Ready Player One (2018) (WS1)

Ein weiterer Tag mit Rückenschmerzen geht zu Ende. Jedoch habe ich das Gefühl, dass es langsam besser wird. Jetzt da der Urlaub zu Ende ist. Einmal wieder typisch! Da wir am Wochenende eine Übernachtungsgästin haben, stand heute noch ein Filmabend  im Familienkreis auf dem Programm. Unsere Wahl ist auf „Ready Player One“ gefallen. Warum und wieso und wie der Film heute bei uns ankam, lest ihr in der folgenden Besprechung… 👾

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

Ready Player One (2018) | © Warner Home Video

Meine kurze Geschichte mit VR

Ich hege seit jeher eine große Faszination für VR. Vor inzwischen beinahe 10 Jahren habe ich über „Virtual Reality mit Oculus Rift, Google Cardboard und ähnlichen Systemen“ geschrieben. Das Oculus Rift DK1 war damals sogar meine erste Begegnung mit VR. Danach bin ich in die Welt der Cardboard-ähnlichen Brillen eingestiegen und habe diverse VR-Apps auf dem Smartphone ausprobiert. Ein kurzes Vergnügen. Zeitsprung in den Oktober 2024: Neben der unbezahlbaren Apple Vision Pro hat Oculus bzw. inzwischen Meta die Quest 3 veröffentlicht, welche dank  globalem Preisnachlass sowie Rabattaktionen endlich erschwinglich war. Seit einer knappen Woche habe ich die VR-Brille (aufgrund des Rückens leider nur eingeschränkt) ein wenig testen können und bin komplett begeistert, welch großen Schritt die Technik in den letzten 10 Jahren seit dem ersten Oculus Rift Development Kit gemacht hat. Auch der Rest der Familie, allen voran der Zwergofant, ist fasziniert. Kein Wunder also, das die Vorfreude auf „Ready Player One“ groß war.

Willkommen in der OASIS!

Doch nun genug von meinen neuerlichen VR-Ausflügen (dazu folgt zu gegebener Zeit vielleicht noch ein extra Artikel) und zum Film: Ich habe Ernest Clines Roman damals verschlungen. Er war genau mein Ding und ich habe mich durch die unzähligen Popkulturreferenzen komplett abgeholt gefühlt. Ja, so einfach bin ich gestrickt. Steven Spielbergs Filmadaption hat mir beim ersten Mal auch sehr gut gefallen, wenngleich ich doch enttäuscht war ob der vielen Änderungen. Bei der heutigen Sichtung hatte ich das Buch gar nicht mehr so präsent im Kopf und den zweiten Teil „Ready Player Two“ habe ich nie gelesen. Der Hype ist verflogen und ich konnte somit entspannter auf die Verfilmung blicken. Gerade im Hinblick auf meine aktuellen VR-Erfahrungen ist es schon erstaunlich, wie gut Cline bzw. Spielberg diese Welt visuell weitergedacht hat. Das war für mich heute wohl der faszinierendste Aspekt. Auch dass die Technik in der Welt von „Ready Player One“ eindeutig den Massenmarkt erreicht hat. Ich bin mir sicher, das wird uns auch noch bevorstehen. Vielleicht eher in Richtung Augmented Reality bzw. Mixed Reality, doch wenn der Sprung in den nächsten 10 Jahren ähnlich groß ist, wie in den letzten 10 Jahren, dann sind wir von der OASIS gar nicht mehr so weit entfernt. Nur eben mit den 80% Werbung im Sichtfeld der User, wie von Bösewicht Nolan Sorrento prophezeit, wenn die Hoheit bei Meta bleibt.

Die Handlung des Film ist eine recht klassische Dystopie, nur eben mit großem Abenteueraspekt, der unsere Held:innen auf eine Schnitzeljagd durch virtuelle Welten führt. Szenen wie der Besuch von „The Shining“ sind großartig, andere dagegen zu überladen. Aber ja, auch das macht im Kontext des Films Sinn. Auch die popkulturellen Referenzen sind teils zu viel des Guten. Da mag ich es lieber dezent, wenn z.B. Alan Silvestri beim Einsatz des Zemeckis-Cube noch einmal sein „Zurück in die Zukunft“-Thema anspielt. Insgesamt hätte ich mir noch mehr Eintauchen in die Vergangenheit James Hallidays gewünscht. Dafür gerne weniger Action. Aber ich habe ja auch schon festgestellt, dass ich in der virtuellen Realität lieber gemächlich meine Umgebung erkunde und keine wilden Schießereien mag.

