Ein Minecraft Film – OT: A Minecraft Movie (2025)

Wir waren zum ersten Mal in diesem Jahr im Kino! Nachdem wir aufgrund von Krankheiten und Terminen schon einige Filme verpasst hatten, war der Besuch von „Ein Minecraft Film“ allerdings Pflicht. Zumindest für den Zwergofanten, der sich schon lange und intensiv mit der Videospielvorlage beschäftigt hat. Auch mich hat er schon ein paarmal versucht in diese Welt einzuführen, was mehr oder weniger gut funktioniert hat. Am Sonntagnachmittag bin ich also mit fünf Kindern ins Kino aufgebrochen, um zwei Filme zu sehen. Wie es dazu kam, lest ihr hier… 🟩⚔️

Ein Minecraft Film (2025) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein Minecraft Film (2025) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Ein Kinoausflug ins Land der bunten Blöcke

Neben dem Zwergofanten habe ich noch seine zwei Cousins eingepackt, die den Film auch unbedingt sehen wollten. Das Zappelinchen dagegen hatte mit ihrer Cousine schon länger einen Kinobesuch geplant und da „Ein Minecraft Film“ und „Ein Mädchen namens Willow“ recht zeitgleich liefen, habe ich das große Auto vollgepackt und bin mit fünf Kids ab ins Kino. Davor haben wir jedoch noch Station bei einer großen Fast-Food-Kette gemacht, bei der es momentan Menüs zum Film gibt. Im Kino angekommen habe ich die Kids noch mit Popcorn und Getränken versorgt, bevor sich unsere Wege getrennt haben: Mit den Jungs bin ich in „Ein Minecraft Film“ abgebogen, während die Mädels noch kurz auf ihre Vorstellung warten mussten. Im Kinosaal war die Spannung schon groß und nach der Werbung ging es dann endlich los.

Nach einem kurzen Intro, bei dem wir Steve und die Oberwelt kennenlernen, biegen wir erst einmal in Richtung Realität ab und erleben dort eine Komödie, wie sie doch recht typisch für Jared Hess ist. Der Regisseur von u.a. „Napoleon Dynamite“ hat einen sehr speziellen Stil, den ich nicht sofort mit einer Mainstream-Videospielverfilmung verknüpft hätte. Es ist wirklich unglaublich, wie absurd der Humor teils daherkommt. Bei meiner ersten Begegnung mit Jared Hess konnte mich das noch nicht sonderlich begeistern, doch heute fand ich es fantastisch. Der Humor ist albern und oft zotig, die Figuren völlig überzeichnet und die Welt kein realistisches Abbild der Realität. Ich mochte das wirklich sehr. In der Oberwelt angekommen, verläuft der Film schon eher auf gewohnten Bahnen und ich musste teils an „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ denken, was auch an Jack Black liegen mag.

Die Welt ist ist liebevoll gestaltet und, wie ich aus nachfolgenden Gesprächen mit dem Zwergofanten und seines Cousins erfahren habe, voller Anspielungen auf die Vorlage. Die Spielmechanik muss, bis auf ein paar offensichtliche Fehler, wie man mir erklärte, wirklich gut abgebildet worden sein. Übrigens sitzen die Jungs gerade oben vor der Switch und bauen neue Welten. Das hat der Film auf jeden Fall erreicht. Ich selbst wurde definitiv gut unterhalten. Überraschend gut. Das hatte ich so nicht erwartet. Viele der absurden Gags haben mich zum Lachen gebracht. Da stört es auch nicht, dass es keine wirkliche Geschichte gibt. Mit einem weniger speziellen Regisseur hätte hier leicht generische Langeweile herrschen können. Jared Hess war anscheinend genau der richtige Mann für den Job, auch wenn seine Wahl nicht sonderlich naheliegend war. Hat (für mich) bestens funktioniert.

