The Return of the First Avenger – OT: Captain America: The Winter Soldier (2014) (WS1)

Der halbe Mai ist vorbei und heute gab es den ersten Filmabend. So viel wie momentan habe ich selten gearbeitet, doch nun sehe ich zwei Wochen Urlaub entgegen. Ich kann es kaum glauben und bin nach dem Feierabend um 17 Uhr beinahe direkt auf dem Sofa eingeschlafen. Eine Pizza hat mich letztendlich gestärkt, so dass ich für den Filmabend mit „The Return of the First Avenger“ die Rückkehr ins MCU einläuten konnte.

The Return of the First Avenger (2014) | © Walt Disney

The Return of the First Avenger (2014) | © Walt Disney

Actionreiches Spionagekino mit Superheld:innen

„The Return of the First Avenger“ gehört zu den anerkanntesten MCU-Filmen. Weil er eher geerdet ist und eine recht klassische Spionagegeschichte erzählt. Bei meiner ersten Sichtung vor sieben Jahren hatte ich schon viel Spaß mit dem Film, jedoch wollte sich die große Begeisterung nicht so recht einstellen. Wie sieht es heute aus? Ich glaube, ich konnte den Actionkracher noch mehr genießen. Gerade auch aufgrund seiner fulminanten Actionszenen, bei denen ich häufiger an die Straßengefechte aus „Heat“ oder „The Dark Knight“ denken musste. Hinzu kommt mit dem Winter Soldier ein wunderbar persönlicher Antagonist, der dem Captain durchaus ebenbürtig ist. Alles in allem ein wirklich rundes Paket.

Die Kunst des MCU liegt wohl auch darin, unterschiedliche Stile im Rahmen eines größeren Ganzen zu verbinden. Der vorhergehende „Thor: The Dark Kingdom“ war eine ganz andere Art von Film und doch wirken beide Geschichten wie aus einem Guss. Das finde ich immer wieder bemerkenswert. Kevin Feige hat hier wahrlich Großes geleistet und dann noch kommerziell so unfassbar erfolgreich. Mit „Guardians of the Galaxy“ folgt nun einer meiner absoluten Lieblinge aus dem Marvel-Universum und auch der Zwergofant ist schon extrem heiß darauf.

Fazit

„The Return of the First Avenger“ ist wirklich ein sehr gelungener MCU-Beitrag. Den Russo-Brüdern ist ihr Einstand in das Superhelden-Universum so gut gelungen, dass sie ab diesem Zeitpunkt alle ganz großen Filme der Infinity-Saga inszenieren durften. Eines der Highlights der zweiten Phase: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

3 Body Problem – Staffel 1 (2024)

Nachdem ich mit „His Dark Materials“ zuletzt eine längere und bereits abgeschlossene Serie gesehen habe, stand mit „3 Body Problem – Staffel 1“ nun wieder eine brandneue Serienstaffel auf dem Programm. Da ich Liu Cixins Buchvorlage großartig fand, habe ich mich sehr auf die Netflix-Adaption gefreut. Zu dieser existieren unterschiedliche Meinungen und ich war gespannt, wie mir die Serienfassung letztendlich gefallen würde. 💫

3 Body Problem – Staffel 1 | © Netflix

3 Body Problem – Staffel 1 | © Netflix

Eine massentauglichere Version der Buchvorlage

Liu Cixins Roman-Trilogie ist eine der herausforderndsten und großartigsten Leseerfahrungen, die ich bisher machen durfte. Das erste Buch „The Three-Body Problem“ ist dabei noch einigermaßen stringent und nachvollziehbar in seiner Handlung. Demnach konnte ich mir bei diesem auch am ehesten vorstellen, wie eine Adaption aussehen kann. Tatsächlich trifft Netflix den Ton der Vorlage in vielen Aspekten exzellent und selbst die herausfordernden Elemente, wie die Dehydration im VR-Spiel, sind glaubhaft und imposant umgesetzt. Andere Elemente erinnern dagegen eher nicht an den Roman: Gerade die Hauptfiguren wirken, obwohl die Serie in Oxford spielt, stark amerikanisiert. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn die Vorlage war nicht immer sonderlich stark, wenn es um die handelnden Figuren ging. Es standen eher wissenschaftliche Konzepte und die Jahrhunderte umspannende Geschichte im Vordergrund. Dennoch ist diese Vereinfachung nicht in allen Aspekten gelungen.

