Ghostbusters: Frozen Empire (2024)

Der erste Urlaubstag und wir waren sogleich im Kino. Was haben wir gesehen? Natürlich „Ghostbusters: Frozen Empire“, auf den sich der Zwergofant und ich schon lange gefreut hatten. Nach den verhaltenen Kritiken waren meine Erwartungen nicht allzu hoch, doch die Vorfreude ungebrochen. Schließlich sollte dies auch mein erster „Ghostbusters“-Film im Kino sein… 👻

Ghostbusters: Frozen Empire (2024) | © Sony Pictures Entertainment

Ghostbusters: Frozen Empire (2024) | © Sony Pictures Entertainment

Eine uninspirierte und doch nette Fortsetzung

Erst letztes Jahr habe ich erstmals mit den Kindern alle Filme der Reihe, von „Ghostbusters: Die Geisterjäger“ über „Ghostbusters 2“ bis hin zu „Ghostbusters: Legacy“, gesehen. Letzterer war auch für mich eine Erstsichtung und ich war weit nicht so begeistert, wie viele andere Fans. Ich mochte die neuen Figuren sehr, doch das Ende war mir letztendlich zu sehr auf Nostalgie getrimmt. Warum denn noch einmal exakt das Finale des ersten Teils nacherzählen? Dennoch mochte ich den Film und auch Jason Reitman, der das Vermächtnis seines inzwischen leider verstorbenen Vaters Ivan Reitman fortführte, war eine gute Wahl, um das Zepter zu übernehmen. Für diesen Nachfolger hat er dann nur noch am Drehbuch mitgeschrieben und die Regie dem mir noch unbekannten Gil Kenan überlassen.

Im Gegensatz zum direkten Vorgänger habe ich bisher kaum ein gutes Wort über „Ghostbusters: Frozen Empire“ gelesen. Das verwundert mich etwas, denn der Film besitzt ganz ähnliche Stärken und leider auch ganz ähnliche Schwächen wie sein Vorgänger. Ich mochte die Familie Spengler wieder sehr gerne und selbst das neu ausgestattete Geisterlabor samt Personal hat mir gut gefallen. Phoebe Spenglers innere Reise war zwar etwas platt, aber hat sich auch gut mit dem Plot ergänzt. Der eigentliche Bösewicht lebt viel von dem ihm vorauseilenden Ruf, ist letztendlich aber innerhalb von fünf Minuten plattgemacht. Naja. Fand ich jetzt aber auch nicht schwächer als erneut Gozer auftauchen zu lassen. Bleiben noch die alten Herren und Janine Melnitz, deren Auftritte allesamt wieder etwas forciert wirken. Jedoch nicht ganz so schlimm, wie beim Vorgänger. Das ist jedoch vermutlich Geschmackssache. Ansonsten war das Pacing ziemlich unausgewogen und die Geschichte hätte sich ein fünfjähriges Kind ausdenken können. Eine erwartbar uninspirierte, späte Franchise-Fortsetzung also.

Fazit

Ich muss sagen, dass mir „Ghostbusters: Frozen Empire“ genauso viel Spaß gemacht hat, wie der viel gelobte Vorgänger. Die Kinder haben sich bestens amüsiert, viel gelacht und auch etwas gegruselt. So soll es doch sein. Mir ist bewusst, dass das Film unnötig und auch kein Meisterwerk ist, doch für solch eine durchgeplante Franchise-Fortsetzung fand ich ihn recht gelungen. Kann man einen schönen Kinonachmittag mit verbringen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Der unglaubliche Hulk – OT: The Incredible Hulk (2008) (WS1)

Endlich Urlaub! Ich habe mich mit letzter Kraft durch diese Arbeitswoche gekämpft und nun fühle ich mich, als würde ich gesundheitlich zusammenklappen. Ist ja oft so, wenn es dann ruhiger wird. Aber ich mach es wie „Der unglaubliche Hulk“ und setze alle meine Hoffnung auf Ruhe und eine Nacht voll erholsamen Schlafes. Sonst muss ich am Ende doch noch wütend werden. Doch genug der blumigen Worte und nach „Iron Man“ zu unserem zweiten MCU-Film im Kreise der Familie. 💉

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Der unglaubliche Hulk (2008) | © Walt Disney

