Kampf der Titanen – OT: Clash of the Titans (2010) (WS2)

Der Tag heute ist einfach viel zu lang. Ich habe schon vor 7 Uhr morgens zu arbeiten angefangen und mein letzter Termin war erst gegen 18 Uhr vorbei. Danach bin ich mit dem Zwergofanten zum Karate-Training geradelt, war eine Stunde spazieren und danach ging es wieder nach Hause. Als wir für den Filmabend vor den Fernseher kamen, war es schon fast 21 Uhr. In den Blu-ray-Player wanderte schon zum dritten Mal der mittelmäßige „Kampf der Titanen“ aus dem Jahr 2010. Warum und wieso? Das lest ihr in der folgenden Besprechung… 🦂

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Kampf der Titanen (2010) | © Warner Home Video

Die Antithese zu Nolans „Die Odyssee“

Nachdem der Zwergofant und ich Christopher Nolans „Die Odyssee“ im Kino gesehen hatten, war der Junior heiß auf weitere Filme über die Antike. Da es schon spät war, habe ich mich einfach für den kürzesten entschieden und bin somit einmal mehr bei „Kampf der Titanen“ gelandet. Obwohl ich diesen schon zweimal gesehen habe und ihn schon beim ersten Mal nur mittelmäßig fand, hatte ich irgendwie wieder Lust auf den eher albernen Fantasy-Action-Streifen. Auch heute haben wieder einige Sachen wunderbar für mich funktioniert, andere dagegen ließen mich eher laut auflachen. Dem Zwergofanten ging es übrigens ganz ähnlich und er hat die gleichen Kritikpunkte und Stärken identifiziert. Mein Sohn eben.

„Kampf der Titanen“ hetzt viel zu schnell durch seine Geschichte. Obwohl alles episch und groß sein soll, nimmt sich Louis Leterrier keine Zeit, um die Welt und ihre Figuren atmen zu lassen. Wie in einem reinen Actionfilm wird von Schauplatz zu Schauplatz gesprungen und alles Weitere geht in der Hektik unter. Wirklich schade, denn der Film und seine Schauplätze sehen auch nach 16 Jahren noch beeindruckend gut aus. Man merkt, dass Leterrier aus dem Actionfach kommt und das tut dieser epischen Geschichte nicht immer gut. Der Kampf gegen die Skorpione hat mir erneut sehr gut gefallen und auch bei Medusa kommt durchaus Spannung auf. Die Götter wirken dagegen wie Fremdkörper im Film und dies zeigt schön auf, wie gut Nolans Entscheidung war, diese in „Die Odyssee“ nur indirekt auftreten zu lassen. Hier entspringen sie natürlich dem Originalfilm von 1981. Wüsste man es nicht besser, könnte man Liam Neeson und Ralph Fiennes danach kaum noch für ernsthafte Schauspieler halten. Welch grandioses Overacting!

Fazit

Nein, auch bei der dritten Sichtung ist „Kampf der Titanen“ nicht plötzlich zu einem guten Film mutiert. Aber er ist nach wie vor unterhaltsam. Leider leidet er ziemlich unter seinem viel zu hohen Tempo und der dadurch gehetzten Erzählweise. Die Action funktioniert recht gut und die Götterszenen sind einfach nur absurd. Großer Fantasy-Action-Quatsch im fiktiven, antiken Griechenland: 6/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Ballett; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Bad Apples (2025)

Wir hatten dieses Wochenende kinderfrei, sprich die Kinder waren mit ihren beiden Cousins und ihrer Cousine zum Übernachten bei den Großeltern. Frau bullion und ich hatte uns vorgenommen, endlich einen Essensgutschein einzulösen und das direkt mit einem Kinobesuch zu verbinden. Eigentlich hatte ich „Das Ende der Sterne“ geplant, doch stolperte ich über „Bad Apples“, der sogar im Originalton lief und dank Kinofest selbst im Deluxe-Saal für einen annehmbaren Preis. Der Hauptgrund war allerdings die Prämisse des Films, doch dazu mehr in der folgenden Besprechung… 🍎👩‍🏫

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Bad Apples (2025) | © Sony Pictures

Unfassbar bedrückend, verstörend und witzig

„Bad Apples“ ist das perfekte Gegenstück zu Zack Creggers „Weapons: Die Stunde des Verschwindens“. Im Zentrum der Geschichte steht eine Lehrerin (unfassbar gespielt von Saoirse Ronan), die mit einem schwierigen Schüler zu kämpfen hat. Danny macht nicht nur ihr das Leben schwer, er sorgt dafür, dass die gesamte Klasse aus dem Gleichgewicht gerät. Eine Situation, die traurig nah an der Realität ist, wie Frau bullion zu bestätigen wusste. Aufgrund einer Eskalation kommt es dazu, dass die Lehrerin Danny bei sich zu Hause im Keller einsperrt. Dies mag unrealistisch klingen, doch ist es so nachvollziehbar erzählt, dass ich dies dem Film hoch anrechne. Es ist immer klar, dass das Verhalten der Lehrerin falsch ist. Auch Marie, so heißt Saoirse Ronans Figur, ist sich dessen bewusst. Aber es bleibt stets nachvollziehbar. Durch diesen Kniff und das behutsam und durchdacht geschriebene Drehbucht, bleibt „Bad Apples“ in einer möglichen Realität verankert.

