Dept. Q – Staffel 1 (2025)

Auf der Suche nach einer neuen Serie, bin ich letztendlich über „Dept. Q – Staffel 1“ gestolpert, wovon ich schon viel Gutes gehört hatte. Allerdings war ich mir zu Beginn nicht so sicher, ob sich das Reinschauen lohnt. Schließlich hatte ich mit „Erbarmen“ vor 15 Jahren bereits Jussi Adler-Olsen erfolgreiche Vorlage gelesen und vor 10 Jahren die gleichnamige Verfilmung geschaut. Ob sich die erneute Adaption als Serie dennoch gelohnt hat?

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Dept. Q – Staffel 1 | © Netflix

Das Sonderdezernat Q in Schottland

Am Auffälligsten ist, dass die Handlung von Dänemark nach Schottland verlegt wurde. Dies kam mir entgegen, da eine Sichtung im Originalton somit deutlich einfacher war. Den Film hatte ich damals nur in der Synchro gesehen. An der Geschichte ändert das aber nicht viel, denn die Landschaft ist ähnlich spröde und die Figuren nahe an ihren Romanvorbildern dran. Einzig bei Carl Morck hatte ich das Gefühl, dass Matthew Goode (bekannt u.a. aus „Downton Abbey“) ihm einen noch energischeren Stempel aufdrückt. Hat für mich wirklich gut funktioniert. Ansonsten wird die Geschichte sehr detailreich erzählt. Was mir bei der Verfilmung „Erbarmen“ zu kurz kam, wird in der Serie recht ausschweifend aufgebaut. Dabei bekommen Figuren, wie z.B. Rose, mehr Tiefe und auch gewisse Handlungselemente werden verändert. An die Details des Romans konnte ich mich nicht mehr hundertprozentig erinnern, weshalb das Finale für mich so oder so eine Überraschung war. Erst im Nachhinein habe ich die Änderungen zum Buch nachgelesen und mich auch an diese erinnert. Welche Auflösung tatsächlich gelungener ist, könnte ich gar nicht sagen.

Inszenatorisch ist „Dept. Q“ meist hochwertig. Ich mochte den Kniff, dass die Szenen im Druckbehälter auf 4:3 gemattet wurden, was das Gefühl der Klaustrophobie noch unterstützt hat. Einzig ein paar Fahrszenen sahen mir zu sehr nach Greenscreen aus. Insgesamt ist die erste Staffel von „Dept. Q“ eine wirklich runde Geschichte, bei der Zuschauer:innen, welche das Original weder gelesen noch gesehen haben, noch mehr Spaß haben dürften. Ob nun alle weiteren Fälle abgehandelt werden? Bei dem Erfolg der Serie würde mich das nicht wundern. Ich hoffe, dass sich die detailreiche Erzählung nicht totläuft und man eine gute Balance findet. Dem zweiten Band, mit seinen vielen Rückblenden, käme die Laufzeit im Vergleich zur Verfilmung durchaus zugute.

Fazit

Mir hat die erste Staffel von „Dept. Q“ wirklich gut gefallen. Hochwertige Krimi-Unterhaltung, welche auch durch ihre famosen Schauspieler:innen überzeugt. Der Fall ist nach wie vor spannend, mag sich aber für Kenner:innen der Vorlage und der ersten Verfilmung ein wenig ausgewalzt anfühlen. Ich hatte meinen Spaß damit und freue mich bereits auf die zweite Staffel: 8/10 (8.4) Punkte.

Havoc (2025)

Was macht man als Filmliebhaber, der in den letzten Jahren alle harten Filme verpasst hat, weil er nur noch Filme mit der Familie schaut (und das wohlgemerkt freiwillig und gerne), an einem freien Abend? Natürlich noch einen zweiten Film raussuchen. Nachdem ich bereits „Predator: Killer of Killers“ geschaut hatte, habe ich direkt noch Gareth Evans‘ „Havoc“ nachgeholt. Wie mir die Schlachtplatte gefallen hat? 🚔

