Heute habe ich mich nachmittags einfach vor den Fernseher gesetzt (die Kinder waren beide ausgeflogen) und einen Film geschaut. Komplett alleine. Einen Film, der erst am Freitag geliefert wurde und den ich schon unglaublich gerne im Kino gesehen hätte. Die Rede ist von „Alien: Romulus“ und damit bereits dem siebten Teil der Filmreihe. Was soll ich sagen? Es war ein großartiges Erlebnis und ich sollte das viel häufiger machen. 👩🚀
Im Legacy-Sequel hört dich jeder schreien
Fede Álvarez hat den Look von „Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ komplett verstanden. Was sieht „Alien: Romulus“ doch gut aus! Schon alleine die Minenkolonie auf Jackson’s Star ist großartig gestaltet. Wie gerne hätte ich mich hier länger aufgehalten. Doch auch als es dann auf die titelgebende Raumstation geht, habe ich mich sofort wieder zu Hause in diesem Universum gefühlt. Alles ist dreckig und kaputt. Einfach fantastisch anzusehen! Auch die Crew, die wir dieses Mal verfolgen, fand ich passend zusammengestellt. Hier wurden Erinnerungen an Fede Álvarez „Don’t Breathe“ wach, welcher eine ähnliche Prämisse mit einem blinden Sadisten anstelle eines Xenomorphs bietet. Auch wenn hier einige Klischees geritten werden, so hat die Zusammensetzung für mich doch wunderbar funktioniert. Speziell Rain und Andy stechen natürlich heraus. Eine interessante Dynamik, auch über den weiteren Verlauf des Films. Ob wir die beiden in einer möglichen Fortsetzung wiedersehen?
Als dann die ersten Facehugger auftauchen, setzt Álvarez leider eher auf Masse statt Klasse. Durch die schiere Anzahl und Unübersichtlichkeit der Bedrohung, wollte sich bei mir nicht so recht Spannung einstellen. Zu viel Action, zu wenig Horror. Leider sollte sich dies auch beim Auftauchen der ausgewachsenen Xenomorphs nicht ändern. Auch hier gibt es viel zu viele, welche dann im entscheidenden Moment auch nur zu Kanonenfutter verkommen. Das hatte James Cameron mit „Aliens: Die Rückkehr“ bereits 1986 deutlich besser hinbekommen. Gerade die Szenen mit dem ikonischen Filmmonster fand ich demnach leider am schwächsten. Weil zu wenig auf Spannung und Horror gesetzt wurde und zu viel auf Action. Auch die Bezüge zu den anderen Teilen der Filmreihe waren mir zu offensichtlich. Den CGI-Charakter nur des Rückbezugs wegen hätte es nicht gebraucht, dann das blaue Laserlicht über dem Boden (obwohl keine Eier in der Nähe waren) oder der Spruch von Andy als Gipfel der Ideenlosigkeit: „Get away from her, you bitch!“ Nein, all das hätte es wahrlich nicht gebraucht. Die beständige Legacy-Sequel-Krankheit.
Dank „Prometheus“ ein starkes Finale
Mir hat überraschenderweise das Finale am besten gefallen. Einfach weil hier nicht einfach nur Elemente kopiert wurden, sondern zumindest neu arrangiert. „Alien: Romulus“ bezieht spannenderweise „Prometheus“ und „Alien: Covenant“ in seinen Kanon mit ein. Das hatte ich so nicht erwartet. Somit wurde ich am Ende tatsächlich überrascht, wenngleich man sich fragen kann, inwiefern „Alien: Die Wiedergeburt“ für das Finale mit seinen gewissen Bestandteilen Pate gestanden hat. Hier kam für mich erstmals wirklich Spannung auf und ich fand das Monster auch unheimlicher als alle davor im Film gesehenen. Insgesamt ist der Film leider genauso überladen, wie das Cover des UHD-Blu-ray-Steelbooks:
Fazit
Auch wenn es laut meiner Besprechung nicht so wirkt, hatte ich doch unfassbar viel Spaß mit „Alien: Romulus“. Der Film atmet fast schon zu sehr den Geist seiner Vorgänger, doch das war fast zu erwarten. Am liebsten hätte ich wohl eine Geschichte ohne beständige Rückbezüge gesehen. Aber das ist in unserer schönen, neuen Legacy-Sequel-Welt wohl nicht möglich. Aber völlig egal. Ich sollte viel häufiger nachmittags Filme schauen. Kein neues Meisterwerk, aber wohl das Beste, was man mit all den Zutaten und dem Erfolgsdruck hat erreichen können: 7/10 Punkte.

