Versprochen ist versprochen – OT: Jingle All the Way (1996)

Da Frau bullion und das Zappelinchen heute noch einkaufen waren (wie passend bei dem Film), sind wir erst kurz vor 21 Uhr aufs Sofa gekommen. Da die kommenden Wochenenden schon verplant sind, wollte ich heute mit dem ersten der beiden Weihnachtsfilme starten und habe deshalb „Versprochen ist versprochen“ in den Player geschoben, der auch perfekt unsere Schwarzenegger-Reihe fortführt. 🎅

Versprochen ist versprochen (1996) | © Walt Disney / LEONINE

Versprochen ist versprochen (1996) | © Walt Disney / LEONINE

Turbo-Man oder Konsumrausch the Movie

„Versprochen ist versprochen“ gehört für mich zu den Schwarzenegger-Filmen, die ich noch nicht sonderlich oft gesehen habe. Als er rauskam, war ich schon etwas zu alt für die Zielgruppe und doch mochte ich ihn schon damals. Meine letzte Sichtung liegt weit über 20 Jahre zurück und ich konnte mich nur noch an die grobe Prämisse erinnern. Während der Sichtung sind dann aber viele Szenen zu mir zurückgekommen. Vermutlich schon alleine deshalb, weil die Weihnachtskomödie so herrlich überzogen ist, dass sie schon mehr einem Comic gleicht. Die komplette Fokussierung auf ein Spielzeug, und damit den Inbegriff des weihnachtlichen Konsums, ist komplett übertrieben und macht den Weg frei für die Holzhammerbotschaft des Films. Aber auch das passt zum stimmigen Gesamteindruck.

Arnold Schwarzenegger spielt einmal wieder sich selbst, dieses Mal im Familien-Setting. Das hat mehr Charme, als ich zugeben möchte. Jake Lloyd (genau, der junge Anakin aus „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“) gibt seinen Filmsohn und darf dabei zuckersüß in die Kamera blicken. Mit Jim Belushi als Weihnachtsmann, der illegale Geschäfte betreibt, gibt es auch bei den Nebendarstellern viel zu lachen. Überhaupt ist der Film teils wirklich witzig, was sich aber vor allem aus Slapstick-Humor speist. Muss man mögen. Ich kann damit durchaus etwas anfangen und kombiniert mit der schönen, wenn auch klischeehaften, Familiengeschichte sowie dem Weihnachtsflair ergibt sich daraus ein runder und sehr unterhaltsamer Film.

Fazit

Mit „Versprochen ist versprochen“ haben wir nun den Anfang in die filmische Vorweihnachtszeit gemacht. Spätestens am 23. Dezember wird noch „Schöne Bescherung“ folgen und dann ist es auch schon wieder soweit. Dieser Einstieg war sehr schön und die knapp 90 Minuten (sehr angenehm!) sind wirklich wie im Flug vergangen. Lustigerweise mochte ich den Film noch mehr als die Kinder: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Pitch Perfect 2 (2015)

Heute war ein richtig langer Tag. Ich habe bereits um 7 Uhr mit dem Arbeiten begonnen, da ich nachmittags schon früh Schluss machen wollte. Es wurde nämlich musikalisch und ich bin mit Frau bullion losgezogen, um ihr ein Digital-Piano zu kaufen. Knapp fünf Stunden hat dieses Abenteuer gedauert. Danach hatten wir den Kids einen Filmabend versprochen, bei dem es musikalisch blieb: Nach dem durchschlagenden Erfolg des ersten Teils, haben wir „Pitch Perfect 2“ geschaut. 🎶

Pitch Perfect 2 (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Pitch Perfect 2 (2015) | © Universal Pictures Germany GmbH

Eine wenig originelle, doch spaßige Fortsetzung

Im Grunde bekommt man noch einmal die Geschichte aus „Pitch Perfect“ nacherzählt, nur dass die Zotigkeit zugenommen und man noch ein paar seltsame Charaktere in den Film geworfen hat. Allen voran die deutsche A-capella-Combo Das Sound Machine, die so klischeehaft daherkommt, dass ich mich zunächst geärgert habe. Allerdings ist das Schauspiel von Flula Borg (übrigens aus dem benachbarten Erlangen) wunderbar überzogen und bildet einen schönen Kontrast zu den Barden Bellas. Diese treten in leicht veränderter Besetzung auf, was ganz gut funktioniert. Am meisten genervt haben mich die deutlich stärker vertretenen Furz- und Dickenwitze. Das wäre nicht nötig gewesen und fand ich eher störend.