Fazit

Ich hatte heute wieder sehr viel Spaß mit „Ready Player One“. Gerne hätte ich mich noch länger in dieser Welt aufgehalten. Ob der Film zum zweiten Teil noch jemals kommen wird? Der Zwergofant war ziemlich begeistert und das Zappelinchen zumindest angetan. Wenn jemand von euch in Metas VR-Welten unterwegs ist, gebt gerne Bescheid. Ich stehe noch ganz am Anfang. Doch irgendwann werde ich vielleicht, wie Parzival in diesem Film, auf größere Entdeckungstour gehen: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Spider-Man: Far From Home (2019) (WS1)

Am Ende des heutigen Tages ist es passiert: Nach wochenlangem Schuften im Keller ist es mir doch noch in den Rücken gefahren. Eine übervolle Umzugskiste zu viel. Nun kann ich mich nur noch in Zeitlupe bewegen und sehe den kommenden freien Tagen mit Skepsis entgegen. Doch zunächst einmal schreibe ich über „Spider-Man: Far From Home“, den wir am heutigen Filmabend endlich gesehen haben. Damit ist auch die dritte Phase des MCU abgeschlossen. 🌍🕷

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man: Far From Home (2019) | © Sony Pictures Home Entertainment

Spider-Man auf Reise durch Europa

Kaum zu glauben, dass meine letzte Sichtung des Films bereits zweieinhalb Jahre zurückliegt. Mir kommt es noch gar nicht so lange her vor und ich muss zugeben, dass ich zunächst Sorge hatte, die beiden Sichtungen würden zu nahe aufeinander folgen. Glücklicherweise war dem nicht so und ich hatte mindestens genauso viel Spaß mit dem Film, wie beim ersten Durchgang. Peter Parkers Schultrip nach Europa hat sich auch heute eher wie eine Teenie-Komödie angefühlt und das auf beste Art und Weise. Dennoch ist auch der Plot rund um Mysterio spannend und steckt voller Überraschungen. Für mich ist „Spider-Man: Far From Home“ tatsächlich der perfekte Film, um nach dem schweren „Avengers: Endgame“ ein wenig Leichtigkeit ins MCU zurückzubringen und damit auch die dritte Phase abzuschließen.

Neben dem Coming-of-Age-Plot hat mir vor allem die Illusionstechnik und deren Umsetzung gut gefallen. Diese scheint zwar nicht immer logisch, doch hat sie ein paar schöne audiovisuelle Spielereien zu bieten. Weiterhin ist Mysterio nach Thanos ein angenehm kleiner und doch sehr menschlicher Bösewicht.

Marvel Cinematic Universe: Phase 3

Nach Abschluss der zweiten Phase sind wir nun auch schon am Ende der dritten Phase des MCU angekommen und haben für diese exakt fünf Monate benötigt. Hier das neue Ranking aller Filme:

  1. „Avengers: Endgame“ (9/10 Punkte)
  2. „Avengers: Infinity War“ (9/10 Punkte)
  3. „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ (9/10 Punkte)
  4. „The First Avenger: Civil War“ (8/10 Punkte)
  5. „Captain Marvel“ (8/10 Punkte)
  6. „Spider-Man: Far From Home“ (8/10 Punkte)
  7. „Spider-Man: Homecoming“ (8/10 Punkte)
  8. „Thor: Tag der Entscheidung“ (8/10 Punkte)
  9. „Black Panther“ (8/10 Punkte)
  10. „Ant-Man and the Wasp“ (7/10 Punkte)
  11. „Doctor Strange“ (7/10 Punkte)

Fazit

Auch wenn ich während des Films mit Schmerzen zu kämpfen hatte, so konnte mich „Spider-Man: Far From Home“ doch ziemlich gut ablenken. Es ist der letzte Film des MCU, den ich auf Blu-ray im Regal stehen habe. Die letzte 3D-Fassung. Ob die Qualität auch inhaltlich abnimmt? Den Start in die vierte Phase kenne ich noch, doch dann folgt der Aufbruch ins Ungewisse. Hat viel Spaß gemacht: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Avengers: Endgame (2019) (WS1)