Viel (zu viel) Action und Militär-Gedöns

Während meiner ersten Sichtung hat mir „Der unglaubliche Hulk“ ziemlich gut gefallen. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich auch noch nicht allzu viele Marvel-Filme. Deshalb bin ich heute wohl auch etwas kritischer. Ich finde es spannend, dass man es hier tatsächlich mit einem düstereren Ansatz versucht hat. Humor gibt es kaum und die Geschichte wird enorm actionreich erzählt. Der Look ist (noch) weniger comichaft als bei „Iron Man“ und bildet einen ziemlich großen Kontrast zu den späteren MCU-Filmen. So spannend ich es finde, dass die Marvel-Formel 2008 noch so unausgereift war, so wenig konnte mich das alles heute abholen. Mich hat auch der starke Fokus auf das Militär genervt, der mir insgesamt viel zu maskulinistisch vorkam, selbst wenn es in diesem Film die Bösewichte stellt.

Auch der Endkampf zwischen Abomination und dem Hulk war übertrieben hart und weder interessant noch geschickt umgesetzt. Hinzu kommt der düstere Look, der mir stets etwas aufgesetzt vorkam. Das klingt nun alles nur negativ, ist es aber nicht. Ich mochte erneut die Schauspieler:innen und so manche Actionszene ist durchaus imposant. Letztendlich fand ich die Geschichte aber zu dünn und auch den inneren Konflikt Bruce Banners zu wenig ausgearbeitet. Louis Leterrier mag ein guter Handwerker sein, doch ein Gefühl für seine Figuren scheint er nur bedingt zu besitzen. Für mich ist Ang Lees „Hulk“, trotz fragwürdigen VFX, auf jeden Fall die interessantere Adaption des Comics. Mich wundert es nicht, dass dies die einzige Standalone-Geschichte des grünen Riesen innerhalb des MCU geblieben ist.

Fazit

Lustigerweise habe ich „Der unglaubliche Hulk“ heute am kritischsten gesehen. Die Kinder waren doch recht angetan, aber selbst ihnen war der Film zu actionreich. Damit haben wir den, meiner Meinung nach, schwächsten Beitrag zum MCU auch abgehakt und ich freue mich auf die kommenden Filme – und ja, auch das Wiedersehen mit dem grünen Wüterich in „The Avengers“ in ein paar Wochen: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Winterkartoffelknödel (2014)

Endlich Wochenende! Ich war erneut im Büro und habe den Tag mit einem Feierabendlauf ausklingen lassen. Danach haben wir gegessen und uns für den Filmabend vor den Fernseher begeben. Zu sehen gab es „Winterkartoffelknödel“, allerdings ohne den Zwergofanten, denn der weilt auf einem Kindergeburtstag samt Übernachtung. Was der zweite Eberhofer-Krimi so kann? 🏗

Winterkartoffelknödel (2014) | © Constantin Film Verleih GmbH

Winterkartoffelknödel (2014) | © Constantin Film Verleih GmbH

Witz, Herz und bayerische Gepflogenheiten

Ich habe mich sofort wieder heimisch gefühlt in Niederkaltenkirchen. Die Figuren waren mir ja schon bei „Dampfnudelblues“ ans Herz gewachsen und es war herrlich, erneut Zeit mit ihnen zu verbringen. Der Mordfall ist ähnlich simpel gestrickt, wie im Vorgänger, doch fand ich ihn amüsanter umgesetzt. Gerade auch weil unsere Helden der neu zugezogenen Femme fatale alle erliegen und diese natürlich auch eine zentrale Rolle im Mordfall spielt. Kein Spoiler, da von der ersten Sekunde an offensichtlich. Das macht aber auch nichts, denn erneut ist der Fall nur der Rahmen, um kleine und größere Geschichten im Eberhofer-Kosmos zu erzählen. Ob sich Papa Eberhofer nun den halben Fuß abhackt, weil er zu viel gekifft hat, oder eine Kneipenparty eskaliert: Das bunte Treiben in Niederaltenkirchen ist einfach sehr unterhaltsam.

Am Ende geht es für Franz und Rudi auch noch nach Teneriffa, was für mich mit der schwächste Teil des Films war. Ja, eine exotischere Kulisse und müde Gags, weil die zwei Männer ja für ein Paar gehalten werden. Schmerzhaft wird das glücklicherweise nie, aber für mich funktioniert Eberhofer in Niederaltenkirchen einfach besser. Dahin kehren wir am Ende des Films zum Glück zurück. Im Vergleich zu „Dampfnudelblues“ sieht man „Winterkartoffelknödel“ seine Kinoverwertung durchaus an, sprich die Kamera bewegt sich mehr und es gibt ein paar inszenatorische Spielereien, die gut zur Stimmung des Films passen. Hat mir gefallen.

