Fringe – Season 5

Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass sich diese Serie einmal so stark entwickeln wird? Angefangen als durchaus nette Mystery-of-the-Week-Show, bietet „Fringe – Season 5“ im leider letzten Jahr Science-Fiction der Extraklasse. Wirklich erfolgreich war die Serie dabei nie, konnte jedoch eine treue Anhängerschaft aufbauen, weshalb FOX – es geschehen noch Zeichen und Wunder – ihr einen würdigen Abschluss ermöglichte. Spoiler sind zu erwarten.

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Nachdem die vierte Staffel einen etwas konfusen Handlungsbogen (vom Paralleluniversum hin zu einer alternativen Zeitlinie samt gleicher und doch anderer Charaktere) bot, war die Zielsetzung des Finales von Anfang an recht klar: Es wurde direkt an die Episode „Letters of Transit“ der vierten Staffel angeknüpft, die uns einen Blick auf die von Observern dominierte Zukunft gewährte. Der Widerstandskampf unserer liebgewonnenen Charaktere gegen diese scheinbar unbesiegbaren Invasoren stand im Mittelpunkt der Handlung und sollte auch Zentral für alle Elemente des eigentlichen Serienfinales sein.

Zu Beginn wirkt alles sehr neu und anders. Man befindet sich in einer totalitären Welt, die mehr an George Orwell, als an die bekannte und oft durchaus farbenfrohe Mysterwelt der bisher bekannten Serie erinnert. Die Themen werden schwerer und die Bedrohung ist unmittelbarer – zumal alle Charaktere auch von großen Verlusten gezeichnet sind. Selbst für Walter scheint es dieses Mal keinen Ausweg zu geben, ist er doch in Gefahr sich selbst zu verlieren.

Mir hatte bereits die aus dem normalen Rahmen herausfallende Episode im vierten Jahr der Serie ausgezeichnet gefallen. Umso erfreuter war ich, eine Staffel zu sehen, die komplett in dieser Welt spielt. Aufgrund der begrenzten Anzahl von nur 13 Episoden, wird die Handlung auch recht zügig vorangetrieben, weshalb ich auch ab und zu den Faden verloren hatte, wer nun wann und in welcher Zeitlinie konserviert wurde und wie sich die Ereignisse dieser Staffel in die bisherige Serie einfügen. Dennoch wurden sowohl die Geschichte, als auch die Charaktere zu einem würdigen Finale geführt, das mich weit mehr überzeugte, als das der letzten großen J.J. Abrams-Serie.

Um die Entwicklung der Serie aufzuzeigen, habe ich im Folgenden ein Ranking aufgestellt, das noch einmal verdeutlich, wie stark sich die Serie über die letzten Jahre entwickelt hat. Auch die ersten beiden Staffeln sind nicht schlecht, doch fehlt ihnen noch der epische Handlungsbogen. Interessanterweise ergibt sich zusammen dennoch ein absolut schlüssiges Gesamtbild, was man den Autoren durchaus zugute halten muss:

  1. „Fringe – Season 3“
  2. „Fringe – Season 5“
  3. „Fringe – Season 4“
  4. „Fringe – Season 2“
  5. „Fringe – Season 1“

Für alle Fans der Serie führt ohnehin kein Weg an der finalen Staffel vorbei. Allen anderen kann ich „Fringe“ an dieser Stelle nur noch einmal ans Herz legen. Ich werde die Serie vermissen, da sich besonders John Noble als Dr. Walter Bishop in mein Herz gespielt hat und eine der denkwürdigsten Leistungen der letzten Jahre ablieferte. Aber ich möchte mich nicht beschweren, denn fünf gelungene Jahre sind mehr, als man sich eigentlich jemals von der Kombination „Fringe“ und FOX hätte erwarten dürfen: 9/10 (8.6) Punkte.

23 Gedanken zu “Fringe – Season 5

  1. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mal wieder eine Mysteryserien anzufangen. Fringe steht hier ganz oben auf meiner Liste. Ich denke ich werde demnächst mal damit anfangen. Vielleicht kann sie mich ja überzeugen 😉

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  2. Wenn die ersten beiden Staffeln die schlechtesten sind, muss man ja erstmal ordentlich was „durchstehen“ 🙂
    Mich reizt die Serie immer noch wenig bis gar nicht, muss ich gestehen, da ich den Eindruck nicht loswerde, es ist „X Files“ für Arme. Die Hemmschwelle ist also ziemlich groß.

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    • Schlecht sind die beiden ersten Staffeln ja nicht. Nur eben noch nicht so gut. Wenn ich mich korrekt erinnere, beginnt auch schon bereits ab der Hälfte der zweiten Staffel die übergreifende Handlung zu dominieren und ab da hatte mich die Serie überzeugt. Allerdings habe ich auch den ersten Mystery-of-the-Week-Teil gerne gesehen, der natürlich an „The X-Files“ erinnert, doch aufgrund der Charaktere und anderer Elemente ganz anders wirkt. Hinzu kommt die typische J.J. Abrams-Art inkl. Score, Montagen etc. Muss man eben mögen.

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  3. Ich hab’s jetzt mal noch nicht gelesen, weil ich auch gerade mitten in der letzten Staffel bin. Aber zumindest kann ich deiner Rangfolge absolut zustimmen. Irgendwie schon merkwürdig, dass man zwei Staffeln gebraucht hat, um wirklich gut zu werden. Nicht unbedingt gut für eine Serie, aber hier lohnte sich das Durchhalten echt.

