonders im Finale) verzichten können, doch hat das dem Spaß keinen Abbruch getan. Auf jeden Fall ist „Slither“ eines der interessanteren Werke im Genre-Einheitsbrei und sollte dem geneigten Horror-Fan zumindest einen Blick wert sein: 7/10 Punkte.

11 Gedanken zu “Slither (WS1)

  1. LOL, „Irgendjemand muss dem in der Blogosphäre um sich greifenden Oscar-Wahn ja Paroli bieten.“

    Schön gesagt. Ich bin ja selbst froh wenn ich ab nächster Woche wieder „normale“ Filme gucken kann. 🙂

    „Slither“ ist aber wirklich ein schöner Film. Top Besetzt und mit einer ganz brauchbaren Story sowie guten Effekten (auf die ich persönlich schon abfahre) macht der mir auch jedes Mal Spaß.

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  2. @Lars: Ja, hat auf jeden Fall wieder Spaß gemacht, wenngleich man Pardy meiner Meinung nach noch weiter in den Mittelpunkt hätte rücken können. Aber das sage ich nur als alter Nathan Fillion-Fan… 😉

    @C4rter: Irgendwie kann ich mit dem ganzen Oscar-Gedöns nur wenig anfangen. Die Zeit wird zeigen, welche Filme des Jahres wirklich wichtig waren und nicht die paar Goldjungs, die an dem einen Abend verteilt werden.

    Ich mochte bei „Slither“ die Effekte auch, doch hätte ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Ekel, Horror, Comedy und Drama dem Film noch besser getan. Dennoch auf jeden Fall ein wirklich schöner Film. Nun sollte ich wohl auch mal James Gunns „Super“ nachholen.

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