Die sonstige Rahmenhandlung um Becas (Anna Kendrick) Praktikum ist erwartbar klischeehaft. Hailee Steinfeld ist eine nette Ergänzung und darf das Repertoire der Bellas um einen Originalsong erweitern. Überhaupt sind es wieder die Auftritte und Songvariationen, welche „Pitch Perfect 2“ sehenswert machen. Über die Handlung sieht man am besten hinweg. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte mich diese vermutlich auch mehr geärgert. So war sie einfach nur da.

Fazit

„Pitch Perfect 2“ fehlt der Charme des ersten Teils, doch diesen versucht der Film durch absurde Figuren und Auftritte wettzumachen. Das funktioniert im Großen und Ganzen recht gut. Die Synchro fand ich übrigens schrecklich und ich kann mir gut vorstellen, dass ich im Original noch einen Punkt mehr gezückt hätte: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Pitch Perfect (2012)

Nach einem langen und vollen Tag, haben wir es heute doch noch aufs Sofa geschafft. Als guter Vater nehme ich das Feedback meiner Kinder natürlich ernst und habe mich deshalb speziell für das Zappelinchen auf die Suche nach einem passenden Film abseits von „Ghostbusters“ und Co. gemacht: Meine Wahl ist auf „Pitch Perfect“ gefallen, weil das Zappelinchen Musik über alles liebt und selbst mit viel Elan im Chor singt. Ob ich mit meiner Vermutung richtig gelegen habe, dass dies genau ihr Film sein könnte? 🎶

Pitch Perfect (2012) | © Universal Pictures Germany GmbH

Pitch Perfect (2012) | © Universal Pictures Germany GmbH

Ein mitreißender Musikfilm mit Herz und Humor

Wie ich überhaupt auf den Film gekommen bin? Ich konnte mich noch dunkel an diverse Besprechungen im Sneakpod erinnern, die allesamt recht positiv waren. Zudem sehe ich Anna Kendrick, so wie kürzlich in „Stowaway: Blinder Passagier“, immer sehr gerne. Ich hatte also die Hoffnung, dass „Pitch Perfect“ ein Film sein könnte, der uns allen ganz gut gefällt oder zumindest keine Schmerzen verursacht. Ich hatte ein Highschool-Setting im Kopf, doch tatsächlich spielte der Film am College. Doch dem Schauplatz kommt gar nicht so viel Bedeutung zu, denn im Vordergrund steht die A-capella-Gruppe, Freundschaft und romantische Verwicklungen. Das alles wird mit viel Herz und Humor miteinander verwoben, so dass „Pitch Perfect“ wirklich viel Spaß macht.

Besonders die musikalischen Auftritte sind beeindruckend und eine große Freude. Zumindest wenn man Musikfilme mag. Dann kennt man auch die Struktur, die man z.B. bereits in „School of Rock“ und anderen Filmen in ähnlicher Form gesehen hat. Die Geschichte ist somit ziemlich nach Schema F erzählt und Überraschungen bleiben aus. Sieht man einmal von den tatsächlich überraschenden Projectile-Vomiting-Szenen ab. Auch wenn ich nicht alles an „Pitch Perfect“ perfekt fand, so funktionieren die wichtigen Elemente doch richtig gut. Bonuspunkte gibt es von mir für den Filme liebenden Love-Interest, der „The Breakfast Club“ als handlungstreibendes Element einführt. John Hughes eben. Passt perfekt zu diesem Film.