Fazit

Nach dem Film waren alle Kinder begeistert (die jungen Damen hatten auch viel Spaß mit „Ein Mädchen namens Willow“). Ich kann durchaus verstehen, dass „Ein Minecraft Film“ inzwischen ein mittelgroßes Phänomen ist. Auch wenn es mit Sicherheit nicht mein Lieblingsfilm wird, so bin ich doch sehr positiv überrascht und freue mich, dass ich durch den Film einen weiteren Einblick in ein Hobby der Kinder erhalten habe. Ein rundum gelungener Tag: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: hat mit ihrer Cousine „Ein Mädchen namens Willow“ in einem anderen Saal geschaut; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels – OT: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull (2008) (WS1)

Nach dem ersten kompletten Draußentag des Jahres, inklusive Abendessen auf der Terrasse, haben wir uns abends zu „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ vor dem Fernseher versammelt. Erneut ohne Zappelinchen, das leider keinerlei Interesse an der Filmreihe zeigt. Ich selbst war ziemlich gespannt auf den Film, da meine bisher einzige Sichtung, damals im Kino, inzwischen schon unfassbare 17 Jahre zurückliegt. 💎💀

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine späte und in Teilen erfolgreiche Fortsetzung

„Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ wurde damals ziemlich gescholten. Damit war die Wahrnehmung ähnlich wie auch bei „Star Wars: Die dunkle Bedrohung“. Es war schon immer gefährlich, späte Fortsetzungen zu beliebten Filmreihen zu drehen. Finanziell erfolgreich sind sie allerdings meist doch, sonst würde es heute nicht zu einer Flut an Legacy-Sequels kommen. Doch zurück zu Indy: Ich hatte damals viel Spaß mit dem Film, auch wenn ich ihn nicht perfekt fand. Am meisten haben mich wohl die Aliens bzw. die interdimensionalen Wesen gestört. Das hat für mich nicht so richtig zu den bisherigen Abenteuern gepasst. Heute jedoch muss ich zugeben, dass Spielberg Indy schon recht geschickt in die 1950er Jahre geschickt hat und das mit allem was dazu gehört: Kalter Krieg, Kommunisten, Atombombe und eben auch Aliens. Eine konsequente Weiterentwicklung der ursprünglichen Pulp-Serial-Idee von Goerge Lucas. Zu gerne würde ich immer noch die Umsetzung von „Indiana Jones and the City of Gods“ sehen, wie Frank Darabonts Drehbuchentwurf hieß.

Auch heute hat mir „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ in Teilen wieder gut gefallen. Speziell die erste Hälfte finde ich immer noch richtig stark. Das Zusammenspiel zwischen Harrison Ford und Shia LaBeouf funktioniert für mich ausgezeichnet und ich hätte die Figur des Mutt Williams gerne weiterhin gesehen. Auch so manche handgemachte Actionszene oder die Erkundung des Grabes fand ich toll. Cate Blanchetts Bösewichtin Irina Spalko funktionierte für mich teils, doch kratzt sie manchmal schon an der Comichaftigkeit. Am meisten gestört hat mich wohl der Look des Films: Er wirkt in (zu) vielen Szenen zu digital. Das fängt bei offensichtlichen Greenscreen-Szenen an und hört bei völlig albernen Tarzan-Einlagen auf. Dazwischen befindet sich dann noch die Actionszene im Dschungel, welche vermutlich an die Panzerszene aus „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ angelehnt sein soll, in vielen Einstellungen aber einfach nur peinlich wirkt und wie ein Videospiel aussieht. CGI in den 2000er Jahren war wirklich schwierig. Schade, dass Spielberg sich so stark darauf fokussiert hat.

Fazit

„Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ist bisher eindeutig der schwächste Teil der Reihe. Mit Abstand. Harrison Fort ist allerdings fantastisch darin und was er hier mit 65 Jahren geleistet hat, ist beeindruckend. In Teilen kommt zwar durchaus Indy-Feeling auf, welches dann in anderen Szenen leider schnell wieder zunichte gemacht wird. Unnötig und inzwischen dennoch Teil der Reihe: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte keine Lust den Film mit anzuschauen; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Vaiana 2 – OT: Moana 2 (2024)

Eine extrem fordernde Woche geht zu Ende. Wie jeden Freitagabend habe ich auch heute den Zwergofanten zum Karate-Training gefahren. Seit der Zeitumstellung fahre ich währenddessen nicht mehr nach Hause, sondern gehe eine Runde über die Felder spazieren und schaue mir danach den Rest des Trainings an. Danach haben wir noch die bestellte Pizza abgeholt und uns im Anschluss endlich „Vaiana 2“ angeschaut. Den Film hätten wir schon unglaublich gerne im Kino gesehen, doch leider waren damals alle abwechselnd krank. So ging es erst heute wieder in die Südsee… 🌊