Nach einem erfolgreichen Tag, zumindest wenn ich an die Arbeiten im Chaoskeller denke, hatten wir abends Großes vor: Endlich stand mit „Avengers: Endgame“ das Finale der Infinity-Saga auf dem Programm. Schon verrückt, dass wir seit dem Start mit „Iron Man“ im März in nur sieben Monaten durchgekommen sind. Allerdings haben wir auch kaum etwas anderes gesehen. Wie uns das Finale gefallen hat? 💎

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Avengers: Endgame (2019) | © Walt Disney

Der epischste aller epischen Endkämpfe

Unsere Sichtung von „Avengers: Infinity War“ lag inzwischen auch schon wieder einen Monat zurück. Genug Zeit also, um die kleinen Details zu vergessen. Glücklicherweise hatte ich den Film schon einmal gesehen und konnte somit die Lücken für die Kids auffüllen. Die ersten vierzig Minuten sind für einen Marvel-Film doch erstaunlich düster und wir sehen die Auswirkungen des Vorgängerfilms recht schonungslos umgesetzt. Danach beginnt der Zeitreiseplot, der im Grunde so funktioniert, wie das Finale von „Zurück in die Zukunft II“, sprich unsere Figuren reisen in bereits bekannte Szenen der vorangegangenen Filme zurück. Das ist unglaublich unterhaltsam und bisweilen auch überraschend schockierend. Speziell das Zappelinchen wollte das Ableben einer ihrer liebsten Figuren nicht wirklich akzeptieren. Auch wenn „Avengers: Endgame“, und das sollte für niemanden eine Überraschung sein, viele Todesfälle seines Vorgängers wieder rückgängig macht, so ist er doch erstaunlich konsequent, was ein paar der alteingesessenen Held:innen angeht.

Neben den gigantischen Schauwerten sind es vor allem die ruhigen Momente, die mich begeistern. Da kommt es dem Film tatsächlich zugute, dass sich die Russo-Brüder drei Stunden Zeit für ihre Geschichte lassen. Es ist Raum für Emotionen und der Epilog mag zwar ausgewalzt wirken, doch ist es der absolut passende Abschied von unseren liebgewonnenen Figuren. Aber ich mochte die unzähligen Enden ja auch schon bei „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. Überhaupt ist es schön zu sehen, dass „Avengers: Endgame“ wirklich als Schlusspunkt stehen könnte. Es gibt keine Mid- oder After-Credit-Szene, keine Andeutungen oder gar Cliffhanger. Nein, das MCU hätte mit diesem Film auch enden können. Hat es natürlich nicht und ich bin nun wirklich gespannt, wie es weitergeht. Die nächsten drei Filme kenne ich zwar schon, doch möchte ich dieses Mal auch die wichtigsten Serien mitnehmen. Und auch die Filme weiterschauen. Aber vermutlich nicht mehr so geballt am Stück, wie die ersten drei Phasen des MCU.

Fazit

„Avengers: Endgame“ ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Eine wahre Achterbahnfahrt von einem Film. Ich war erneut sehr begeistert und die Kinder ebenso. Allerdings haben sie ziemlich an den gefallenen Held:innen zu knabbern. Ich bin gespannt, wie uns die weitere Reise nun gefallen wird. Für dieses monumentale Werk kann ich beinahe die höchste Punktzahl zücken: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 9/10 Punkte.)

Captain Marvel (2019) (WS1)

Nach einem langen Tag voller Gartenarbeit war ich abends ziemlich platt. Auf dem Programm stand „Captain Marvel“, an den ich mich irgendwie kaum noch erinnern konnte. Vermutlich war meine Aufmerksamkeit bei der letzten Sichtung, die an einem Weihnachtsfeiertag stattfand, durch das Fresskoma deutlich reduziert. Die Vorfreude hielt sich demnach in Grenzen, weshalb ich nun umso begeisterter bin! 🦸‍♀️

Captain Marvel (2019) | © Walt Disney

Captain Marvel (2019) | © Walt Disney

Zwischen Identitätskrise und 90er Buddy-Movie

Durch den chronologisch fragmentierten Aufbau des Films, musste ich mich erst einmal zurechtfinden. Es wird ein Mysterium aufgemacht, das sich erst nach und nach auflöst. Der Ton des Films schwankt dabei zwischen ernst und komisch, was überraschend gut funktioniert. Brie Larson ist eine großartige Besetzung für die alles überstrahlende Heldin und gerade ihr Zusammenspiel mit einem beeindruckend gut verjüngten Samuel L. Jackson ist fantastisch gelungen. In diesen Szenen erinnert „Captain Marvel“ an die großen Buddy-Movies der 1980er und 1990er Jahre. Wie passend! Es grenzt schon an ein Wunder, dass dieser oft humorvolle Plot mit dem bedeutungsschwangeren Krieg-im-Weltall-Handlungsstrang zusammen passt.

