Sunshine (2007) (WS1)

Nachdem ich in letzter Zeit mit „Europa Report“ und „Interstellar“ meine Vorliebe für Weltraumfilme wiederentdeckt habe, wollte ich unbedingt Danny Boyles „Sunshine“ eine weitere Chance einräumen. Nicht dass ich den Film vor 7 Jahren bei der Erstsichtung im Kino schlecht gefunden hätte, doch wurde ich seitdem das Gefühl nicht los, sein volles Potential nicht erkannt zu haben. Ein berechtigter Gedanke?

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Wenn ich mir meine damalige Besprechung so durchlese, dann kann ich sie auch heute noch unterschreiben – und doch habe ich den Film dieses Mal deutlich positiver wahrgenommen. Die ersten zwei Drittel sind wahrlich famos! Ich mag das Design, die beinahe schon fiebrige Atmosphäre je näher die Icarus II der Sonne kommt und die Konflikte, die sich unter der Crew entwickeln. Ein packendes Sci-Fi-Abenteuer, das uns – ähnlich wie andere Genrevertreter – in die Schuhe der Protagonisten zwängt und uns fragen lässt, wie wir wohl an ihrer Stelle gehandelt hätten.

Im letzten Drittel schlägt „Sunshine“ dagegen ziemlich unerwartet in einen Slasher um, was mich bei der ersten Sichtung wahrlich aus der Bahn geworfen hatte. Dieses Mal war ich allerdings darauf gefasst und konnte somit besser damit umgehen. Auch wenn die Jagdszenen auf der Icarus II durchaus spannend inszeniert sind und Bösewicht Pinbacker mehr Tiefe zu besitzen scheint, als man ihm zunächst zugestehen möchte, so hätte man den Film meiner Meinung nach stimmiger zum Abschluss bringen können.

Auf jeden Fall bin ich froh „Sunshine“ eine weitere Sichtung zugestanden zu haben, hatte ich doch viel Spaß bei dieser Reise ins Zentrum unseres Sonnensystems. Wahrlich kein perfekter Film, doch für Genrefreunde schon alleine aufgrund seiner audiovisuellen Stärken Pflicht. Nicht so episch wie Nolans jüngster Ausflug ins All, doch in den Weltraumszenen mindestens ebenso mitreißend. Auch wenn das letzte Drittel immer noch viel kaputt macht, so mag ich dem Film nach der heutigen Sichtung die Aufwertung um einen knappen Punkt nicht verwehren: 8/10 Punkte.

20 Gedanken zu “Sunshine (2007) (WS1)

  1. Ich kann dir nur zustimmen. Ich hatte Sunshine damals auch im Kino gesehen und hatte ihn nur so mittelmäßig gefunden, besonders wegen dem abstrusen Ende. Ich habe den Film allerdings danach noch 2-3 weitere Male gesehen und fand ihn jedes Mal etwas stärker. Wirklich toll sind die Bilder der Sonne und das Design des Raumschiffs, sowie die Stimmung zwischen den Astronauten. Wirklich toll ist auch der Soundtrack, der mittlerweile sogar mehrfach aufgegriffen wurde. Ja, das Ende ist doof und nein, physikalisch macht der Plot keinen Sinn. 😉 Aber dennoch ein toller Film!

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    • Stimmt, der Soundtrack ist wahrlich exzellent. Das hat Doyle wieder wirklich gut hinbekommen. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass man seinen Stil aus dem Film herauslesen kann, selbst wenn man nicht weiß, dass er der Regisseur ist. Schon eine recht eindeutige audiovisuelle Sprache, was ich immer beeindruckend finde.

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    • „Interstellar“ hat bei mir einfach mehr Eindruck hinterlassen, auch wenn er über die Lauflänge zerfahrener wirkte. Zudem verzeihe ich „Sunshine“ das Ende nicht, was leider auch die tolle erste Stunde abwertet. Dennoch ein klasse Film in dem Genre, keine Frage.

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    • Mit wurde er zu plötzlich eingeführt und zu actionreich. Da hätte ich mir lieber noch eine Diskussion gewünscht o.ä. Aber okay, vielleicht mache ich bei der nächsten Sichtung meinen Frieden mit dem Finale… 😉

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  3. Ich verstehe das Ende immer noch nicht als Bruch, auch wenn ich inzwischen weiß, dass der vollständige Rest der Menschheit anderer Meinung ist. Der wohl beste SF-Film der letzten Jahre.

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  4. Ach, das macht doch Lust auf eine weitere Sichtung! Finde beide Besprechungen ungemein treffend, sodass ich mir für die nur 5,5 Punkte schon schäme. Das relativ realistisch gehaltene imponiert schon ein gutes Stück weit.
    Wahrscheinlich hat er mich nur auf dem falschen Fuß erwischt. Räume ihm beim nächsten Mal aber sicherlich bessere Chancen ein.

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    • Wie gesagt kann ich deine Kritikpunkte auch sehr gut nachvollziehen. Hinzu kommt, dass ich Space-Sci-Fi ohnehin sehr mag und man in dem Genre ja nur eine begrenzte Auswahl hat. Insofern bin ich froh Boyles Werk mit der Zeit schätzen gelernt zu haben.

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      • Mich hat die Sci-Fi Lust in den letzten Monaten auch ordentlich gepackt, was ich so nicht erwartet hätte.
        Boyle hat ohnehin einen sehr eigenen Stil. Entweder man kommt damit zurecht, oder nicht. Weiß nicht ob du „The Heist“ mit James McAvoy kennst. Da ist es genau das gleiche. Und trotzdem bleibt der im Kopf hängen… wird mit dem hier sicherlich nicht anders sein.

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      • Meinst du „Trance“? Den habe ich auch gesehen, fand ich insgesamt aber schwächer, da mir zuviel auf Wendungen gesetzt wurde. Man kann die Filme aber auch schlecht vergleichen. Dennoch für die einmalige Sichtung auf jeden Fall nett!

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      • Ja, genau. Sorry, war grad bei einem Stück aus dem Soundtrack hängengeblieben. 😀
        Klar lassen sie sich schlecht vergleichen. Mir ging es auch nur um Boyles prägnanten Stil, der in beiden Filmen deutlich zu erkennen ist.

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      • Ja, Boyle hat immer einen sehr lebendigen und farbenfrohen Stil. Er hat sich mit „Slumdog Millionaire“ aber auch noch einmal geändert. Einer der wenigen Regisseure, die wirklich gut mit digitalen Kameras umgehen, ohne dass es wie Video aussieht. Toll!

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