Your Highness – Extended Edition (2011)

Als ich das erste Mal von David Gordon Greens „Your Highness“ hörte, war ich neugierig. Eine R-Rated-Komödie mit Fantasysetting? Das hörte sich zumindest nach Spaß an. Die Kritiken waren jedoch größtenteils vernichtend, weshalb ich von einer Sichtung zunächst absah. Nachdem der Film in Christians Foyer und dem Medienjournal jedoch ziemlich gelobt wurde und unzählige Trailer-Sichtungen später, führte kein Weg mehr daran vorbei mich selbst auf dieses äußerst ungewöhnliche Quest zu begeben…

Am erstaunlichsten an „Your Highness“ ist wohl, dass der Film überhaupt in dieser Form produziert wurde – und dass die Macher tatsächlich Schauspieler, wie Natalie Portman, James Franco oder Zooey Deschanel für das Projekt gewinnen konnten. Doch worum geht es in dem Film überhaupt? Dies zu beantworten ist gar nicht so einfach. Im Grunde erleben unsere Helden ein klassisches Sword & Sorcery-Abenteuer, das auch etliche Aspekte dieses Subgenres aufgreift: ein Quest muss bestritten und ein verrückter Magier besiegt werden. Hinzu kommen schleimige Monster, nackte Tatsachen und einige Hektoliter Blut und Gekröse. So weit, so 80er Jahre Fantasyfilm. Doch dies macht nur den einen Teil des Films aus.

Um den Rest zu begreifen, sollte man sich eine zotige Slacker-Komödie im Judd Apatow-Stil vorstellen mit folgender Handlung vorstellen: Unser Held Thadeous (herrlich: Danny McBride) muss sich auf seinem ersten Quest beweisen und hilft seinem Bruder Fabious (James Franco) dessen Angebetete (Zooey Deschanel) aus den Klauen des bösen Zaubereres Leezar (Justin Theroux) zu befreien und das Fuckening – ja, richtig gelesen – zu verhindern. Der Humor schwankt dabei zwischen dämlich und unfassbar dämlich, doch hat dies für mich erstaunlich gut funktioniert. Man darf an dieser Stelle allerdings nicht den Fehler machen einen guten Film zu erwarten, doch wer schon immer mal eine High Budget-Produktion sehen wollte, in der Natalie Portman das Gemächt eines Minotaurus als Trophäe überreicht werden soll, der darf ruhig einen Blick riskieren.

Ich hatte wirklich enorm viel Spaß mit „Your Highness“, auch wenn mindestens 50% der Witze einfach zu platt für meinen Geschmack waren. In erster Linie haben mir die Fantasyaspekte gefallen, die erstaunlicherweise wirklich gut funktionieren. Auch die Charaktere harmonieren sehr gut miteinander und sind auf ihre ganz besondere Art und Weise sympathisch. Die Bewertung des Films fällt mir nun nicht leicht, denn ich könnte genauso gut Argumente für eine 4 Punkte-, wie für eine 8 Punkte-Wertung finden. Somit bleibe ich bei der goldenen Mitte und der Gewissheit, dass ich die nächste Sichtung nicht mehr nüchtern und mit größerem Publikum angehen werde: 6/10 Punkte.

10 Gedanken zu “Your Highness – Extended Edition (2011)

  1. Bei dem Film musste ich leider mit in das „Sucks!“-Horn tuten.
    „Your Highness“ zeigt wunderbar auf, das ein R-Rating nicht (mehr) alles ist. Reichlich Gebrauch von Blut, Titten und „Fuck“ reicht nicht, wenn Story und Humor derart zerfahren und lahm sind.

    Da dir besonders der Fantasy-Aspekt gefiel, solltest du dir dringend mal „The Princess Bride“ von 1987 ansehen. Weniger Flachwitz, aber ein vergleichbares Konzept.

    Das Franco mitmacht ist ja nicht so verwunderlich, er spielt den Kiffer ja im Prinzip am besten, und in „Pineapple Express“ auch 2 Klassen besser.

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  2. @C4rter: Ich fand ja gerade den Aspekt, dass die einzelnen Elemente so überhaupt nicht zusammenpassen wollen, grandios unterhaltsam. Ein (w)irrer Genremix mit teils erstaunlich hochwertigen Effektszenen und abgedrehten Charakteren.

    „The Princess Bride“ kenne ich und fand ich auch ganz gut, hatte mir damals aber wohl etwas anderes erwartet. Eine weitere gelungene Fantasykomödie ist für mich „Der Sternwanderer“ – beide Filme sind aber natürlich nicht mit dem kruden Humor von „Your Highness“ zu vergleichen.

    „Pineapple Express“ habe ich gar nicht gesehen und reizt mich aufgrund der eher klassischen Kifferthematik auch nicht wirklich.

    @maloney: Zooey hat schon ziemlich gut in den Film gepasst und hatte beim Dreh bestimmt enorm viel Spaß… 😀

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  3. Pingback: Media Monday #41 « Tonight is gonna be a large one.

  4. Klingt nicht nur äußerst fragwürdig, ist auch äußerst fragwürdig. Man sollte sich hier wirklich eine eigene Meinung bilden. Selbst wenn man ihn schlecht findet, dann hat er zumindest ein paar absurde Unterhaltungsmomente…

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