Der Ton des Films ist dabei stets satirisch, aber nie übertrieben. Die Inszenierung ist extrem geerdet und man weiß dadurch nie, in welche Richtung die Geschichte schlägt. Es hätte genauso gut in Richtung Thriller oder sogar Horror kippen können. Doch „Bad Apples“ wird eher zu einer schwarzen Komödie. Im späteren Verlauf spielt noch Pauline, die Musterschülerin der Klasse, eine größere Rolle. Diese wird grandios von Nia Brown verkörpert, welche im letzten Drittel für gleichzeitig verstörende als auch unfassbar witzige Szenen sorgt. Ich musste teils laut lachen und war damit weit nicht der Einzige im Kino. Die Romanadaption sagt viel über das Schulsystem, Lehrer:innen, Eltern und Gesellschaft aus. Ich möchte nicht alles vorwegnehmen, doch kann ich nur noch einmal meinen Punkt vom Anfang bestärken: „Bad Apples“ würde sich perfekt zu einem Double-Feature mit „Weapons“ eignen. Ein wahrlich herausragender Film, der leider nur einen sehr kleinen Kinostart bekommen hat.

Fazit

Ich bin schwer begeistert von „Bad Apples“ und kann ihn euch nur ans Herz legen, sollte der Film bei euch laufen. Er ist absolut packend und besitzt so einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, auch wenn sie im Verlauf des Films bereits angelegt sind. Saoirse Ronan und die Kinderdarsteller:innen sind fantastisch und Jonatan Etzler Regie auf den Punkt. Ein wirklich großartiger Film. Solltet ihr euch unbedingt anschauen: 9/10 Punkte.

Renfield (2023)

Nachdem wir heute Nachmittag die Kids bei den Großeltern abgesetzt hatten, habe ich noch ein wenig gearbeitet. Gegen 18 Uhr haben Frau bullion und ich beschlossen, noch einen Abendspaziergang zu machen. Dieser wurde mit über 6 km etwas länger, und mittendrin haben wir uns noch Döner bzw. Falafel geholt. Danach habe ich mit „Renfield“ einen Film ausgesucht, den wir mit den Kindern (noch) nicht hätten schauen können und der nach seichter Unterhaltung aussah. Wie er uns gefallen hat? 🧛

Renfield (2023) | © Universal Pictures

Renfield (2023) | © Universal Pictures

Sehr kurzweilig, doch viel zu überdreht

Wenn man die Serie „What We Do in the Shadows“ (und natürlich auch den Film) gesehen hat, dann ist der Goldstandard moderner Vampir-Komödien bereits bekannt. Ich kann es direkt vorwegnehmen: „Renfield“ kommt nicht annähernd an den Humor der beiden Werke heran. Damit will ich es auch beim Vergleich belassen, denn „Renfield“ kann durchaus für sich stehen. Den Aufhänger, die Beziehung zwischen Dracula und Renfield als toxisches Arbeitsverhältnis darzustellen, fand ich schon recht witzig. Auch Nicolas Cage und Nicholas Hoult harmonieren wunderbar miteinander. Da hätte der Film gerne noch mehr in die Tiefe gehen können. Mehr ruhige Szenen. Weniger übertriebene Action. Aber dann wären wir ja doch wieder bei „What We Do in the Shadows“, wo die Beziehung zwischen Vampir und Familiar ebenfalls ein wichtiger Handlungsstrang ist. Nur eben viel besser umgesetzt.

Vermutlich hätte mir „Renfield“ auch (noch) besser gefallen, wenn die Welt nicht so comichaft übertrieben gewesen wäre. Auch das macht die oben bereits mehrfach erwähnte Serie so viel besser. Aber ich wollte ja nicht mehr vergleichen. Nicholas Hoult spielt Draculas Diener großartig, nur das Mutieren zum Superhelden fand ich seltsam. Die damit verbundene Action, die splattermäßig ordentlich zur Sache geht (leider mit viel CGI-Blut), macht Spaß und war mir teils dennoch zu viel des Guten. Auch hier wieder zu comichaft. Besser haben mir die ruhigeren Szenen gefallen, wenn das Bild mal länger stehen bleibt und wir Draculas Verlies z.B. länger zu sehen bekommen. Leider peitscht Regisseur Chris McKay die Geschichte ziemlich durch, was gar nicht nötig gewesen wäre. Ansonsten spielen sich Awkwafina und Ben Schwartz selbst bzw. so, wie sie all ihre Rollen spielen. Dafür hat es mich gefreut, Shohreh Aghdashloo zu sehen, die ich seit „The Expanse“ liebe.

Fazit

„Renfield“ ist ein netter und sehr kurzweiliger Film. Leider zündet der Humor nicht immer und die Action ist zu übertrieben. Mit einer balancierteren Inszenierung hätte er deutlich besser sein können. Nun sag ich es doch noch einmal: Zur Not lieber zu „What We Do in the Shadows“ greifen. Hat man Film und Serie aber schon x-mal gesehen, dann macht auch „Renfield“ durchaus Spaß: 6/10 Punkte.