Die Figuren bekommen mehr Tiefe als in vielen anderen Marvel-Filmen. Die Wandlung der scheinbaren Bösewichte zu Verbündeten geht ans Herz und die Gags haben mich teils laut zum Lachen gebracht. Auch die Kinder waren extrem begeistert und haben „Captain Marvel“ so gut bewertet, wie kaum einen zweiten MCU-Film. Das ist doch erstaunlich. Wenn Carol Danvers im Finale dann ihre kompletten Fähigkeiten auspackt, ist das nur noch mitreißend. Ich kann gut verstehen, warum Captain Marvel für junge Frauen und, wenn man nach dem Zwergofanten geht, auch junge Männer solch eine wichtige Figur innerhalb des MCU ist. Eine der besten Origin-Geschichten überhaupt und das so spät innerhalb des Franchises. Toll!

Fazit

Mich hat „Captain Marvel“ heute wirklich begeistert. Da hat für mich nahezu alles gepasst. Ich freue mich jetzt schon auf Carol Danvers Auftritt in „Avengers: Endgame“ und auch ihren zweiten Einzelfilm. Ein rundum gelungener Spaß mit fantastischer Superheldin. Stand heute einer meiner liebsten MCU-Filme: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 9/10 Punkte;  Zwergofant: 9/10 Punkte.)

The Boys – Season 4

Ich hänge hinterher mit meinem Serienkonsum. Nachdem ich vor ein paar Monaten noch die erste Staffel des Spin-offs „Gen V“ eingeschoben hatte, wollte ich sogleich mit „The Boys – Season 4“ weitermachen. Das habe ich dann auch zeitnah, doch hat sich die Sichtung erstaunlich lange gezogen. Ein wenig ist die Luft vermutlich raus, doch warum die Serie immer noch Spaß macht, lest ihr hier. 🦸‍♀️🦸‍♂️

The Boys – Season 4 | © Amazon Prime Video

The Boys – Season 4 | © Amazon Prime Video

Eine zerfaserte Staffel mit Höhepunkt am Ende

Es fällt mir schwer wiederzugeben, was sich alles in dieser Staffel zugetragen hat. Es gibt unzählige Handlungsstränge abseits der Hauptgeschichte. Das ist einerseits erfrischend und auch herzergreifend (z.B. Hughies Abschied von seinem Vater), andererseits aber nimmt es auch zu viel Fokus vom eigentlichen Geschehen. Gerade langgezogene Abschweifungen, wie Hughie im Sado-Maso-Keller, hätte man sich meiner Meinung nach auch sparen können. Aber ja, auch das ist natürlich „The Boys“. Ebenso wie fliegende Killerschafe. Die Grenze zwischen albern, ultrabrutal und schockierend verschiebt sich fließend. All das funktioniert für mich nicht mehr so gut wie noch in der dritten Staffel oder auch in „Gen V“. Zum Spin-off bleibt mir noch zu sagen, dass die Verbindung eher oberflächlich bleibt und man der Handlung auch gut ohne dessen Kenntnis folgen könnte. Nur die Auftritte von ein paar Figuren des Spinn-offs würden ohne Kontext bleiben.

Richtig gut wird die Serie dann gegen Ende. Die Eskalation mit Homelander nimmt endlich Fahrt auf, der Einsatz des Shapeshifters ist extrem spannend und auch die Dynamik innerhalb der Boys wird interessanter. Da frage ich mich tatsächlich, warum man mit all dem so lange gewartet hat. Vermutlich fühlt sich die Staffel rückblickend auch deshalb ein wenig unrund an. Das Tempo war am Anfang zu gering bzw. wurden die Handlungsstränge zu fragmentiert erzählt. Gegen Ende hat die Staffel ihren Groove gefunden und ich hätte liebend gerne noch weitergeschaut. Das Staffelfinale war wirklich rund und eines der besten, das die Serie bisher zu bieten hatte. Somit wird mir die Staffel insgesamt doch in guter Erinnerung bleiben und ich freue mich jetzt schon auf das große Finale im kommenden Jahr.