Havoc (2025) | © Netflix

Havoc (2025) | © Netflix

Düstere und ultrabrutale Comic-Action

Mit „The Raid: Redemption“ hat Gareth Evans einen modernen Klassiker inszeniert und eine ganze Welle an beinharten Actionfilmen aus dem asiatischen Raum losgetreten. Der ultrabrutale Höhepunkt war bisher wohl „The Night Comes for Us“, welcher in verschiedenster Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat. Mit „Havoc“, der sich jahrelang in der Produktionshölle befand, ist Gareth Evans wieder zu der Art Film zurückgekehrt, mit der er seinen ersten großen Erfolg feiern durfte. Dieses Mal befinden wir uns jedoch in einer nicht näher benannten amerikanischen Großstadt, die am ehesten an Gotham City erinnert. Kein Wunder, dass sich Tom Hardy hier wohlfühlt. Die Stadt wirkt wie ein überstilisierter Sündenpfuhl, was durch den übermäßigen CGI-Einsatz noch unterstrichen wird. Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich diesen weit nicht so schlimm fand, wie man teils lesen kann. Die Künstlichkeit der Bilder passt irgendwie zur comichaft übertriebenen Atmosphäre.

Die Geschichte ist im Prinzip ein 08/15-Gangsterdrama mit korrupten Polizisten und ein paar jungen Erwachsenen, die zwischen die Fronten geraten. Im Grunde lebt „Havoc“ von zwei großen Actionszenen, welche atemlos und atemberaubend inszeniert sind. Das hat Gareth Evans wirklich drauf und wenn man Spaß an comichaft überzogener Gewalt hat, dann macht sowohl der Kampf im Nachtclub als auch das Finale in der Waldhütte enorm viel Spaß. Tom Hardy passt perfekt in diese Rolle und man merkt, dass er ein erfahrener Kampfsportler ist. Die Kämpfe sind wahrlich brachial und schmerzhaft anzusehen. Auch hier fällt das CGI-Blut in manchen Momenten auf, doch für mich war das nicht schlimm oder groß ablenkend. Geschmerzt hat mich eher so mancher Dialog oder wie sich die Geschichte teils entwickelt. Hier ist wenig Substanz vorhanden, was schade ist. Somit wird mir außer den ultrabrutalen Kampfszenen nur wenig in Erinnerung bleiben. Diese aber auf jeden Fall.

Fazit

„Havoc“ ist ein Film, bei dem der Name Programm ist. Lasst euch von den teils zu harten Kritiken nicht abschrecken. Der Film ist wahrlich nicht perfekt und hat so seine Probleme, doch darüber hinaus bietet er harte Action-Unterhaltung, wie man sie von Gareth Evans gewöhnt ist. Ich hatte meinen Spaß damit: 7/10 Punkte.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – OT: Fantastic Beasts and Where to Find Them (2016) (WS1)

Das Winterwunderland hält uns weiter voll im Griff. Fast könnte man von verzögerter Weihnachtsstimmung sprechen. Somit haben wir uns heute zum zweiten Filmabend des Jahres vor dem Fernseher versammelt und „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ eingelegt. Nach unserem „Harry Potter“-Marathon im Dezember ging es also zurück in die magische Welt. Wie uns die Reise gefallen hat? 🧳

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016) | © Warner Home Video

Ein (zu) effektgeladenes Prequel mit Charme

Ich habe „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ vor acht Jahren schon einmal gesehen. Damals hat mir der Film recht gut gefallen, wenngleich er für mich auch nicht an die Hauptreihe anschließen konnte. Ich kann direkt vorwegnehmen, dass mein Eindruck nach der heutigen Sichtung ein recht ähnlicher ist: Ich mochte die erste Hälfte sehr gerne, die sich hauptsächlich um die Ankunft Newt Scamanders in New York City dreht. Seine phantastischen Tierwesen sind tatsächlich ziemlich fantastisch und auch die Dynamik mit seinem neuen No-Maj-Freund hat mir wieder wirklich gut gefallen. Es sind die kleinen Details der Zauberwelt, die ich mochte: Das magische Tischdecken, die Unterschiede zwischen der amerikanischen und der britischen Zauberwelt usw. Dort hatte mich David Yates‘ Film, der zudem ausgesprochen gut aussieht. Ein perfektes Prequel also?

