Die wilden Hühner und das Leben (2009)

Nach einer anstrengenden Woche mit erschreckend schnell wachsenden Corona-Zahlen, wollten wir den Kindern zum Start ins Woche wenigstens einen Filmabend gönnen. Die Wahl ist heute auf „Die wilden Hühner und das Leben“ gefallen, den letzten Teil der Kinder- bzw. Jugendbuchverfilmungen. Wie uns dieser so gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐔

Die wilden Hühner und das Leben (2009) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner und das Leben (2009) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein sympathischer Abschluss der Filmreihe

Hat mich schon im Vorgänger „Die wilden Hühner und die Liebe“ der starke Fokus auf die jugendlichen Beziehungen ein wenig gestört, so nimmt dieser Aspekt nun endgültig überhand. Vielleicht liegt es auch an meinen Erwartungen, die ich nach dem ersten Teil „Die wilden Hühner“ an die Reihe hatte. Hier kam es mir so vor, als könne sich der Film nicht so richtig entscheiden, was er sein will. Aber vielleicht ist dieses Gefühl auch stellvertretend für den Umbruch im Leben unserer jugendlichen Heldinnen. Sie sind keine Kinder mehr und dieser Abschied ist eben nicht immer klar und eindeutig, sondern mit vielen Irrungen und Wirrungen verbunden.

Es war schön, die Figuren noch einmal alle zu sehen. Leider wurde eine Schauspieler ausgetauscht, was immer ein wenig befremdlich wirkt. Das Zappelinchen fand den Film toll, da sie bereits das Buch gelesen hat. Allerdings musste sie sich aufgrund der vielen Kussszenen auch häufig fremdschämen. Der Zwergofant war heute nicht so angetan und die eigentlich ist er auch (trotz FSK-0-Freigabe) noch zu jung für den Film und seine Themen gewesen. Von seiner Seite war weder viel Interesse noch Verständnis vorhanden. Ich selbst mochte einige Aspekte, andere wiederum fand ich zu oberflächlich abgehandelt. Dafür fand ich den symbolischen Bogen zum Anfang der Reihe am Ende des Films sympathisch.

Fazit

„Die wilden Hühner und das Leben“ ist ein netter Abschluss der Filmreihe, die sich über ihren Verlauf deutlich verändert hat. Ich fand es schade, dass es ab dem zweiten Teil fast nur noch um Beziehungen ging. Dennoch ein gut gespielter und durchaus sympathischer letzter Teil der Trilogie: 6/10 Punkte.

Dark – Die komplette Serie (Staffel 1 bis 3)

Lange hatte ich mich geweigert, ein Netflix-Abo abzuschließen. Dabei lag bereits seit Jahren ein Gutschein im Regal und den Probemonat hätte es ja auch gegeben. Aber mir ging es nicht ums Geld, sondern die Zeit. Wie passend für diese Serie. Da sich meine lieben Kollegen stets über „Dark“ ausgetauscht haben, und ich nicht mitreden konnte, bekam ich zum Geburtstag einen (weiteren) Netflix-Gutschein, gekoppelt an den Auftrag, nun auch endlich „Dark“ zu sehen. Da konnte ich nun nicht mehr nein sagen. Ob mich meine erste Netflix-Serie, abgesehen von der ersten Staffel „House of Cards“ und drei Staffeln „Narcos“, letztendlich zu begeistern wusste? 🕰

Dark | © Netflix

Dark | © Netflix

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Die wilden Hühner und die Liebe (2007)

Der heutige Samstag ist wieder extrem schnell verfolgen: Morgens war ich eine Runde laufen, danach ging es bei Freunden zum Brunchen und schon war es Abend. Nachdem wir letzte Woche „Die wilden Hühner“ gesehen hatten, stand heute mit „Die wilden Hühner und die Liebe“ die Fortsetzung auf dem Programm. Wie uns die neuen Abenteuer der Hühner gefallen haben, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung… 🐔

Die wilden Hühner und die Liebe (2007) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner und die Liebe (2007) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Eine gelungene Fortsetzung mit (zu) viel Liebe?