Vaiana 2 (2024) | © Walt Disney

Vaiana 2 (2024) | © Walt Disney

Leider nur eine nett anzusehende Fortsetzung

Mit „Vaiana“ verbinde ich ganz besondere Erinnerungen: Es war nach „BFG: Big Friendly Giant“ der zweite Kinofilm, den ich damals vor acht Jahren mit dem Zappelinchen zusammen im Kino geschaut habe. Nicht nur deshalb fand ich den Film toll, es war auch der beste Disney-Film, den ich seit langer Zeit gesehen hatte. Beim zweiten Durchgang vor sechs Jahren war ich ebenso begeistert und entsprechend heiß auf die Fortsetzung. Inzwischen hatte sich die Vorfreude etwas gelegt, denn ich habe viele durchwachsene Kritiken gelesen. Auch der Fakt, dass die Geschichte zunächst als Serie umgesetzt werden sollte und man sich wohl ziemlich kurzfristig entschieden hat, aus dieser einen Kinofilm zu machen, sorgte bei mir nicht gerade für Begeisterung. Das für Streaming typische Bildformat von 2,00:1 ist wohl ein Überbleibsel davon. Ob mich der Film dennoch zu überzeugen wusste?

Ich sag es mal so: „Vaiana 2“ wäre nicht nötig gewesen. Für mich fängt er die Magie des Vorgängers nicht wirklich ein. Der Look ist famos, keine Frage. Auch habe ich mich gefreut, die liebgewonnenen Figuren wiederzusehen. Alles darüber hinaus? Das ist leider nur bestenfalls nett. Die Geschichte ist nahezu ein Remake des ersten Teils. Nur mit schlechterem Pacing und mehr Figuren. Auch die Songs haben bei mir nicht gezündet, was besonders schade ist, denn die von „Vaiana: Das Paradies hat einen Haken“ hatte ich noch tagelang danach im Ohr. Vielleicht fehlt hier einfach das Talent eines Lin-Manuel Miranda? Das liest sich nun alles katastrophal, doch ist es nicht. Mich hat „Vaiana 2“ durchgehend nett unterhalten. Aber eben auch nicht mehr. Spätestens bei der Mid-Credit-Szene und dem lieblosen Abspann davor hatte ich das Gefühl, dass Disney hier auf Teufel komm raus ein Sequel nachschieben wollte. Es macht den Vorgänger nicht kaputt, aber bietet auch keinen wirklichen Mehrwert. Dennoch habe ich wieder sehr gerne Zeit mit Vaiana, Maui und Co. verbracht. Das war schön.

Fazit

Wenn ich den Vorgänger nicht so sehr lieben würde, wäre ich vielleicht nicht so enttäuscht gewesen. Die Kinder waren deutlich begeisterter, speziell das Zappelinchen (leider schon wieder recht angeschlagen), das zu Beginn eher keine große Lust auf einen Filmabend hatte. Frau bullion war nach 10 Minuten schon eingeschlafen, was auch kein gutes Zeichen ist. Mit viel gutem Willen eine nette Fortsetzung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug – OT: Indiana Jones and the Last Crusade (1989) (WS1)

Ein entspannter Samstag liegt hinter uns. Außer der langen Laufeinheit habe ich heute nicht viel gemacht. Der Zwergofant war den ganzen Tag mit Freunden draußen und das Zappelinchen hat sich in ihr Zimmer verkrochen. Da der Filmabend gestern schon ausgefallen ist, wollte ich heute unbedingt „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ sehen. Das Zappelinchen hatte keine Lust auf den Film und Frau bullion ist  schnell eingeschlafen, weshalb es am Zwergofanten und mir lag, Indy zu begleiten. 📙

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Der wundervolle Abschluss der Originaltrilogie

Ich habe schon bei meiner letzten Sichtung vor 17 Jahren festgestellt, dass „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ eigentlich zu perfekt ist. Waren „Jäger des verlorenen Schatzes“ und „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ eher noch roh und ungestüm, wirkt der dritte Teil der Reihe fast schon zu durchdacht. Alleine schon der Prolog ist wunderbar, in dem Indy vom viel zu früh verstorbenen River Phoenix verkörpert wird. Der Übergang zur Haupthandlung ist perfekt gelungen. So hat eine Origin-Geschichte auszusehen. Ich war dieses Mal überrascht, dass es ganze 48 Minuten dauert, bis Henry Jones Sr. im Film auftaucht. So prägend habe ich das Zusammenspiel zwischen Harrison Ford und Sean Connery damals wohl empfunden. Auch heute noch ist die Vater-Sohn-Dynamik für mich das Highlight des Films.