Fazit

Mit „Winterkartoffelknödel“ konnte Franz Eberhofer seinen Stellenwert als TV- bzw. Kino-Ermittler bei mir festigen. Die Reihe ist tatsächlich sehr sympathisch und ich freue mich jetzt schon auf den dritten Teil. Mal sehen, ob der Zwergofant dann wieder mit am Start ist. Das Zappelinchen fand den ersten Teil übrigens gelungener. Mir geht es genau andersrum. Sehr unterhaltsam sind zweifellos beide Filme: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: war auf einem Kindergeburtstag samt Übernachtung)

Iron Man (2008) (WS2)

Nach einem langen Nachmittag auf dem Musikschulfest, habe ich mich abends auf einen Filmabend gefreut. Es stand schon lange auf dem Plan und heute haben wir mit „Iron Man“ endlich den ersten Schritt ins Marvel Cinematic Universe (MCU) gewagt. Darüber hat sich speziell der Zwergofant gefreut, doch auch die restliche Familie fühlte sich gut unterhalten. 🤖

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Auch nach 16 Jahren ein toller Einstieg ins MCU

Aus heutiger Perspektive ist es schwer vorstellbar, dass „Iron Man“ damals wohl ein ziemliches Glücksspiel für Marvel gewesen sein muss. Die Konzentration auf nur eine Figur und die langsame, bedächtige Origin-Story wirken fast schon fehl am Platz im gegen Ende doch recht wilden und überbordenden MCU. Jon Favreaus  Film ist ziemlich geerdet und selbst die Action nicht allzu übertrieben. Das mag damals, speziell bei meiner ersten Sichtung, noch anders gewirkt haben, doch heute kann man „Iron Man“ schon als Meilenstein des modernen Kinos bezeichnen. Als den Film, der alles losgetreten hat. Zumindest offiziell, denn ich bleibe dabei: Ohne Sam Raimis „Spider-Man“ hätte es das heutige Superheldenkino bzw. MCU nie gegeben.

Herausragend für mich waren heute speziell die Szenen in Tony Starks Labor, in denen er seinen Anzug verfeinert. Das ist wirklich sehr unterhaltsam und extrem wichtig, um uns Zuschauer:innen die Fähigkeiten seines Anzugs als realistisch zu verkaufen. Auch die erstaunlich düster erzählte Gefangenschaft fand ich packend; gerade das Kriegssetting war für die Kinder schon wirklich unangenehm anzuschauen. Am schwächsten fand ich, so wie bereits in meiner letzten Sichtung, die finale Konfrontation zwischen Obadiah Stane in seinem Kampfanzug und Tony Stark. Aber nicht weiter schlimm, denn selbst dieser große Endkampf ist, gerade wenn man weiß, was im MCU noch so auf uns zukommt, erstaunlich bodenständig inszeniert. Mit der Offenlegung von Tonys Geheimidentität besitzt „Iron Man“ dann auch einen fantastischen Schluss, der nur noch von der selbstbewussten End-Credit-Szene mit Nick Fury getoppt wird. Auch so ein Ding, das bereits in diesem Film etabliert wurde.

Fazit

Ich bin froh, die Büchse MCU nun aufgemacht zu haben. Damit sind die Filmabende des nächsten Jahres gesichert (auch wenn ich zwischendurch bestimmt ein wenig Abwechslung reinbringen werde). Am meisten freut mich, dass auch das Zappelinchen viel Spaß mit „Iron Man“ hatte. Der nächste Film, „Der unglaubliche Hulk“, wird wohl am schwersten zu verkaufen sein. Ich freue mich schon auf unsere lange Reise, deren erste Station abermals ein großes Vergnügen war: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Dampfnudelblues (2013)

Da die Kinder heute einmal wieder auf einer längeren Chorprobe waren, habe ich spät Pizza bestellt und nach dem Essen war es schon kurz vor 21 Uhr. Also habe ich nach einem kurzen Film in der Sammlung geschaut und bin auf „Dampfnudelblues“ gestoßen. Bisher hatte ich noch keinen Eberhofer-Krimi gesehen und kannte die Reihe nur aus Erzählungen z.B. meiner Mutter, die ein paar Teile der Reihe im Kino gesehen hat. Insofern war ich gespannt, was an dem Erfolg dran ist… 👮‍♂️

