Wayward Pines – Season 1

Nachdem ich früher recht nah am aktuellen TV-Geschehen war, hole ich inzwischen eher ältere Serien nach. Mit „Wayward Pines – Season 1“ gab es jedoch einmal wieder frisches Futter in meinem Programm. Gehört hatte ich schon einiges von der Serie und die Empfehlung der Singenden Lehrerin hat letztendlich den Anstoß gegeben nach langer Mystery-Abstinenz (meine Wiederholungssichtung von „Akte X“ einmal ausgenommen) diesem wunderbaren Genre einmal wieder einen Besuch abzustatten. Ob mich die Serie überzeugen konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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Während der ersten Episoden wirkt die Serie wie eine modernisierte Version von „Twin Peaks“ – nur ein wenig normaler bzw. mehr im Mainstream verankert. Eine abgelegene Kleinstadt im Nordwesten der USA, skurrile Bewohner und eine unheilschwangere Atmosphäre. Dazu ein Secret-Service-Agent, der einen Fall aufklären muss und in Wayward Pines hängenbleibt. Ja, die Serie ist eindeutig inspiriert von David Lynchs Klassiker. Dabei entwickelt sie sich ab der Hälfte der ersten Staffel doch stark in Richtung „Lost“ und setzt mehr und mehr auf Science-Fiction, ohne jedoch den skurrilen Mystery-Touch zu verlieren. Eine interessante Mischung, die mir tatsächlich viel Freude bereitet hat.

„Wayward Pines“ basiert auf einer Roman-Trilogie und wurde von M. Night Shyamalan („The Village“) für das Fernsehen adaptiert. Somit stand fast zu erwarten, dass am Ende der Staffel ein großer Twist wartet. Diesen gibt es auch, jedoch wird das ganz große Geheimnis bereits in der fünften Episode enthüllt – eine Wendung, mit der ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gerechnet hätte. Überhaupt besitzt die Serie ein ziemlich hohes Tempo und ich hätte mir gut vorstellen können, dass die Geschichte in anderen Händen durchaus auf drei Staffeln ausgewalzt worden wäre. Sehr erfrischend. Teils droht die Serie ein wenig in Richtung Trash zu kippen, jedoch schaffen es Shyamalan und Co. den Zuschauer bei der Stange zu halten – zumindest ich hatte die Prämisse nach ein wenig Eingewöhnungszeit gekauft.

Man darf sich keine Illusionen machen: „Wayward Pines“ ist sowohl inhaltlich als auch stilistisch weit davon entfernt die Bedeutung zu erlangen, die „Twin Peaks“ oder auch „Lost“ jemals hatte. Doch gerade weil die Handlung so wunderbar forsch voranprescht, ist es eine Freude den teils abstrusen Entwicklungen zuzuschauen. Ich hatte meinen Spaß damit und bin jetzt schon gespannt, wie sich die Serie nach diesem Finale entwickeln wird: 8/10 (7.9) Punkte.

49 Gedanken zu “Wayward Pines – Season 1

  1. Ich hatte die Serie nur geschaut (ICH, der Serienmuffel), weil ich fälschlicher Weise dachte, sie wäre nach einer Staffel abgeschlossen… Das Ende hat mir eigentlich wie die ganze Staffel sehr gut gefallen. Vielleicht lasse ich sie für mich an der Stelle einfach enden. 🙂

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  2. Ah, schön, dass meine Empfehlung (danke für die Verlinkung) auf fruchtbaren Boden gefallen ist! 🙂 Glück gehabt, dass dir die Serie ähnlich viel Spaß bereitet hat wie mir. 😉

    Kannst du dir vorstellen, welche Figur bei mir auf der „Kill them off!“-Liste landen würde (also auf der Liste mit hochgradig nervtötenden Charakteren, denen man den Tod an den Hals wünscht)?

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  3. Überhaupt besitzt die Serie ein ziemlich hohes Tempo und ich hätte mir gut vorstellen können, dass die Geschichte in anderen Händen durchaus auf drei Staffeln ausgewalzt worden wäre.