Fazit

Auch wenn die Handlung der Staffel insgesamt durchwachsener war als in den Vorjahren, so beeindruckt „The Boys“ weiterhin mit bitterböser Satire, übertriebener Gewalt und auch überraschenden Emotionen. Gerade das Staffelfinale fand ich wirklich stark und macht Lust auf das Finale der Serie: 8/10 (7.9) Punkte.

Rogue One: A Star Wars Story (2016) (WS1)

Ein Filmabend mitten unter der Woche. Wie konnte das denn passieren? Nachdem wir in unserer „Star Wars“-Filmrunde zuletzt „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gesehen haben, ist ein weiterer, geplanter Filmabend leider immer wieder gescheitert. Den Tod von James Earl Jones haben wir letztendlich zum Anlass genommen, mit  „Rogue One: A Star Wars Story“ noch einmal zu den Sternen zurückzukehren. 🚀

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Rogue One: A Star Wars Story (2016) | © Walt Disney

Ein mitreißendes Sequel zu „Andor“

Ich beliebe in der Zwischenüberschrift selbstverständlich zu scherzen. Zumindest ein wenig, denn „Rogue One: A Star Wars Story“ hat die Figur des Cassian Andor natürlich erst eingeführt und „Andor“ ist die zugehörige Prequel-Serie. Diese hat mir die Figur noch einmal deutlich näher gebracht und ich war gespannt, wie der Film nun nach Kenntnis der Serie funktionieren würde. Meine letzte Sichtung liegt bereits fünf Jahre zurück und dennoch war mir die Handlung noch ziemlich gut im Kopf. Tatsächlich ist die Geschichte auch gar nicht so relevant, da der Ausgang bestens bekannt ist und der Weg dorthin auch nicht vor Wendungen strotzt. Muss er aber auch gar nicht, denn um die Handlung geht es nur am Rande. So ging es zumindest mir bei der Sichtung. Die wahre Stärke von „Rogue One: A Star Wars Story“ liegt in der Form.

Gareth Edwards hat seinen „Star Wars“-Film so treffsicher im Geiste der Originaltrilogie inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Natürlich könnte (und kann) man ihm übertriebenen Fanservice unterstellen, doch bis auf wenige unschöne Szenen (quasi alle mit der Uncanny-CGI-Version von Grand Moff Tarkin) wirkt „Rogue One: A Star Wars Story“ in großen Teilen als hätte er durchaus damals gedreht werden können. Die Weltraumschlachten sind wunderbar inszeniert und die größtenteils neuen Schauplätze fügen sich wunderbar ins „Star Wars“-Universum ein. Auch die Figuren mag ich gerne, wenngleich sie, gerade im Vergleich zur „Andor“-Serie, doch recht flach bleiben. Vielleicht liegt dieser Eindruck aber auch an der gestrigen Filmrunde, in der wir uns doch viel unterhalten haben. Da fällt es mir schwer, mich zu 100% auf den Film einzulassen. Aber darum ging es auch nicht und das Zusammensein stand im Vordergrund. Vermutlich sollten wir in dieser Runde das nächste Mal eine Komödie zusammen schauen. Das könnte deutlich besser funktionieren.

Fazit

Auch bei der wiederholten Sichtung hat mir „Rogue One: A Star Wars Story“ ausgezeichnet gefallen. Am liebsten hätte ich danach direkt mit „Star Wars: Eine neue Hoffnung“ weitergemacht, da das Finale wirklich auf den Punkt ist und der zweite CGI-Gastauftritt glücklicherweise deutlich gelungener ist als der von Grand Moff Tarkin. Für mich weiterhin der beste unter den Disney-„Star Wars“-Filmen: 8/10 Punkte.