A Star Is Born (2018)

Während unseres Urlaubs haben wir regelmäßig das Musikspiel Hitster gespielt und der Song „Shallow“ kam zur großen Begeisterung des Zappelinchens an die Reihe. Sie liebt dieses Lied und da wir „A Star Is Born“ noch nicht gesehen hatten, habe ich noch im Urlaub kurzerhand die Blu-ray bestellt. Da der Zwergofant heute bei seiner Patin übernachtet, war dies eine gute Gelegenheit, den Film einzulegen… 🎸🎹

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

A Star is Born (2018) | © Warner Bros (Plaion Pictures)

Ein packende Drama mit fantastischer Musik

Ich muss sagen, dass ich die vorhergehenden drei(!) Verfilmungen des gleichen Stoffs  sowie das Original noch nicht gesehen habe. Auch Bradley Coopers Adaption hat es nur aufgrund von „Shallow“ in unser Programm geschafft. Dennoch war ich sehr gespannt darauf und hätte zu Beginn nicht erwartet, wie sehr mich „A Star Is Born“ packen sollte. Zunächst einmal hat Bradley Cooper den Film nicht nur inszeniert und produziert, nein er spielt auch noch die männliche Hauptrolle. Sehr beeindruckend. Ihm zur Seite steht Lady Gaga, die ich bisher nur von ihren Pop-Songs kenne und die hier wirklich eine herausragende Schauspielleistung bietet. Ansonsten hat es mich sehr gefreut, Sam Elliot und Andrew Dice Clay in weiteren Rollen zu sehen. Neben all den fantastischen Schauspieler:innen spielt die Musik die Hauptrolle. Gerade „Shallow“ ist schon wirklich ein großartiger Song, der auch bei mir Gänsehaut auslöst.

Inhaltlich bekommen wir eine recht typische Geschichte über Aufstieg und Fall in der Musikindustrie zu sehen. Die Liebesgeschichte zwischen Jackson Maine (Bradley Cooper) und Ally Campana (Lady Gaga) wirkt authentisch und auf schmerzhafte Art und Weise nachvollziehbar. Ich habe einige Besprechungen gelesen, in denen die Beziehung als unfassbar toxisch angeprangert und der gesamte Film deshalb verdammt wird, doch das finde ich zu kurz gegriffen. Ja, Jackson verhält sich toxisch und Ally wird teils in die Rolle der Retterin gedrängt, doch sind die Figuren und ihre Beziehung zueinander komplexer als nur dieser Aspekt. Es entsteht eine ungesunde gegenseitige Abhängigkeit, welche leider nicht zum Happy End führt und, aufgrund der  Geister der Vergangenheit und der Drogen, auch nicht führen kann. Das Finale wirkt gerade deshalb umso stärker nach.

Fazit

„A Star Is Born“ erzählt zwar keine sonderlich originelle Geschichte, doch wie Bradley Cooper sie inszeniert und wie stark er sich in sie einbringt (er spielt und singt selbst nach monatelangem Training), ist absolut beeindruckend. Auch wenn einige tolle Songs in dem Film vorkommen, so sticht „Shallow“ doch eindeutig heraus. Das Zappelinchen war begeistert und wir drei saßen nach dem Film geplättet auf dem Sofa: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: hat bei seiner Patin übernachtet.)

Die Odyssee – OT: The Odyssey (2026)

Ich habe beschlossen, meine letzten Urlaubstage noch zu genießen und jeden Tag etwas Besonderes zu unternehmen. Denn zuletzt haben mich meine eigenen Gedanken schon wieder in den Wahnsinn getrieben. Also habe ich heute kurzerhand beschlossen, mir „Die Odyssee“ im Kino anzuschauen. Der Zwergofant war sofort Feuer und Flamme, wenngleich der Rest der Familie eher verhalten reagiert hat. Also sind wir zu zweit ins Kino aufgebrochen und haben davor noch etwas bei meiner Mama vorbeigefahren. Wie uns Christopher Nolans Epos gefallen hat? 🐴

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Die Odyssee (2026) | © Universal Pictures

Bildgewaltiges Fantasy-Kino im Historiengewand

Ich war erstaunt, wie präsent mir „Die Odyssee“ als Geschichte doch war. Homers Original habe ich vermutlich nie gelesen, doch waren mir Nacherzählungen in Comic-Form und anderen popkulturellen Erzeugnissen bekannt. Ich hatte alle Aufgaben Odysseus‘ parat und auch die Rahmenhandlung kam mir wieder in den Kopf. Auch Wolfgang Petersens „Troja“ habe ich natürlich gesehen. Insofern konnte mir diese Interpretation von „Die Odyssee“ inhaltlich nichts Neues bieten. Spannend ist auch eher, wie Christopher Nolan Homers Werk umgesetzt hat. Gerade das IMAX-Format war natürlich in aller Munde. Auch ich hätte den Film gerne auf einer solchen Leinwand gesehen, doch letztendlich hat auch das 2,39:1-Bild der digitalen Aufführung wunderbar funktioniert. Im IMAX haben die Bilder aber bestimmt noch mächtiger gewirkt. Überhaupt beschreibt das Wort mächtig den Film schon ganz gut: Er wirkt mächtig und teils auch erdrückend. Danach waren wir erst einmal platt und in den Kinosessel gedrückt. Ein gutes Gefühl oder doch eher nicht?

Sind die IMAX-Kameras nur ein teures Gimmick?