    Scheinbar gibt’s davon ja drei (oder womöglich mehr) Romane, deren Inhalt stark zusammengefasst die erste Staffel widerspiegelt.

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    • Ja, das hatte ich auch gelesen. Insofern war ich umso positiver überrascht, dass man daraus nicht auch drei Staffeln gemacht hat. So wird es nicht langweilig und es gibt kaum Füllepisoden.

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  4. Auch wenn ich scheinbar Gefahr laufe, als Buh-mann abgestempelt zu werden: Wenn eine Serie den englischen Ausdruck „cringeworthy“ verdient, dann „Wayward Pines“. das war ja schon nicht mehr lustig, wie blöd das von Anfang an ablief und in welche bescheidene Richtung es sich dann noch entwickeln sollte. Stellvertretend für die Serie war in meinen Augen Carla Guginos Performance mit dem elendigen Lächeln, wo ich permanent darauf gewartet habe, sie entpuppe sich als Cyborg oder so. Mechanischer ging es gar nicht mehr. Und der Rest… joa. hatte eine nette Grundidee, die aber schnurrstracks gegen den Zaun gebrettert ist… [/rant] Puh. Sorry. 😀

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    • Ach was, kann schon verstehen, warum einem die Serie nicht unbedingt zusagt. Sie hat auch durchaus ihre trashigen Momente. Allerdings fand ich gerade die unerwartete Entwicklung sehr unterhaltsam und auch die Schauspieler in ihren Rollen gut gecastet. Aber ich sehe schon, dass man dir bei dieser Serie wohl nicht mit Argumenten kommen braucht… 😉

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      • Ja, besser ist es wohl. Einfach schweigen und glücklich sein. Hatte damals mal einen Media Monday für eine kurze Kurzkritik zweckentfremdet, mehr brachte ich dann aber auch nicht mehr übers Herz. Hätte eigt. auch gerne gewusst, wie sie mit Staffel zwei weitermachen, aber da lese ich doch besser deine nächste Kritik 😉

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      • Hast du die ganze Staffel gesehen, ob wohl du so gar nichts mit der Serie anfangen konntest? Das schaffe ich dann meist doch nicht. Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn ich mit der 2. Staffel durch bin… 🙂

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  5. Die Bücher sind eine Katastrophe… wirklich nicht besonders gut geschrieben und die eine Idee wird ewig gestreckt, um halt drei Bücher mehr oder weniger zu füllen. Von daher hat es mich dann nicht so überrascht, dass sie fast alles aus den drei Büchern in abgewandelter Form in eine Staffel quetschen. Jedes Buch hätte nicht für eine Staffel gereicht… für zwei, drei Folgen ja. Mehr aber auch nicht. Von daher bin ich auch gespannt, was sie in der zweiten Staffel machen… wahrscheinlich so ein bisschen „Herr der Fliegen“ in Wayward Pines, oder so. Da sind die Macher der Serie ja dann auf sich gestellt.

    Aber ich muss auch sagen, dass ich mich extrem durch die erste Staffel gequält habe. Diese ganze First Generation Nummer fand ich albern (und ist so übrigens eine Erfindung der Serie) und überhaupt fand ich viele der Charaktere einfach ein bisschen zu flach. Mich hat die Serie tatsächlich so überhaupt nicht begeistern können, aber da kannte ich ja auch schon die schlechten Bücher und wusste, was mich erwartet.

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    • Danke für die Aufklärung was die Bücher angeht. Schade, dass sie nicht gut sein sollen. Die Kondensierung der Handlung auf nur eine Staffel habe ich ja durchaus als positiv empfunden – und ja, eine „Herr der Fliegen“-Variante kann ich mir auch gut vorstellen.

      Mit deiner Einschätzung was die Serie betrifft, bist du ja nicht ganz allein (hallo Schlopsi). Die Serie war auch für mich nicht perfekt, doch wurde ich fraglos sehr gut unterhalten.

      Hast du die Bücher auf Deutsch oder Englisch gelesen?

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  6. Pingback: Media Monday #264 | Tonight is gonna be a large one.

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