Der Marsianer (Andy Weir)

der-marsianerÜber die letzten drei Monate habe ich abends vor dem Einschlafen meist einen kurzen Ausflug auf den Roten Planeten unternommen. Andy Weirs „Der Marsianer“ steht schon, seit ich den Roman vor einem knappen Jahr bei Lesezauber.net gewonnen habe, bei mir im Regal und wartet darauf, dass ich ihn endlich verschlinge. Science-Fiction lese ich ohnehin sehr gerne und spätestens mit Ridley Scotts Verfilmung hätte es der Roman so oder so auf meinen Radar geschafft. Ich stellte mir im Vorfeld eine Mischung aus „Apollo 13“ und „Gravity“ vor und sollte damit tatsächlich gar nicht so falsch liegen…

Der Roman ist größtenteils in Tagebuchform geschrieben, was uns als Lesern einen detaillierten Einblick in die Gedankenwelt des auf dem Mars gestrandeten Astronauten Mark Watney bietet. Besonders hervorzuheben ist der Humor, mit dem der Protagonist seine scheinbar ausweglose Situation analysiert. Im Kontrast dazu stehen sehr technische Beschreibungen, die ich oft zweimal lesen musste, um sie auch nur annähernd zu verstehen. Auch heute zeigt sich also noch, dass meine Wahl des Leistungskurses Physik damals nicht die beste Entscheidung war. Dennoch bleibt der Roman auch unterhaltsam und verständlich, wenn es um technische Details geht.

Um nicht zu sehr in eine starre Struktur zu verfallen, setzt Autor Andy Weir auf unterschiedliche Erzählperspektiven: Neben Mark Watneys Logbuch bekommen wir Einblick in das NASA-Hauptquartier und erleben dort einerseits die Machtlosigkeit, andererseits auch den unbedingten Willen Watney zurückzuholen sowie die Überlegungen was Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angeht mit. Diese eher konventionell erzählten Passagen sind nötig, um die Geschichte voranzutreiben, lassen jedoch die individuelle Erzählstimme vermissen, die den Logbuch-Passagen innewohnt.

Mir hat „Der Marsianer“ extrem viel Spaß gemacht und ich habe mich jeden Abend auf ein paar Minuten mit Watney in seinem unfreiwilligen Exil gefreut. Nun bin ich extrem gespannt auf Ridley Scotts Verfilmung, auf die ich große Hoffnungen setze. Mit Andy Weirs Roman habe ich nun auch das dritte Buch meiner „6 Bücher für 2016“ gelesen – und es war ein famoses Erlebnis, das ich allen Sci-Fi-Fans nur wirklich ans Herz legen kann: 9/10 Punkte.

31 Gedanken zu “Der Marsianer (Andy Weir)

    • Ja, das Buch ist toll! Auf den Film bin ich schon sehr gespannt. Vermutlich warte ich aber noch auf den bereits angekündigten Director’s Cut, da mehr Laufzeit der Geschichte vermutlich zugute kommt. Könnte ich mir zumindest vorstellen…

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    • Wunderbar! Da wächst die Vorfreude gleich noch mehr. Werde ich auf jeden Fall nachholen, sobald die Blu-ray mal günstiger ist bzw. der Director’s Cut auch bei uns erhältlich ist. Danach werde ich natürlich hier berichten… 🙂

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  1. Ich habe mal eine Leseprobe des Buchs angefangen und war ehrlich gesagt, eher gelangweilt… vielleicht wegen der technischen Details. Humor war durchaus vorhanden, aber irgendwie kam die Geschichte nicht wirklich voran… vielleicht war die Leseprobe auch einfach zu kurz 😉

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    • Vermutlich sollte man schon ein Faible für Sci-Fi und Robinsonaden haben, um der Geschichte etwas abgewinnen zu können. Beides trifft bei mir zu. Die technischen Aspekte sind manchmal ein wenig anstrengend, doch fand ich die Lösungsansätze stets kreativ und somit spannend. Es gibt ja auch noch den Film… 😉

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  2. Definitiv eins der besten Buecher das ich in letzter Zeit gelesen habe! Beim Film war ich jedoch etwas entzweit, da er mir als eigenstaendiger Film gefallen hat, als Buchverfilmung aber eher nur geht so gut umgesetzt wurde 😀

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    • Ah, das ist wohl eine der ersten leicht negativen Meinungen, die ich zu dem Film lese. Was funktioniert denn nicht? Zu kurz für die Geschichte? Es soll ja noch eine längere Fassung erscheinen…

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  3. Hab gehört der Roman soll nicht gerade „professionell“ geschrieben sein (Autor ist aber auch kein Schriftsteller und hatte das ja, glaube ich, eingangs für umsonst auf sein Blog gestellt). Mich hatte dieser aufgesetzte Humor im Film ja eher etwas gestört, zudem war die Prämisse für einen vermeintlich „intelligenten“ Sci-Fi-Film nicht authentisch und das Ende dann zu Hollywood. Was jetzt schlechter klingt, als er es letztlich mit einer 7/10 bei mir war.

