Pacific Rim (2013)

Momentan lese ich – zumindest sporadisch wenn es die Zeit erlaubt – das wunderbare „Cabinet of Curiosities: My Notebooks, Collections, and Other Obsessions“ über Guillermo del Toros filmisches Schaffen. Mein Interesse für den Regisseur befindet sich zurzeit folglich auf dem Höhepunkt, was meine Vorfreude auf „Pacific Rim“ nur noch weiter anfeuerte. Heute war es dann endlich soweit. Ob mich der Film trotz der durchwachsenen Kritiken begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

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„Pacific Rim“ ist wahrlich der bildgewordene Big-Budget-Traum eines jeden Jungen. Riesige Roboter kloppen sich mit fantastischen Monstern. Während des Prologs bekam ich den Mund vor Staunen gar nicht mehr zu. So viele Details, so viele Bilder, so viel zu entdecken. Selten hätte ich mir mehr gewünscht einen Film auf der großen Leinwand gesehen zu haben. Es gelingt Guillermo del Toro unglaublich gut diese Welt lebendig und, bei aller Überzogenheit, glaubwürdig erscheinen zu lassen. Endlich einmal wieder eine originäre Mythologie – selbst wenn diese nur aus Versatzstücken bereits bekannter Werke besteht. Bravo!

Für kleine und große Jungs ist der Film folglich bereits aufgrund seiner Monster und Roboter eine Erfahrung. Wer als Kind auch gerne mal mit Actionfiguren gespielt hat und sonntagnachmittags den einen oder anderen „Godzilla“-Streifen im Privatfernsehen verfolgte, bei dem dürfte der Film ohnehin schon gewonnen haben. Leider können die Charaktere nicht mit der liebevoll austaffierten Welt mithalten, denn weder Konflikte, Entwicklungen oder Dialoge sind hier der Rede wert. Dies schadet dem Unterhaltungswert von „Pacific Rim“ zwar kaum, doch hätte mit ein wenig mehr Feinschliff am Drehbuch noch ein deutlich besserer Film entstehen können.

Unter den unzähligen überladenen Effektfilmen der vergangenen Jahre wüsste ich keinen, der unterhaltsamer und sympathischer wäre, als Guillermo del Toros Ausflug in die Spielzimmer unserer Kindheit. Ein Film, der Charlie Day („It’s Always Sunny in Philadelphia“) als verrückten Wissenschaftler besetzt, kann auch gar nicht so verkehrt sein. Keinesfalls perfekt und möglicherweise schon bald wieder vergessen, doch für zwei Stunden einfach nur wow! Davon dürfte gerne ein Sequel kommen: 8/10 Punkte.

12 Gedanken zu “Pacific Rim (2013)

  1. Davon dürfte gerne ein Sequel kommen

    Wird es ja leider auch. Fand den Film wenig gelungen, da hilft auch alle Begeisterung für Godzilla nichts. Handlung ergibt nie wirklich Sinn, die Figuren sind klischeehafte Abziehbilder ohne Charakter, bis auf die Musik und den Flashback von Rinko Kikuchi blieb mir hier wenig positiv in Erinnerung. 0815-Hollywood-Blockbuster eben. *duckundweg*

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    • Den Score hätte ich auch noch erwähnen sollen, der hat mir auch sehr gut gefallen. Ich fand für einen 08/15-Blockbuster war der Film dann doch ein wenig zu speziell. Du stehst aber mit deiner Meinung nicht allein da – ich habe viele solche und solche Besprechungen gelesen. Mein 10-jähriges Ich hat auf jeden Fall Purzelbäume vor Freude geschlagen! 😀

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  2. Charlie Day tut da schon sein bestes um die Charakter wenigstens nicht zu totalem Beiwerk verkommen zu lassen. Am Ende sind es halt Roboter die mit Monstern wrestlen. Wenn da auch nur ein Hauch an Figurentiefe das Fundament bildet bin ich schon zufrieden 🙂 So funktioniert das ganze nämlich hervorragend, muss ich die beipflichten

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    • Ja, das sehe ich auch so. Charlie Day war eben noch ein Schmankerl, da ich ihn sehr gerne sehe. Auch Ron Perlman als del Toro-Standardbesetzung fand ich erfreulich. Besonders aber hat es mir die detailliert ausstaffierte Welt angetan, daran habe ich mich nicht satt sehen können. Für mich mehr als Eye Candy. Mehr Tiefe wäre nett gewesen, doch somit hat sich der Film wenigstens auf seine Stärken konzentrieren können.

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  3. Schöne Kritik und ich bin ganz deiner Meinung!
    Mein Fazit: Sinnfreier, aber visuell unschlagbarer CGI-Knaller mit brachialer Action, die Genre-Fans großartig zu unterhalten vermag. Wer Tiefgang, großes Schauspiel oder komplexe Figuren sucht, macht lieber einen großen Bogen um „Pacific Rim“. Nicht das erhoffte Meisterwerk, aber sicherlich der Krawall-Blockbuster 2013!

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  4. Fand den auch saugut. Einer der lautesten Filme, die ich je im Kino gesehen habe. Da hat der ganze Körper mit vibriert 😉

    Da freue ich mich aber auch schon auf ein Sequel… so lange del Toro da auch weiterhin mitmischt.

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    • Den hätte ich so gerne im Kino gesehen! Da bin ich echt neidisch. Vielleicht klappt es ja beim Sequel. Dann allerdings ohne Frau, denn die war mal kein kleiner Junge, die mit Robotern und Monstern gespielt hat… 😉

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