Eigentlich war unser Besuch von „Andreas Kieling: Mein Leben mit wilden Tieren“ aus der Not geboren, da wir endlich einmal wieder einen Ausgehabend zelebrieren wollten, aber keine geeignete Veranstaltung (außer Kino, denn das geht immer) in Sicht war. Da wir Tierdokumentationen zudem nicht abgeneigt sind, schlugen wir uns zunächst den Bauch mit kaltem, in gerolltem Reis verpackten Fisch voll, um kurz danach Andreas Kielings zahlreichen Tiergeschichten zu lauschen.

Ich gebe ja zu, dass ich zunächst ein wenig skeptisch war und ein ZDF-Zielgruppen-Publikum von im Schnitt weit über 50 Jahren erwartet hatte. Überraschenderweise jedoch war das Publikum in der ausverkauften Halle recht gemischt, wenngleich sich der Jack Wolfskin-tragende Survivaltyp schon deutlich in Überzahl befand. Dennoch erstaunlich heterogen für solch einen Vortragsabend. Aber ich tendiere ja häufig dazu eher skeptisch zu sein – insofern eine positive Überraschung. Was man auch vom Vortrag an sich behaupten kann: Ich kenne Andreas Kieling hauptsächlich vom Durchzappen und dann kurz Hängenbleiben. Es war mir immer etwas suspekt, dass der Naturfilmer selbst im Bild zu sehen war. Dennoch kann ich mich an schöne Bilder und eine gewisse Authentizität erinnern. Der Vortrag gestern verstärkte die positiven Aspekte und somit konnten wir die gut 120-minütige Multimediashow mit Livekommentar voll und ganz genießen.
Interessante Einblicke ins Leben eines Tierfilmers wechselten sich dabei mit teils doch etwas ausfgesetzt wirkendem In-Szene-setzen ab. Der Buchverkauf wurde auch ordentlich angekurbelt und Werbung für die nächsten Sendungen gab es auch. Aber nun gut, irgendwie müssen sich seine Reisen ja finanzieren lassen. Kieling selbst kam dabei durchaus sympathisch rüber und ich werde die ZDF-Mediathek bei Gelegenheit einmal nach seinen Sendungen durchstöbern. Insgesamt auf jeden Fall ein schöner und kurzweiliger Abend.