Fazit

Wie ihr lesen könnt, hatte ich viel Spaß mit „Pitch Perfect“. Sogar mehr als ich erwartet hätte. Am meisten freut es mich jedoch, wie begeistert das Zappelinchen ist. Da habe ich einen Glücksgriff gelandet, von dem es sogar noch zwei weitere Teile gibt. Famos! Auch der Zwergofant war angetan. Konnte also nicht viel besser laufen, der heutige Filmabend: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Ghostbusters: Legacy – OT: Ghostbusters: Afterlife (2021)

Wilde Wochen sind das zurzeit. Ich verbringe viel zu viel Zeit mit Arbeiten und auch privat stehen einige Termine an. Somit habe ich mich heute schon sehr auf einen entspannten Filmabend gefreut. Größtenteils in Abwesenheit von Frau bullion, denn die ist leider krank. In den Player wanderte „Ghostbusters: Legacy“, den ich schon seit Erscheinen sehen wollte. Wie sich die späte Fortsetzung geschlagen hat?  👻

Ghostbusters: Legacy (2021) | © Sony Pictures Entertainment

Ghostbusters: Legacy (2021) | © Sony Pictures Entertainment

Retro-Charme trifft auf Fanservice-Hammer

Zuletzt habe ich ja erst dargelegt, wie sehr ich sowohl „Ghostbusters: Die Geisterjäger“ als auch „Ghostbusters 2“ liebe. Als 2016 dann das Reboot kam, war der allgemeine Aufschrei groß. Leider auch häufig aus den falschen Gründen. Schon alleine deshalb wollte ich „Ghostbusters: Answer the Call“ lieben. Habe ich letztendlich nicht, aber ich fand ihn unterhaltsam, auch wenn sein Hard-Reboot-Ansatz von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Nun also eine echte Fortsetzung bzw. (und das ist vermutlich keine Überraschung) doch eher ein Soft-Reboot des Klassikers. Die Kritiken waren größtenteils sehr positiv bis überschwänglich. Was hatte ich Lust auf diesen Film!

Schon alleine die Geschichte hinter den Kulissen passt: Jason Reitman, Sohn des legendären Ivan Reitman, der das Original inszeniert hat, sitzt bei der Fortsetzung auf dem Regiestuhl. Dan Aykroyd hat das Drehbuch mitgeschrieben. Was soll da noch schiefgehen? Nach dem Debakel des 2016er Films ist Sony natürlich auf Nummer sicher gegangen und genau so fühlt sich „Ghostbusters: Legacy“ auch an. Im Guten, wie im Schlechten. Ich mochte die neuen Figuren sehr und auch das ländliche Setting. Die Besetzung ist top und mit Carrie Coon (bekannt aus „The Leftovers“) und Paul Rudd (bekannt aus den „Ant-Man“-Filmen) gibt es zwei formidable Stars. Auch die jugendlichen Darsteller*innen konnten mich überzeugen. Podcast ist der Kracher!

Die erste Hälfte ist toll, die zweite nur ein Remake

Die Geschichte allerdings ist, gerade in der zweiten Filmhäfte, eine 1:1 Nacherzählung des ersten Films. Torwächter, Schlüsselmeister, Gozer. Gähn. Warum nicht wenigstens etwas Variation? Auch der Auftritt der vier originalen Geisterjäger, inklusive CGI-Geister-Double von Harold Ramis, hat sich für mich fast schon unangenehm aufgesetzt angefühlt. Klar sollte das der Ritterschlag sein, wenn sich sogar Bill Murray noch einmal für einen Auftritt als Peter Venkman hergibt. Allerdings hat das alles recht uninspiriert gewirkt. Glücklicherweise hat Jason Reitman davor einiges an Eigenständigkeit bewiesen und seine neuen Figuren bringen den Film dann auch nach Hause. Hier wäre weniger Fanservice mehr gewesen.

Damit ist die letzte Scheibe des schönen „Ghostbusters“-Komplett-Sets (zumindest bis kommendes Jahr der vierte Teil ins Kino kommt) im Player gelandet:

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit „Ghostbusters: Legacy“ und war mir nach der Hälfte eigentlich sicher, dass dies die Fortsetzung ist, die alle Fans zufrieden stellen wird. Tatsächlich bin auch ich zufrieden, auch wenn ich mir mehr Eigenständigkeit gewünscht hätte. Die Kids hatten viel Spaß mit dem Film, doch sogar der Zwergofant mochte die alten Teile insgesamt lieber. Fest steht jetzt schon, dass wir im April 2024 ein Kino-Date haben werden: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Jury Duty – Die komplette Reality-Comedy (2023)