Dampfnudelblues (2013) | © Constantin Film Verleih GmbH

Dampfnudelblues (2013) | © Constantin Film Verleih GmbH

Eine unterhaltsamer Krimi voller Lokalkolorit

Auch wenn ich zu Beginn nicht sonderlich begeistert war, so hat mich der bayerische Irrsinn doch schnell in seinen Bann gezogen. Zunächst wirkt das alles etwas wie aus einer typischen Vorabendserie der Öffentlich-rechtlichen, doch hinter all der Komik liegt auch eine fast schon melancholische Stimmung und Düsterheit. Die Figuren rund um Franz Eberhofer sind echte Charaktere und das macht den Film letztendlich auch aus: Wenn im  einzigen Wirtshaus des Ortes bei Bier und Schnaps Frauengeschichten verhandelt werden oder in der Metzgerei Leberkäse gleich kiloweise eingekauft wird, dann ist das wohlig unterhaltsam. Dem gegenüber stehen echte Schicksale, die erstaunlich realistisch und ungeschönt wiedergegeben werden. Ich mochte diese Mischung wirklich sehr.

Der eigentliche Kriminalfall ist dann eher auf typischem Kriminiveau. So wie man es auch von einem Tatort erwarten würde, nur eben aufgrund Figuren und Lokalkolorit deutlich unterhaltsamer. Die knapp 90 Minuten sind wie im Flug vergangen. Das Zappelinchen hat viel gelacht und sich köstlich amüsiert, der Zwergofant fand so manche Szene dann doch recht gruselig. Vermutlich weil hier eben, im Gegensatz zu anderen Filmen, die wir zuletzt geschaut haben, doch ein realistisches Setting vorliegt und ich danach erst einmal erklären durfte, dass dies kein Folterkeller war, sondern sich manche Menschen beim Sex auch ganz gerne mal verhauen. Da habe ich mir doch gleich zur Filmwahl des Abends gratuliert. Gut gemacht, Papa bullion!

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Dampfnudelblues“, auch wenn der eigentliche Kriminalfall eher von der Stange war. Figuren und Setting haben mich schnell überzeugt und ich mochte das Zusammenspiel von Humor und doch ernsteren Tönen. Auf die kommenden Filme der Reihe freue ich mich durchaus. Aber vermutlich werden wir sie nicht am Stück schauen, denn der Zwergofant braucht erst einmal wieder etwas leichter Verdauliches. Wirklich sehr nette Krimikost: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Dune: Part Two (2024)

Gut zweieinhalb Jahre nach meinem Kinobesuch von „Dune: Part One“ hat es mich heute erneut auf den Wüstenplaneten verschlagen. Dieses Mal in leicht veränderter Besetzung, doch das Deluxe-Kino ist geblieben. Wie in meiner kürzlich erschienenen Besprechung der Wiederholungssichtung von „Dune: Part One“ geschrieben, war ich schon lange nicht mehr so heiß auf einen Kinobesuch. Ist „Dune: Part Two“ nun also tatsächlich der Sci-Fi-Meilenstein und übertrifft seinen Vorgänger um Längen? 🪱

Dune: Part Two (2024) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Dune: Part Two (2024) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein Film wie gemacht für die große Leinwand

Zunächst einmal muss ich festhalten, dass „Dune: Part Two“ nicht mehr in 3D im Kino lief. Das fand selbst ich als 3D-Fan nicht schlimm, denn bereits der erste Teil hat von 3D nicht wirklich profitiert. Kein Vergleich zu z.B. der fantastischen, nachträglichen 3D-Konvertierung von „Titanic“ oder anderen speziell darauf ausgelegten Filmen, wie „Avatar: The Way of Water“. Denis Villeneuves Film beeindruckt durch die Bildsprache an sich. Lange und ruhige Einstellungen des Wüstenplaneten prägen den Film, jedoch kommt in den richtigen Momenten eine unfassbare Dynamik ins Spiel, der man sich nur schwer entziehen kann. Teils hatte ich das Gefühl beim Ritt auf Shai-Hulud selbst den peitschenden Sand im Gesicht zu spüren. Auch Hans Zimmers Score trägt viel zur brachialen Wucht bei, die „Dune: Part Two“ innewohnt. Dabei fand ich es faszinierend, dass der Film trotz seiner Naturgewalten und geerdeten Used-Future-Ausstattung emotional eher distanziert bleibt. Zumindest war das mein Eindruck.