Natürlich hätte man es bei dem Titel ahnen können. Die Liebe ist das zentrale Thema des Films. Für meinen Geschmack war das ein wenig zu viel des Guten. Aber vielleicht spricht aus mir auch nur der alte Mann, der damals in der 6. Klasse noch nichts mit Liebe oder Beziehungen am Hut hatte. Andere Themen werden, bis auf Sprottes Begegnung mit ihrem Vater, leider ziemlich in den Hintergrund gedrängt. Dabei fand ich es wunderbar, dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung beleuchtet wurde, die allerdings auch das zentrale Drama des Films war. Wäre das heute, 13 Jahre später, anders und diese Beziehung ein ganz natürlicher Teil der Geschichte? Ich würde es mir wirklich wünschen.

Ich mochte erneut das Zusammenspiel der jugendlichen SchauspielerInnen sowie die unaufgeregte Inszenierung. Zwar kenne ich Cornelia Funkes Vorlage (u.a. „Tintenblut“) nicht, doch das Zappelinchen hat einige Elemente aus dem Buch wiedererkennt. Der dritte Teil der Reihe spielt noch einmal zwei Jahre später, weshalb ich mir keine Änderung der Thematik erwarte. Für mehr Jugendabenteuer müssen wir dann wohl doch wieder zu „Fünf Freunde“ greifen. Aber das ist vermutlich einfach auch eine Frage meiner Erwartungshaltung.

Fazit

Ich mochte „Die wilden Hühner und die Liebe“ sehr gerne, auch wenn er mir teils zu monothematisch war. Die Kinder waren begeistert und wir freuen uns schon auf die nächste Fortsetzung: 7/10 Punkte.

Die wilden Hühner (2006) (WS1)

Nachdem der gemeinsame Filmabend letzte Woche ausgefallen ist, haben wir uns heute wieder zusammen vor dem Fernseher versammelt. Das Zappelinchen wollte „Die wilden Hühner“ schon länger sehen und dank Netflix war das nun auch einfach möglich. Für mich war das nicht die erste Sichtung, denn bereits 2007 habe ich den Film zum ersten Mal gesehen. Vor 13 Jahren. Damals war ich noch kein Vater. Ob sich die Änderung dieses Zustands auf die Wirkung des Films niedergeschlagen hat? 🐔

Die wilden Hühner (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Die wilden Hühner (2006) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein rundum gelungener Kinder- und Jugendfilm

Die Adaption von Cornelia Funkes (Autorin von u.a. „Tintentod“) Jugendroman hat inzwischen auch schon 14 Jahre auf dem Buckel. Unfassbar. Glücklicherweise sieht man das dem Film nur an, wenn man auf die Mode und Technik achtet. Ansonsten wirkt „Die wilden Hühner“ immer noch sehr frisch und ja, auch erfrischend. Die jungen SchauspielerInnen der beiden Banden spielen sympathisch und natürlich. Auch die Probleme der Kinder sind wunderbar unaufgeregt und kindgerecht, wenngleich auch schwere Themen nicht ausgespart werden.

Bei meiner ersten Besprechung habe ich noch bemängelt, dass es sich bei „Die wilden Hühner“ um einen reinen Mädchenfilm handeln würde. Diese Meinung muss ich inzwischen revidieren, denn er hat dem Zwergofanten mindestens ebenso viel Spaß gemacht, wie dem Zappelinchen. Und mir auch. Überhaupt ist die Einteilung von Filmen oder Serien nach Geschlechtervorlieben nicht sinnvoll. Das habe ich über die letzten Jahre selbst an meinen Präferenzen festgestellt.

Fazit

Wir hatten mit „Die wilden Hühner“ einen wirklich gelungenen Filmabend und ich freue mich jetzt schon auf die beiden Fortsetzungen. Das Zappelinchen kennt alle Bücher und wird mich bis zur Sichtung bestimmt noch über so manchen Hintergrund aufklären können: 7/10 Punkte.