Durch diverse Besprechungen in Podcasts, und da wir momentan ohnehin keine gemeinsame halbstündige Serie im Programm haben, fand „Jury Duty“ den Weg in mein Programm. Die Serie stellt nicht nur eine inhaltliche Premiere dar, dazu später mehr, sondern auch was den Anbieter angeht, denn es ist die erste Serie, die ich über Amazon Freevee gestreamt habe, den werbefinanzierten, kostenlosen Dienst der Amazon-Welt. Ob sich das gelohnt hat, erfahrt ihr in diesem Artikel. 👨‍⚖️

Jury Duty | © Amazon Freevee

Jury Duty | © Amazon Freevee

„Die Truman Show“ trifft auf „The Office“

Die Prämisse von „Jury Duty“ ist simpel und effektiv zugleich: Es werden Geschworene einberufen und wir begleiten diese über den Verlauf einer Gerichtsverhandlung bis hin zur Urteilsfindung. Soweit der gewöhnliche Teil. Der ungewöhnliche ist, dass alle agierenden Personen (Geschworene, Angeklagte, Anwälte, Richter usw.) von Schauspieler*innen dargestellt werden und eine Rolle spielen, was ähnlich wirkt wie in einer Workplace-Comedy à la „The Office“. Eine Person (Ronald Gladden; im Bild oben rechts zu sehen) jedoch ist ein ganz normaler Typ, der denkt zum Geschworenen berufen worden zu sein. Also ein wenig das Versteckte-Kamera-Prinzip, nur dass die anwesenden Kameras damit erklärt werden, dass ein Dokumentarfilm über den Prozess gedreht wird. Ich konnte mir das Prinzip aus den Podcast-Berichten nicht wirklich gut vorstellen, doch es funktioniert letztendlich ziemlich großartig.

Ein großer Faktor ist auch noch Schauspieler James Marsdon (bekannt u.a. aus „X-Men“, „The Box“ oder „Sonic the Hedgehog“), der eine übertriebene Version von sich selbst spielt. Es ist schon ein Kunststück, dass all das so gut funktioniert. Im Rahmen einer rein fiktiven Serie, ist kein Handlungsstrang oder Moment komplett drüber oder ungewöhnlich. Im wahren Leben allerdings überschreitet „Jury Duty“ schon öfter die Grenze der Glaubwürdigkeit bzw. schrammt eng an dieser entlang. Wenn man sich das Setting stets wieder ins Bewusstsein ruft, dann kann man unglaublich viel Spaß mit der Show haben. Zudem habe ich etwas in dieser Form noch nie gesehen. Bei Versteckte-Kamera-Shows werden Protagonist*innen häufig vorgeführt bzw. Scherze auf ihre Kosten gemacht, doch hier wird Ronald als Held inszeniert, was ich außergewöhnlich wertschätzend fand. Noch ein Satz zum Freevee-Erlebnis: Auf knapp 30 Minuten Laufzeit kamen 45 Sekunden Werbung, was ich als nicht groß störend empfand.

Fazit

„Jury Duty“ bringt frischen Wind in die Serienwelt. Als fiktive Show wäre die Handlung vermutlich eher unspektakulär, doch im Rahmen der Fake-Reality-Prämisse macht die Serie wirklich enorm viel Spaß. Gerade auch weil die Showrunner unseren Helden nicht vorführen, sondern der Humor einzig und allein aus den absurden Situationen entsteht, in die er geworfen wird. Kann ich nur empfehlen: 9/10 (8.8) Punkte.

Ghostbusters 2 – OT: Ghostbusters II (1989)

Heute stand der letzte Filmabend des Urlaubs an. Damit haben ich sechs Filme gesehen, was ein wirklich guter Schnitt ist. Nächstes Wochenende ist schon komplett ausgebucht, so dass ich mir für heute „Ghostbusters 2“ gewünscht habe. Sehr zur Freude des Zwergofanten. Ein Augenrollen des Zappelinchens hat mir der Film auch eingebracht. Ich selbst habe diese Fortsetzung schon ewig (sprich ca. 20 Jahre) nicht mehr gesehen und war demnach sehr gespannt auf eine erneute Begegnung. 👻