Die unzähligen Schauplätze und Action-Set-Pieces machen unfassbar viel Freude. Auch die bösen Nazis sind erneut die perfekten Gegner für Indy und seine Freunde. Ich konnte mich an die meisten Dialoge noch perfekt erinnern und wusste ganz genau, dass ich als Kind bei den Fallen im Finale und dem Ergebnis des falschen Grals immer wegschauen musste. Das waren auch die Momente, in denen der Zwergofant am angespanntesten war. Ansonsten muss ich noch John Williams‘ grandiosen Score hervorheben: Neben dem klassischen Raiders-Marsch fand ich das Gral-Thema eine fantastische Ergänzung. Es strahlt eine wehmütige Vergänglichkeit aus, welche wunderbar zum Film passt. Man darf nicht vergessen, dass dies für lange Zeit Indys letztes Abenteuer war. Das musste ich heute auch erst einmal dem Zwergofanten erklären: Für mich als Kind bzw. Jugendlicher bedeutete der Film stets Abschied. Das zugehörige Lego-Set hat inzwischen natürlich seinen Platz im Filmregal gefunden:

Fazit

„Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ ist immer noch ein großartiger Abenteuerfilm. Sean Connery und Harrison Ford sind so gut zusammen. Dennoch hat mir beim aktuellen Durchgang „Jäger des verlorenen Schatzes“ noch einen Tick besser gefallen. Dem Zwergofanten übrigens auch, der die beiden Vorgänger minimal mehr mochte. Das Gesamt-Ranking gibt es nach dem letzten Teil, doch ich befürchte, dass es jetzt nur noch bergab gehen kann: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte keine Lust den Film mit anzuschauen; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Indiana Jones und der Tempel des Todes – OT: Indiana Jones and the Temple of Doom (1984) (WS1)

Frau bullion ist mit Kolleginnen auf einem Konzert, was bedeutet, dass für die Kinder und mich ein einsamer Filmabend auf dem Programm stand. Natürlich haben wir mit „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ unsere aktuelle Reihe fortgesetzt. Das Zappelinchen war beim Vorgänger noch eingeschlafen, doch heute sind alle wachgeblieben. Ob uns die teils gescholtene Fortsetzung überzeugen konnte? 🐘

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Ein frühes Prequel mit Abenteuerfaktor

Schon verrückt, dass meine letzte Sichtung des Films schon wieder 17 Jahre zurückliegt. Dabei konnte ich mich an die meisten Szenen noch haargenau erinnern. „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ ist vielleicht der Indy-Film, den ich als Kind bzw. Jugendlicher am häufigsten gesehen habe. Von der irrwitzigen, sehr an „James Bond“ erinnernden, Action im Prolog über das Festmahl im indischen Palast bis hin zur Lorenfahrt und der Hängebrücke im Finale, all das war mir noch bestens im Kopf. Hinzu kommt die Dynamik zwischen Indy, Shorty und Willie, welche vielen Zuschauern sauer aufgestoßen ist, mir jedoch schon immer gut gefallen hat. Ke Huy Quan (zuletzt großer Erfolg mit „Everything Everywhere All at Once“) ist fantastisch als Short Round und ich kann Steven Spielberg durchaus verstehen, dass er sich am Set in Kate Capshaw verguckt hat. Insgesamt war der Film für mich in vielerlei Hinsicht prägend. Auch weil er einerseits humorvoller, andererseits aber auch bedeutend düsterer und brutaler als die anderen Teile der Originaltrilogie ist.

Die Tatsache, dass es sich hierbei um ein Prequel handelt, wird bis auf die Einblendung einer Jahreszahl nicht weiter thematisiert. Es spielt auch keine Rolle. Dennoch mag ich das Gefühl, dass es sich um ein frühes Abenteuer Indys handelt und man viele von diesen einfach verpasst hat, weil sie nicht verfilmt wurden. Der Zwergofant hat sich während der gleichen Szenen gegruselt, wie ich damals, und das Zappelinchen hat den Film eher über sich ergehen lassen. Für mich selbst war es eine wunderbare Erfahrung. Wie eine Reise zurück in meine eigene Jugend. Auch wenn mir bewusst ist, dass vieles viel übertrieben ist, so musste ich vor etlichen Szenen auch meinen Hut ziehen: Alleine das großartige Set des unterirdischen Tempels oder die irrwitzige Lorenfahrt, all das fühlt sich genauso echt an, wie der Einsturz der Hängebrücke im Finale. Ein Film aus einer anderen Zeit, der für mich mit viel Nostalgie verbunden ist.