Sløborn – Staffel 1

Nach meinem Ausflug in die Welt der Kleinkriminellen mit der Amazon-Serie „Sneaky Pete“, habe ich mich einer brandaktuellen deutschen Serie gewidmet. Der Zeitpunkt, „Sløborn – Staffel 1“ ins Programm aufzunehmen, hätte nicht besser sein können. Oder nicht schlechter. Das kommt vermutlich ganz auf die Persönlichkeit der Zuschauer an. Ob sich der Virus-Thriller denn lohnt, erfahrt ihr im Folgenden… 💉

Sløborn - Staffel 1 | © ZDF

Sløborn – Staffel 1 | © ZDF

Eine Virus-Pandemie in Serienform

Noch bevor ich wusste, worum es bei „Sløborn“ konkret geht, ist die Serie auf meinem Radar gelandet, weil Christian Alvart der kreative Kopf hinter der ZDF-Produktion ist. Erst kürzlich hat mich Alvart mit seinem Thriller „Freies Land“ beeindruckt und bereits vor ein paar Jahren ist mir sein Hollywood-Werk „Pandorum“ positiv aufgefallen. Auch „Sløborn“ trägt seine Handschrift und, im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Filmemachern, steht bei ihm der Unterhaltungswert ganz oben. Mehr Popcorn als Arthouse, was ich in jeder Hinsicht positiv meine. Betrachtet man die Serie aus aktueller Perspektive, dann wirkt sie manchmal fast schon anbiedernd in ihrer Art und Weise, den Umgang der Inselbewohner mit der Bedrohung durch den Virus, zu erzählen. Eben ziemlich genau so, wie die aktuelle Lage in Zeiten von Corona bzw. COVID-19 ist, nur auf 11 gedreht. Inklusive Abstandsregeln, Masken, Querdenkern Ansteckungsketten usw. Will man das denn jetzt sehen?

Tatsächlich wurde „Sløborn“ bereits 2018 konzipiert und 2019 gedreht. Ende 2019 bis 2020 befand sich die Serie in Postproduktion und auch wenn einige Corona-Verweise darin bestimmt noch geschärft wurden, so ist es doch beängstigend, wie genau (und eben auf 11 gedreht) die Serie doch den Beginn einer Pandemie zeichnet. Der darin grassierende Taubenvirus ist natürlich viel tödlicher als Corona und der Ausbruch wird, trotz der eher gemächlichen Dramaturgie (eben slow burn), recht schnell erzählt. Viele Elemente wirken dennoch erschreckend vertraut.

Kleinstadt-Drama trifft auf Virus-Thriller

So mitreißend und plakativ auch das Thriller-Element ist, so seifenoperartig wirken teils die unterschiedlichen Erzählstränge, die das Ereignis begleiten. Egal ob es sich um den Autoren im Drogenentzug handelt, die Teenagerin, die eine Affäre mit ihrem Lehrer hat, oder die jugendlichen Straftäter, die auf der Insel rehabilitiert werden sollen. Da wirkt schon viel konstruiert und mit der Brechstange erzählt. Aber das macht nichts, denn das habe ich mir viel lieber angesehen, als wenn es sich bei „Sløborn“ um ein todernstes Virus-Drama gehandelt hätte. Denn ja, manche Szenen sind aufgrund der Nähe zu den aktuellen Ereignissen nur schwer zu ertragen. In den letzten beiden Episoden überschlagen sich die dramatischen Geschehnisse und als Anhänger von Verschwörungstheorien könnte man hier neues Futter bekommen. Es wäre sehr spannend zu sehen, ob man die Entwicklung der Geschichte aus heutiger Perspektive genauso erzählt hätte.

Fazit

Die erste Staffel von „Sløborn“ hat mir wirklich gut gefallen. Sie bietet keinen verkopften Umgang mit einer Pandemie, sondern ziemlich reißerische und plakative Unterhaltung. Somit freue mich schon auf eine zweite Staffel. Gerade im Hinblick auf die Entwicklung der realen Pandemie dürften die Autoren vor neuen Herausforderungen, aber auch neuen Chancen stehen: 8/10 (7.8) Punkte.