Ghostbusters 2 (1989) | © Sony Pictures Entertainment

Ghostbusters 2 (1989) | © Sony Pictures Entertainment

Rosa Schleim unter New York City

Im Gegensatz zum ersten Teil „Ghostbusters: Die Geisterjäger“ ist der Nachfolger im filmhistorischen Kontext nicht sonderlich hoch angesehen. Für mich persönlich ist Ivan Reitmans Fortsetzung jedoch mindestens genauso wichtig wie das Original, denn ich kann mich noch genau an Schulhofgespräche über rosa Schleim unter New York City erinnern. Auch Bösewicht Vigo ist mir noch sehr präsent und ich mag die Dynamik zwischen den ehemaligen Geisterjägern immer wieder sehr gerne. Natürlich wird im Prinzip alles nur auf Null gesetzt, um die gleiche Geschichte leicht abgewandelt noch einmal erzählen zu können (siehe auch „Kevin allein in New York“), doch kaum eine Fortsetzung der 1980er Jahre bekommt das für mich so charmant und unterhaltsam hin, wie eben diese hier.

„Ghostbusters 2“ setzt auf die gleichen Stärken wie sein Vorgänger und Billy Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis, Ernie Hudson, Sigourney Weaver, Rick Moranis und Annie Potts bilden ein unfassbar starkes Ensemble. Da macht es auch gar nichts, dass die Handlung in manchen Szenen nicht wirklich fortschreitet. Ich könnte den ikonischen Schauspieler*innen stundenlang beim Fachsimpeln und Sprüche reißen zuschauen. Auch die Effekte konnten mich abermals überzeugen: Der Schleimfluss unter der Stadt hat sich mir als Bild eingebrannt und die Geister sehen abermals fantastisch aus. Auch die Freiheitsstatue am Ende ist imposant, wenngleich inhaltlich auch das schwächste Element des Films. Gesehen haben wir auch bei diesem Teil die UHD Blu-ray, welche für Fans von „Ghostbusters 2“ die erste Wahl sein sollte. So frisch hat der rosa Schleim noch nie gewirkt:

Fazit

Die zweite Begegnung mit den Geisterjägern war für mich erneut ein riesengroßes Vergnügen. Selbst wenn der Film inhaltlich nicht ganz so knackig geschrieben ist, wie sein Vorgänger. Für mich steht er diesem in fast nichts nach. Dem Zwergofant war es übrigens wichtig festzuhalten, dass ihm der zweite Teil sogar etwas besser gefallen hat. Vom Zappelinchen gab es dagegen nur eine Protestwertung. Mal sehen, ob es „Ghostbusters: Legacy“ noch herausreißen kann. Viel Liebe für diese Fortsetzung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 4/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Alle für Ella (2022)

Der Zwergofant nächtigt heute auswärts, weshalb das Zappelinchen freie Bahn für einen Wunschfilm hatte. Schon seit längerer Zeit wollte sie „Alle für Ella“ sehen und war stets der Meinung, dass dieser zu erwachsen für den Zwergofanten sei. Quasi wie letztes Jahr mit „Das schönste Mädchen der Welt“, der in eine ähnliche Kategorie fiel. Wie also hat uns der Wunschfilm des Abends gefallen? 🎤🎸

Alle für Ella (2022) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Alle für Ella (2022) | © Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb LEONINE)

Ein netter Teenie-Musikfilm aus Deutschland

Die Geschichte ist super simpel: Eine Girl-Band will an einem Bandwettbewerb teilnehmen und Leadsängerin Ella verliebt sich in den konkurrierenden Rapper, unter dessen harter Rich-Kid-Schale doch ein Herz aus Gold steckt. Die Handlung ist wahrlich nichts Besonderes und lebt vom Charme der vier Freundinnen, die mit allerlei Coming-of-Age-Problemen zu kämpfen haben. In diesen Szenen hat der Film das Herz am rechten Fleck und auch wenn ich mir als 43-jähriger Vater manchmal Cringe! dachte, so konnte ich die Nöte der Jugend tatsächlich noch nachvollziehen. Auch wenn sich Sprache und Look geändert haben, so sind ihre Herausforderungen doch zeitlos und universell. Quasi wie damals.

Die Musik des Films geht ins Ohr und es macht Spaß, den jungen Talenten bei ihrem Werdegang zuzusehen. Sowohl vor als auch hinter der Kamera. Der größte Schwachpunkt war für mich tatsächlich Hauptdarstellerin Lina Larissa Strahl, die zu alt für ihre Rolle wirkte und mich schauspielerisch am wenigsten überzeugen konnte. Im großen Ganzen fällt aber auch dieser Aspekt nur wenig ins Gewicht und der „Alle für Ella“ macht, bis zum vorhersehbaren Finale, viel Spaß.