Fazit

Auch wenn „Indiana Jones und der Tempel des Todes“ sicher der schwächste Teil der Originaltrilogie ist, so liebe ich ihn jedoch sehr. Auch weil er etwas aus dem Muster herausfällt. Ein wunderbar klassischer Abenteuerfilm, der heute ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt, mich aber immer noch famos zu unterhalten weiß: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes – OT: Raiders of the Lost Ark (1981) (WS1)

Nach einem sehr nervigen Arbeitstag, war ich abends mit dem Zwergofanten noch beim Karate-Training. Danach gab es die obligatorische Freitagspizza und einen Filmabend, den wir mit „Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes“ begangen haben. Die Filmreihe wollte ich schon lange mit den Kids schauen und nachdem wir zuletzt in die „James Bond“-Reihe abgetaucht sind, war ich mir auch sicher, dass die Kinder auch die Abenteuer von Indy und Co. vertragen würden… 🐍

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes (1981) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes (1981) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Der Klassiker unter den Abenteuerfilmen

Die Voraussetzungen für den Filmabend waren leider nicht die besten: Frau bullion hat im Arbeitszimmer gewerkelt, das Zappelinchen ist immer noch recht angeschlagen und der Zwergofant und ich waren auch alles andere als fit. Somit waren wir größtenteils nur zu zweit als „Jäger des verlorenen Schatzes“ unterwegs. Schade, aber so ist das manchmal. Ich war von Anfang an wieder Feuer und Flamme und habe gerade den langsamen Aufbau der Geschichte, die ruhige Kameraführung und die liebgewonnenen Figuren genossen. Herrlich! Bei den Kindern habe ich allerdings gemerkt, dass es ihnen zu langsam voran ging. Die Sehgewohnheiten haben sich über die letzten Jahrzehnte eben geändert, sprich es war so, als hätte ich mit 12 Jahren einen Film aus dem Jahr 1948 gesehen. Das Zappelinchen ist bereits im ersten Drittel eingeschlafen, doch der Zwergofant war recht angetan von Indys erstem Abenteuer.

„Jäger des verlorenen Schatzes“ ist einer der Filme, die ich schon wirklich oft gesehen habe. Die einzelnen Schauplätze und Szenen waren mir noch bestens im Kopf, einzig die Reihenfolge hätte ich durcheinandergewürfelt. Lustig war es für uns das LEGO-Set zum Film (siehe auch Fotos unten) wiederzuerkennen. Der Film geht teils ganz schön zur Sache und in Teilen ist die FSK-16-Freigabe bestimmt noch gerechtfertigt, dennoch ist der Ton eher fantastisch und im direkten Vergleich fanden sowohl der Zwergofant als auch ich die Daniel-Craig-Bonds deutlich härter. Die einzelnen Versatzstücke der Geschichte kannte der Zwergofant übrigens bereits aus den Lustigen Taschenbüchern, denn darin erleben sowohl Phantomias als auch Indiana Goof die beiden ersten Indy-Abenteuer in kindgerechter Form. Für mich ist „Jäger des verlorenen Schatzes“ einfach bestes Wohlfühlkino, das sicher ein Produkt seiner Zeit ist, aber auch heute noch wunderbar zu unterhalten weiß. Immer noch viel Liebe dafür.