    Ich bin gespannt aufs Finale!!! Bis dahin… psssst 😀

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    • Ja, lies lieber noch einmal rein, wenn du durch bist. Ich habe zwar nicht viel gespoilert, doch gerade bei solch einem Finale sollte man am besten noch gar nichts wissen.

      Die Anlaufzeit hat rückblickend betrachtet zwar lange gedauert, doch mochte ich diese doch stets recht verrückten Einzelfälle auch ganz gerne – und die Charaktere sowieso. Danach wurde es aber einfach noch um einiges besser, das ist tatsächlich so.

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    • Ca. die Hälfte der zweiten Staffel wirst du noch MotW-Episoden über dich ergehen lassen müssen, doch die andere Hälfte bereitet schon einmal den übergreifenden Handlungsstrang vor. Es geht auf jeden Fall aufwärts und die Charaktere werden auch immer besser gezeichnet.

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  4. Wir haben die letzte Staffel auch grade zuende geschaut. Ich bin bei Fringe erst irgendwann in der zweiten Staffen miteingestiegen und unser Versuch die Serie noch mal von vorne zu schauen ist bisher immer an der schwachen ersten Staffel gescheitert.
    Ich fand die fünfte Staffel zwar gut, aber sie konnte mich nicht so mitreißen, wie die vorherigen. Die dystopische Zukunft war mir doch zu fremd. Und das Auftauchen von Henrietta hat mich auch nicht überzeugt. Wenn man sein Kind verliert und erwachsen wieder bekommt, wären da die Gefühle nicht sehr viel ambivalenter: Glück, dass es wieder da ist, und Schmerz, dass man es nicht hat aufwachsen sehen? Darüberhinaus fand ich die ganze Figur der Henrietta eher blass (und sogar etwas störend). Trotzdem schade, dass die Serie vorbei ist.

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    • Durchaus berechtigte Einwände. Ich fand Henrietta durchaus einen plausiblen emotionalen Anker für unsere Charaktere in dieser ihnen fremden Welt, besonders da man sie als Zuschauer auch schon kurz in der vorhergehenden Staffel kennen lernen durfte. Ich bin mir auch sicher, dass die Bindung größer gewesen wäre, hätten die Autoren nicht nur eine halbe Staffel zur Verfügung gehabt, statt wie bisher 22 Episoden. Trotz all dem hat mir die Zukunftswelt sehr gut gefallen und es hat sich einmal mehr gezeigt, wie wandelbar die Serie doch ist. Man hätte natürlich das Konzept von Staffel 1 durchziehen können, oder sich auf dem grandiosen Paralleluniversum-Plot ausruhen, doch gerade diese inhaltlichen Wechsel werden „Fringe“ für mich immer ausmachen.

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    • Freut mich, dass es dir auch gefallen hat. Ich werde immer noch ganz wehütig, wenn ich daran zurückdenke. War auf jeden Fall gelungener als das „Lost“-Finale und hat mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

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  5. So, als treuer, aber stiller Mitleser muss ich mich auch mal zu Wort melden. Hab gestern auch das Finale gesehen, insgesamt ein sehr schöner Abschluss dieser außergewöhnlichen Serie. Für mich der größte Kritikpunkt: Das Finale wirkte am Ende sehr gehetzt, und obwohl es im Verlauf der Folge schon einige schöne Abschiedsszenen gab, hat mir die Minute am Ende nicht gereicht. Nur eine Minute Ruhe, nach allem, was wir mit den Charakteren durchgemacht haben? Das fand ich sehr einfallslos, hätte da gerne ein paar Minuten mehr gesehen.
    Aber generell wurde am wurde doch zu sehr durch die Handlung gehetzt, die letzten drei Folgen waren doch mehr der Stoff für eine halbe Season.Leider hat man auch während der gesamten Season 5 doch sehr gemerkt, dass mindestens eine Season zwischen 4 und 5 gefehlt hat (Der Masterplan waren ja 7 Seasons). Dennoch, eine tolle Serie mit einem starken Finish.
    Jetzt, am nächsten Tag nach der Sichtung, bin ich schon etwas geknickt, dass Fringe nun wirklich zu Ende ist, war seit der ersten Folge 2008 dabei. Auf der anderen Seite freue ich mich auf eine erneute Sichtung am Stück, dafür müssen allerdings auch erst ein paar Jahre ins Land ziehen.

    Kann mir eigentlich jemand erklären, wie Walters Brief am Ende zu Peter gekommen ist?

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    • Freut mich, dass du dich als stiller Mitleser auch einmal zu Wort meldest. Die Staffel war insgesamt tatsächlich etwas gehetzt, weil sie ja auch nur 13 Episoden hatte – im Gegensatz zu den 22 sonst üblichen. Allerdings gab es dadurch auch keine Füllepisoden, was ich durchaus positiv fand. Die inhaltliche Lücke zwischen den letzten beiden Staffeln war für mich da schon gravierender, doch haben die Showrunner, meiner Meinung nach, das Beste daraus gemacht, besonders wenn ursprünglich zwei Staffeln mehr geplant waren.

      Wie Walters Brief zu Peter gekommen ist, kann ich leider auch nicht erklären, doch ich bin mir sicher, dass Walter einen schlauen Weg gefunden hat, um ihn in die neue Zeitlinie zu schicken… 😉

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