Inhaltlich ist das wohl der Punkt, der mich am meisten stört: „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wirkt etwas unentschlossen, ob er nun eine große Prequel-Geschichte rund um Gellart Grindelwald erzählen soll oder doch eher einen kleinen und verspielten Ausflug in die Welt der phantastischen Tierwesen. Zudem war mir der Action-Anteil im letzten Drittel deutlich zu hoch. Weniger CGI-Bombast wäre definitiv mehr gewesen. Auch kann ich die FSK-Einstufung einmal wieder nicht nachvollziehen. Mit sechs Jahren hätten sowohl ich als auch meine Kinder Albträume gehabt. Am Ende kommt es natürlich zur großen Überraschung, welche aber auch irgendwie verpufft. Mal sehen, wie der Prequel-Aspekt nun in den folgenden Filmen ausgebaut wird. Ich befürchte nämlich, dass die Reise genau dorthin gehen wird.

Fazit

Ich hatte größtenteils wieder viel Spaß mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Auch erkenne ich an, dass es schwierig ist, dem Erfolg der „Harry Potter“-Filme nachzueifern. David Yates hat vieles richtig gemacht, doch ob das alles wirklich nötig gewesen ist? Das kann man sich gerade bei Prequels immer fragen. Den Kindern hat der Film deutlich besser gefallen, doch auch ich freue mich nun auf die beiden weiteren Teile: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 (2011) (WS1)

Wir befinden uns im neuen Jahr. Das Filmjahr 2025 habe ich mit 74 Filmen erfolgreich abgeschlossen. Mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ haben wir das Filmjahr 2026 nun würdig eröffnet. Die Kinder haben sich trotz Neujahrsmüdigkeit sehr auf die Sichtung gefreut und auch ich war gespannt, wie mir der Film bei der ersten Sichtung seit 15 Jahren gefallen würde… 🚂

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2 (2011) | © Warner Home Video

Ein gekonnter Abschluss der Fantasy-Saga

Das Finale führt die Handlung von „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ direkt weiter. Es gibt kein Durchatmen oder Neusortieren. David Yates legt mit seinem letzten Film der Hauptreihe ein extrem hohes Tempo vor, was ich beeindruckend finde. Dennoch bleibt Zeit für die Figuren und auch kleinere Momente. Das wusste ich heute wirklich zu schätzen. Als dann alles auf den großen Endkampf zuläuft, wurde ich richtig emotional. So kompakt am Stück hatte ich die Reihe noch nie gesehen und das zahlte sich aus. Natürlich ist die Geschichte bereits in der Romanvorlage festgeschrieben, doch Yates transportiert die wichtigsten Elemente gekonnt auf die Leinwand. Das Buch auf zwei Teile aufzuteilen war absolut die richtige Entscheidung. Aus kreativer Sicht und bestimmt auch aus finanzieller.

Die Schlacht um Hogwarts wird tatsächlich erstaunlich gnadenlos umgesetzt und es gibt einige Todesfälle zu bedauern. Hier geht Yates in die Vollen, nachdem er den Angriff der Todesser in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ zu zahm inszeniert hatte. Im Folgenden versuche ich mich an einer Rangliste der Reihe, was gar nicht so einfach ist. Die ersten drei Plätze sind bei mir ziemlich gesetzt. Ursprünglich hatte ich den vierten Teil auch deutlich höher platziert, doch nach diesem Durchgang des Finales war ich mir nicht mehr sicher. Insgesamt ist es schon erstaunlich wie qualitativ hochwertig die Adaption trotz der vielfältigen Regisseure und der teils zu kurzen Laufzeiten gelungen ist. Ob die HBO-Serie diese Magie noch einmal einfangen können wird? Ich habe starke Zweifel. Diese Filme werden für mich stets mein „Harry Potter“ bleiben, noch weit mehr als die Bücher:

  1. „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ (9/10 Punkte)
  2. „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ (8/10 Punkte)
  3. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (8/10 Punkte)
  4. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ (8/10 Punkte)
  5. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2“ (8/10 Punkte)
  6. „Harry Potter und der Halbblutprinz“ (8/10 Punkte)
  7. „Harry Potter und der Feuerkelch“ (8/10 Punkte)
  8. „Harry Potter und der Orden des Phönix“ (7/10 Punkte)

Fazit

Knapp vier Wochen haben wir für die Sichtung der gesamten Reihe gebraucht. Dieses Projekt war perfekt für die Weihnachtszeit. Die Kinder waren extrem begeistert, nachdem sie jahrelang überhaupt kein Interesse an der Reihe gezeigt hatten. Schon erstaunlich. Die Prequel-Filme werden daran nicht anschließen können und auch bei der Serie bin ich skeptisch. Wäre die Autorin doch nur in ihrer Zauberwelt geblieben und hätte die Realität nicht mit ihrem Hass überschüttet. Ein famos intensives Finale: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 – OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 (2010) (WS1)