Tatsächlich hat uns der Film und seine mächtige Wucht wirklich gut gefallen. Trotz knapp drei Stunden Laufzeit, kam mir „Die Odyssee“ eher kurz vor. Wie so oft bei Nolan ist der Film nicht chronologisch erzählt, sondern springt in den Zeitebenen hin und her. Das hat die doch recht formelhafte Aufgabensammlung des Odysseus recht gut aufgebrochen. Mochte ich. Auch inszenatorisch ist „Die Odyssee“ schon meisterhaft, zumindest solange einem klar ist, dass man es hier mit Fantasy-Kino und keinem Historienstreifen zu tun hat. Und die IMAX-Kameras? „Die Odyssee“ hat durch diese auf jeden Fall einen besonderen Look. Ich jedoch hätte teils gerne mehr Tiefenschärfe gehabt. Und mehr Weitwinkel. In den schlimmsten Szenen hat mich die geringe Schärfenebene an „Army of the Dead“ erinnert (bewusste Übertreibung) und ich wäre teils wirklich lieber nicht ganz so nahe am Geschehen dran gewesen. Aber es war Nolans Entscheidung so zu drehen und der Film hat dadurch etwas Besonderes, was im IMAX vermutlich noch mehr zur Geltung kommt.

Auch die Schauspieler:innen fand ich allesamt gelungen besetzt. Allen voran Matt Damon, der seine Sache wirklich fantastisch macht. Witzig fand ich nach „Spider-Man: Brand New Day“ das erneute Aufeinandertreffen von Tom Holland und Jon Bernthal. Auch der restliche Cast ist wunderbar und reflektiert eher den Fantasy-Kino-Aspekt als das lose umherflatternde Historiengewand. Selbst emotional hat mich „Die Odyssee“ an der einen oder anderen Stelle gepackt und ich fand Nolans nüchterne Inszenierung von Odysseus Aufgaben sehr spannend. Nicht unbedingt so, wie ich es umgesetzt hätte, aber auf jeden Fall spannend und typisch für Nolan.

Fazit

Ich bin wirklich froh, es noch zu „Die Odyssee“ ins Kino geschafft zu haben. Der Film hat mich durchaus begeistert und ich fand vieles an ihm sehr beeindruckend. Der Zwergofant war noch begeisterter als ich und hatte eine richtig gute Zeit. Ich glaube, er ist nun auf den Geschmack für großes Schlachtenkino gekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass meine Wertung im Originalton und eventuell 16:9-Vollbild, sollte es das auf die 4K Ultra HD Blu-ray schaffen, noch einen Punkt nach oben schnellt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: hatte kein Interesse an dem Film; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

22 Bahnen (2025)

Heute stand ein besonderer Filmabend auf dem Programm. Das Zappelinchen hatte Frau bullion den Film „22 Bahnen“ auf Blu-ray zum Geburtstag geschenkt und mit einem Drei-Gänge-Menü (siehe Foto unten) verknüpft. Heute sollte es endlich soweit sein und entsprechend stand das Zappelinchen den Großteil des Tages in der Küche, um Essen und Snacks vorzubereiten. Der Zwergofant hat ihr dabei geholfen und nach dem mehr als leckeren Essen haben wir alle uns gemeinsam den Film angeschaut. Wie uns dieser gefallen hat? 🏊‍♀️

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

22 Bahnen (2025) | © LEONINE

Eine wirklich gelungene Romanverfilmung

Frau bullion mochte Caroline Wahls Roman „22 Bahnen“ sehr gerne. Entsprechend war sie auf die Verfilmung gespannt. Das Zappelinchen hat das Buch in der Schule gelesen und dort auch bereits den Film gesehen. Nur der Zwergofant und ich hatten noch keine Berührungspunkte mit der Geschichte bzw. wusste ich bereits worum es geht und mir waren auch einige der lauteren Kritikpunkte bekannt. Die Handlung ist eher schwermütig und zeigt die Herausforderungen einer jungen Frau, die sich um ihre jüngere Schwester kümmern muss, weil ihre Mutter Alkoholikerin ist. Weiterhin gilt es einen Schicksalsschlag aus der Vergangenheit zu verarbeiten und eine Perspektive für die eigene Zukunft zu finden. Der Titel „22 Bahnen“ hat den Ursprung in der einzigen freien Zeit, die unsere Protagonistin während des Tages hat.

Auch wenn der Film keine bahnbrechende (Wortspiel unbeabsichtigt) Geschichte erzählt, so mochte ich ihn doch wirklich sehr gerne. Sowohl die stimmungsvolle Inszenierung als auch das Schauspiel, allen voran Luna Wedler als Tilda. Inhaltlich wird die Darstellung von Armut oft kritisiert, was für mich kein großer Punkt war. Armut wird im Film eigentlich nicht so sehr zum Thema gemacht. Der Alkoholismus der Mutter und die daraus resultierende Verantwortung, die Tilda übernehmen muss, steht im Zentrum der Geschichte. Hier ist bei Weitem nicht alles elegant oder perfekt erzählt, doch für mich hat die emotionale Kraft der Geschichte dennoch funktioniert. Vielleicht war ich auch einfach nur platt vom vielen, leckeren Essen:

Fazit

Sowohl den Kennerinnen der Vorlage als auch den Nichtkennern hat „22 Bahnen“ sehr gut gefallen. Das Buch scheint ausführlicher und noch packender zu sein, doch für mich hat auch die Verfilmung wirklich gut funktioniert. Inhaltlich vielleicht zu einfach gedacht, doch emotional haben mich die fantastischen Schauspielleistungen und die durchdachte Inszenierung auf jeden Fall abgeholt: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022)