Da ich parallel zum Kinobesuch des ersten Teils Frank Herberts Roman gelesen hatte, wusste ich was inhaltlich auf mich zukommt. In der Vorlage fand ich die zweite Hälfte deutlich schwächer, da die Handlung gefühlt nur in den Sietches der Fremen spielt und viel, was das (falsche) Prophetentum angeht, eher in inneren Dialogen verhandelt wird. Diesen Teil fand ich in Villeneuves Adaption viel klarer und plakativer abgebildet und für mich damit auch deutlich unterhaltsamer. Den tieferen Einblick in die Welt der Harkonnen fand ich ebenso spannend. Dabei muss ich jedoch sagen, dass ihre auf elf gedrehte Ästhetik des absoluten Bösen, im Vergleich zum realistisch anmutenden Stils des restlichen Films, beinahe schon comichaft wirkt. Dennoch sehr beeindruckend und auch eindrücklich. Speziell Austin Butler als Feyd-Rautha, dem der Sadismus aus jeder Pore zu tropfen scheint, ist großartig. Überhaupt konnten mich alle Schauspieler:innen ausnahmslos überzeugen und haben Frank Herberts Figuren Leben eingehaucht.

Das lange Warten auf den dritten Teil von „Dune“

Leser:innen der Vorlage wissen, dass der Roman ziemlich im luftleeren Raum endet. Der heilige Krieg hat begonnen und damit scheinen sich die Schreckensvisionen von Paul Muad’dib erfüllt zu haben. Dementsprechend wirkt auch das Finale von „Dune: Part Two“ so, als hätte man gerade den Mittelteil einer Trilogie gesehen. Denis Villeneuve hat wohl schon bestätigt, dass er Frank Herberts Romanfortsetzung „Dune Messiah“ als Abschluss seiner Filmreihe adaptieren möchte. Weiterhin plant Warner eine Prequel-Serie rund um den Orden der Bene Gesserit. Steht uns also das Dune-Cinematic-Universe ins Haus? Ich freue mich über einen dritten Teil, jedoch wird das ein langes Warten werden, denn vor 2027 werden wir diesen wohl nicht in den Kinos erblicken. Danach sollen die Bücher zu esoterisch und abgedreht werden, weshalb Denis Villeneuve von einer Adaption absieht. Gut so. Ob Warner jedoch davon ablassen kann, solange das Spice noch fließt? Es bleibt spannend. Für „Dune: Part Two“ ins Kino zu gehen, kann ich an dieser Stelle auf jeden Fall empfehlen:

Fazit

Für mich ist „Dune: Part Two“ nicht besser oder schlechter als „Dune: Part One“, sondern die konsequente Fortführung der Geschichte. Ich war im Kino teils schon überfordert ob der Wucht der Bilder und des Scores. Deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Sichtung im Heimkino. Auch bin ich nun neugierig, nach vielen Jahren einmal wieder die David-Lynch-Adaption zu sehen. Meine Faszination für den Wüstenplaneten ist wieder frisch entfacht. Lasst es euch genauso mitreißen und geht ins Kino. Es lohnt sich: 9/10 Punkte.

Theater Camp (2023)

Endlich einmal wieder ein Familienfilmabend. Da wir gerade nicht mitten in einer Reihe stecken, wollte ich den Kids einen Gefallen tun und habe mit „Theater Camp“ einen recht aktuellen Film vorgeschlagen. Warum ausgerechnet dieser? Ich habe die Besprechung im Sneakpod gehört und da auch das Zappelinchen und der Zwergofant letzte Woche wieder auf der Bühne gestanden haben, dachte ich der Film könnte den beiden gut gefallen. Ob ich damit recht behalten habe? 🎭

Theater Camp (2023) | © Searchlight Pictures

Theater Camp (2023) | © Searchlight Pictures

Sympathisch erzählt, doch zu wenig Charakter

Musikfilme funktionieren eigentlich immer. Gerade die „Pitch Perfect“-Reihe haben die Kinder geliebt. In „Theater Camp“ geht es um die Rettung eben dieses Theatercamps, die Kinder und speziell ihre Lehrer:innen. Der Film wird im Stil einer Mockumentary erzählt und ich befürchte, dass der im Impro-Stil inszenierte Film durch die deutsche Synchronisation einiges von seinem Charakter und Charme verloren hat. Doch auch davon abgesehen ist die Geschichte nicht so rund, wie ich mir es erhofft hatte. Speziell den starken Fokus auf die Lehrerschaft fand ich seltsam. Die Kinder im Camp verkommen fast schon zur Staffage, was ich sehr schade fand. Warum man sie nicht ins Zentrum gerückt hat, mag sich mir nicht erschließen. Potenzial wäre auf jeden Fall da gewesen. Wie gut das funktionieren kann, wissen wir spätestens seit „School of Rock“.