Wir nähern uns dem großen Finale. Nach einem entspannten Montag, an dem uns  sowohl meine Mama als auch mein Schwiegervater besucht hatten, ging es abends mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ zurück in die Zauberwelt. Meine letzte Sichtung des Films war damals im Kino und ich war gespannt, ob ich mich noch an relevante Details erinnern können würde… 🪦

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1 (2010) | © Warner Home Video

Eine Geschichte mit Raum zum Atmen

Mir war vor allem die Atmosphäre des Films noch im Kopf. Gerade die einsame und verzweifelte Suche von Harry, Ron und Hermine nach den Horkruxen. Diese Szenen mochte ich bereits in der Romanvorlage sehr und David Yates hat sie famos auf die Leinwand gezaubert. Man merkt „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ in nahezu jedem Moment an, dass mehr Zeit für die Geschichte vorhanden ist. Auch wenn Warner, ähnlich wie Lionsgate mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay“, die Zweiteilung aufgrund von Gewinnmaximierung angestrebt haben dürfte, so kommt die zusätzliche Laufzeit der Geschichte und ihren Figuren doch zugute. Anders als „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirkt die Handlung weniger gehetzt und es ist mehr Raum für zwischenmenschliche Szenen und nötige Erklärungen.

„Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“ ist erneut sehr düster geraten und der magische Ton der frühen Filme fehlt nahezu komplett. David Yates erweist sich als mehr als nur kompetenter Regisseur, der hiermit seinen bisher besten Beitrag zur Reihe abliefert. Auch die jungen Schauspieler:innen können zeigen, was in ihnen steckt. Aufgrund seiner Struktur, und der veränderten Schauplätze, fühlt sich der erste Teil des Finales kaum noch an wie ein klassischer „Harry Potter“-Film. Er endet auf einem emotionalen Höhepunkt und wir hätten danach noch gut weiterschauen können. Das endgültige Finale wird allerdings erst im neuen Jahr folgen, da die nächsten beiden Tagen bereits verplant sind. Die Vorfreude ist schon groß.

Fazit

Auch bei der zweiten Sichtung hat „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1“  wunderbar für mich funktioniert. David Yates hat die Vorlage gelungen adaptiert und echten Mehrwert aus der zusätzlichen Laufzeit geschaffen. Die Kinder waren auch beide begeistert, nur der Mord an einer der Figuren ist ihnen ziemlich nah gegangen. Einer der rundesten Filme der Reihe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Halbblutprinz – OT: Harry Potter and the Half-Blood Prince (2009) (WS1)

Die Zeit rennt. Heute haben wir die Halbzeit der Ferien bzw. des Urlaubs erreicht. Erfahrungsgemäß geht es nun schnell. Bevor es jedoch soweit ist, haben wir uns „Harry Potter und der Halbblutprinz“ angeschaut. Der erste Film der Reihe, den ich bisher nur einmal und zwar damals im Kino gesehen habe. Vor unglaublichen 16 Jahren und damit so lange her, dass ich mich kaum noch an ihn erinnern konnte. 🪄

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Halbblutprinz (2009) | © Warner Home Video

Düsternis überzieht jeden Winkel von Hogwarts

War bereits „Harry Potter und der Orden des Phönix“ ein recht düsterer Film, so hat David Yates in „Harry Potter und der Halbblutprinz“ die Sättigung beinahe komplett rausgedreht. Der Film wirkt in 90% alles Szenen fast schon monochrom und teils so düster, dass es schwer fällt, etwas zu erkennen. Der visuelle Eindruck reflektiert die Handlung. Auch wenn es noch ein paar witzige und emotionale Szenen gibt, so liegt über dem Film ein Schleier der Vorahnung. Ich kann mich noch dunkel an die Buchvorlage erinnern und dass ich damals wirklich betroffen war, was das Finale angeht. Ein großer Teil Hoffnung und Sicherheit fällt nun für unsere Hauptfiguren weg. Ein geschickter Schachzug, der durchaus auch emotional in der Verfilmung umgesetzt wurde. Deutlich besser als eine ähnliche Szene im Vorgänger.