Was für ein Tag. Er hat sich nicht angefühlt wie Urlaub. Der Krankenhausbesuch mit meiner Mama ist mir noch nachgehangen und auch nachmittags gab es zu viel Input für das Kopfkino. Abends habe ich mich wie nach einem zehnstündigen Arbeitstag gefühlt. Dennoch wollten wir endlich einmal wieder einen Film schauen und haben uns „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ zugewandt. Wie uns, nach „Spider-Man: Brand New Day“, die Rückkehr zur Phase 4 des MCU gefallen hat? 🪄

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Doctor Strange in the Multiverse of Madness (2022) | © Walt Disney

Standard-Marvel-Action trifft auf Sam Raimi light

Ich muss sagen, dass Doctor Strange nicht mein liebster Avenger ist. Schon den ersten Teil fand ich beim zweiten Durchgang nur ganz unterhaltsam. Zuletzt habe ich ihn in „Spider-Man: No Way Home“ gesehen, wo er eine nicht unwesentliche Rolle spielte. „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ beginnt mit nicht nur einer, nein, sogar gleich zwei äußerst generischen Action-Sequenzen, die nur so vor CGI strotzen. Der Look ist wirklich übel und die Figuren wirken wie Fremdkörper in einer Computerwelt. Hier hatte ich den Film schon fast abgeschrieben. Dann jedoch kommt die Enthüllung von Scarlet Witch, worüber ich mich nach „WandaVision“ durchaus gefreut hatte. Die Geschichte besitzt auch Potenzial, zumal ich die Idee, dass Träume Einblicke in Paralleldimensionen sind, auch schon hatte. Tja, damit war ich wohl nicht allein. Wieder eine Romanidee, die ich einpacken kann.

In der zweiten Hälfte dreht der Film ordentlich auf und Sam Raimi kommt tatsächlich zum Vorschein. Das hätte ich zu diesem Zeitpunkt fast schon nicht mehr erwartet. Ob ihn der Gastauftritt von Bruce Campbell entfesselt hat? Auf jeden Fall bekommen wir Horror light à la Sam Raimi zu sehen, inklusive einer Zombie-Version von Doctor Strange, besessenen Körperteilen und Dämonen. Herrlich! Da hatte ich wieder richtig viel Spaß mit „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“. Auch die Chemie der Figuren fand ich in der zweiten Hälfte gelungener. Schön, wenn sich Filme über ihre Laufzeit so positiv entwickeln.

Fazit

„Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ schafft es, seine Stärken erst in der zweiten Filmhälfte auszuspielen. Alles davor ist ziemlich generisch und mau. Das Zappelinchen und Frau bullion sind direkt eingeschlafen und der Zwergofant sieht den Film ähnlich wie ich. Natürlich musste ich ihm den Hintergrund von Sam Raimi erklären und zumindest hatte er einen Bezug durch Raimis „Spider-Man“-Trilogie. Gegen Ende ein großer Spaß, das bleibt unbenommen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: ist leider während des Films eingeschlafen und wollte nicht bewerten; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

The Expanse: Memory’s Legion (James S. A. Corey)

The Expanse: Memory's Legion (James S. A. Corey)Mit dieser Kurzgeschichtensammlung verabschiede ich mich nun endgültig aus dem Universum von „The Expanse“. Seit dem großen Finale „Leviathan Falls“ sind nur exakt zwei Monate vergangen, sprich ich bin für meine Verhältnisse sehr schnell durch „Memory’s Legion“ gekommen. Viel zu schnell. Dabei hatte ich davor gar keine so große Lust auf die acht Kurzgeschichten und hätte lieber mehr Zeit mit der Crew der Rocinante verbracht. Aber mich haben die Erweiterungen dieser Welt so sehr begeistert, wie die besten Bücher der Hauptreihe. Teils begegnen wir bekannten Figuren wieder und teils lernen wir ganz neue Perspektiven kennen. All das trägt zum ohnehin schon großartigen World Building bei. Weiterhin wird jede Kurzgeschichte um Notizen des Autorenduos ergänzt, welche einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ein fantastisches Gesamtpaket also für alle Fans von „The Expanse“. 🚀

Story 1: Drive

Die Geschichte von „Drive“ wird auch im Rahmen der Serie gezeigt: Dort sieht man, wie Solomon Epstein zum ersten Mal seinen gleichnamigen Antrieb testet. Dabei kommt er tragischerweise ums Leben, da die G-Kräfte durch die Beschleunigung zu hoch sind. In der Kurzgeschichte erleben wir zudem noch eine Liebesgeschichte und die politischen Entwicklungen zwischen Mars und Erde. Das alles ist wunderbar kunstvoll miteinander verwoben und man bekommt ein wirklich gutes Gefühl für die Figuren und was Entfernungen vor Erfindung des Epstein-Drive bedeutet haben. Eine wundervolle Kurzgeschichte, die ein halbes Leben in nur knapp 25 Seiten erzählt: 10/10 Punkte.

Story 2: The Butcher of Anderson Station

Fred Johnsons Geschichte bekommt man sowohl in der Serie als auch in den Büchern durchaus schon mit. In „The Butcher of Anderson Station“ wird sein Wechsel zur zuvor feindlichen OPA jedoch ganz konkret gezeigt. Auch hier setzen die Autoren wieder auf verschiedene Zeitebenen, die miteinander verwoben werden. Auch die Unterdrückung der Belter wird schmerzhaft greifbar. Es ist eben überall so, dass die Reichen und Mächtigen die Ärmsten ausbeuten. Hier geht es neben Hunger und Durst als Grundbedürfnis auch noch um das Atmen. Wenn bei uns auf der Erde Atemluft auch noch verkauft und verknappt werden könnte, es würde geschehen. Daran habe ich inzwischen keinen Zweifel mehr. Wir bekommen auch Anderson Dawes noch einmal zu lesen, was perfekt in den Kontext der Geschichte gepasst hat. Auch hier wieder großes Kino auf nur 29 Seiten: 9/10 Punkte.

