Der mit dem Wolf tanzt – Langfassung – OT: Dances With Wolves (1990)

Es gibt nur wenige Filme, die einen wirklich mit Haut und Haaren gefangen nehmen. Von denen man sich selbst nach dem Abspann nicht emotional lösen kann. Zu diesen Filmen gehört Kevin Costners „Der mit dem Wolf tanzt“. Gesehen habe ich den Film – in der Langfassung – gestern bestimmt zum dritten Mal und einmal wieder war ich erstaunt über die Wirkung dieses außergewöhnlichen Epos.

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Der Film nimmt sich viel Zeit um seine Charaktere einzuführen. Dadurch lernt man die Hauptfigur John Dunbar (Kevin Costner) wirklich kennen und kann eine emotionale Beziehung zu ihr aufbauen. Ab der Ankunft im verlassenen Fort braucht man als Zuschauer diese starke Identifikation auch, da der Film sonst nicht funktionieren würde. Man lebt sein Leben in der Wildnis. Man lernt mit ihm die neuen Nachbarn kennen und durch ihn tanzt man auch mit dem Wolf.

Begleitet wird die wunderschöne Geschichte von unglaublichen Naturbildern, die in einem fast schon verzauberten Licht erstrahlen. Der Kameramann transportiert den Westen wirklich spürbar ins heimische Wohnzimmer. Umso beeindruckender auf Blu-ray. Dabei ist die Landschaft nie nur schmuckes Beiwerk, sondern hilft stets die Geschichte zu erzählen. Ebenso wichtig und imposant ist John Barrys fantastischer Score, welcher dem Epos durchgehend als emotionaler Anker dient.

Die Annäherung zwischen Dunbar und den Ureinwohnern Amerikas wird sehr behutsam erzählt. Costners Figur geht so offenherzig auf diese ihm fremde Kultur zu, dass man den Mann nur bewundern kann. Trotzdem wirkt der Film durchaus realistisch, da hier nicht glorifiziert wird und die unterschiedlichen ethischen Grundlagen beider Kulturen durchaus kritisch betrachtet werden. Sehr gewinnend finde ich hier die Erzählerstimme, die nicht im Raum schwebt, sondern durch Johns Tagebuch fest im Film verankert ist.

Besonders beeindruckt hat mich in „Der mit dem Wolf tanzt“ vor allem Costners Spiel. Man nimmt ihm die Rolle voll und ganz ab – wenn man dazu noch bedenkt, dass er bei diesem Film für nahezu alles verantwortlich war, kann man nur sagen: Hut ab, Mr. Costner! Es stecken so viele wunderbare Details in dem Film, wie z.B. der titelgebende Wolf als Metapher für die Annäherung mit der Natur, dass man aus dem Entdecken gar nicht mehr heraus kommt.

„Der mit dem Wolf tanzt“ ist ein überwältigendes Filmerlebnis, das emotional zu berühren weiß. Durch die lange Laufzeit erinnert man sich noch während der Film läuft an gewisse vergangene Szenen zurück, was einen noch enger mit den Filmfiguren zusammenschweißt. Ein wahres Epos und einer meiner persönlichen Lieblinge: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsfilm

15 Gedanken zu “Der mit dem Wolf tanzt – Langfassung – OT: Dances With Wolves (1990)

  1. Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Einer der besten „Western“-Filme, die es gibt. Muss ich mir bei Gelegenheit auch mal wieder anschauen, die letzte Sichtung liegt schon einige Jährchen zurück.

    Und „The Plan“ schaue ich mir auch die Tag an, dann lese ich den unten stehenden Blogeintrag auch noch.

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  2. Schliesse mich meinem Vorredner an. Auch meine Sichtung ist schon eine Weile her. Aber da ich auch die Blu-ray besitze, werde ich eine baldige zweite Sichtung ins Auge fassen.

    Was die Wertung angeht stimme ich dir natürlich zu. 🙂

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  3. @thwidra: Finde ich auch, zumal ich mit dem Westerngenre ansich gar nicht so viel anfangen kann. Bei „Der mit dem Wolf tanzt“ stimmt für mich aber alles. Die behutsame Erzählweise, die ruhige Inszenierung, die wunderbare Musik. Wirklich kein typischer Western.

    Bin auf deine Meinung zu „The Plan“ gespannt!

    @DarKesT: Die Sichtung auf Blu-ray wird dich umhauen! Die wunderschöne Landschaftsbilder zaubern den Westen direkt in dein Wohnzimmer. Selbst auf meinem 42 Zoller ein Traum. Hat sich voll und ganz gelohnt, das Update der DVD.

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  4. Auf jeden Fall Costners Meisterwerk, ich schaue ihn immer wieder gerne. Leider hat er danach den Spleen bekommen, immer der einsame Held in einer epischen Story sein zu wollen, und diese Einbildung wollte man irgendwann nicht mehr sehen. Open Range ist auch ein fantastischer Film, bis Costner im letzten Drittel eine One Man Show draus macht und es versaut.

    Aber Der mit dem Wolf tanzt: 10/10

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  5. Von Costner nachfolgenden Filmen habe ich noch gar nicht so viele gesehen. „Waterworld“ ist mir noch im Gedächtnis, aber da hatten wir auch schon das One-Man-Show Phänomen. „Open Range“ werde ich mir mal vormerken, doch an „Der mit dem Wolf tanzt“ wird in dieser Richtung so schnell sowieso nichts herankommen.

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  6. Oh! Ob ich da nicht wieder schwach werde? Obwohl ich ja sowieso nur die Langfassung schauen werde und wohl nie die kürzere Kinofassung. Die Extras kenne ich auch schon von der DVD-Version. Hmm, mal sehen ob es mich nicht doch in einem schwachen Moment erwischt… 😉

    Achja, danke für die Info!

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  7. Ja, geht mir auch so. Habe den Film in der Special Edition auf DVD und dazu noch die Blu-ray.
    Mal schauen wie der Preis sein wird.
    Optisch macht die Edition schon mal was her. 🙂

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  8. Oh ja! Ich fand schon die DVD-Box sehr schön, welche ich aber mittlerweile verkauft habe. Ich habe da so eine nur eine Ausgabe von einem Film Regel, welche allerdings durch die Ausnahme „Blade Runner“ bestätigt wird… 😉

    Insofern würde sich diese neue Auflage für mich schon lohnen. Hmm, aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit…

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    • Ich habe natürlich die 4-stündige Langfassung gesehen. Etwas anderes kommt für mich nicht in Frage. Welche Fassung letztendlich der eigentliche Director’s Cut ist, ist ja je nach Quelle unterschiedlich, deshalb hatte ich mich für die Bezeichnung Langfassung entschieden.

      Kurze Kritik ist gut… 😉

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