Charlie und die Schokoladenfabrik – OT: Charlie and the Chocolate Factory (2005) (WS1)

Eigentlich hatte ich gestern keinen Filmabend fest eingeplant, doch der Zwergofant wollte schon länger „Charlie und die Schokoladenfabrik“ sehen, da sie in der Schule kürzlich die ersten 30 Minuten geschaut hatten, und das haben wir dann auch direkt umgesetzt. Meine letzte Sichtung lag bereits 18 Jahre zurück und somit war ich gespannt, wie mir der Film inzwischen gefallen würde… 🍫🍭🍬

Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Charlie und die Schokoladenfabrik (2005) | © Warner Bros (Universal Pictures)

Zuckersüß und doch bitterböse

Zunächst einmal musste ich ein wenig kreativ sein, was den Zugang zum Film angeht: Ich habe natürlich die Blu-ray im Regal stehen, doch gehört diese zur „Tim Burton Collection“ und diese hatte ich damals importiert, sprich es ist keine deutsche Tonspur vorhanden. Nach dem gestrigen O-Ton-Versuch bei „Schöne Bescherung“ wollte ich das bei einem unbekannten Film nicht direkt noch einmal wiederholen. Wir hatten Glück, dass „Charlie und die Schokoladenfabrik“ momentan auf Netflix läuft. Allerdings im 16:9-Vollbild und es lässt sich nicht rausfinden, ob das einfach eine Open-Matte-Version ist oder das ursprüngliche 1,85:1-Bild seitlich gecroppt wurde. Finde ich nach wie vor sehr nervig, dass Streaming-Dienste einfach irgendwas ausstrahlen und es weder Informationen zur Filmfassung noch den technischen Details gibt. Aber das interessiert, abgesehen von ein paar Filmfans, wohl ohnehin niemanden mehr, denn Film verkommt eben auch immer mehr zu Content.

Doch nun endlich zu „Charlie und die Schokoladenfabrik“: Ich habe die erste halbe Stunde geliebt. Das Haus der Familie Bucket ist so wunderbar typisch für Tim Burton, dass es eine wahre Freude ist. Ich mochte auch die Herzlichkeit, mit der die Familie trotz schwieriger Umstände, miteinander umgeht. Speziell die Beziehung zwischen Charlie und Großvater Joseph ist herzerwärmend und das Zappelinchen ist aus dem Schwärmen gar nicht mehr herausgekommen. Als es dann in die titelgebende Schokoladenfabrik geht, wird die Absurdität auf elf gedreht: So fantastisch die Sets hier auch sind, so anstrengend fand ich bei diesem Durchgang Johnny Depps Interpretation von Willy Wonka. Ich kenne zwar die erste Verfilmung mit Gene Wilder nicht, doch Johnny Depps Darstellung war zu gewollt und creepy für meinen Geschmack. Auch die episodisch strukturierte Erzählweise mit einem Raum pro Kind samt Musical-Nummer fand ich etwas ermüdend. Das Finale hat mich dann wieder versöhnt und auch dazwischen gibt es ein paar wirklich unterhaltsame Momente. Vermutlich ist es der erzählerische Ton des Films, der für mich insgesamt zu inkonsistent war.

Fazit

Mir hat Tim Burtons „Charlie und die Schokoladenfabrik“ auch heute wieder viel Spaß gemacht. Auch wenn er mich nicht so sehr überzeugen konnte, wie beim ersten Mal, wurde ich doch mit einem angenehm warmen Gefühl im Bauch aus dem Film entlassen. Nicht zwangsweise ein Weihnachtsfilm, doch kann man ihn gut in dieser Jahreszeit schauen: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

14 Gedanken zu “Charlie und die Schokoladenfabrik – OT: Charlie and the Chocolate Factory (2005) (WS1)

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  3. Ach doch, ich liebe ihn. Ich kenne einige Szenen aus der alten Fassung und dieser kommt denen doch sehr nahe, obwohl Burton natürlich wieder viel hat einfließen lassen. Er ist nun mal ein Mann der Absurditäten. Ich finde es super, wie überspitzt die jeweiligen „Sünden“ der Kinder dargestellt werden und wie ihre Strafen dafür ausfallen. Klar finde ich auch manchmal, dass Depp den Wonka zu …naja, aalglatt darstellt, aber irgendwie legt er diese Fassade ja am Ende ab, als klar ist, dass er jemanden gefunden hat.

    Der Mann amüsiert sich übrigens noch immer extrem darüber, wie platt mein Humor ist und wie laut ich lachen musste, als ich das erste mal die Szene mit dem Glasfahrstuhl gesehen habe, gegen den Depp gerannt ist. Ich lag fast am Boden vor Lachen… nun ja…

    Die neuesten Wonka habe ich noch nicht gesehen und aktuell habe ich da auch etwas Respekt vor, weil ich mich alleine schon am Grant-Umpaloompa störe…

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    • Freut mich, dass dir der Film so gut gefällt! Ich finde es auch schön gelöst, dass Tim Burton die Geschichte zugleich zynisch und böse inszeniert hat (die „Sünden“ der Kinder und vor allem der Eltern) und dennoch unfassbar herzerwärmend. Das mag ich auch, allerdings hätte ich mir weniger Formelhaftigkeit, was die Struktur angeht, gewünscht.

      Haha, die Glasaufzug-Slapstick-Szenen haben auch bei mir für die größten Lacher gesorgt. 😁

      Den neuen „Wonka“ habe ich auch noch nicht gesehen. Die Kinder waren mit ihrer Tante im Kino und sehr begeistert. Habe mir den Film nun auch bestellt, zumal ich „Paddington“, vom gleichen Regisseur, sehr liebe.

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