Am meisten leidet die Serie wohl unter der Eindampfung auf nur acht Episoden. Es bleibt kaum Raum zum Atmen und die Figuren sind unglaublich blass. Erst in den letzten drei Episoden bekommen die Charaktere ein Gesicht. Dann jedoch ist es leider fast schon zu spät. Die Geschichte samt wissenschaftlichen Ideen dagegen sind auch in dieser vereinfachten Fassung sehr spannend und faszinierend. Am wenigsten harmonieren beide Aspekte wohl in der Episode „Judgment Day“, in welcher eine wissenschaftliche Idee äußerst brutal Anwendung findet. Wie die Figuren darauf reagieren ist so plump, dass es eine Schande ist. Hier hetzt die Serie, wie in so vielen Szenen, von einem Plot Point zum nächsten. Warum man der Show nicht noch fünf Episoden mehr spendiert hat, mag sich mir nicht erschließen. Darin hätten auch keine Big-Budget-Szenen erzählt werden müssen, sondern es hätte Kontext gegeben und Motivation greifbar gemacht werden können. Sehr schade, denn die Geschichte ist auch in Serienform packend und ich habe mich auf jede einzelne Episode gefreut. Ein neues „Game of Thrones“ ist David Benioff und D. B. Weiss mit „3 Body Problem“ leider nicht gelungen. Dafür wäre mehr Vorlagentreue, zumindest ein wenig, und auch Zeit nötig gewesen, ohne direkt in eine Eins-zu-eins-Umsetzung mit 30 Episoden, wie die chinesische Serienfassung, auszuarten.

Fazit

Ich hatte mich so sehr auf diese Adaption gefreut, da konnte ich quasi nur enttäuscht werden. „3 Body Problem“ ist dabei alles andere als eine schlechte Serie und ich finde so manche Abweichung von der Vorlage auch durchaus sinnvoll, doch insgesamt ist sie leider hinter meinen hohen Erwartungen zurückgeblieben. Eine zweite Staffel kann ich dennoch kaum erwarten, schon alleine um zu sehen, wie Benioff und Weiss mit den abstrakter werdenden Konzepten umgehen: 8/10 (7.6) Punkte.

Grießnockerlaffäre (2017)

Nachdem ich von einem völlig durchnässten Lauf zurückgekommen bin, wollte ich nur noch aufs Sofa. Das Zappelinchen war beim Solo-Casting für den nächsten Chorauftritt und somit hat sich alles ein wenig verzögert. Folglich war es nach dem Essen zu spät für einen langen Film und somit wanderte mit „Grießnockerlaffäre“ abermals ein Eberhofer-Krimi in den Player. Warum auch nicht? 🍜

Grießnockerlaffäre (2017) | © Constantin Film Verleih GmbH

Grießnockerlaffäre (2017) | © Constantin Film Verleih GmbH

Dieses Mal mit mehr Herz und Ernsthaftigkeit

Nachdem der Vorgänger „Schweinskopf al dente“ eine eher leichte Geschichte erzählt hat, geht es in „Grießnockerlaffäre“ um zwei Missbrauchsfälle sowie auch eine späte Liebe. Der Ton wird wieder etwas ernsthafter, was ich aber nicht negativ fand. Zudem drehen die albernen Szenen so richtig auf, wenn Eberhofer und Co. zu „Whiskey in the Jar“ in der Version von Thin Lizzy völlig betrunken Dummheiten mit dem Dienstfahrzeug anstellen. Völlig übertrieben, doch ein schöner Kontrast und einfach herrlich inszeniert. Diese Nebenschauplätze nehmen bestimmt ein Drittel der Laufzeit ein und machen den Charme der Filmreihe aus.

Der Kriminalfall, bei dem Eberhofer selbst der Hauptverdächtige ist, gewinnt durch den ernsten Hintergrund. Hier geht Regisseur Ed Herzog behutsam vor und lässt die Täterinnen nicht Teil der Albernheiten werden, sondern nimmt ihre Geschichten durchaus ernst. Ein Drama ist natürlich auch „Grießnockerlaffäre“ nicht und sonderlich viel Tiefgang sollte man auch nicht erwarten. Dennoch funktionieren beide Teile sehr gut zusammen und festigen den Ruf der Reihe als sehenswerte Krimi-Komödien.