Story 3: Gods of Risk

Mit „Gods of Risk“ folgt die erste längere Novelle von „Memory’s Legion“. Im Mittelpunkt steht David, der Neffe von Bobbie Draper. Er ist ein Vorzeigestudent und ist nebenbei jedoch in kriminelle Machenschaften verwickelt. Ich mochte diese kleine Geschichte aus dem „The Expanse“-Universum wirklich sehr, da sie den Alltag auf dem Mars zeigt und mit Bobbie eine meiner liebsten Figuren zurückbringt. Man kann sich sehr gut in den jungen David einfühlen und ich war froh, dass seine Geschichte am Ende glücklich, wenn auch bittersüß ausgeht. Hier werden keine weltverändernden Ereignisse erzählt, doch das war eine nette Abwechslung im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Geschichten. Beste Unterhaltung auf 61 Seiten: 9/10 Punkte.

Story 4: The Churn

„The Churn“ ist die wohl ungewöhnlichste Geschichte aus dem „The Expanse“-Universum. Nicht unbedingt inhaltlich, aber wie sie geschrieben ist: In allen Büchern und bisherigen Geschichte nutzen James S. A. Corey eine personale Erzählperspektive, sprich wir erleben die Welt durch die Augen jeweils einer Figur. Hier jedoch wird ein allwissender Erzähler eingesetzt, was ich zu Beginn extrem irritierend fand. In den Anmerkungen der Autoren zur Geschichte wird dies damit erklärt, dass sie die Leser:innen im Unklaren lassen wollten, wer denn Timmy ist. Für mich jedoch war es von der ersten Zeile klar, dass wir es hier mit Amos Burton zu tun haben. Vermutlich auch, weil er bereits in „Tiamat’s Wrath“ als Timmy auftritt. Inhaltlich bekommen wir es mit einer Kriminalgeschichte zu tun, welche die Welt rund um Amos erweitert. Es geht nach Baltimore, wohin er auch in „Nemesis Games“ zurückgekehrt ist. Ich mochte die Geschichte über ihre 59 Seiten, fand sie jedoch nicht so elegant erzählt, wie die bisherigen: 8/10 Punkte.

Story 5: The Vital Abyss

Auch mit „The Vital Abyss“ ändert das Autorenduo die Erzählperspektive: Erstmals in „The Expanse“ bekommen wir es mit einem Ich-Erzähler zu tun und dieser ist Dr. Paolo Cortázar, die Person hinter den menschenverachtenden Experimenten rund um das Protomolekül. In der Hauptserie haben wir Cortázar eher am Rande mitbekommen, doch hier wird der Fokus komplett auf ihn gesetzt: Wie er sich um seine kranke Mutter kümmert, dann immer ehrgeiziger wird, seine Empathie mit Drogen und Eingriffen abstellt und letztendlich von Protogen angeheuert wird. All das ist in eine Rahmenhandlung eingebettet, die ihn und seine Kolleg:innen als Gefangene der Belter zeigt, kurz bevor er von Winston Duarte nach Laconia geholt wird. Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Geschichte brauche, doch ist sie so packend erzählt, und Cortázar eine wirklich spannende Figur, dass ich extrem viel Spaß mit dieser Kurzgeschichte hatte. Erneut bekommen wir hier auf 63 Seiten ein nahezu komplettes Leben erzählt bzw. die Lücken ergänzt, welche die Hauptsaga gelassen hat. Wirklich gelungen: 9/10 Punkte.

Story 6: Strange Dogs

Die Geschichte von „Strange Dogs“ erleben wir schon in der finalen Staffel der Serienfassung von „The Expanse“. Sie bildet die Brücke zur Laconia-Trilogie und deshalb ist es umso tragischer, dass wir diese nicht mehr als Adaption bekommen haben. Ich wusste schon worum es geht und doch hat mich die Geschichte von Cara und Xan sehr getroffen. Sie ist düster und mysteriös und erzählt dabei doch einen sehr nachvollziehbaren Plot, der aus Caras Perspektive geschildert wird. Sehr klassisch für die bisher experimentelleren Blickwinkel von „Memory’s Legion“. Ich habe wirklich mit Cara gelitten, da ihr Handeln für sie völlig logisch ist. Auch mochte ich, dass wir Laconia hier näher kennenlernen und einen genaueren Blick auf die Repair Drones bekommen. Die letzten Sätze haben bei mir einen Kloß im Hals zurückgelassen, weil das Schicksal von Cara ja bekannt ist. Emotional hat „Strange Dogs“ komplett bei mir eingeschlagen und die 58 Seiten der Geschichte waren für mich ein Highlight unter den ohnehin schon famosen Kurzgeschichten: 10/10 Punkte.