Fazit

„Alle für Ella“ konnte mich deutlich mehr begeistern als der letzte Wunschfilm des Zappelinchens. Er ist sympathisch und hat das Herz am rechten Fleck. Man sollte kein Meisterwerk erwarten, doch wenn man sich in die Zielgruppe hineinversetzen kann, dann macht der Musikfilm viel Spaß. Durchaus gelungen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: auf einer Übernachtungsparty)

The Expanse, Book 4: Cibola Burn (James S. A. Corey)

The Expanse, Book 4: Cibola Burn (James S. A. Corey)Dieses Mal war ich recht schnell mit vierten Buch der „The Expanse“-Reihe. Dank Urlaub und ein paar sonnigen Tagen auf der Terrasse habe ich nur drei Monate dafür gebraucht. Nach „Abaddon’s Gate“ ging es also mit „Cibola Burn“ weiter und ich war sehr gespannt, inwiefern das Autorenduo hinter dem Pseudonym James S. A. Corey die Geschichte rund um die Besiedelung des Planeten New Terra bzw. Illus erzählt. Gerade im Vergleich zur Serienadaption, welche mir gerade in dieser Staffel doch etwas gehetzt vorkam. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass mir die Romanversion noch einmal deutlich besser gefallen hat, als die ohnehin schon extrem gelungene Serienstaffel. 🌏

„Once is never. Twice is always.“

Die seltsame Inkarnation des verstorbenen Detective Miller, hier als Investigator bezeichnet, tritt noch stärker in den Vordergrund. Die Kapitel, die quasi aus seiner Perspektive erzählt werden, sind stilistisch sehr ungewöhnlich und haben mich häufiger an „Area X“ bzw. die  „The Southern Reach“-Trilogie von Jeff Vandermeer denken lassen. Überhaupt fand ich Millers Erzählstrang wunderbar zu Ende gebracht und auch durchaus emotional. Gerade Holdens Beziehung zu ihm, die im ersten Roman ja doch eher schwierig war, findet ein versöhnliches Ende. Ich habe es nicht häufig erlebt, dass Visionen oder eingebildete Personen nachvollziehbar geschrieben waren und tatsächlich eng und sinnvoll mit der Handlung verknüpft werden. Detective Miller wird mir von nun an stets als positives Beispiel im Kopf bleiben.

„A person can fail the people they love just by being who they are.“

Die Haupthandlung von „Cibola Burn“ teilt sich auf zwei Schauplätze auf: Den neu besiedelten Planeten New Terra bzw. Illus sowie die Raumschiffe im Orbit. Warum beide Handlungsstränge auch mit Detective Miller zusammenhängen und darüber hinaus auch inhaltlich stark miteinander verwoben sind, erfahren wir über den Verlauf des Romans. Die inhaltliche Grundstruktur unterscheidet sich dabei gar nicht so sehr von der Serienadaption, jedoch  nehmen sich Daniel Abraham und Ty Franck viel mehr Zeit für ihre Figuren, deren Motivation und Beziehungen untereinander. Diese werden teils so emotional erzählt, dass mir häufiger die Tränen in den Augen standen. Etwas, das mir bei Büchern eher selten passiert. Zudem werden Handlungsstränge, die abseits des neuen Planeten spielen, nahezu komplett außen vor gelassen. Insgesamt wirklich sehr rund und gelungen. Hier habe ich vor knapp drei Monaten übrigens meine Reise nach Illus begonnen:

Fazit

Vermutlich liegt es auch an den entspannten Strandtagen, doch „Cibola Burn“ war bisher mein liebstes Buch der Reihe. Nun bin ich sehr gespannt auf „Nemesis Games“, für das ich vermutlich wieder deutlich länger brauchen werden. Dennoch ist meine Motivation, das Mammutwerk von S. A. Corey komplett zu lesen, größer denn je: 10/10 Punkte.