Gosford Park (2001)

Die Sichtung von „Downton Abbey“ zählte dieses Jahr zu meinen größten Serien-Highlights. Mit dem Film zur Serie liegt auch meine letzte Begegnung mit den liebgewonnenen Figuren hinter mir. Somit blieb mir nur noch mit „Gosford Park“ zu den Ursprüngen des Epos zurückzukehren. Wobei das dem Film nicht wirklich gerecht wird. Alles Weitere in der folgenden Besprechung… 🏰

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Gosford Park (2001) | © STUDIOCANAL

Der böse Zwilling von „Downton Abbey“

Für Kenner von „Downton Abbey“ ist es unglaublich zu sehen, wie viele Elemente davon sich bereits in „Gosford Park“ finden ließen: Die Bediensteten, die Aristokratie und die daraus resultierende Zweiklassengesellschaft. Die Inszenierung des Landsitzes, die Kamerafahrten durch die Gänge. All das hat mich fast schon zuhause fühlen lassen. Hinzu kommen vertraute SchauspielerInnen, allen voran natürlich Maggie Smith, die hier bereits eine frühe Version ihrer berühmten Countess of Grantham zum Besten gibt. Einfach herrlich anzusehen!

Ist „Gosford Park“ somit nur eine frühe Version von „Downton Abbey“? Nein, denn während Julian Fellowes‘ Serie ein sehr idealisiertes Bild der Beziehung zwischen Bediensteten und Aristokraten zeichnet, so rückt in „Gosford Park“ die dreckige Realität in den Vordergrund. Zwar inszeniert Regisseur Robert Altman seinen Film als schwarze Komödie, doch können so manche Lacher den düsteren Unterton nicht überspielen. Der Mord, die versammelten Verdächtigen und der überzeichnete Ermittler (gespielt vom stets gerne gesehenen Stephen Fry) wecken Erinnerungen an Murder-Mysteries à la Agatha Christie oder eben den 2019er „Knives Out“. Jedoch ist dies bei Weitem nicht der Hauptaspekt des Films.

Fazit

Mir hat „Gosford Park“ schon alleine aufgrund seiner Verwandtschaft zu „Downton Abbey“ ausgezeichnet gefallen. Er ist toll gespielt, inszeniert und erzählt eine unterhaltsame Geschichte. Nicht nur für Freunde von Julian Fellowes‘ Serie eine große Empfehlung: 8/10 Punkte.

Freies Land (2019)

Mitte September und ein Wetter wie im Hochsommer. Das habe ich nicht nur für einen weiteren Lauf genutzt, sondern auch für einen Nachmittag im Garten. Abends wurde es dann jedoch der Jahreszeit entsprechend kühl, weshalb wir uns auf das Sofa begeben haben. Im Gegensatz zu gestern allerdings ohne Kinder. Auf Empfehlung von Andy vom Nerdtalk habe ich „Freies Land“ zum Film des abends erkoren. Auch weil wir momentan die Serie „Sløborn“ schauen, die ebenfalls von Christian Alvart inszeniert wurde. Was der Film zu bieten hat, erfahrt ihr in der folgenden Besprechung…

Freies Land (2019) | © Euro Video

Freies Land (2019) | © Euro Video

Fast eine Atmosphäre wie in „True Detective“

Bei „Freies Land“ handelt es sich um ein Remake des spanischen Thrillers „La isla mínima“ oder „Mörderland“. Wenn man dies allerdings nicht weiß, dann scheint die Geschichte des Films wie für die deutsche Nachwendezeit geschrieben. Auch wenn ich das Original nicht kenne, so muss ich Alvart jedoch für die Adaption loben. Sein Mecklenburg-Vorpommern des Jahres 1992 wirkt unfassbar trist und bedrohlich. Wenn ich „Freies Land“ mit einem ähnlichen Film oder einer Serie vergleichen wollte, dann würde ich die erste Staffel von „True Detective“ heranziehen. Die Atmosphäre ist ähnlich dicht und teils hypnotisch, was nicht nur den famosen Bildern, sondern auch dem eindrucksvollen Klangteppich zu verdanken ist.