Im Gegensatz zu diesem wirkt die Handlung nicht zu sehr eingedampft. Die Figuren bekommen Raum zum Atmen und auch neue Charaktere, wie Professor Horace Slughorn, werden ausreichend ausführlich eingeführt. Wunderbar fand ich auch die Reise von Harry und Dumbledore, die Yates herrlich abenteuerlich und gruselig inszeniert hat. Davon hätte ich gerne mehr gesehen. Ansonsten wurde die Erklärung der Horkruxe auf ein Minimum reduziert und ich meine mich zu erinnern, dass diese im Buch deutlich ausführlicher war. Aber ich mag mich auch täuschen.

Fazit

Ich mochte „Harry Potter und der Halbblutprinz“ wirklich sehr gerne. David Yates lehnt sich komplett in die Düsternis und das funktioniert erstaunlich gut. Auch die Kinder hatten viel Freude mit dem Film und konnten den Ausgang nicht fassen. Mir ging es damals, nach dem Lesen der Vorlage, nicht anders. Nun freuen wir uns schon auf das große Finale in zwei Teilen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Orden des Phönix – OT: Harry Potter and the Order of the Phoenix (2007) (WS2)

Nach einem recht entspannten Samstag zwischen den Jahren ging es abends natürlich mit unserer aktuellen Filmreihe weiter: „Harry Potter und der Orden des Phönix“ gehört zu den Filmen des Franchises, die ich schon mehrfach auf meinem Blog besprochen habe. Weil sie einfach in diese Zeitspanne fallen. Da möchte ich gar nicht drüber nachdenken, was das über mein Alter aussagt. Also lieber zum Film… 🔮

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Orden des Phönix (2007) | © Warner Home Video

Ein zu effizient erzählter Mittelteil

Mit David Yates sitzt hier erstmals der Regisseur auf dem Regiestuhl, der den größten Teil der „Harry Potter“-Filme inszeniert hat. Dabei hat er die Reihe interessanterweise am wenigsten geprägt. Yates ist ein famoser Handwerker, der viel von Alfonso Cuaróns etabliertem Stil aufgreift. Der Look ist stimmig und auch die Geschichte wird greifbar. Dabei ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ das dickste Buch der Reihe, die Verfilmung jedoch die kürzeste. Somit bleibt vermutlich (ich kann mich kaum noch an die Vorlage erinnern) einiges auf der Strecke und auch die Essenz fühlt sich stark eingedampft an. Als würde Yates die einzelnen Stationen nur abhaken.

Was gezeigt wird sieht toll aus und ist auch wirklich stimmungsvoll umgesetzt. Einzig würde ich mir wünschen, dass wir an den Schauplätzen ein wenig länger verharren dürften. Selbst der große Verlust des Films wirkt viel zu schnell abgehandelt. Es gibt keine Zeit für Trauer. Zudem erinnern die Zauberkämpfe eher an Sci-Fi-Blaster-Schüsse oder auch „Ghostbusters“-Action und weniger an heraufbeschworene Magie. Auch hier wird viel der zeitlichen Effizienz geopfert. Fantastisch fand ich dagegen Dolores Umbridge, welche großartig von Imelda Staunton (u.a. „The Crown“) verkörpert wird. Eine wahrlich hassenswerte Figur. Auch der erneut aufziehende Faschismus ist ein großer Teil der Geschichte und selbst in der verkürzten Version wird die Bedrohung greifbar. Heute leider relevanter denn je.

Fazit

Auch wenn David Yates „Harry Potter und der Orden des Phönix“ zu wenig Raum gibt, und ich nicht mehr so angetan bin wie bei der letzten Sichtung vor 16 Jahren, so funktioniert die Geschichte und Inszenierung dennoch. Neue Impulse darf man hier allerdings nicht erwarten und doch ist es ein Kunststück die ausufernde Geschichte auf gut zwei Stunden einzudampfen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Harry Potter und der Feuerkelch – OT: Harry Potter and the Goblet of Fire (2005) (WS1)

Der zweite Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Wir waren bei meiner Schwägerin eingeladen und haben dort einen schönen (und kalorienreichen) Tag verbracht. Abends war ich noch eine kurze Runde spazieren und danach hat sich die Familie auf dem Sofa versammelt, um „Harry Potter und der Feuerkelch“ zu schauen. Da meine letzte Sichtung bereits 18 Jahre zurückliegt, war ich sehr gespannt, wie mir der Film heute gefallen würde… 🏆