Fazit

Auch wenn ich mir die heutige Sichtung im Rahmen eines Familienfilmabends anders vorgestellt hatte, so war „Jäger des verlorenen Schatzes“ dennoch wieder ein voller Erfolg. Zumindest für den Zwergofanten und mich. Ein Klassiker in jeder Hinsicht. Nun freue ich mich schon extrem auf die verbleibenden Fortsetzungen, die ich auch schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. Dann hoffentlich in voller Besetzung. Großes Abenteuerkino: 10/10 Punkte. (Zappelinchen: ist recht schnell während des Films eingeschlafen; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Prädikat: Lieblingsfilm

Transformers: Die Rache – OT: Transformers: Revenge of the Fallen (2009) (WS1)

Da das Zappelinchen heute den ersten ihrer beiden Chorauftritte hatte, war der Rest der Familie alleine zu Hause. Morgen sind wir dann auch auf dem Konzert. Eigentlich wollte der Zwergofant zum Karate-Training, doch sein Arm hat geschmerzt. Also Pizza bestellt und mit „Transformers: Die Rache“ gab es einen Filmabend im kleinen Kreis. Wie uns die oft verschmähte Fortsetzung gefallen hat? 🤖🏍️

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers: Die Rache (2009) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Größer, lauter und leider auch (noch) hektischer

Der erste „Transformers“ hat dem Zwergofanten und mir wirklich gut gefallen. An diesen zweiten Teil hatte ich nur noch vage Erinnerungen. Kein Wunder, liegt meine bisher einzige Sichtung doch bereits 13(!) Jahre zurück. Somit war ich gespannt und doch wieder schnell im Film drin. An viel konnte ich mich tatsächlich nicht mehr erinnern. Nachhaltig ist die Michael-Bay-Action wahrlich nicht. Der Film ist unübersichtlich gefilmt, das Drehbuch ist ein Witz und doch wurde ich über weite Strecken ganz gut unterhalten. Ich war abermals erstaunt, wie gut der Film doch aussieht, wenn die Kamera einmal nicht hektisch wackelt oder wild umher geschnitten wird. Schade, denn so manche Einstellungen sehen tatsächlich toll aus und auch der kontrastreiche, übersättigte Michael-Bay-Look funktioniert hier.

Über den Inhalt brauchen wir gar nicht sprechen. Die Geschichte ist großer Quatsch und wird durch die College-Eskapaden von Sam Witwicky unnötig in die Länge gezogen. Vieles daran ist wirklich dumm und auch die Gags schmerzen. Dennoch war ich ganz froh um diese Szenen, denn die andauernde Flut an Action fand ich unfassbar anstrengend. Wie bereits beim Vorgänger hat mich speziell das Finale komplett abgehängt bzw. ich musste hart mit dem Schlaf kämpfen. Bin ich einfach zu alt? Oder momentan zu müde? Aber ich konnte der Dauerbeschallung durch die Action nicht mehr sinnvoll folgen und irgendwie war sie mir auch egal. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen, denn das Setting sah toll aus und hätte auch etwas hergemacht. Somit bleib am Ende nur ein große Militär-Porno vor beeindruckender Kulisse.

Fazit

Auch beim zweiten Mal hat mich „Transformers: Die Rache“ weder sonderlich überzeugt, noch verärgert (sieht man vom Finale ab). Der Zwergofant war ziemlich begeistert und kann gar nicht verstehen, warum ich nur so wenige Punkte gebe. Ich sollte ihm lieber nicht Letterboxd zeigen. Für mich weiterhin brauchbare Unterhaltung, die mit einer halben Stunde weniger Action und halb so vielen Schnitten noch einmal deutlich gewinnen würde. Ein guter Film ist es aber wirklich nicht: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war bei ihrem ersten Chorauftritt; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben – OT: James Bond 007: No Time to Die (2021)

Heute war ein recht entspannter Tag, der sich tatsächlich wie Frühling und Urlaub zugleich angefühlt hat: Morgens war ich eine Runde laufen, gegen Mittag bin ich dann mit dem Zwergofanten zum Skatepark, wo wir gut 90 Minuten wilde Dinge probiert haben. Abends waren wir dann hungrig und platt und haben uns mit „James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ dem Finale der jüngsten James-Bond-Saga gewidmet. Spoiler sind zu erwarten. 👨‍👩‍👧

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Der packende Abschluss der Daniel-Craig-Ära

Mit knapp drei Stunden ist „Keine Zeit zu sterben“ der längste Bond-Film überhaupt. Dennoch kommt keine Langeweile auf, denn es gibt ein spannendes Set Piece nach dem anderen zu sehen. Der Rückblick zu Beginn ist mitreißend inszeniert, der darauf folgende Konflikt zwischen James und Madeleine leider ein wenig abrupt. Aber nun gut, man muss die Handlung schließlich in die Gänge bekommen. Die Action ist imposant und es gibt auch einige emotionale Höhepunkte. Apropos Höhepunkte: Ich hätte gerne mehr von Ana de Armas als Paloma gesehen, denn die Dynamik zwischen ihr und Bond war großartig. Da fehlen mir noch ein bis zwei Filme mit ausführlicheren Begegnungen der beiden.