Inhaltlich bietet „Freies Land“ mitreißende und doch etwas konventionelle Krimikost. Der Film lebt von seiner dichten Atmosphäre, welche wunderbar durch die detailverliebte Ausstattung und die perfekt gecasteten Schauspieler unterstützt wird. Auch die Handlung hat mich am Ball gehalten und ich habe jede Sekunde mit unseren (Anti-)Helden mitgefiebert. Das Finale wirkte fast schon ein wenig abrupt, doch hat es in dieser nüchternen Form auch zum Film gepasst. Nachdem mich Christian Alvart bereits mit dem Sci-Fi-Schocker „Pandorum“ zu begeistern wusste, hat er mit „Freies Land“ abermals sein Talent unter Beweis gestellt. Auch in „Sløborn“ kann man seinen Stil erkennen und ich bin schon auf den Rest der Serie gespannt.

Fazit

Wer einmal wieder Lust auf einen klassischen Krimi hat und sehen will, was das deutsche Kino kann, der sollte ruhig mal einen Blick auf „Freies Land“ werfen. Auch wenn es sich nur um ein Remake handelt. Mich hat der Film sehr positiv überrascht: 8/10 Punkte.

Die drei Musketiere – OT: The Three Musketeers (2011)

Manchmal sind die Gründe, sich einen bestimmten Film anzusehen, schon seltsam. Bei „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 2011 hat ausgereicht, dass wir kürzlich Bamberg besucht haben und der Film zu großen Teilen dort gedreht wurde. Was hat Paul W. S. Andersons 3D-Actioner sonst noch zu bieten? ⚔

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Die drei Musketiere (2011) © Constantin Film (Universal Pictures)

Grober und doch unterhaltsamer Unfug

Man kann von Paul W. S. Anderson halten was man will, doch erkennt man seinen durchaus markanten Stil in jedem seiner Filme. Leider ist dieser oft ziemlich trashig, was gerade im Zusammenspiel mit viel CGI heraussticht. Die real gefilmten Szenen besitzen dagegen durchaus Charme in ihrer naiven und überbetonten Action. Zudem sieht das mit echten, stereoskopischen Kameras gefilmte 3D einfach unfassbar gut aus. Auch beim generellen Look scheiden sich die Geister: Er ist oft zu sauber, die Kostüme wirken wie Kostüme und doch passt all das irgendwie zusammen. Ich bin davon nicht unbedingt Fan, kann dem aber durchaus positive Seiten abgewinnen.

Inhaltlich ist „Die drei Musketiere“ grober Unfug. Einerseits recht klassisch erzählt, andererseits mit Fantasy-Elementen (u.a. Luftschiffe) angereichert. Auch diese krude Mischung hat für mich recht gut funktioniert, wobei ich die erste Filmhälfte deutlich lieber mochte. Und es gibt (einmal wieder) Mads Mikkelsen mit Augenklappe, wie er auf Notre Dame kämpft. Unfassbar(er Unfug). Aber ich wurde gut unterhalten, speziell eben von den geerdeteren Szenen, die u.a. in Bamberg gedreht wurden und wo ich selbst vor ein paar Tagen noch stand. Speziell die Alte Hofhaltung wird im Film wunderbar eingesetzt (siehe auch Bildzitat oben) und macht wohl meine liebste Szene des Films aus. Schon auf den ersten beiden Fotos sind zwei Drehorte des Films zu sehen. Ist das nicht toll (und auf dem dritten das „Das Sams“-Haus)? 😍

Fazit

Nein, ein sonderlich guter Film ist „Die drei Musketiere“ vielleicht nicht. Aber ich wurde gut unterhalten. Wer zudem die Drehorte kennt und, so wie ich, einen Mehrwert aus dieser Kenntnis zieht, der darf gerne noch einen Punkt aufschlagen. Schon alleine deshalb war es für mich ein tolles Filmerlebnis: 6/10 Punkte.