Stowaway: Blinder Passagier – OT: Stowaway (2021)

Obwohl ich nach meinem späten Halbmarathon abends recht platt war, haben wir uns noch auf dem Sofa versammelt und „Stowaway: Blinder Passagier“ ausgewählt, der in Deutschland auf Amazon Prime läuft. Was uns bewegt hat, ausgerechnet diesen Film einzuschalten? Vor ein paar Tagen haben wir das Set des Films bei unserem Ausflug in die Bavaria Filmstadt besucht. Das fanden wir so imposant, dass der Sci-Fi-Thriller schnell einen Platz in unserem Filmprogramm fand. 🚀👩‍🚀

Stowaway: Blinder Passagier (2021) | © Amazon Prime Video

Stowaway: Blinder Passagier (2021) | © Amazon Prime Video

Ein wunderbar intimer Sci-Fi-Thriller

Die Geschichte des Films ist so simpel wie effektiv: Ein blinder Passagier befindet sind, aus nicht näher definierten Gründen, auf einem Forschungsraumschiff, das gerade auf dem Weg Richtung Mars ist. Die Mission soll zwei Jahre dauern und aufgrund eines defekten Bauteils reicht der Sauerstoff nur für die Basis-Crew von drei Personen. Was also tun? Dieses moralische Dilemma ist der Kern des Films. Der Aufbau bis dorthin ist wunderbar langsam und wir lernen die Figuren und das Schiff im Detail kennen. Das hat mir richtig gut gefallen. Ebenso stark fand ich, dass niemand die oder der Böse ist oder es zu völlig übertriebenen Eskalationen kommt. Jede Person auf dem Schiff ist daran interessiert, eine Lösung zu finden. Mehr oder weniger stark motiviert davon, dass auch alle überleben.

Bis zum letzten Drittel passiert nur recht wenig in „Stowaway“. Es wird viel geredet und versucht eine Lösung für das Problem zu finden. Hier kommen auch die wunderbaren Schauspieler*innen zum Zug: Ein starkes Ensemble mit Anna Kendrick,  Toni Collette, Daniel Dae Kim und Shamier Anderson. Insgesamt ein erfrischender Low-Key-Ansatz in der heutigen Welt der übertriebenen Action. Im letzten Drittel folgt eine extrem nervenaufreibende Sequenz, die mich wirklich an die Sofakante rutschen ließ. Hat mir gut gefallen, auch wenn hier (so wie im restlichen Film auch) nicht immer alles logisch erscheint. Das tatsächliche Finale war mir dann zu einfach und kam zu plötzlich. Klar war die Geschichte irgendwie auserzählt, doch fand ich es in dieser Form einfach nicht befriedigend.

Fazit

„Stowaway“ ist ein kleiner, netter Sci-Fi-Thriller, der keine bahnbrechende Geschichte erzählt und der gerade deshalb eine ziemliche Sogwirkung entfaltet. Über weite Strecken hat mir der Film wirklich ausgezeichnet gefallen. Einzig das antiklimaktische Finale samt plötzlichem Ende hat „Stowaway“ in meiner Gunst doch ziemlich nach unten gezogen. Auch der Rest der Familie war davon nicht angetan, doch davon abgesehen sind die Kids ziemlich mitgegangen. Das dürfte auch einer der erwachsensten Filme gewesen sein, die sie bisher gesehen haben. Definitiv einer der besseren für Streaming produzierten Filme: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte;  Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Ghostbusters: Die Geisterjäger – OT: Ghostbusters (1984)

Es ist Halloween. Traditionell also der Tag, an dem ein Horrorfilm Pflichtprogramm ist. Das Zappelinchen war bei einer Freundin auf einer Halloween-Party, der Zwergofant ist mit seinem Cousin um die Häuser gezogen und wir Eltern haben Süßigkeiten an die Nachbarskinder verteilt. Soweit ist es nach jahrelanger Halloween-Ablehnung also schon gekommen. Als Abschluss des Abends habe ich noch „Ghostbusters“ in den Player geschoben, der mir die perfekte Wahl für die beiden Jungs schien. Ob der Film auch nach knapp 40 Jahren noch zu überzeugen wusste? 👻

Ghostbusters: Die Geisterjäger (1984) | © Sony Pictures Entertainment

Ghostbusters: Die Geisterjäger (1984) | © Sony Pictures Entertainment

Who you gonna call? Ghostbusters!