Wahnsinn. sofort einen Film nach Erhalt der DVD geschaut. Du wirst besser. 😆
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Tatsächlich. Das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Wie hat dir der Film gefallen?
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Das stimmt. 🙂 Wie oft hast du mir schon erzählt, dass gekaufte DVDs ewig herumlagen, bis du sie mal geschaut hattest – wenn dann. 😉 🙂
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Das stimmt. Der hier ist halt „Alien“ und ich wollt ihn schon im Kino sehen. Da habe ich die Gelegenheit heute genutzt.
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Besser hätte man das nicht machen können.
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Man merkt, was da Vorbild war aber der Film hat Spaß gemacht.
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Ja, so ging es mir im Großen und Ganzen auch.
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🙂 🙂
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Ich fand den ja leider schwach: Charaktere nach Schema F (deren Motivationen zumeist vage oder vorgeschoben sind), blöde Entscheidungen galore und teils CGI des Grauens; von der Alien-Lore, was die Fortpflanzung betrifft, fangen wir am besten gar nicht erst an. Die Idee an sich, quasi das Original für eine neue Generation von Kinogängern aufzubereiten (wie es auch mit anderen Franchises vollzogen wurde, siehe etwa Star Wars), ist vollkommen okay. Aber dann sollte man nicht alles, was am Original so wunderbar funktionierte, unachtsam über Bord werfen. Zumindest nicht ganz so schwach wie Scotts letzter eigener ALIEN: COVENANT. Mal schauen, wie der nächste wird (was ja unvermeidlich angesichts des großen Box Office Erfolgs, den ich der Franchise an sich ja auch gönne, scheint).
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Ich kann viele Aspekte verstehen, die du anführst. Die Figuren haben mir jedoch gut gefallen und ich fand auch ihre Motivation ausreichend erklärt. Das CGI dagegen war tatsächlich durchwachsen, wenngleich es mir wirklich nur bei Rook wirklich fies aufgefallen ist. Der Fortpflanzungszyklus ändert sich nahezu bei jedem Film und spätestens seit „Prometheus“ und speziell „Alien: Covenant“ scheint es da eh keine Regeln mehr zu geben. Naja, wahrlich nicht perfekt alles, doch ich habe es geliebt einmal wieder in diese Welt abzutauchen. Insgesamt aber zusammen mit „Alien: Covenant“ für mich der schwächste Teil der Reihe. Auf den nächsten freue ich mich auch schon.
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Die 7/10 gehe ich voll und ganz mit. Romulus macht viel richtig – wie die beiden Hauptdarsteller, die Settings, Ideen wie das Säuregravitationsspielchen. Leider haut das, was falsch läuft, aber auch rein – Rook?? Warum?? Guckt da keiner mal drüber?? Und wie schnell wachsen die Viecher? Da hat man ja nicht mal mehr Zeit, ein „Hach, bist du aber groß geworden“ zu winseln.
Das Finale fand ich in Ordnung, da haben einige der letzten Filme ja böse versagt. Bei dem Regisseur haben sich einige wohl nach mehr Gore gesehnt, aber für meinen Teil waren da schon ein paar nett-fiese Sachen dabei.
Bin gespannt, was sie aus der Alien-Serie machen.
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Schön, dass wir uns da einig sind. Rook fand ich auch komplett daneben. Gar nicht mal so sehr die Idee mit Ian Holm, zumal sie auch eine gelungene Animatronic am Set hatten. Warum sie diese dann noch mit Deep-Fake-CGI überlagern mussten? Verstehe ich nicht.
Ach, der Gore war schon okay, finde ich. Bis auf ein paar Gewaltspitzen hat die „Alien“-Reihe da ja nie mehr gemacht. Mich hat eher gestört, dass die Bedrohung durch die Xenomorphs nie so wirklich groß schien.
Ich hoffe nun, dass es weitergeht und bin gespannt, ob sie direkt wieder die Hauptdarsteller:innen wechseln. Fände schön, wenn wir mal dabei bleiben würden.
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