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018)

Nach einem sportlichen Tag mit Laufen und Schwimmen, war es nachmittags so windig, dass wir uns am Abend auf das Sofa verkrümelt haben. Den Kindern stand der Sinn nach einem Filmabend und da „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ neu bei Prime Video im Programm ist, haben wir den jugendlichen Abenteurern abermals einen Besuch abgestattet… 🦖

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier (2018) | © Constantin Film (Universal Pictures)

Ein angenehmer Soft-Reboot mit neuen Freunden

Unsere Sichtung von „Fünf Freunde 4“ liegt inzwischen schon einen ganzen Sommer zurück. Dennoch haben wir der Neubesetzung der fünf Freunde etwas skeptisch entgegengesehen. Aber es ging in diesem Fall nicht anders, da die Bande inzwischen zu sehr den Kinderschuhen des ersten Teils entwachsen war. Ich habe die originalen SchauspielerInnen tatsächlich vermisst, wenngleich ich auch zugeben muss, dass die neue Besetzung durchaus gelungen ist. Es fehlt eben noch ein wenig am natürlichen Zusammenspiel. Aber dies kann sich ja noch entwickeln. Zumindest wäre meine Kinder (und auch ich) einer Fortsetzung nicht abgeneigt.

„Oh, ich liebe diese Musik!“
– Der Zwergofant während der Opening Credits

Was die Handlung angeht, so ist „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ nicht sonderlich innovativ. Das Setting mit der Burg erinnert an „Fünf Freunde 2“ und der Weg bis zur Auflösung ist zumindest nett anzusehen. Eben typisch für das Franchise. Man merkt, dass sich außer den SchauspielerInnen nur wenig verändert hat und das ist auch ganz gut so.

Fazit

„Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ ist wieder deutlich kindgerechter als der vierte Teil der Reihe. Trotz der neuen Besetzung atmet auch der inzwischen schon fünfte Teil den Geist der Vorgänger. Für Kinder ist das beste Unterhaltung und auch wir Erwachsenen hatten viel Spaß damit: 7/10 Punkte.

Lola auf der Erbse (2014)

Heute war ein recht entspannter Tag. Ich war eine Runde laufen und habe den Rasen gemäht, die Kinder haben draußen gespielt. Abends ist Frau bullion nun strawanzen, weshalb wir die Gelegenheit für einen Filmabend genutzt haben. In den Player ist mit „Lola auf der Erbse“ ein Film gewandert, den sich das Zappelinchen in der Bücherei ausgeliehen hat. Nachdem die DVD unfassbar zerkratzt war, wurde sie spontan gegen den Stream bei Prime Video ersetzt. Dennoch wären wir ohne die Bücherei wohl nie in den Genuss dieses schönen Films gekommen… ⛴

Lola auf der Erbse (2014) | © farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment

Lola auf der Erbse (2014) | © farbfilm Home Entertainment / Lighthouse Home Entertainment

Ein unaufgeregter und schöner Kinderfilm

„Lola auf der Erbse“ wirkt in seiner ganzen Machart wie ein Fernsehfilm. Und das meine ich nicht einmal negativ. Nachdem „Liliane Susewind: Ein tierisches Abenteuer“ beim letzten Filmabend viel zu überdreht daherkam, habe ich mich gefreut, ein realistisches Setting zu sehen, das dennoch märchenhaft wirken darf. Getragen wird „Lola auf der Erbse“ von seiner Titelheldin Lola, die wunderbar natürlich von Tabea Hanstein verkörpert wird. Sehr sympathisch, auch wenn ich das Durchbrechen der Vierten Wand ein wenig aufgesetzt fand. Übrigens ist das auch dem Zappelinchen negativ aufgefallen. Auch ansonsten kann man über die Schauspieler nichts Schlechtes sagen und es lassen sich feste Größen wie Christiane Paul oder Antoine Monot Jr. („Absolute Giganten“) entdecken.

Die Geschichte ist nicht sonderlich innovativ, besitzt aber eine schöne Botschaft. Dabei wird zwar nicht die Lebensrealität illegaler Einwanderer abgebildet, doch das Thema zumindest kindgerecht aufbereitet. Die Handlung wird dabei nie wirklich dramatisch, doch die Bedrohung im Hintergrund ist stets spürbar. Sehr gelungen.

Fazit

Auch wenn „Lola auf der Erbse“ sicher kein perfekter Film ist, so ist er doch sympathisch und mit viel Freude inszeniert. Einfach ein rundum gelungener Kinderfilm, den man sich durchaus auch als Erwachsener anschauen kann: 7/10 Punkte.