Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

In den letzten Monaten hatte ich einige Episoden von der „The Ricky Gervais Show“ verschlungen. Somit sind Ricky Gervais und Stephen Merchant neben Karl Pilkington (zusammen auch in „An Idiot Abroad“ zu sehen) wieder auf meinem Radar aufgetaucht. Merchants kurzlebige HBO-Show „Hello Ladies – Season 1“ war auch die letzte neue Serie, die ich in der alten Wohnung mitten in der heißen Umzugsphase angefangen hatte – und es ist die erste, die im neuen Haus mit „Hello Ladies: The Movie“ ihren Abschluss fand. Schade, dass dieser amüsante Besuch in Los Angeles damit schon wieder vorbei ist…

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Am Anfang hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Serie: Auf der einen Seite wirkt sie sehr wertig produziert, bietet tolle Einstellungen und Kamerafahrten – auf der anderen Seite wirkt der Plot eher wie eine Network-Sitcom als eine HBO-Comedy. Speziell die Konstellation mäßig erfolgreiche Schauspielerin lebt im Gästehaus eines nerdigen Web-Designers schien mir einfach zu abgedroschen. Merchants Figur Stuart Pritchard ist zu Beginn auch nicht wirklich greifbar, er ist zu gemein um wirklich liebenswert zu sein und der Fremdschämfaktor ist wirklich extrem hoch.

Nach den ersten 3-4 Episoden hatte mich die Serie gepackt und ich konnte mich auch an den Eigenheiten der Figuren erfreuen. Leider jedoch hat die Serie nur 8 Episoden, wurde jedoch immerhin mit einem 75-minütigen Film abgeschlossen. Durch diese komprimierte Art der Erzählung hatte ich am Ende eher das Gefühl eine etwas ausführlichere RomCom gesehen zu haben (ähnlich wie bei der kurzlebigen Serie „Bent“) als eine seriell erzählte TV-Serie.

Ihr volles Potential entwickelt „Hello Ladies“ leider erst in der zweiten Hälfte der Staffel. Auf diesem Niveau hätte ich mir gerne noch ein paar weitere Episoden angesehen. Der Film ist zwar ein gelungener Abschluss, doch merkt man, dass die Autoren zielgerichtet auf ein Finale zugesteuert sind und nur noch wenige absurde Situationen ihren Weg ins Drehbuch gefunden haben (die Sexszene ist dafür gar wunderbar witzig erzählt).

Insgesamt hatte ich sehr viel Spaß mit der Serie und mir sind die Figuren trotz des Fremdschämens schnell ans Herz gewachsen. Dennoch kann ich verstehen, dass HBO die Serie abgesetzt hat: Sie sitzt zu sehr in der Nische ohne darin wirklich herausragend zu sein. Speziell Fans von Stephen Merchant sollten sich die Show dennoch nicht entgehen lassen. Ich habe den kurzen Trip nach L.A. auf jeden Fall sehr genossen: 8/10 (7.9) Punkte.

11 Gedanken zu “Hello Ladies – Season 1 & Hello Ladies: The Movie

  1. Ah, endlich wieder eine Serie, wo ich mitreden kann. Sorry, dass ich in letzter Zeit eher schweigsam hier drinnen war. Ich gelobe Besserung.

    Stephen Merchant fand ich eigentlich die richtige MIschung aus „creepy“, „nerdy“ und „funny“. Der Mann hat seit seinem Voice-Over bei Portal 2 eh einen riesigen Stein bei mir im Brett. In der Serie konnte ich mit seinem Kumpel Wade da weitaus weniger. Insgesamt okay, aber in Sachen Fremdschämfaktor gibt es noch bessere Sachen, die einen auf der Couch zu einem Scham-Shrimp schrumpeln lassen (aktueller Tipp: The Last Man On Earth, obwohl da die Magie mittlerweile deutlich bröckelt). Schön aber , dass man das Ganze noch zu einem würdigen Ende gebracht hat. Ich selbst fand Merchants Stand-Up desselben Namens aus dem Jahre 2011 ebenfalls nett.

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    • Scham-Shrimp. Sehr schön, das merke ich mir! 😀

      Ich mag Merchant auch sehr, selbst sein Charakter in der Serie ist mir dann schnell ans Herz gewachsen. Nur in den ersten paar Episoden bin ich mit dieser Creepy-Nerd-Mischung nicht so ganz klar gekommen. Aus seinen Kumpanen hat man definitiv zu wenig gemacht, doch das ist wohl auch der kurzen Laufzeit geschuldet. Speziell im Film wirkten diese Szenen oft aufgesetzt. Insgesamt auf jeden Fall schade, dass es nun schon vorbei ist. In sein Stand-Up-Programm schaue ich vielleicht noch rein. Danke für den Tipp!

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  2. (OT) Die Lehrerin hat geoutet, dass deine Frau Grundschullehrerin ist 😉
    Hab da mal ne Frage. Wir hatten da eine Diskussion. Wenn ein Kind den Einschulungstest nicht besteht, muss es dann ein Jahr warten (auch wenn es dann über 7 wäre) oder können Eltern ihr Kind bedingungslos in die Schule pressen?
    Nee, nicht Herr Zwackelmann. Der ist erst 4 😉

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    • Hier meine Erkenntnisse: Was heißt Einschulungstest? So etwas gibt es eigentlich nicht. Die KindergärtnerInnen geben eine Einschätzung ab und wenn diese eher negativ ausfallen, gibt es vor der Einschulung noch Probeunterricht mit diesen Kindern, um die Stärken auszubauen. Falls es immer noch schlecht aussieht, evtl. noch ein Gespräch mit der Schulpsychologin. Wenn alle Zeichen dagegen sprechen, ist es ja auch nicht im Sinne der Eltern bzw. des Kindes eine Einschulung durchzudrücken. Wie es rechtlich aussehen kann (ohne Gewähr), bekomme ich noch Informationen… 🙂

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      • Ich meine, es hat mal so eine Art Schuleingangsuntersuchung gegeben um die körperichen und geistigen Fähigkeiten zu kontrollieren. Kann mich natürlich auch täuschen. Ist lange her 😀

        Beim Zwackelmann in der Gruppe sind einige Große, wo die Erzieherinnen jetzt schon schwarz sehen, dass die eingeschult werden. Da stellt sich dann die Frage, in wieweit kann die Schule Fehlentscheidungen vorbeugen bzw. wie groß sind die „Rechte“ der Eltern. Abseits vom gesunden Menschenverstand,

        Ich brauch ja nur an die Eingangsveranstaltung damals bei meiner Großen im Gymnasium denken: Erster Satz vom Rektor: „Liebe Eltern, hören sie endlich auf, ihre Kinder in Erwartungen zu pressen, die sie nicht erfüllen können!“ Der Hintergrund war, 70% der Klasse hatte damals eine Realschulempfehlung. Der Großteil von den 70% ist in dem ersten Jahr auch untergegangen.

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      • So wie ich es verstanden habe, entscheidet die Eignung niemand alleine. Es gibt eben eine Langzeitbeobachtung im Kindergarten samt Einschätzung und dann gegebenenfalls Probeunterricht in der Schule. Wie es rechtlich aussieht, kann ich nicht sagen. Wenn meine Frau da noch etwas herausfindet, melde ich mich noch einmal… 🙂

        Leider gehen die Erwartungen der Eltern ja nicht immer mit dem konform, was am besten für die Kinder wäre. Das hat es damals schon bei uns gegeben.

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