Ant-Man and the Wasp (2018) (WS1)

Heute haben wir den Großteil des Tages auf einem Geburtstag verbracht. Danach ging es zur Schimmelbeseitigung noch in den Keller und abends stand mit „Ant-Man and the Wasp“ die Rückkehr ins MCU an. Ich hatte den Film in recht guter Erinnerung und habe mich somit auf einen entspannten Filmabend gefreut. 🐜🐝

Ant-Man and the Wasp (2018) | © Walt Disney

Ant-Man and the Wasp (2018) | © Walt Disney

Eine sympathische Fortsetzung mit Wespe

Der erste Auftritt von „Ant-Man“ hatte mir zuletzt ausgezeichnet gefallen. Quasi genauso, wie beim ersten Durchgang. Auch fand ich „Ant-Man and the Wasp“ dieses Mal etwas schwächer als den ersten Teil und mir wird vor allem die Mid-Credit-Szene in Erinnerung bleiben. Alles davor ist erneut sehr sympathisch erzählt, gerade wenn es um die persönlichen Beziehungen rund um Scott Lang geht. Der Film ist in diesen erneut sehr komödiantisch, was ich immer noch gerne mag. Die Handlung an sich ist im Grunde eine Rettungsmission, von der ich gerne mehr gesehen hätte. Eine Art „Die Reise ins Ich“, nur eben im Quantenuniversum. Aber letztendlich bekommen wir eher typische Marvel-Action zu sehen. Immerhin mit dem Kniff der Schrumpfung.

Die Szenen, in denen sich Scott und Hope samt Fahrzeugen wild vergrößern und verkleinern, sind auch die unterhaltsamsten des Films. Die Action macht Spaß und selbst die Bösewichte (z.B. Walton Goggins, bekannt aus u.a. „Fallout“) wirken eher sympathisch. In einer Serie wäre „Ant-Man and the Wasp“ wohl eine Filler-Episode gewesen, aber eine wirklich gute. Einzig die Auswirkungen des Quantenuniversums auf das restliche MCU dürften noch spannend werden.

Fazit

Mir hat „Ant-Man and the Wasp“ heute genauso viel Spaß gemacht, wie bei meiner ersten Sichtung vor fünf Jahren. Die Kinder waren noch begeisterter. Sie lieben Ant-Man und auch die anderen Figuren des Films, speziell Luis. Nun nähern wir uns mit großen Schritten dem vorläufigen Finale: 7/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Avengers: Infinity War (2018) (WS2)

Weil es gestern so schön war (und der Zwergofant dem Film sehr entgegengefiebert hat), haben wir heute direkt mit „Avengers: Infinity War“ weitergemacht. Für mich war das die inzwischen schon dritte Sichtung und da ich den Film bereits die ersten beiden Male sehr mochte, habe auch ich mich erneut auf den Anfang vom Ende der dritten Phase des MCU gefreut. 💎

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Avengers: Infinity War (2018) | © Walt Disney

Superheld:innen-Bombast in Perfektion

Nachdem ich dem großen Kinoerflog unserer geliebten Superheld:innen beim ersten Durchgang noch skeptischer gegenüber eingestellt war, so weiß ich heute die Stärken dieser Filme inzwischen umso mehr zu schätzen. Speziell „Avengers: Infinity War“ ist eine so unterhaltsame Achterbahnfahrt, dass es eine wahre Freude ist. Nach Joss Whedon gelingt es auch den Russo-Brüdern, den inzwischen unfassbar großen Pool an Figuren ausbalanciert zu jonglieren. Es gibt etliche parallel laufende Handlungsstränge und dennoch verliert man als Zuschauer:in nie die Übersicht. Auch wird nicht nur den einzelnen Held:innen genügend Screentime eingeräumt, sondern auch Widersacher Thanos. Das ist für die Wirkung des Films enorm wichtig und die von Josh Brolin verkörperte Figur ist zweifellos der bislang spannendste Bösewicht des MCU.

Ich hatte wieder sehr viel Spaß mit dem Film, den unterschiedlichen Figuren, die ich über die Jahre liebgewonnen habe, den nicht nur visuell faszinierenden Schauplätzen und der bombastischen Action. Vor allem überzeugt „Avengers: Infinity War“ jedoch, weil er auch emotional zu packen weiß. Gerade die Kinder waren vom Finale regelrecht verstört und sichtlich mitgenommen. Nie hätten sie gedacht, dass Thanos gewinnen könnte. Natürlich musste ich etwas anteasern, dass ihre geliebten Held:innen vielleicht doch noch einmal zurückkehren könnten. Mehr wollte ich allerdings noch nicht verraten. Die Wartezeit bis wir zusammen „Avengers: Endgame“ schauen, wird auf jeden Fall hart für sie werden.