In der Verschrobenheit seiner Figuren liegt auch die wahre Stärke von „Theater Camp“, was der Film vor allem in seinem letzten Drittel auszuspielen weiß. Der finale Musical-Auftritt ist dann auch das Highlight, in dem endlich die Kinder als die Stars gefeiert werden, die sie sind. Alles davor plätschert ein wenig vor sich hin, ist durchaus sympathisch erzählt, aber wirklich witzig fand ich den Film kaum. Da hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Auch Zappelinchen und Zwergofant waren nicht extrem begeistert, was schon seltsam ist für einen aktuellen Film, der inhaltlich auch noch so nah an ihrem Interessengebiet liegt.

Fazit

„Theater Camp“ ist nette Unterhaltung, mehr leider auch nicht. Die Sympathie für den zusammengewürfelten Haufen ist auf jeden Fall da, doch hätte man viel mehr Fokus auf die Kinder geben müssen. Das ist zumindest meine Einschätzung. So bleibt am Ende eine Geschichte über ein schrulliges Camp mit sehenswerter Musical-Sequenz. Mehr leider nicht: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant:  7/10 Punkte.)

Dune – OT: Dune: Part One (2021) (WS1)

Die Kinder sind heute für einen Chorauftritt ausgeflogen, den sich Frau bullion und ich erst am Samstag anschauen werden. Folglich waren wir bereit für einen Filmabend ohne Kinder. Bevor es für mich übernächste Woche in den Nachfolger geht, wollte ich mich noch einmal „Dune“ zuwenden. Denis Villeneuves Sci-Fi-Epos hatte mir vor drei Jahren im Kino ausgesprochen gut gefallen und ich hatte auch nicht die Befürchtung, dass sich dies inzwischen geändert hat. 🪱

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

DUNE (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Beim zweiten Mal fast noch beeindruckender

Seit meiner ersten Sichtung von „Dune“ hat sich eine Tatsache geändert: Ich habe inzwischen die Vorlage von Frank Herbert komplett gelesen. Das Buch war sehr interessant, doch fand ich den ersten Teil der Geschichte deutlich gelungener. Deshalb bin ich auch sehr gespannt auf die filmische Fortsetzung von Denis Villeneuve. Erste Kritiken überschlagen sich regelrecht und der Film soll noch besser sein als dieser erste Teil. Das macht mich mehr als nur neugierig und ich freue mich schon sehr auf den Kinobesuch in zwei Wochen. Was das Lesen des Buches auch noch bewirkt hat: Ich hatte im Kopf, dass „Dune: Part One“ deutlich weiter in der Handlung voranschreitet als der Film dies tatsächlich tut. Da habe ich wohl in Gedanken schon das Buch weitergesponnen. Schon interessant, dass ich dieses letztendlich noch präsenter im Kopf hatte, als Denis Villeneuves beeindruckende Adaption.

Audiovisuell ist „Dune“ eine Hochgenuss. Man könnte sich jedes Bild einrahmen und an die Wand hängen. Denis Villeneuves Stil ist unverkennbar und trotz fantastischer Elemente, erzähl der Regisseur seinen „Dune“ doch eher realistisch. Hinzu kommen fast schon religiös anmutende Bilder, die durch einen choralen Score unterlegt werden. Diese Mischung ist äußerst faszinierend und prägt Arrakis und die angebundenen Welten. Inhaltlich passt die Inszenierung zu der sich anbahnenden Erlösergeschichte bzw. dem heiligen Krieg der daraus entstehen wird. Ein wirklich rundes Paket, das in seiner bedeutungsschwangeren Perfektion manchmal fast schon zu schwer wiegt. Als Kontrast sollte ich nun wirklich noch einmal David Lynchs Adaption „Dune: Der Wüstenplanet“ sehen, der sich ebenfalls in meiner Sammlung befindet:

Fazit

Falls „Dune: Part Two“ wirklich so gut wird, wie man vielerorts lesen kann, dann ist Denis Villeneuve mit seinem Zweiteiler ein Sci-Fi-Meilenstein gelungen. Nicht immer leichte Kost, doch in jeder Hinsicht imposant. Kritikpunkte habe ich kaum: Teils fehlt mir der emotionale Zugang und der Film wirkt manchmal zu bedeutungsschwanger. Das kratzt aber nicht viel am extrem positiven Gesamteindruck: 9/10 Punkte.