Fazit

„Grießnockerlaffäre“ setzt den positiven Trend gekonnt fort. Speziell die Kinder mochten ihn noch lieber als die bisherigen Filme. Nun warten noch drei weitere Eberhofer-Krimis im Filmregal und ich bin mir sicher, dass auch die verbleibenden zwei samt Neuerscheinungen irgendwann den Weg zu uns finden. Wer hätte gedacht, dass wir so viel Spaß mit dieser Reihe haben würden? 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Iron Man 3 (2013) (WS1)

Nach einem herrlich warmen Tag, den ich abermals mit Gartenarbeit zugebracht habe, versammelten wir uns am Abend zu „Iron Man 3“ vor dem Fernseher. Demnach ging es für uns erstmals nach „The Avengers“ zurück ins MCU und die Vorfreude war entsprechend groß. Auch ich war gespannt auf den Film, da ich ihn bei meiner ersten Sichtung teils verschlafen hatte. Heute jedoch war ich putzmunter. 🤖

Iron Man 3 (2013) | © Walt Disney

Iron Man 3 (2013) | © Walt Disney

Ein wunderbarer Abschluss der Trilogie

Dieses Mal von Shane Black inszeniert, wirkt „Iron Man 3“ teils noch humorvoller und doch auch dramatischer als seine Vorgänger. Die Schlacht von New York City steckt Tony Stark noch in den Knochen und wir begleiten ihn nicht nur bei einer Lebenskrise, sondern auch bei der Aufarbeitung einer persönlichen Geschichte aus seiner Vergangenheit. Es tut gut, dass hier der Maßstab deutlich intimer ist, als bei „The Avengers“ und sich die Geschichte eher um das Innenleben Tony Starks dreht. Wie er seine Dämonen bekämpft, ist doch recht typisch für das MCU, auch wenn gerade im Mittelteil des Films eher eine kleine Buddy-Komödie erzählt wird. Zwischen Tony und einem Kind. Shane Black (u.a. „The Nice Guys“) eben.

Der Twist um den Mandarin war mir dieses Mal natürlich schon bekannt und ich fand ihn abermals gelungen. Deutlich besser gefallen hat mir, heute in wachem Zustand, die Action-Sequenz am Hafen. Unfassbar, was hier abgefeuert wird. Wirklich toll inszeniert, stets übersichtlich und unterhaltsam. Bezüge zum restlichen MCU gibt es, bis auf die häufige Bezugnahme auf die Schlacht von New York City, nicht wirklich. Selbst die After-Credit-Szene ist eher ein humorvoller Abbinder und kein Anteasern des nächsten Teils. Auch ganz sympathisch.

Fazit

Mir hat „Iron Man 3“ heute bedeutend besser gefallen als beim ersten Durchgang. Auch die Kinder waren begeistert, speziell das Zappelinchen, der speziell Pepper Potts sehr gut gefällt. Kein Wunder, rettet sie am Ende auch Tony Stark und entwickelt sich zu einer wirklich starken Figur. Shane Black hat hiermit einen wirklich gelungenen Beitrag zum MCU abgeliefert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Schweinskopf al dente (2016)

Nach einer durchaus fordernden Woche, die ein Großteil der Familie gesundheitlich angeschlagen durchlebt hat, habe ich den Freitag wirklich herbeigesehnt. Da es wieder recht spät und die Luft auch raus war, stand am Filmabend mit „Schweinskopf al dente“ der dritte Teil der Eberhofer-Reihe auf dem Programm. Sehr zur Freude des Zappelinchens. Der Zwergofant hätte lieber etwas anderes geschaut. 🐷

Schweinskopf al dente (2016) | © Constantin Film Verleih GmbH

Schweinskopf al dente (2016) | © Constantin Film Verleih GmbH

Die Eberhofer-Reihe hat ihren Groove gefunden

Hat mir bereits der Vorgänger „Winterkartoffelknödel“ ausgezeichnet gefallen, so hat „Schweinskopf al dente“ die bekannte Formel perfektioniert. Die Figuren harmonieren perfekt miteinander und ihre Eigenheiten werden auf die Spitze getrieben, ohne dass es zu übertrieben wirkt. Gerade die neuen Figurenkonstellationen, wie z.B. Papa Eberhofer und Herr Moratschek, harmonieren großartig! Es ist eine Freude dem Ensemble beim Spielen zuzusehen. Dazu kommt, dass ich dieses Mal auch den Kriminalfall gelungener in die Geschichte integriert fand. Eine wirklich runde Sache. Selbst der Ausflug nach Italien in der zweiten Filmhälfte wirkt nicht aufgesetzt, sondern sorgt noch für so einige Lacher.