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Feuerkelch (2005) | © Warner Home Video

Vier Champions und ein Todesfall

„Harry Potter und der Feuerkelch“ kommt bei Fans der Buchvorlage nicht sonderlich gut weg. Drehbuchautor Steve Kloves scheint einige Handlungsstränge verändert bzw. eingedampft zu haben. Ich selbst kann mich an das Buch nicht mehr gut genug erinnern, um das einschätzen zu können. Als Film an sich betrachtet funktioniert Mike Newells Adaption ausgezeichnet. Dem Regisseur, der u.a. für „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ bekannt ist, gelingt es wunderbar, eine Coming-of-Age-Geschichte mit einem Fantasy-Abenteuer zu verknüpfen. Die Hormone spielen bei unseren Figuren verrückt und das wird für mich gekonnt in den Film eingebracht. Insgesamt wirkt „Harry Potter und der Feuerkelch“ dadurch ein wenig leichter als noch der düstere Vorgänger „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Am Ende wartet dennoch ein Todesfalls, der die Zauberwelt von Hogwarts erschüttert.

Das erste Auftauchen von Voldemort ist, mit Ralph Fiennes in der Rolle des untoten Magiers, gekonnt inszeniert. Die Bedrohung wird spürbar und diese bleibt nicht ohne Konsequenzen. Auch sehr gut gefallen hat mir Brendan Gleeson als Mad-Eye Moody, der eine fantastische Performance abliefert. Mike Newells Film nimmt sich somit insgesamt Zeit für seine Figuren und peitscht die größere Handlung trotz zweieinhalb Stunden Laufzeit ziemlich durch. All das funktioniert für mich wirklich gut, auch wenn weder der unverwechselbare Stil eines Chris Columbus noch eines Alfonso Cuarón erreicht wird. Das kommt mit dem Disclaimer, dass ich mich an die Buchvorlage kaum noch erinnern kann. Fans sehen das somit bestimmt anders.

Fazit

Wir ich erwartet hatte, war „Harry Potter und der Feuerkelch“ ein voller Erfolg beim Zappelinchen. Dem Zwergofant hat der Vorgänger dagegen etwas besser gefallen. Ich selbst wurde wunderbar unterhalten, auch wenn der Film teils wie Malen nach Zahlen wirkt. Ein packender Mittelteil der Reihe: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Harry Potter und der Gefangene von Askaban – OT: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (2004)

Der erste Weihnachtsfeiertag liegt hinter uns. Ich habe wieder einmal viel zu viel gegessen. Es war ein schöner Tag und dennoch habe ich mich abends auf ein wenig Ruhe und „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ gefreut. Seltsamerweise übrigens der einzige Film der Reihe, den ich bisher noch überhaupt nicht auf meinem Blog besprochen habe. An der Qualität kann das nicht liegen. 🕒

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) | © Warner Home Video

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (2004) | © Warner Home Video

Ein neuer Regisseur sorgt für frischen Wind

Zu Beginn meiner Besprechung möchte ich noch einmal festhalten, wie sehr ich die ersten beiden Filme der Reihe und damit auch Chris Columbus‘ Vision des „Harry Potter“-Universums schätze. Ohne ihn, seine Besetzung der Hauptfiguren und die audiovisuelle Ausgestaltung wäre die Reihe nicht die, die wir sie heute kennen und lieben. Dennoch hat Alfonso Cuarón mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ den nötigen frischen Wind dazu gebracht: Plötzlich ist die Farbpalette düsterer, man sieht die Teenager:innen in Straßenkleidung, Hogwarts wurde verändert und der Ton auch inhaltlich düsterer. Natürlich war dies bereits in der Vorlage so angelegt, doch hat Cuarón mit seiner Inszenierung den Weg für die nachfolgenden Filme geöffnet. Der Regisseur hat später mit „Children of Men“ und „Gravity“ noch bewiesen, dass er Geschichten ganz besonders erzählen kann und sein visueller Stil extrem ausgeprägt ist.