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    • Ich fand den Roman durchaus professionell genug geschrieben. Die Sprünge in der Erzählperspektive waren manchmal etwas seltsam, doch das geht auch als Stilmittel durch. Mag vielleicht in den ersten Fassungen so gewesen sein, doch vor der Veröffentlichung ist er bestimmt ausführlich lektoriert worden. Sicher keine große Kunst, aber muss sich hinter anderen Unterhaltungsromanen nicht verstecken.

      7/10 Punkte bei dir klingt so, als könnte mir der Film richtig gut gefallen… 🙂

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  4. Ach, endlich kamst du auch in den Genuss dieser Sci-Fi Perle!
    Das Buch fand ich erstaunlich schnittig, flott und teilweise einfach nur genial geschrieben. Hatte anfangs so Bedenken, ob der Humor auf Dauer nicht zu viel werden würde, aber da hat Weir – wie du schon schreibst – gut die Kurve gekriegt und unterschiedliche Perspektiven eingeflochten. Auch da mochte ich die teils flappsigen Figuren sehr.
    Der Film ist okay, enttäuscht mMn aber genau dann, wenn man das Buch kennt. Da kommt nicht wirklich der sehr unbequeme Alltag bei raus, wie es in der Vorlage der Fall wäre. Fand ich dann doch sehr schade. Schätze den Film bei dir aber auf so 7-8 Punkte. Von daher: Go for it. 🙂

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    • Ja, hat lange genug gedauert, bis ich mit dem Buch durch war. Echt schade, aber ich schaffe es einfach nicht mehr Bücher in einem Rutsch durchzulesen. Egal, auch über die Dauer konnte der Roman seine Wirkung entfalten.

      Auch bei dir kommt der Film also gar nicht so gut weg. Meinst du er könnte durch erweiterte Szenen gewinnen? Wäre ja noch ein Grund auf den Extended Cut zu warten. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie er mir gefallen hat… 🙂

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      • Die langsame Herangehensweise hat sich aber perfekt in den zeitlichen Aufwand der Handlung eingefügt, hm? 😉
        Schlecht ist der Film keineswegs, dazu hält er sich oft genug genau an die Vorlage. Aber ob da ein paar Minuten mehr ausreichen, das weiß ich nicht. Gerade am Ende haben sie doch vergleichsweise viel gestrichen (die Querelen der letzte Fahrt bspw.), was meine Kritik deutlich befeuert hat. Glaube aber irgendwo gelesen zu haben, dass gerade das in der erweiterten Fassung zu sehen sein könnte. Scott meinte damals, dass die meisten geschnittenen Szenen den Rhythmus gestört hätten. Also von daher würde mich der Extended Cut trotzdem eher reizen. Aber das ist nur meine Meinung. Allgemein kommt der Film ja ordentlich weg. Abseits der zwei, drei Stimmen die sich hier eingefunden haben. 🙂

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      • Oh, gerade die finale Reise hätte ich mir filmisch spannend vorgestellt. Schade, dass hier anscheinend viel gekürzt wurde. Wenn es doch nur schon eine Ankündigung für den Extended Cut in Europa gäbe! Aber nun gut, manchmal muss man eben auch Geduld haben… 😉

        Sehen werde ich den Film auf jeden Fall und die Zeit bis dahin kann ich ja vielleicht mit verwandten Filmen à la „Apollo 13“ überbrücken… 🙂

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  6. Definitiv eines der besten Buecher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe! Beim Film bin ich allerdings etwas zwiegespalten, denn ansich hat mir der Streifen ganz gut gefallen, nur im Vergleich zur Vorlage haut er mir nicht so richtig hin 😦

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    • Nachdem ich erwartet hatte, dass der Film bei den meisten Kennern der Vorlage sehr gut angekommen ist, offenbart sich so langsam ein eher gemischtes Bild. Interessant! Na, da werde ich mir wohl mal meine eigene Meinung bilden müssen… 🙂

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