Inszenatorisch haben die Eberhofer-Krimis nun auch ihren Stil gefunden: Die sehr weitwinkligen Aufnahmen rücken die Figuren nahe an uns heran und unterstreichen die überhöhte Realität bzw. ihre Absurdität und Komik. Regisseur Ed Herzog hat hier inhaltlich und audiovisuell eine Marke geschaffen, welche die Eberhofer-Filme über normale Vorabendkrimis hinaushebt. Selbst wenn inhaltlich vielleicht gar nicht so viel Unterschied ist. Mag ich immer noch sehr gerne.

Fazit

„Schweinskopf al dente“ war ein großes Vergnügen und genau die richtige Art leichter Unterhaltung für einen Freitagabend. Das Zappelinchen war erneut sehr begeistert und der Zwergofant eher abgeneigt, was vor allem am realistischeren Setting und dem Kriminalfall lag. So oder so werden wir die Reihe weiterschauen und ich bin gespannt, wann sich die inzwischen perfektionierte Formel abzunutzen beginnt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 6/10 Punkte.)

Avatar: Der Herr der Elemente – OT: Avatar: The Last Airbender – Staffel 1 (2024)

Nach der ersten Staffel von „Percy Jackson: Die Serie“ haben wir uns auf die Suche nach einer neuen Familienserie gemacht. Da kam es gerade gelegen, dass die Netflix-Adaption von „Avatar: Der Herr der Elemente“ plötzlich in aller Munde war. Die Zeichentrickserie war mir durchaus ein Begriff und da auch der Rest der Familie mitgezogen hat, sind wir in die Welt der Luftnomaden, Wasserstämme, des Erdkönigreichs und der Feuernation eingetaucht. 🍃🌊🪨🔥

Avatar: Der Herr der Elemente – Staffel 1 | © Netflix

Avatar: Der Herr der Elemente – Staffel 1 | © Netflix

Man merkt die Mythologie hinter der Serie

Seit ich mich mit der Realserie beschäftigte, habe ich ein paar Artikel bzw. Besprechungen zu „Avatar: Der Herr der Elemente“ gelesen. Nahezu alle sind sich darin einig, dass die Zeichentrickfassung überlegen ist, man sich die Adaption aber durchaus anschauen kann. Ich habe nun den Vorteil, das Original nicht zu kennen. Außer ein paar Ausschnitten kenne ich nur die Netflix-Welt der Serie. Von der ersten Episode war ich wirklich begeistert und ich habe sofort einen Zugang zu den Figuren und der Mythologie der Welt gefunden. Hier merkt man eine inhaltliche Basis, die sich sofort auf die Zuschauenden überträgt. Auch die Kinder waren begeistert und wir haben uns nach dem Piloten darauf gefreut, tiefer in die Welt des Avatars einzusteigen. Rückblickend betrachtet kann ich sagen, dass dass der Pilot für mich auch die stärkste Episode war. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich den Rest schlecht fand.

Über den Verlauf der Staffel lernen wir viele neue Schauplätze und Figuren kennen. Strukturell wirkt das etwas wie Abenteuer-der-Woche, doch fand ich dies charmanter umgesetzt als z.B. bei „Percy Jackson: Die Serie“. Auch fand ich die Welt von „Avatar: Der Herr der Elemente“ audiovisuell schön ausgearbeitet und war teils beeindruckt ob der Bildgewalt. Dabei funktioniert nicht jede Einstellung und manchmal spring einen der Greenscreen förmlich an. Das macht aber nichts, denn ich mochte die Figuren, speziell Aangs Begleiter:innen Katara und Sokka. Hier hätte ich mir noch mehr kleinere zwischenmenschliche Momente gewünscht und dafür weniger große Schlachten. Mit Zuko gibt es noch einen spannenden Gegenspieler, der ausreichend Komplexität mit sich bringt. Insgesamt nicht perfekt, doch für mich, der die Vorlage nicht kennt, eine runde und sehenswerte Geschichte.