Rami Malek als Schurke hat mir recht gut gefallen, auch weil ich das Produktionsdesign seines Unterschlupfs sehr mochte. Wie bereits Blofeld im Vorgänger hat er mich auch an die eher klassischen Bond-Bösewichte erinnert plus die unzähligen Handlanger und die Nanobots als Sci-Fi-Komponente. Fand ich gut. Auch Bonds erweiterte Familie hat mir gefallen, zumal sie auch genügend Motivation für das Finale bietet, in dem sich Bond opfert. Ja, tatsächlich stirbt James Bond erstmals. Das hat die Kinder ganz schön mitgenommen und überrascht. Ich hatte fast schon damit gerechnet und fand es auch einen passenden Abschluss für die Daniel-Craig-Saga. Danach haben wir noch kurz darüber geredet, was mögliche Nachfolger:innen angeht und das Zappelinchen war fast schon verwundert ob der Frage, denn es sei doch klar, dass 007 nun eine Frau sei. Man müsste nur den Namen ändern. Der Zwergofant fand zudem, dass es doch mal eine Bösewichtin geben sollte. Schon toll, wie natürlich offen für alle Möglichkeiten Kinder doch sind. Da kann man nur von lernen.

Insgesamt fand ich die Daniel-Craig-Reihe wirklich stark und bin nun fast traurig, dass sie vorbei ist. Vielleicht sollten wir doch einmal in die klassischen Filme reinschauen? Hier meine Rangliste:

  1. „Casino Royale“ (8/10 Punkte)
  2. „Skyfall“ (8/10 Punkte)
  3. „Keine Zeit zu sterben“ (8/10 Punkte)
  4. „Spectre“ (8/10 Punkte)
  5. „Ein Quantum Trost“ (7/10 Punkte)

Fazit

Für mich ist „Keine Zeit zu sterben“ wahrlich ein gelungener Abschluss. Wenn man die Entwicklungen um die Marke betrachtet, dann ist es vielleicht auch der endgültige Abschluss der altehrwürdigen Kinoreihe. Auch als solcher würde er eine gute Figur machen. Die Kinder fanden den Film auch sehr stark und das Zappelinchen gibt aus Protest doch noch 9 Punkte, obwohl sie mit dem Finale nicht einverstanden war (soll ich hier extra betonen). Das bringt uns zu folgender Gesamtwertung: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Transformers (2007) (WS2)

Trotz Urlaub schlafe ich momentan definitiv zu wenig. Die Handwerker standen heute wieder sehr früh vor der Tür, doch immerhin ist die Installation unserer PV-Anlage nun vorerst abgeschlossen. Nach den ersten zwei Waschmaschinenladungen wurde auch „Transformers“ beim heutigen Filmabend durch 100% Solarstrom betrieben. Den Film wollte der Zwergofant schon ewig sehen und da heute sowohl Frau bullion als auch das Zappelinchen (unabhängig voneinander) im Kino waren, gab es wilde Roboter-Action für die Zurückgebliebenen… 🤖🚚

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Transformers (2007) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Visuell beeindruckend und ermüdend zugleich

Wie in dem Artikel über meine Obsessionen während der 80er beschrieben, gehörten die wandelbaren Plastikroboter zu meinen liebsten Spielzeugen. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem kann ich die zweite Staffel von „The Toys That Made Us“ ans Herz legen, in der der Ursprung dieses Franchises wunderbar aufgearbeitet wird. Als „Transformers“ damals ins Kino kam, war ich einer der ersten Besucher. Danach war ich ziemlich enttäuscht. Gerade mit den kindischen Gags und der nicht vorhandenen Handlung konnte ich nichts anfangen. Dafür fand ich die Effekte beeindruckend und selbst Michael Bays Inszenierung empfand ich als passend für das Franchise. Drei Jahre später, bei der zweiten Sichtung, wusste ich deutlich mehr mit „Transformers“ anzufangen. Und wie sah es heute zusammen mit dem Zwergofanten aus?