Ich erinnere mich noch daran, dass ich nach der ersten Sichtung fast ein wenig enttäuscht war. Das Buch hatte mich einfach zu sehr beeindruckt. Zudem mochte ich die Änderungen an Hogwarts nicht. Die Filmwelt wirkte dadurch nicht mehr konsistent. Heute jedoch weiß ich Cuaróns Einfluss auf die Reihe zu schätzen. Er erzählt die komplexe Geschichte stringent und lässt bewusst Teilaspekte fallen. Die Kernelemente bleiben jedoch vorhanden und verbinden sich mit den düsteren Bildern zu einem Jugendabenteuer, das einen unglaublichen Sog entfaltet. Auch die drei Hauptdarsteller:innen können zum ersten Mal zeigen, was in ihnen steckt. Auch das schreibe ich Alfonso Cuaróns Regieführung zu. So sehr ich auch die ersten beiden Filme liebe, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist objektiv betrachtet der bisher beste Teil der Reihe. Am meisten hat mich inhaltlich wieder der Zeitreiseaspekt begeistert. Damit bekommt man mich einfach immer.

Fazit

Es war wundervoll mit „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ nach einem vollen Tag wieder in die Zauberwelt abzutauchen. Auch die Kinder waren begeistert. Speziell der Zwergofant. Dem Zappelinchen war fast zu wenig Handlung in dem Film. Eine interessante Perspektive. Ich würde vermuten, dass den beiden der folgende „Harry Potter und der Feuerkelch“ noch besser gefällt. Mein Favorit ist aktuell Cuaróns einziger Beitrag zum Franchise: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Harry Potter und die Kammer des Schreckens – OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets (2002) (WS1)

Endlich wieder ein Filmabend. Erst der zweite im Dezember. Es sind aber auch volle Wochenenden momentan. Natürlich haben wir mit unserer aktuellen Filmreihe weitergemacht und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ angeschaut. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Tag gefreut. Auch die Kinder waren gespannt, wie denn die Geschichte um den jungen Zauberer weitergeht… 🐍

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (2002) | © Warner Home Video

Eine gelungene Adaption und Fortsetzung

Chris Columbus bleibt seinem Stil treu. Wie bereits „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist auch diese erste Fortsetzung sehr nah an der Buchvorlage. Zumindest soweit ich mich noch an diese erinnern kann. Trotz seiner knapp drei Stunden Laufzeit fühlt sich der Film nie langatmig an. Das Tempo ist hoch und doch bleibt Zeit für ein paar schöne Charaktermomente. Auch wenn die beiden Columbus-Beiträge die kindgerechtesten Filme der Reihe sind, so ist „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ doch deutlich düsterer als der erste Teil. Ich erinnere mich noch genau an die Freigabediskussionen damals bei Veröffentlichung für den Heimkinomarkt. In Deutschland gab es zunächst nur eine geschnittene FSK-6-Fassung zu kaufen und die ungeschnittene FSK-12-Version musste man aus der Schweiz importieren. In Zeiten des Streamings nicht mehr vorstellbar. Ich habe heute übrigens zum ersten Mal die 4K UHD Blu-ray der Kinofassung gesehen. Lohnt sich.

Obwohl „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ nur ein Jahr nach dem Vorgänger entstanden ist, sind die Effekte doch um einiges besser gealtert. So etwas finde ich immer wieder erstaunlich. Wie schnell sich die Technik doch weiterentwickelt. Auch die jungen Darsteller:innen wirken deutlich älter und das Schauspiel funktioniert besser. Wenngleich der erste Teil auch die Magie des Anfangs besitzt, so ist die Fortsetzung insgesamt doch runder erzählt. Ich mag den Film wirklich sehr, auch wenn die Geschichte nicht zu den stärksten der Reihe zählt. Nun finde ich es fast ein wenig schade, dass wir die warme und kindgerechte Inszenierung eines Chris Columbus hinter uns lassen. Dennoch freue ich mich auf die neuen und düstereren Interpretationen der anderen Regisseure.

Fazit

Wie zu erwarten hatte ich auch heute wieder viel Spaß mit „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“. Auch wenn ich nicht mehr ganz so begeistert bin, wie bei meiner letzten Sichtung vor 18 Jahren. Der Zwergofant fand den Film minimal schwächer als den ersten Teil, das Zappelinchen war dagegen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr die folgenden Filme sogar noch besser gefallen. Darüber werde ich bestimmt bald berichten können: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)