Story 7: Auberon

Mit 64 Seiten ist „Auberon“ die längste der acht Kurzgeschichten. Wir lernen einen neuen Planeten mit neuen Regeln kennen. Auch neue Figuren, welche in der Eroberungsphase Laconias agieren. „Auberon“ ist zugleich Gangstergeschichte und Liebesdrama. Zunächst wirkt es so, als würde die Handlung komplett abseits der bekannten Wege spielen, doch dann kommt es zu einer Enthüllung, die ich so nicht habe kommen sehen: Es gibt ein Wiedersehen mit Erich, dem wir zuletzt in „The Churn“ begegnet sind. „Auberon“ wird aus zwei Perspektiven erzählt und ich fand es wunderbar, dass der Konflikt fast schon positiv aufgelöst wird. Oder zumindest so, dass es für eine der Figuren eine Weiterentwicklung gibt und sie der Disziplin Laconias entsagt. Nicht freiwillig, aber doch nicht alternativlos. Das hat mir wirklich gut gefallen und ich wäre gerne noch länger in dieser Welt geblieben. „The Expanse“ besitzt einfach ein so reiches World Building, dass es eine Freude ist: 10/10 Punkte.

Story 8: The Sins of Our Fathers

Dies ist die letzte Geschichte aus dem „The Expanse“-Universum, die jemals geschrieben wurde. Alleine das hat sie zu etwas Besonderem für mich gemacht. In ihr begegnen wir Filip Nagata wieder, was einen der losen Fäden aus der Free-Navy-Trilogie auffängt. Erneut befinden wir uns auf einem fremden Planeten. Dieses Mal jedoch spielt die Geschichte nach dem Finale der Hauptreihe, sprich das Ring-Netzwerk ist bereits zerstört. Dieser Fakt hat eine große Bedeutung für die 400-köpfige Siedlung, die im Zentrum der Geschichte steht. Filip sollte dort eigentlich nur ein kurzes Gastspiel haben, doch er wird von der Vergangenheit eingeholt und muss sich ihr stellen. All das wird mit einer Monstergeschichte angereichert, doch wie so oft sind es die menschlichen Dämonen, die es zu bekämpfen gilt. All das ist wieder so gekonnt erzählt, dass ich mir fast ein ganzes Buch in diesem Setting hätte vorstellen können. James S. A. Corey hören aber auf, wenn es am besten ist. Somit begleiten wir Filip nur auf 58 Seiten und nehmen danach wieder Abschied. Es hätte kein gelungenerer sein können: 10/10 Punkte.

Fazit

Ich habe ausnahmslos jede Kurzgeschichte von „Memory’s Legion“ genossen. Gäbe es einen zweiten Band, ich würde ohne nachzudenken zugreifen. James S. A. Corey haben mit „The Expanse“ eine der besten Buchreihen geschaffen, die ich je gelesen habe. Diese acht Kurzgeschichten sind ein weiterer Beweis für ihr durchdachtes World Building und ihr Talent, spannende Figuren zu zeichnen. Eine große Empfehlung für alle Fans der Sci-Fi-Reihe: 9/10 Punkte.

Spider-Man: Brand New Day (2026)

Der letzte Arbeitstag vor meinem Urlaub ist fast schon angenehm unspektakulär verlaufen. Danach hatten wir noch einen Zwischenfall mit einer verwirrten Person, der wir helfen mussten, bevor wir zu meiner Mama aufgebrochen sind. Da sie sich heute nicht so gut gefühlt hat, sind wir nach dem Besuch nur zu viert ins Kino gegangen, wo wir uns „Spider-Man: Brand New Day“ angeschaut haben. 🕸️

Spider-Man: Brand New Day (2026) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Brand New Day (2026) | © Sony Pictures Home Entertainment

Wunderbar sympathisch erzählte kleine Kartoffeln

Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir es nach „Toy Story 5“ noch einmal so bald ins Kino schaffen würden. Nur mit „Die Odyssee“ wird das wohl nichts mehr. Doch ich bin auch sehr froh, „Spider-Man: Brand New Day“ auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass der Film ein Erlebnis war, speziell in 3D. Die Handlung setzt direkt nach den Ereignissen von „Spider-Man: No Way Home“ ein und wir erleben einen einsamen Peter Parker. Hier hat mich der Film von der Stimmung etwas an Sam Raimis „Spider-Man 2“ erinnert. Danach folgen Sequenzen, welche an die Origin-Stories aus „Spider-Man“ und „The Amazing Spider-Man“ erinnern, sprich Peter Parker erlernt den Umgang mit seinen (in diesem Fall erweiterten) Kräften. Das alles fühlt sich wunderbar organisch an und wie eine echte Weiterentwicklung der Figur. Weniger oberflächlicher Fanservice, als noch im Vorgänger, und mehr echtes Drama. Das hat mir wirklich ausgezeichnet gefallen.