Percy Jackson: Die Serie – OT: Percy Jackson and the Olympians – Staffel 1

Auf der Suche nach einer neuen Serie, die wir mit der gesamten Familie schauen können, sind wir letztendlich bei „Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1“ gelandet. Mein Vorwissen zur Geschichte ziehe ich aus den beiden Filmadaptionen „Percy Jackson: Diebe im Olymp“ und „Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen“, die ich vor ein paar Jahren gesehen habe. Das Zappelinchen hat dagegen den ersten Band der Buchreihe als Schullektüre gelesen. Somit waren wir alle auf die Serienadaption gespannt. 🏛️

Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1 | © Walt Disney

Percy Jackson: Die Serie – Staffel 1 | © Walt Disney

Ein schön inszeniertes Jugendabenteuer in Serie

Ich muss gestehen, mich kaum noch an die Verfilmung erinnern zu können. Nur ein paar Szenen (z.B. der Anfang im Camp oder Medusa) sind mir noch im Kopf und ich weiß, dass ich den Film recht unterhaltsam fand. Die Disney-Adaption in Serienform kann sich viel mehr Zeit für die Geschichte nehmen und verjüngt unsere Held*innen auch deutlich bzw. orientiert sich damit eher an der Vorlage. Ich mochte den Einstieg in die Geschichte wieder sehr gerne. Überhaupt fand ich die erste Hälfte der Staffel deutlich gelungener und auch bedeutsamer für die Gesamtgeschichte. Die Reise unserer Held*innen an sich war seltsam unausgewogen, was das Pacing angeht. Hier hat mich die Serie in ihren schwächsten Momenten an die „Willow“-Serie erinnert. Doch ganz so schlimm war es am Ende doch nicht.

Die Schauspieler*innen machen ihre Sache allesamt gut und auch die Schauplätze sehen durchaus beeindruckend aus. Die Handlung fand dagegen eher verwirrend (wer hat nun was gestohlen und warum?) und auch seltsam nichtssagend. Hier kam dann auch wieder das Pacing-Problem zum Tragen, denn obwohl jede Episode an einem anderen Schauplatz spielt, so bleiben Höhepunkte oder Rhythmuswechsel aus. Ich kann das nur schwer beschreiben, doch wenn ihr die Serie gesehen habt, wisst ihr vielleicht was ich meine. Das alles ist nicht dramatisch, denn „Percy Jackson: Die Serie“ ist über ihre gesamte Laufzeit unterhaltsam und schön anzusehen.

Fazit

Wir hatten viel Spaß mit „Percy Jackson: Die Serie“ und freuen uns, dass sie fortgesetzt werden soll. Ich bin gespannt, ob sich das seltsame Pacing dann auflöst oder es einfach Teil der Serie ist. Vielleicht lag es auch am langen Zeitraum von knapp  zwei Monaten, den wir für die Sichtung gebraucht haben. Die Kinder waren insgesamt etwas begeisterter als ich: 7/10 (7.4) Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Review: The Last of Us – Staffel 1 (2023)

Nach dem gegen Ende eher durchwachsenen Serienerlebnis mit „Manifest“, stand mir der Sinn nach qualitativ hochwertigerer Unterhaltung. Für mich stand dafür immer HBO, was Serien wie „The Wire“ oder „Game of Thrones“ zweifelsfrei bewiesen haben. Somit bin ich spät auf den Hype rund um „The Last of Us – Staffel 1“ aufgesprungen. Dabei muss ich vorausschicken, dass ich die Spiele nie gespielt habe, doch ein ganz gutes Verständnis von der gezeigten Welt und der grober Rahmenhandlung hatte. 🍄