Es ist schon erstaunlich, dass ich bisher noch keine Besprechung von „Ghostbusters“ auf meinem Blog geschrieben habe. Denn das bedeutet auch, dass ich den Film zuletzt vor über 17 Jahren gesehen habe. Unglaublich! Meine letzte Begegnung mit dem Franchise war tatsächlich der verhasste 2016er „Ghostbusters: Answer the Call“. Nun also die Rückkehr zu den Wurzeln. Ivan Reitmans Klassiker hat mich schon Jahre vor meiner ersten Sichtung beschäftigt, denn er war, zusammen mit der Fortsetzung, stets großes Thema auf dem Pausenhof der Grundschule. Erste und zweite Klasse wohlgemerkt. Ja, meine Freunde waren damals popkulturell deutlich weiter und doch spürte ich, wie groß die Faszination war, die von ihren Erzählungen ausging. Damals waren Spoiler übrigens keine Spoiler, sondern je detaillierter die Nacherzählungen, desto größer wurde der Wunsch, den Film auch endlich zu sehen. Bei mir sollte es noch ein paar Jahre dauern, doch als es dann endlich soweit war, habe ich den Film geliebt. Ebenso wie die Zeichentrickserie „The Real Ghostbusters“, doch um die soll es hier und heute nicht gehen.

Ich war tatsächlich auch skeptisch, ob der Zwergofant denn schon soweit ist, sich mit der Gruselkomödie auseinanderzusetzen. Schließlich gehört er, ganz der Vater, eher zur ängstlichen Sorte, wenn es um Filme geht. Es war somit ein langer Prozess der Hinführung und Auseinandersetzung mit dem Film. Ich hatte ihm mit „Hubie Halloween“ sogar ein harmloses Alternativprogramm angeboten, doch er wollte unbedingt in die Welt der Geisterjäger eintauchen. Nachdem er also mit seinem Cousin um die Häuser gezogen ist (und auch ich alle Kinder der Nachbarschaft mit Süßigkeiten versorgt hatte), ging es endlich los mit dem 1984er „Ghostbusters“.

Ein herrlich altmodischer Geisterspaß

Ich liebe die langsame Einführung in die Geschichte, die Vorstellung der vier Figuren und ihrer Eigenheiten. Die Besetzung ist aus heutiger Sicht natürlich Kult: Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis und Ernie Hudson harmonieren einfach fantastisch miteinander! Doch auch Sigourney Weaver und Rick Moranis sind als Nebendarsteller perfekt gewählt. Was die Handlung angeht, war ich erstaunt, wie wenig Geisterjagden es tatsächlich gibt. Vermutlich habe ich in meiner Erinnerung einiges mit dem zweiten Teil durcheinander geworfen. Sprich wir befinden uns ratzfatz in der Haupthandlung und ehe man sich versieht, ist der Film auch schon wieder vorbei. Verrückt!

Kurz gesagt: Ich hatte wieder enorm viel Spaß mit meinen liebsten Geisterjägern. Die herrlich schrägen Dialoge (die man heute natürlich nicht mehr so schreiben würde), die handgemachten Effekte und der gemütliche Spannungsaufbau. Einfach großartig! Den beiden Kids habe ich dagegen angesehen, dass es ihnen nicht schnell genug ging und die Effekte zu altmodisch waren. Verständlich, denn das wäre so gewesen, als hätte ich mit 10 Jahren einen Film aus den 1950ern gesehen. Zu gruselig war „Ghostbusters“ auf jeden Fall nicht und an so mancher Stelle haben sie beiden Cousins sogar gelacht. Gesehen haben wir übrigens erstmals die brandneue UHD Blu-ray, welche wirklich fantastisch aussieht:

Fazit

Ich habe mich mit „Ghostbusters“ direkt in meine Jugend zurückversetzt gefühlt. Einfach ein Film aus meiner persönlichen Filmhistorie. Liebe ich auch heute noch sehr und hatte enorm viel Spaß damit. Der Zwergofant hat mir danach gestanden, dass er „Gänsehaut“ doch besser fand, was mich jedoch auch nicht verwundert. Ich setze nun alles auf „Ghostbusters: Legacy“ und hoffe, dass wir so lange durchhalten. Für mich jedoch geht es nicht viel besser: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: war auf einer Halloween-Party;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm