Totally Killer (2023)

Bereits zum zweiten Mal wurde ich vom Sneakpod zu einer Podcast-Aufnahme eingeladen. Die Wahl des zu besprechenden Films oblag mir. Er musste nur die Voraussetzung erfüllen, möglichst aktuell zu sein. Deshalb habe ich mich letztendlich für „Totally Killer“ entschieden, denn viel aktueller geht es nicht. Zudem passt der Film thematisch in den  Horrorctober und er besitzt eine Zeitreisekomponente, womit man mich ja immer bekommt. Aber es ist kein Film für Kinder und somit war es nach längerer Zeit einmal wieder ein Filmabend zu zweit bzw. alleine, denn es mag vorgekommen sein, dass jemand eingeschlafen ist. 🔪⌚

Totally Killer (2023) | © Amazon Prime Video

Totally Killer (2023) | © Amazon Prime Video

Ein (zu) alberner Zeitreise-Slasher-Spaß

Ich bin der größte Angsthase, wenn es um gruselige Filme geht. Dennoch schaue ich sie recht gerne. Aber nicht alleine. In Bezug auf „Totally Killer“ kann ich schon einmal festhalten, dass ich zu keinem Zeitpunkt Angst hatte. Der Film ist, wie im Vorfeld schon zu vermuten war, eine Horrorkomödie und erinnert dabei wohl am ehesten an „Happy Deathday“ bzw. „Happy Deathday 2U“, die ich jedoch beide durchdachter und charmanter fand. Ich weiß auch nicht, warum reine Streaming-Filme diesen Eindruck bei mir hinterlassen, doch wirken sie auf mich häufig so, als würde weder in Drehbuch noch Inszenierung ausreichend viel Sorgfalt gesteckt. Das bedeutet nicht, dass „Totally Killer“ ein schlechter Film ist, zumal er sehr bewusst Themen aus „Zurück in die Zukunft“ oder „Scream“ aufgreift bzw. diese auch in wörtlichen Zitaten (leider recht plump) in Dialogen erwähnt. Dies ist nicht per se ein Qualitätsmerkmal, doch für mich, der die Vorbilder liebt, gibt es deshalb eine Rückbezüge zu entdecken.

Rein inhaltlich wird eine recht klassische bzw. klischeehafte Slasher-Geschichte erzählt. Das Zeitreisethema wird dann leider so plump in den Plot geschrieben, als hätte eine KI die Versatzstücke aus der „Zurück in die Zukunft“-Reihe genommen und diese in ein 1980er-Jahre-Setting gestopft. Sei es drum; die technische Komponente nimmt glücklicherweise nur einen kleinen Teil der Handlung ein. In der Vergangenheit angekommen erlebt unsere Heldin (Kiernan Shipka, Serienfreund*innen bekannt als Sally Draper aus „Mad Men“) eine Fish-Out-of-Water-Geschichte, welche vor allem davon lebt, die überzogenen Klischees der 1980er Jahre in Kontrast mit der ebenso klischeehaften Woke-Kultur der 2020er Jahre zu stellen. Dieser Aspekt hat für mich leider nicht sonderlich gut funktioniert, da diese Verarbeitung der Unterschiede sehr gewollt als gekonnt wirkt und dabei nicht wirklich witzig ist.

Am besten hat mir „Totally Killer“ immer dann gefallen, wenn unsere Zeitreisende völlig panisch durch die 1980er Jahre rennt und verzweifelt versucht, die Morde zu verhindern, sich mit ihrer Mutter (in der erwachsenen Version gespielt von Julie Bowen aus „Modern Family“) anfreundet und eben klassische Zeitreise-Tropes bedient. Das hat eine durchaus schöne und mitreißende Dynamik. Ich mochte auch das Finale und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Das fand ich wirklich witzig und sympathisch erzählt. Gastauftritte von u.a. Randall Park (bekannt als Louis Juang aus „Fresh Off the Boat“) runden den durchaus positiven Gesamteindruck ab.

Fazit

Insgesamt hatte ich eine gute Zeit mit „Totally Killer“. Leider jedoch nicht durchgehend, denn im Detail ist der Film ziemlich hit and miss, was Humor, Geschichte und Inszenierung angeht. Ein passenderer Titel wäre vielleicht eher „Occasionally Killer“ gewesen. Wenn euch eine detailliertere Besprechung interessiert, dann hört am besten in die Sneakpod-Episode rein. Für den seichten Halloween-Spaß kann ich Nahnatchka Khans Film durchaus empfehlen: 6/10 Punkte.

Gänsehaut – OT: Goosebumps (2015)

Da beide Kinder an Halloween unterwegs sind, habe ich den ersten Ausflug Richtung Gruselfilm bereits heute eingeleitet. Da der Zwergofant „Ghostbusters“ noch zu unheimlich fand (aufgrund von Trailer, Büchern und Erzählungen), fand „Gänsehaut“ in der 3D-Fassung den Weg in den Blu-ray-Player. Ich kannte den Film auch noch nicht und war gespannt, wie er bei den Kindern ankommt… 🎃

Gänsehaut (2015) | © Sony Pictures Home Entertainment

Gänsehaut (2015) | © Sony Pictures Home Entertainment

Kindgerechter Grusel mit Jack Black

Zunächst einmal muss ich darauf eingehen, wie sehr ich den langsamen Einstieg in die Geschichte mochte. Die erste halbe Stunde gibt es weder Monster noch Grusel, sondern wir begleiten Zack und seine Mutter dabei, wie sie sich nach einem Umzug in der neuen Umgebung zurechtfinden. Da gibt es einiges an Charakteraufbau und auch die ersten Schritte in Richtung der Haupthandlung des Films, in der Nachbarin Hannah noch eine größere Rolle spielen wird. Das alles ist herrlich unaufgeregt erzählt, die Figuren bekommen Tiefe und die ersten Setups werden eingeführt. Vermutlich war das auch mein liebster Teil des Films.

Als dann die Monster aus R. L. Stines Büchern ausbrechen, wird ordentlich an der Effektschraube gedreht. Das war mir manchmal schon zu viel des Guten und auch ein Grund, warum bei mir kein rechter Grusel aufkommen wollte. Sobald praktische Effekte ins Spiel kommen (z.B. bei den Zombies), sah das schon anders aus. Für den Zwergofanten hätte es auch gar nicht mehr Spannung sein dürfen. Die Kombination aus seichtem Grusel und Humor gepaart mit Teenie-Romanze hat letztendlich perfekt funktioniert. Garniert wird all das mit einem recht zurückgenommen agierendem Jack Black (u.a. „School of Rock“), der wunderbar in diese Rolle passt.

Fazit

„Gänsehaut“ (ich kenne übrigens keinen Band der die Vorlage) bietet wunderbar kindgerechten Grusel und eine nette Geschichte. Im Hauptteil war mir der Film ein wenig zu überladen, was die Effekte angeht, doch das machen die schön geschriebenen Figuren wett. Der perfekte Film für den Einstieg ins Gruselkino: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Last Action Hero (1993)

Was für eine wilde Woche, was für ein wilder Tag. Da war ich abends froh, für einen Filmabend auf das Sofa zu kommen. Nach dem Erfolg von „Kindergarten Cop“ habe ich mit „Last Action Hero“ die nächste Arnold-Schwarzenegger-Komödie in den Player geschoben. Ich selbst habe den Film früher geliebt und war gespannt, wie er heute noch funktioniert. Gerade für Zuschauer*innen, welche die ganzen Anspielungen noch nicht verstehen. Aber lest selbst… 📽

Last Action Hero (1993) | © Sony Pictures Entertainment

Last Action Hero (1993) | © Sony Pictures Entertainment

Meta-Humor mit Herz und reichlich Action

„Last Action Hero“ ist ein Film, wie er nur in den 1990er Jahren hat entstehen können. Unfassbare Action-Set-Pieces, eine (für heutige Verhältnisse) bodenständige Inszenierung und richtige Stars. Das alles findet man natürlich auch in normalen Arnold-Schwarzenegger-Filmen, doch hier wird alles völlig bewusst auf 11 gedreht. Dabei gelingt John McTiernan (genau, der Regisseur von „Stirb langsam“) das Kunststück, völlig überzogenen Meta-Blödsinn mit einem Kommentar auf das Genre zu versehen und dabei noch eine zu Herzen gehende Buddy-Komödie mit  einem magischen Jugendabenteuer zu verbinden. Der Film ist so vollgestopft mit Ideen, Gastauftritten, absurden Onelinern und Humor, dass er nicht annähernd funktionieren dürfte – und doch ist er eine große Liebeserklärung an das (Action-)Kino.

Leider war das alles wohl zu viel für das damalige Publikum, denn „Last Action Hero“ war der erste große Flop für Arnold Schwarzenegger. Für mich aus heutiger Sicht einerseits unverständlich, andererseits aber doch auch nachvollziehbar, denn der Film lässt sich in keine Schublade stecken und funktioniert auf mehreren Ebenen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er heute ein Hit werden würde. Meta-Humor gepaart mit Nostalgie und den Helden der Kindheit. Das kunterbunte und teils doch düstere Kinoabenteuer war seiner Zeit einfach voraus. Doch nicht nur ich hatte Spaß damit, auch die Kinder sind mitgegangen. Die Sprüche, die absurde Prämisse, die Slapstick-Gewalt und der emotionale Kern. All das funktioniert auch ohne den Meta-Teil und spricht für diesen wirklich originellen Film.

Fazit

Auch wenn „Last Action Hero“ selbst heute nicht zu den großen Klassikern unter den Schwarzenegger-Filmen zählt, so besitzt er doch einen besonderen Platz in meinem Herzen. Der Film ist unglaublich unterhaltsam und es gibt so viel zu entdecken. Er strotzt zudem vor Liebe fürs Kino und wurde zur Hochzeit des Actionfilms inszeniert. Immer wieder ein großer Spaß: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Kindergarten Cop (1990)

Der erste Filmabend im Oktober nach einem recht faulen Samstag. Um die Mittagszeit war ich eine Runde laufen, nachmittags habe ich mit dem Zwergofanten LEGO gebaut. Abends gab es dann mit „Kindergarten Cop“ einen Klassiker meiner Jugend. Vermutlich der Film aus Arnold Schwarzeneggers Komödienphase, den ich am häufigsten gesehen habe. Wie er mir heute gefallen hat? 👮‍♂️🚸

Kindergarten Cop (1990) | © Pandastorm (WVG Medien GmbH)

Kindergarten Cop (1990) | © Pandastorm (WVG Medien GmbH)

Die Arnie-Komödie funktioniert auch heute noch

Immer wenn ich Filme aus den 1990er Jahren sehe, dann komme ich mir besonders alt vor. Weil sich die 90er noch nicht so lange her anfühlen, wie z.B. die 80er Jahre. Sie sind es aber doch. Auch „Kindergarten Cop“ hat halt schon 33 Jahre auf dem Buckel und das sieht man dem Film inzwischen tatsächlich an. Auch inhaltlich sind manche Witze eher schwierig und man würde die Geschichte heute anders angehen. Aber das macht für mich auch den Charme aus, zumal Arnie hier seine weichere Seite entdecken durfte, was damals fast schon revolutionär gewesen sein dürfte.

Das erste Drittel baut seine Figur John Kimble als typischen Action-Helden auf, was wichtig für den folgenden Bruch mit den Klischees ist. Hier war ich erstaunt, wie viel Zeit sich Ivan Reitman für diesen heranführenden Teil der Geschichte lässt. Sehr angenehm und ich bin mir sicher, dass alles danach nur deshalb so gut funktioniert, weil sich Reitman langsam an die titelgebende Prämisse herantastet. Dabei besitzt der Film, auch im weiteren Verlauf, durchaus einige Härten. Arnies Zusammenspiel mit den Kinderdarsteller*innen ist herzallerliebst und hat gerade dem Zappelinchen so manches ‚Oh, wie süß!‘ entlockt. Es ist aber auch einfach nett anzusehen. Da stört es auch gar nicht, dass sich die Geschichte ziemlich genau so entwickelt, wie man das als einigermaßen erfahrener Filmfan auch erwarten hätte können.

Fazit

Ich hatte auch heute wirklich viel Spaß mit „Kindergarten Cop“. Am meisten hat es mich jedoch gefreut, dass auch die Kids begeistert waren. Speziell das Zappelinchen, von der ich das nicht erwartet hatte. Nun habe ich wieder Lust auf Arnie-Komödien bekommen und werde demnächst wohl noch die eine oder andere einlegen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 10/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016)

Nach einem Tag, den ich komplett draußen verbracht habe (erst eine Runde laufen, dann den Garten auf Vordermann gebracht), habe ich mich abends aufs Sofa gefreut. Natürlich gab es einen Filmabend und wir (also der Zwergofant und ich) haben uns für „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ entschieden. Das war auch meine erste Sichtung des Films und ich war gespannt, wie er mir gefallen würde. 🐢🐀

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows (2016) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Eine gelungene Fortsetzung der Real-Schildkröten

Nach dem mich der Vorgängerfilm bei der letzten Sichtung doch erstaunlich gut zu unterhalten wusste, hatte ich mich auf „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ tatsächlich ziemlich gefreut. Zumal aus dem Trailer schon bekannt war, dass es ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben würde. Tatsächlich macht dieser Aspekt auch den Reiz des Films aus: Es gibt unfassbar viel Fanservice für Freund*innen der vier Ninja-Schildkröten. Rocksteady und Bebop mischen sich unter die Bösewichte, Casey Jones stößt zu unseren Helden und Krang samt Technodrom treffen pünktlich zum großen Finale ein. Das macht schon wirklich viel Spaß.

Davon abgesehen besitzt der Film genau die gleichen Schwächen, wie sein Vorgänger. Alles wirkt viel zu groß und übertrieben actionreich. Das Drehbuch ist nicht gehaltvoller als eine Episode der 1987er Zeichentrickserie und die billig wirkende Pseudo-Coolness, am besten erkennbar an Megan Fox, funktioniert für mich nach wie vor nicht. Ich bleibe dabei: Das sind nicht meine Turtles. Und doch hatte ich erneut viel Spaß mit dem groben Unfug. Als dann beim Abspann der klassische Titelsong der TV-Serie über den gezeichneten Charakteren des Films lief, hatte mich der Film dann endgültig. Billiger Nostalgieangriff, aber dennoch schön.

Fazit

Wie beim ersten Teil bin ich mir vollkommen bewusst, dass dies kein sonderlich guter Film ist. Dennoch hatte ich viel Spaß damit. Auch den Kids hat „Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows“ gut gefallen, wenngleich unsere Version der Turtles wohl stets die der 2012er Nickelodeon-Serie sein wird, zu der irgendwann auch eine Besprechung auf diesem Blog folgen wird. Das hier war dennoch gute Unterhaltung: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) (WS1)

Eine unfassbar anstrengende Woche liegt hinter mir. Frau bullion war abends strawanzen, also haben die Kids und ich einen Film gewählt, der sie nicht unbedingt interessiert. Somit ist der 2014er „Teenage Mutant Ninja Turtles“ im Blu-ray-Player gelandet, der mir bei der Erstsichtung vor acht Jahren nicht wirklich gefallen hat. Seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen und wir befinden uns noch in der finalen Staffel der 2012er Nickelodeon-Serie. Konnte der Film bei der Zweitsichtung gewinnen? 🐢

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Teenage Mutant Ninja Turtles (2014) | © Paramount Pictures (Universal Pictures)

Beim zweiten Mal erstaunlich unterhaltsam

In meiner ersten Besprechung bin ich auf meine besondere Beziehung zu den Turtles und meine düstere Vorahnung in Bezug auf den Film eingegangen:

„Die damals in Deutschland noch als Teenage Mutant Hero Turtles bezeichneten Figuren waren die Helden meiner Kindheit. Die ursprüngliche Zeichentrickserie aus den späten 80er Jahren habe ich geliebt, die Actionfiguren fand ich großartig und auf dem SNES habe ich Konamis „Turtles in Time“ bis zum Umfallen gespielt. Der 1990er „Turtles“-Film dürfte zudem zu einem meiner ersten Kinobesuche zählen. Ich bin mit den Turtles aufgewachsen – und umso schmerzhafter war es zu sehen, dass sich ausgerechnet Michael Bay dem Franchise annimmt.“

Tatsächlich fand ich den Film damals ziemlich schlecht und weder Design noch Charaktere, Story oder Inszenierung mochten meine Vorstellung von den Turtles treffen. Heute wusste ich allerdings, was auf mich zukommt. Es ist eine komplett andere Interpretation der vier Ninja-Schildkröten, als wie ich sie mir ausgesucht hätte. Aber es ist eben eine Interpretation und wenn man nicht versucht, diese mit dem bereits bekannten Bild abzugleichen, dann macht der Film erstaunlich viel Spaß.

Die Action ist komplett drüber, jedoch durchaus packend inszeniert. Speziell mit dem Abenteuer im Schnee hatte ich viel Spaß. Selbst Megan Fox als April O’Neil ist mir heute nicht auf die Nerven gegangen. Irgendwie passt sie in diese Version der Welt der Turtles. Die 3D-Fassung von „Teenage Mutant Ninja Turtles“ macht zudem richtig Spaß und der Zwergofant konnte sich vor Begeisterung kaum halten. Auch trotz oder aufgrund seiner Kenntnis der anderen Filme sowie der Serie. Selbst die aufgesetzte Coolness passt zu all dem, doch vielleicht ist all das in der Influencer-Welt der 2020er Jahre noch viel schlimmer geworden, so dass die 2010er Coolness fast schon klassisch wirkt. Wie man es auch dreht und wendet: Ich hatte viel Spaß mit dem Film.

Fazit

Anfangs dachte ich noch, dass ich mich hier ein wenig durchquälen muss und wollte es nur erledigt haben, da ich den zweiten Teil noch nicht kenne und einmal nachholen will. Letztendlich war es jedoch ein sehr gelungener Filmabend, bei dem wir alle (mit Abstrichen) durchaus viel Spaß hatten, auch wenn mir bewusst ist, dass es objektiv kein sonderlich guter Film ist. Nun freue ich mich tatsächlich noch mehr auf die Fortsetzung und den neuen Animationsfilm: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 6/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Hilfe, die Amis kommen – OT: European Vacation (1985) (WS1)

Welch passenderen Film könnte es zum Abschluss des Urlaubs geben, als den zweiten Teil der „Vacation“-Reihe? Nach einem eher faulen Tag habe ich also „Hilfe, die Amis kommen“ in den Player geschoben und wir haben uns erneut mit den Griswolds auf Reisen begeben. Wie der Film heute bei uns ankam? 🌍

Hilfe, die Amis kommen (1985) | © Warner Home Video

Hilfe, die Amis kommen (1985) | © Warner Home Video

Klischeehafte Späße, die oft angestaubt wirken

Noch mehr als „Die schrillen Vier auf Achse“ wird in der Fortsetzung in die Klischeekiste gegriffen. Daraus entspringen viele Gags, die man heute nicht mehr so schreiben würde. Dennoch funktioniert dieser platte Humor irgendwie, weil es eben die Griswolds sind und auch diese Reise durch Europa in ganz netten Bildern eingefangen wird. War bereits der erste Teil schon recht episodisch erzählt, so setzt John Hughes, der erneut das Drehbuch geschrieben hat, noch mehr auf abgeschlossene Einzelerlebnisse auf dieser chaotischen Familienreise. Die Kinder werden dabei von anderen Schauspieler*innen verkörpert, welche leider nicht so gut funktionieren wie ihre Pendants im Vorgänger oder auch Nachfolger.

Wie bereits in meiner letzten Besprechung vor 13 Jahren muss ich kurz Willy Millowitsch hervorheben, der ausgerechnet als Kölner Urgestein einen bayerischen (Nicht-)Verwandten von Clark mimen darf. Warum ich das anspreche? Willy Millowitsch hat nach dem Krieg für einige Zeit im Haus meiner Großmutter gewohnt und diese Anekdote ist seitdem fester Bestandteil unserer Familiengeschichte. À propos Besetzung: Audreys Freund wird von niemand anderem als William Zabka gespielt, den man natürlich als Johnny Lawrence aus „Karate Kid“ und „Cobra Kai“ kennt. Leider hat er keine sonderlich große Rolle.

Fazit

„European Vacation“ ist ein ziemlich deutlicher Rückschritt zum Vorgängerfilm. Er lebt vor allem von seinen abwechslungsreichen Schauplätzen sowie der Familiendynamik der Griswolds. Wenn man über die platten Gags und die Klischees hinwegsehen kann, dann macht jedoch auch „Hilfe, die Amis kommen“ immer noch viel Spaß: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft (2021)

Heute hat das Zappelinchen entdeckt, dass mit „Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft“ endlich ein Film auf Netflix verfügbar ist, den sie schon ewig sehen wollte. Den zweiten Teil der Filmreihe hat sie geliebt und somit war die Vorfreude groß. Mich selbst hat die Ankündigung eher kalt gelassen, da ich die beiden Vorgänger bestenfalls ganz okay fand. Was also hatte der dritte Teil zu bieten? 🧙‍♀️

Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft (2021) | © Sony Pictures Home Entertainment GmbH

Eher Teenie-Soap als Fantasy-Abenteuer

Schon im ersten Teil „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ hat es ewig gedauert, bis das Schrumpf-Abenteuer in Fahrt kam. Im zweiten Teil war es nicht besser und im Finale(?) der Trilogie(?) beschränken sich die Schrumpf-Szenen auf ein Minimum. Schade, denn damit bleibt der eigentlich interessante Aspekt des Films nahezu komplett auf der Strecke, zumal die Effekte auch nicht sonderlich gut aussehen. Da  hatte „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ vor 34 Jahren deutlich mehr zu bieten. Ganz nett anzusehen ist all das dennoch, da will ich mit dem Film gar nicht zu hart ins Gericht gehen.

Durchaus nett sind auch die Teenie-Soap-Szenen, welche den Großteil des Films ausmachen. Aber eben auch komplett austausch- und vorhersehbar. Zwar habe ich mich nicht durchgehend gelangweilt, doch sonderlich spannend anzusehen war all das Hin und Her auch nicht. Selbst meine Kinder waren nicht mehr übermäßig begeistert, was bei der Vorfreude schon einiges heißen mag. Die immerhin engagierten Schauspieler*innen machen da einiges wett.

Fazit

„Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft“ ist noch einmal eine Spur schwächer als die ohnehin schon nicht sonderlich herausragenden Vorgänger. Ziemliche Durchschnittsware im deutschen Kinderfilm. Und das schreibe ich als jemand, der durchaus Gefallen am deutschen Kinderfilm gefunden hat. Kann man sehen, muss man aber definitiv nicht: 5/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 7/10 Punkte.)

Brügge sehen… und sterben? – OT: In Bruges (2008) (WS1)

Nachdem ich heute die letzten der gut 500 Fotos unseres Urlaubs bearbeitet habe, die danach auch noch mit der Familie am großen Fernseher angeschaut werden wollten, waren wir erst gegen 21 Uhr bereit für den Filmabend. Allerdings ohne Kinder, denn es stand „Brügge sehen… und sterben?“ auf dem Programm. Ich war gespannt, ob mir der Film nach dem Besuch der belgischen Stadt (siehe Foto unten) noch besser gefallen würde, als bei der ersten Sichtung vor 14 Jahren… ⛪

Brügge sehen... und sterben? (2008) | © LEONINE

Brügge sehen… und sterben? (2008) | © LEONINE

Ein surreal-brutaler Tourismusfilm für Brügge

Ich weiß noch genau, wie mich „In Bruges“ damals für die belgische Stadt eingenommen hatte. Sie ist ein vielzitierter Charakter im Film und ich fand die fast schon märchenhafte Atmosphäre extrem spannend. Eigentlich hätten wir Brügge bereits bei unserem letztjährigen Niederlande-Urlaub besuchen wollen, doch dann hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dieses Jahr war es aber endlich soweit und die Erinnerungen an unseren Besuch vor zwei Wochen sind noch sehr präsent. Der perfekte Zeitpunkt also, Brügge auch filmisch noch einmal zu bereisen. Übrigens sitze ich gerade mit einem Leffe Triple vor meinem Rechner, um zu später Stunde diese Besprechung zu schreiben. Urlaub kann auch zu Hause toll sein.

Es ist wirklich faszinierend, wie gut Martin McDonagh (bekannt auch für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“) die Sehenswürdigkeiten von Brügge in seinem Film einfängt. Teils laufen die Figuren exakt die Wege nach, die auch wir bei unserem Besuch genommen hatten. Die örtlichen Verknüpfungen erscheinen logisch und man bekommt wirklich ein gutes Gefühl für die Stadt. Natürlich sind viel weniger Touristen vor Ort. Kein Wunder, es war ja noch die Zeit vor diesem Film, der den Tourismus in Brügge noch einmal ordentlich angekurbelt hat. Neben der Stadt als Charakter, überzeugt „In Bruges“ weiterhin durch seine emotionale, extrem brutale und surreale Gangstergeschichte, die so ganz anders wirkt als man es von Quentin Tarantino, Guy Ritchie und Co. kennt. Das macht den Film wirklich zu etwas Besonderem in seinem Genre. Ich freue mich jetzt schon darauf, wieder zurückzukehren und bin mir sicher weder das filmische noch das reale Brügge zum letzten Mal besucht zu haben:

Fazit

Heute kann ich „Brügge sehen… und sterben?“ tatsächlich nicht objektiv beurteilen, denn schon alleine der persönliche Bezug macht den Film für mich noch gelungener. Doch auch davon abgesehen ist die Geschichte packend und extrem atmosphärisch. Die Figuren sind interessant und die moralischen Fragestellungen zwar plakativ, aber fein und mit Humor ausgearbeitet. Ich kann mich nur wiederholen und „In Bruges“ allen Filmfreund*innen ans Herz legen: 9/10 Punkte.

Die Piratenbraut – OT: Cutthroat Island (1995) (WS1)

Nach unserem Urlaub an der Nordsee habe ich nun wieder Lust auf Filme, die am Meer spielen. Da STUDIOCANAL den Film erst kürzlich in einer aufwändig restaurierten 4K-Fassung (siehe Foto unten) veröffentlich hat, war dies der perfekte Anlass, um mit den Kindern erneut den Abenteuern von „Die Piratenbraut“ beizuwohnen. Da meine letzte Sichtung schon 16 Jahre(!) zurückliegt, wurde es auch höchste Zeit dafür. 🏴‍☠️

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Die Piratenbraut (1995) | © STUDIOCANAL

Ein Piratenabenteuer, das seiner Zeit voraus war

Für mich gehört „Cutthroat Island“, so der weniger plakative Originaltitel, wohl zu meinen meistgesehenen Filmen. Damals habe ich schon jede TV-Ausstrahlung mitgenommen, dann die Kinowelt-DVD etliche Male gesehen, nur das Blu-ray-Mediabook (siehe Foto unten) stand ewig ungesehen im Regal. Nach der heutigen Sichtung kann ich das umso weniger verstehen, denn der Film ist einfach großartige Unterhaltung. Er hat quasi schon alles vorweggenommen, was „Fluch der Karibik“ nur acht Jahre später zu einem riesen Erfolg machen sollte: Ein bombastischer Score, Schlachten auf hoher See, ein mythischer Schatz, ein sympathisches Schlitzohr, das jeden hintergeht, eine Liebesgeschichte, die aus dem Abenteuer geboren wird, ein fieser Piratenkapitän als Gegenspieler, eine mit all dem verstrickte Familiengeschichte usw. Nur die Fantasy-Elemente fehlen. Ansonsten besitzt Renny Harlins Film all das, was die Saga um Captain Jack Sparrow so erfolgreich werden ließ. Teils nimmt er ganze Action-Sequenzen vorweg. Er war seiner Zeit eindeutig voraus, was wirklich schade ist.

Auf der Habenseite steht weiterhin eine moderne, weibliche Protagonistin, die keine Gefangenen macht. Eine solche Figur würde man vielleicht heute, immerhin 28 Jahre später, erwarten und würde ihr dann vermutlich den Wokeness-Stempel aufdrücken. Geena Davis liebe ich in dieser Rolle, doch auch Matthew Modine und Frank Langella (zuletzt in „The Americans“ gesehen) sind fantastisch. Der Film galt jahrelang als der teuerste Flop der Filmgeschichte und das hohe Budget sieht man ihm in jeder Szene an: Alleine die Ausstattung, die Set-Pieces und die Inszenierung der Action-Szenen sind großartig. Renny Harlin beweist wirklich ein Händchen für Timing und Pacing. Fantastisch anzusehen und der Film wirkt nicht so, als hätte er schon 28 Jahre auf dem Buckel. Dem zuträglich ist bestimmt auch die fantastische 4K-Restaurierung, die ein wenig ins Grünliche (der berühmte Teal-Look) abrutscht, aber unfassbare Details und einen frischen Look bietet. Fans des Films kann ich die neue STUDIOCANAL-UHD-Blu-ray  im Steelbook nur empfehlen:

Fazit

„Die Piratenbraut“ hat uns bestens unterhalten. Besonders ich war begeistert. Viel fehlt nicht zum Lieblingsfilm und auch die Kinder waren sehr angetan. Es ist für mich nach wie vor unfassbar, dass dieser Film, gerade im Vergleich zum Erfolg von „Fluch der Karibik“ mit vier Fortsetzungen, so floppen konnte. Marketing? Zeitgeist? Vermutlich beides. Solltet ihr Lust auf Piratenabenteuer und den Film bisher gemieden haben, dann sei er euch hiermit dringend ans Herz gelegt: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)