Es gibt eine wunderbare Szene, in der beschreibt Black Widow (Florence Pugh), dass sich Spider-Man ja nur um kleine Kartoffeln kümmern würde. Und genauso ist es auch: Die Geschichte des Films fühlt sich wie ein fast schon intimes Drama an. Selbst die Action bleibt angenehm geerdet. Der Auftritt des Punishers unterstreicht dieses Gefühl noch einmal. Auch die Bösewichtin ist nicht klischeehaft böse, sondern besitzt eine ganz eigene Geschichte und entpuppt sich als Überraschung, welche für den weiteren Verlauf des MCU wohl noch von Bedeutung sein dürfte. Davon abgesehen hatte ich nicht das Gefühl durch das Überspringen der MCU-Filme nach „Spider-Man: No Way Home“ irgendetwas verpasst zu haben. Auch sehr angenehm. Die Geschichte steht für sich und dreht sich im Kern um Peter Parkers Einsamkeit und seinem Umgang damit. Auch MJ und Ned sind wunderbar eingeflochten. Hier gibt es kein einfaches Happy End. All das ist so wunderbar emotional, dass ich in manchen Szenen Tränen in den Augen hatte. Kein Wunder also, dass „Spider-Man: Brand New Day“ für mich der bisher beste Film mit der aktuellen Besetzung ist:

  1. „Spider-Man: Brand New Day“ (2026) | 9/10 Punkte
  2. „Spider-Man: Far From Home“ (2019) | 8/10 Punkte
  3. „Spider-Man: Homecoming“ (2017) | 8/10 Punkte
  4. „Spider-Man: No Way Home“ (2021) | 8/10 Punkte

Ein überaus lohnender Kinobesuch:

Fazit

Ich hätte es nicht erwartet, dass mich „Spider-Man: Brand New Day“ so begeistern würde. Bereits die drei vorherigen Filme mit Tom Holland als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft waren beste Unterhaltung. Dieser vierte Teil besitzt jedoch mehr Tiefe und weiß noch mehr aus seinen Figuren rauszuholen. Die Kinder waren begeistert, Frau bullion war extrem angetan und auch mir hat der Film ausgezeichnet gefallen. Der perfekte Start in den Urlaub: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Toy Story 5 (2026)

Nachdem wir momentan nicht so recht planen können, habe ich erst heute Morgen recht spontan Kinokarten für „Toy Story 5“ gekauft. Der Zwergofant wollte den Film ohnehin sehen und auch ich habe mich darauf gefreut. Da auch meine Mama heute einen guten Tag hatte, und der Rest der Familie ausgeflogen war, sind wir zu dritt ins Kino gegangen. In eine Kindervorstellung am Nachmittag. Warum das durchaus lohnenswert war, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐎

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Toy Story 5 (2026) | © Walt Disney

Mit drei Generationen zu „Toy Story 5“ ins Kino

Normalerweise hätte ich die Nachmittagsvorstellung gemieden, doch es war gar nicht so schlimm. Natürlich waren die jungen Zuschauer:innen etwas laut, aber auch nicht nerviger als ein lautes Erwachsenenpublikum. So saßen wir nun also zu dritt in der Kindervorstellung von „Toy Story 5“ mit einer Altersspanne von 13 bis 80 Jahren. Das Schöne dabei war: Jeder von uns hatte Spaß mit dem Film. Meine Mama hatte bisher noch keinen Teil der Reihe gesehen, doch wir hatten ihr davor einen kurzen Abriss gegeben. „Toy Story 5“ funktioniert durchaus auch für sich genommen. In Teilen bestimmt schlechter, in anderen aber auch bestimmt besser, denn Andrew Stantons Fortsetzung wirkt in manchem Momenten eher schon wie ein Best-of der bisherigen Filme. Sowohl was Action-Szenen als auch was Emotionen angeht.

Mit Lilypad als Versinnbildlichung des Vormarschs digitaler Spielzeuge greift „Toy Story 5“ ein durchaus relevantes Thema auf und erweitert die Welt sinnvoll. Das hat mir besser gefallen als beim direkten Vorgänger. Dennoch wird der Konflikt zwischen klassischem Spielzeug bzw. der digitalen Welt bisweilen schon eher platt dargestellt. Gerade Bonnie fand ich zu passiv und fast schon negativ gezeichnet. Natürlich hat das die Geschichte einfacher gemacht, aber mehr Nuancen hätte mir besser gefallen. Auch die Buzz-Lightyear-Armee hätte ich nicht gebraucht. Das hat mich zu sehr an „Toy Story 2“ erinnert, war damals jedoch charmanter inszeniert. Das Ende ist dann auch übertrieben glatt. Insgesamt hatte ich ein ähnliches Gefühl wie bei „Toy Story 4“: Ich hatte Spaß mit dieser Fortsetzung, doch nötig war sie nicht. Die Magie der Andy-Trilogie hat gefehlt und doch bin ich froh, den Film in dieser Konstellation im Kino gesehen zu haben. Spaß für drei Generationen. Das schaffen auch nicht alle Filme. Hier mein aktuelles Ranking der bisherigen „Toy Story“-Filme:

  1. „Toy Story 3“ (2010) | 10/10 Punkte
  2. „Toy Story 2“ (1999) | 10/10 Punkte
  3. „Toy Story“ (1995) | 10/10 Punkte
  4. „Toy Story 5“ (2026) | 8/10 Punkte
  5. „Toy Story 4“ (2019) | 8/10 Punkte

Der Kinobesuch hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt:

Fazit

Ich habe es sehr genossen, „Toy Story 5“ mit zwei meiner liebsten Menschen im Kino zu sehen. Das gemeinsame Erlebnis wertet den Film für mich unbedingt auf. Doch auch für sich genommen erzählt er eine sehenswerte Geschichte. Nötig wäre diese nicht unbedingt gewesen, doch macht Disney/Pixar wohl das Beste draus. Ich mochte die neuen Figuren und habe mich über den Jessie-Fokus gefreut. Vielleicht nicht der Sommerblockbuster, aber allemal sehenswerte Unterhaltung: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: war mit einer Freundin im Schwimmbad; Zwergofant: 7/10 Punkte.)