Fazit

Über die acht Episoden hatten wir wirklich viel Spaß mit „Avatar: Der Herr der Elemente“. Eingefleischte Fans des animierten Originals würden uns vermutlich erst dieses nahelegen, doch die Kids waren sich ausnahmsweise einmal einig, dass sie auf jeden Fall bei der Realserie bleiben wollen. Nun gut. Dagegen will ich mich einmal nicht wehren. Auch mir hat das Fantasy-Abenteuer viel Freude bereitet: 8/10 (7.7) Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Captain America: The First Avenger (2011) (WS1)

Nachdem wir heute den ganzen Tag unterwegs waren (u.a. im Deutschen Museum Nürnberg), habe ich mich nach dem Reinfall gestern wieder auf einen gelungenen Filmabend gefreut. Mit „Captain America: The First Avenger“ sind wir nun auch fast schon durch mit der ersten Phase des MCU. Mir hatte der Film bereits bei der ersten Sichtung gefallen und heute war ich regelrecht begeistert. 🗽

Captain America: The First Avenger (2011) | © Walt Disney

Captain America: The First Avenger (2011) | © Walt Disney

Ein retrofuturistisches Kriegsabenteuer

Nachdem ich mir zuletzt einmal wieder Kritiken der ersten MCU-Phase durchgelesen habe, musste ich mich doch sehr wundern, dass „Captain America: The First Avenger“ häufig am unteren Ende der Skala zu finden ist. Ich musste heute für mich feststellen, dass es neben „Iron Man“ wohl meine liebste Origin-Geschichte ist. Mit Joe Johnston hatte Marvel auch einen Regisseur gefunden, der aus der klassischen Schule eines George Lucas und Steven Spielberg kommt und dabei bereits viel Erfahrung in Sachen Effektkino sammeln konnte (u.a. „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“, „Jumanji“ oder „Jurassic Park III“). Auch bei historischen Stoffen, wie „October Sky“, ist Johnston kein unbeschriebenes Blatt und so kommen hier einige Disziplinen zusammen, die einfach perfekt harmonieren. Ich erwähnte es bereits in meiner ersten Besprechung: „Captain America: The First Avenger“ erinnert stark an die „Indiana Jones“-Reihe oder den Retrofuturismus-Klassiker „Sky Captain and the World of Tomorrow“.

Im Gegensatz zur ersten Sichtung hat bei mir heute jedoch auch der emotionale Kern gezündet, sprich vor allem die Beziehung zu Bucky und speziell auch Peggy Carter (Hayley Atwell ist in dieser Rolle aber auch zum Verlieben). Die Bezüge zum restlichen MCU sind durchaus vorhanden und fügen sich wunderbar in diese Welt ein. Insgesamt mag ich den Look des Films, seine Figuren und das oftmals gemächliche Tempo. Die vielen Actionszenen sind zwar im Kriegssetting verortet, jedoch erinnern sie mich eher an oben genannte Abenteuerfilme, denn an Krieg. Wir befinden uns hier quasi schon in einem Marvel-Paralleluniversum zu unserer Welt und das ist gut so.

Fazit

Sowohl ich als auch die Kinder mochten „Captain America: The First Avenger“ wirklich sehr gerne. Das hätte ich so nicht erwartet. Nun sind wir alle heiß auf die erste große Zusammenkunft der Superheld:innen, welche wir hoffentlich noch in den nächsten Tagen schauen werden. Steve Rogers erster Auftritt wird von mir davor aber noch um einen Punkt aufgewertet: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Winterkartoffelknödel (2014)

Endlich Wochenende! Ich war erneut im Büro und habe den Tag mit einem Feierabendlauf ausklingen lassen. Danach haben wir gegessen und uns für den Filmabend vor den Fernseher begeben. Zu sehen gab es „Winterkartoffelknödel“, allerdings ohne den Zwergofanten, denn der weilt auf einem Kindergeburtstag samt Übernachtung. Was der zweite Eberhofer-Krimi so kann? 🏗