Während der ersten Stunde hätte ich sogar gewettet, dass sich der Film punktemäßig noch einmal steigern würde. Es ist nahezu unglaublich, dass „Transformers“ inzwischen schon 18 Jahre auf dem Buckel hat. Die Effekte sehen nach wie vor unfassbar gut aus. Gerade die Interaktionen zwischen Optimus Prime, Bumblebee und Co. mit ihren menschlichen Mitstreiter:innen sind großartig und waren bestimmt ein hartes Stück Arbeit. Da gibt es viele modernere Filme, die das bedeutend schlechter aussehen lassen. Auch inhaltlich mochte ich den groben Unfug, der uns von Shia LaBeoufs Figur Sam Witwicky als dramatisch verkauft wird. Ich mag seine Rolle und seine Beziehung zu den Autobots. Wo „Transformers“ bei mir abermals auseinanderfällt sind die Actionszenen, welche gerade Richtung Finale einfach zu ermüdend wirken. Viel zu viel. Viel zu laut. Viel zu hektisch. Das war mir dann doch wieder zu anstrengend.

Fazit

Ich hatte heute durchaus wieder viel Spaß mit „Transformers“ und war natürlich besonders gespannt, wie der Film dem Zwergofanten gefallen würde. Er war tatsächlich ziemlich begeistert, hätte am Ende aber auch mit weniger Action leben können. Dafür wollte er direkt wissen, ob es noch Fortsetzungen gibt. Ich glaube, für die nächsten Duo-Filmabende steht das Programm: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Kino; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

James Bond 007: Spectre (2015)

Der Tag heute war wieder voller Trubel, doch die ersten Solarmodule befinden sich bereits auf dem Dach, was ein schöner Erfolg ist. Nachdem die Handwerker weg waren, bin ich mit den Kids noch zum Skatepark geskatet, was ein schöner Abschluss des Tages war. Danach gab es mit „James Bond 007: Spectre“ bereits den nächsten Filmabend und den ersten Film der Daniel-Craig-Reihe, den ich noch nicht kannte.

James Bond 007: Spectre (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

James Bond 007: Spectre (2015) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Quasi der erste richtige Film nach der Origin-Story

Mit „Casino Royale“ haben wir die Origin-Story von James Bond erlebt. „Ein Quantum Trost“ war deren Epilog und „Skyfall“ dann das erste richtige Bond-Abenteuer? Nicht wirklich, denn es hat sich in (zu) vielen Legacy-Sequel-Momenten angefühlt wie die Erweiterung der Origin-Geschichte. Doch mit „Spectre“ bekommen wir endlich(?) James Bond, wie wir ihn kennen und lieben. Nur eben in modern. Diese Mischung hat mir wirklich ausgesprochen gut gefallen. Dave Bautista als überstarker Schläger, der mich an den Beißer erinnert hat, oder Christoph Waltz als comichaft überzogener Bösewicht, der eine ganze Armee an Kanonenfutter beschäftigt. Wie in den Bond-Filmen der 1970er Jahre. Fand ich toll. Einzig der Name Blofeld hätte wahrlich nicht sein müssen. Aber nun gut, solch ein Callback war irgendwie zu erwarten.

Ich mochte erneut Sam Mendes‘ ruhige Inszenierung, die sich auch Zeit für zwischenmenschliche Momente nimmt. Der Film ist dabei nicht mehr ganz so schick wie „Skyfall“, hat dafür aber ein paar wirklich mitreißende Actionszenen zu bieten. Die Handlung mochte ich auch sehr, vermutlich weil sie mich an die alten 007-Klassiker erinnert hat. Einzig die überkonstruierte Beziehung zwischen Bond und Blofeld hätte es für mich nicht gebraucht. Dafür fand ich Léa Seydoux wirklich entzückend als Bond-Girl. In dieser Beziehung hat man, trotz aller Nostalgie für klassische Erzählweisen, auch gemerkt, dass dieser neue Bond durchaus Gefühle zulassen kann. Nach Vesper Lynd bestimmt das interessanteste Bond-Girl.

Fazit

Ich muss sagen, dass mich „Spectre“ wirklich positiv überrascht hat. Ich hatte einen qualitativen Abfall nach „Skyfall“ erwartet, doch besitzt die Fortsetzung einfach andere Stärken und Schwächen. Nun finde ich es fast schade, dass nur noch ein Film mit Daniel Craig folgt und die Zukunft des Franchises ungewisser ist, denn je: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)