The Last of Us – Staffel 1 | © HBO

The Last of Us – Staffel 1 | © HBO

Postapokalyptisches Storytelling par excellence

Bereits die erste Episode „When You’re Lost in the Darkness“ ist ein unglaublicher Ritt in die Dunkelheit. Wir erleben den Ausbruch der Pandemie und den schicksalshaften Auslöser, warum aus der männlichen Hauptfigur Joel der verbitterte Mann wurde, der er nach einem Zeitsprung von 20 Jahren ist. Wir treffen in einer Quarantänezone wieder auf ihn, wo er letztendlich die jugendliche Ellie kennenlernt. Dieses ungleiche Duo macht sich fortan auf den Weg durch die zerstörten USA, um einem MacGuffin-artigem Ziel hinterherzureisen bzw. um einfach nur zu überleben. Joel und Ellies Geschichte ist dabei gespickt mit Begegnungen, von denen die Infizierten, ganz im Gegensatz zu z.B. „The Walking Dead“, nur einen extrem kleinen Teil ausmachen. Im Fokus stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen und wie Menschen jeden Alters ganz unterschiedlich vor dem Hintergrund der Apokalypse agieren. Das ist extrem spannend und emotional erzählt, selbst wenn „The Last of Us“ nur bereits bekannte Versatzstücke postapokalyptischer Erzählung aufgreift.

Die erste Episode, die mich dann komplett umgehauen hat, war „Long, Long Time“. In dieser wird eine unwahrscheinliche Liebesgeschichte in Spielfilmlänge erzählt, welche mir noch Tage nach der Sichtung nachgehangen hat. Ein Meisterwerk der Erzählkunst. Nick Offerman (bekannt als Ron Swanson aus „Parks and Recreation“) spielt unfassbar herzergreifend. Konnte es danach noch besser werden? Vielleicht nicht besser, doch auch „Endure and Survive“ hat mich komplett mitgerissen. Das Finale war ein solcher Schlag in die Magengrube, dass ich mich nur schwer davon erholen konnte. Mit „When We Are in Need“ erleben wir kurz vor dem Finale eine Ellie-zentrierte Episode, welche einfach nur eine emotionale Tour-de-Force ist. Apropos Ellie: Bella Ramsey (bekannt aus „Game of Thrones“) ist absolut fantastisch, gerade im Zusammenspiel mit Pedro Pascal (bekannt aus „Narcos“ oder „The Mandalorian“). Ihre Beziehung trägt die Serie, selbst wenn ihre gemeinsame Zeit auf dem Bildschirm eher begrenzt ist. Fantastische Figuren, die wahrlich perfekt ausgearbeitet sind.

Die beste aller Videospielverfilmungen

Das ist vermutlich eine gewagte Aussage für jemanden, der die Vorlage nicht kennt. Allerdings würde die Serie auch perfekt funktionieren, wenn es das Videospiel nicht gäbe und wir hier eine komplett eigenständige Geschichte erzählt bekommen würden. Dabei gibt es durchaus ein paar Sequenzen, die videospielartig wirken bzw. die man ohne die Vorlage vermutlich anders umgesetzt hätte. Ich denke hier z.B. an das Auftauchen des Bloaters, der dann doch eher wie ein weiterer Gegnertyp in einem Videospiel wirkt. Nicht störend, aber doch auffällig. Handlungstechnisch steht die Serie auf jeden Fall für sich bzw. ist „The Last of Us“ als Spiel so gut erzählt, dass es auch in einem anderen Medium perfekt funktioniert. Einzig was ich vom Finale „Look for the Light“ halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Es wird, neben den großen Actionszenen und dem verstörenden Twist, einiges zwischen den Zeilen erzählt. Welche Motivation nun eher egoistisch und welche selbstlos getrieben ist, mag einfach erscheinen, doch steckt  einiges mehr an Komplexität dahinter, als sich auf den ersten Blick erschließen mag. Gerade was die Beziehung zwischen Joel und Ellie angeht, wird das noch spannend werden. Die Wartezeit auf die zweite Staffel wird hart.

Fazit

Wie ihr vermutlich schon rausgelesen habt, hat mich „The Last of Us“ begeistert, wie schon lange keine Serie mehr. Die Investition in die Ultra-HD-Blu-ray-Box hat sich definitiv gelohnt, schon alleine aufgrund der sehenswerten Extras. Die letzten zwei Wochen haben sich angefühlt, als hätte ich fast jeden Abend einen kurzen Film gesehen. So intensiv war die Immersion für mich. Für mich eine der besten, wenn nicht sogar die beste, unter den aktuell laufenden Dramaserien: 10/10 (9.6) Punkte.