Winterkartoffelknödel (2014) | © Constantin Film Verleih GmbH

Winterkartoffelknödel (2014) | © Constantin Film Verleih GmbH

Witz, Herz und bayerische Gepflogenheiten

Ich habe mich sofort wieder heimisch gefühlt in Niederkaltenkirchen. Die Figuren waren mir ja schon bei „Dampfnudelblues“ ans Herz gewachsen und es war herrlich, erneut Zeit mit ihnen zu verbringen. Der Mordfall ist ähnlich simpel gestrickt, wie im Vorgänger, doch fand ich ihn amüsanter umgesetzt. Gerade auch weil unsere Helden der neu zugezogenen Femme fatale alle erliegen und diese natürlich auch eine zentrale Rolle im Mordfall spielt. Kein Spoiler, da von der ersten Sekunde an offensichtlich. Das macht aber auch nichts, denn erneut ist der Fall nur der Rahmen, um kleine und größere Geschichten im Eberhofer-Kosmos zu erzählen. Ob sich Papa Eberhofer nun den halben Fuß abhackt, weil er zu viel gekifft hat, oder eine Kneipenparty eskaliert: Das bunte Treiben in Niederaltenkirchen ist einfach sehr unterhaltsam.

Am Ende geht es für Franz und Rudi auch noch nach Teneriffa, was für mich mit der schwächste Teil des Films war. Ja, eine exotischere Kulisse und müde Gags, weil die zwei Männer ja für ein Paar gehalten werden. Schmerzhaft wird das glücklicherweise nie, aber für mich funktioniert Eberhofer in Niederaltenkirchen einfach besser. Dahin kehren wir am Ende des Films zum Glück zurück. Im Vergleich zu „Dampfnudelblues“ sieht man „Winterkartoffelknödel“ seine Kinoverwertung durchaus an, sprich die Kamera bewegt sich mehr und es gibt ein paar inszenatorische Spielereien, die gut zur Stimmung des Films passen. Hat mir gefallen.

Fazit

Mit „Winterkartoffelknödel“ konnte Franz Eberhofer seinen Stellenwert als TV- bzw. Kino-Ermittler bei mir festigen. Die Reihe ist tatsächlich sehr sympathisch und ich freue mich jetzt schon auf den dritten Teil. Mal sehen, ob der Zwergofant dann wieder mit am Start ist. Das Zappelinchen fand den ersten Teil übrigens gelungener. Mir geht es genau andersrum. Sehr unterhaltsam sind zweifellos beide Filme: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: war auf einem Kindergeburtstag samt Übernachtung)

Iron Man (2008) (WS2)

Nach einem langen Nachmittag auf dem Musikschulfest, habe ich mich abends auf einen Filmabend gefreut. Es stand schon lange auf dem Plan und heute haben wir mit „Iron Man“ endlich den ersten Schritt ins Marvel Cinematic Universe (MCU) gewagt. Darüber hat sich speziell der Zwergofant gefreut, doch auch die restliche Familie fühlte sich gut unterhalten. 🤖

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Auch nach 16 Jahren ein toller Einstieg ins MCU

Aus heutiger Perspektive ist es schwer vorstellbar, dass „Iron Man“ damals wohl ein ziemliches Glücksspiel für Marvel gewesen sein muss. Die Konzentration auf nur eine Figur und die langsame, bedächtige Origin-Story wirken fast schon fehl am Platz im gegen Ende doch recht wilden und überbordenden MCU. Jon Favreaus  Film ist ziemlich geerdet und selbst die Action nicht allzu übertrieben. Das mag damals, speziell bei meiner ersten Sichtung, noch anders gewirkt haben, doch heute kann man „Iron Man“ schon als Meilenstein des modernen Kinos bezeichnen. Als den Film, der alles losgetreten hat. Zumindest offiziell, denn ich bleibe dabei: Ohne Sam Raimis „Spider-Man“ hätte es das heutige Superheldenkino bzw. MCU nie gegeben.

Herausragend für mich waren heute speziell die Szenen in Tony Starks Labor, in denen er seinen Anzug verfeinert. Das ist wirklich sehr unterhaltsam und extrem wichtig, um uns Zuschauer:innen die Fähigkeiten seines Anzugs als realistisch zu verkaufen. Auch die erstaunlich düster erzählte Gefangenschaft fand ich packend; gerade das Kriegssetting war für die Kinder schon wirklich unangenehm anzuschauen. Am schwächsten fand ich, so wie bereits in meiner letzten Sichtung, die finale Konfrontation zwischen Obadiah Stane in seinem Kampfanzug und Tony Stark. Aber nicht weiter schlimm, denn selbst dieser große Endkampf ist, gerade wenn man weiß, was im MCU noch so auf uns zukommt, erstaunlich bodenständig inszeniert. Mit der Offenlegung von Tonys Geheimidentität besitzt „Iron Man“ dann auch einen fantastischen Schluss, der nur noch von der selbstbewussten End-Credit-Szene mit Nick Fury getoppt wird. Auch so ein Ding, das bereits in diesem Film etabliert wurde.

Fazit

Ich bin froh, die Büchse MCU nun aufgemacht zu haben. Damit sind die Filmabende des nächsten Jahres gesichert (auch wenn ich zwischendurch bestimmt ein wenig Abwechslung reinbringen werde). Am meisten freut mich, dass auch das Zappelinchen viel Spaß mit „Iron Man“ hatte. Der nächste Film, „Der unglaubliche Hulk“, wird wohl am schwersten zu verkaufen sein. Ich freue mich schon auf unsere lange Reise, deren erste Station abermals ein großes Vergnügen war: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Twins: Zwillinge – OT: Twins (1988)

Der letzte Filmabend dieses seltsamen Urlaubs, an dem ich dennoch gearbeitet habe, und der auch sonst nicht sonderlich erholsam war: Sehr zur Freude der Kinder habe ich mit „Twins: Zwillinge“ die letzte Schwarzenegger-Komödie in den Player geschoben, die uns noch fehlte. Zumindest wenn man von den kinderfreundlicheren Filmen spricht. Ich hatte den Film schon ewig nicht mehr gesehen und mich darauf gefreut. 👨‍👦

Twins: Zwillinge (1988) | © Pandastorm (WVG Medien GmbH)

Twins: Zwillinge (1988) | © Pandastorm (WVG Medien GmbH)

Fast meine liebste Schwarzenegger-Komödie

Inzwischen haben wir schon einiges an Schwarzenegger-Komödien gesehen: „Last Action Hero“ möchte ich an dieser Stelle einmal außen vor lassen, da der Film doch sehr meta ist und die Action-Komponente betont. Bleiben also noch „Kindergarten Cop“, „Junior“ und „Versprochen ist versprochen“, wobei letzterer als Weihnachtsfilm auch eher rausfällt. Damit sprechen wir von den Ivan-Reitman-Komödien, denn der „Ghostbusters“-Regisseur hat die anderen drei Filme zu verantworten und alle ähneln sich tonal und was ihre Handlung angeht durchaus. „Twins: Zwillinge“ ist der älteste der drei Filme und in diesem hatte Reitman die Formel bereits perfektioniert. Arnold Schwarzenegger als sanfter Riese, der recht naiv durch die Welt stolpert. Während sein Einsatz im Kindergarten oder seine eigene Schwangerschaft in den anderen beiden Filmen die herausfordernden Elemente sind, ist es hier das Zusammenspiel mit seinem Zwillingsbruder, der von Danny DeVito verkörpert wird.

Das alles ist so wunderbar naiv im Stil der 1980er Jahre erzählt, dass es eine wahre Freude ist. Ivan Reitman mischt eine seichte Kleinkriminellengeschichte mit einer recht persönlichen Familiengeschichte. Das funktioniert im Zusammenspiel erstaunlich gut, was ich größtenteils der fantastischen Chemie zwischen Arnold Schwarzenegger und Danny DeVito zuschreiben will. Auch die beiden Frauenfiguren im Mix tun der Geschichte gut, wenngleich sie leider nur handlungstreibend für die Entwicklung der männlichen Charaktere sind. Die 1980er eben. Das Finale ist dann auch fast schon übertrieben versöhnlich, was mich jedoch nicht weiter gestört hat. Man bekommt hier ziemlich genau das, was man auch erwarten darf.

Fazit

Wir alle hatten mit „Twins: Zwillinge“ einen wirklich guten Abend. Die Kinder haben sehr viel gelacht und die Zeit ist wie im Flug vergangen. Nun sind wir leider durch mit den Arnold-Schwarzenegger-Komödien und müssen noch ein paar Jahre warten, bis dann die Action-Kracher anstehen. Darauf freue ich mich schon. Doch auch die Komödien haben uns eine sehr gute Zeit beschert: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant:  8/10 Punkte.)