Fazit

Schon verrückt, wie weit sich das Superheld:innen-Kino in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Die Hochzeit ist inzwischen wohl vorbei, doch „Avengers: Infinity War“ war definitiv einer der Höhepunkte. Ich freue mich nun schon aufs Weiterschauen, doch das ist nichts im Vergleich zur Vorfreude der Kids. Beide haben den Film geliebt, nur das Ende war ihnen zu schockierend, was direkt zu einer Abwertung geführt hat: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Black Panther (2018) (WS1)

Nach einer langen Woche hatte ich mich auf den freitäglichen Filmabend gefreut. Der Zwergofant war zuvor noch beim Karate-Training, dann gab es noch Flammkuchen und somit sind wir erst gegen 20:30 Uhr aufs Sofa gekommen. Auf dem Programm stand heute „Black Panther“ und damit ein später Neuzugang ins MCU. Der Film hatte mir bei der ersten Sichtung ziemlich gut gefallen und somit war ich gespannt, wie er heute abschneiden würde. 🐈‍⬛

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Black Panther (2018) | © Walt Disney

Ein wichtiger und mitreißender MCU-Beitrag

Nach dem teils recht albernen „Thor: Tag der Entscheidung“ wirkt „Black Panther“ fast schon zu ernst. Ist er aber natürlich nicht. Es ist ein strukturell recht klassischer MCU-Film, der weniger durch das Was als durch das Wie und das Warum zu punkten weiß. Lässt man „Blade“ außen vor, dann ist „Black Panther“ der erste große Superheldenfilm mit einem schwarzen Protagonisten. Nicht nur das, denn nahezu der gesamte Cast ist schwarz. Auch werden die mit wichtigsten Rollen von Frauen besetzt. All das ist leider immer noch nicht selbstverständlich. Alleine diese Aspekte, die nicht aufgesetzt wirken und sich wunderbar in den größeren Kontext des MCU einfügen, machen „Black Panther“ zu einem wichtigen Film.

Dabei fährt der Film die spaßig-fantastischen Elemente deutlich zurück. Oft erinnert „Black Panther“ eher an ein „James Bond“-Abenteuer als einen Superheldenfilm. Als Gegenspieler mochte ich Andy Serkis als Ulysses Klaue sehr, den wir bereits für einen kurzen Auftritt in „Avengers: Age of Ultron“ bewundern durften. Was hat dieser Mann für eine Energie! Inhaltlich spannender ist jedoch Killmonger, der im Grunde für mehr Gerechtigkeit auf der Welt kämpft. Auch wenn seine Mittel die falschen sind, so hat er doch einen Punkt und bringt König T’Challa letztendlich zum Umdenken. Es ist wirklich unfassbar traurig, dass Chadwick Boseman nur zwei Jahre nach diesem Auftritt als ikonischer Superheld verstorben ist. Das wird die Kinder auch noch hart treffen, wenn wir irgendwann den zweiten Teil schauen.

Fazit

Mir hat „Black Panther“ bei der heutigen Sichtung noch einmal besser gefallen, als beim ersten Durchgang. Obwohl ich über weite Strecken wirklich extrem müde war (so langsam wird das zum Dauerzustand), bin ich nicht eingeschlafen und auch der Zwergofant hat nach seinem Karate-Training komplett durchgehalten. Ein wirklich sehenswerter Teil des MCU: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte;  Zwergofant: 8/10 Punkte.)

Thor: Tag der Entscheidung – OT: Thor: Ragnarok (2017) (WS1)

Was habe ich mich auf diesen Filmabend gefreut. Nicht so sehr aufgrund des Films, doch vor allem aufgrund der Tatsache, dass diese Woche ein Ende nimmt. Auf dem Programm stand natürlich „Thor: Tag der Entscheidung“ und damit nach „Spider-Man: Homecoming“ der nächste Film aus dem MCU. Obwohl wir alle schon recht müde waren, haben es 75% der Zuschauer:innen geschafft, wach zu bleiben. 🔨

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor: Tag der Entscheidung (2017) | © Walt Disney

Thor und Hulk kloppen sich auf Deponia

Ich mochte „Thor: Tag der Entscheidung“ schon bei meiner ersten Sichtung. Taika Waititi geht einfach immer, auch wenn man hier schon merkt, dass er sein Ding nur zu so 63,2% durchziehen konnte. Ist halt immer noch ein Marvel-Film. Die Action-Szenen sind etwas zu ausgewalzt und 15 Minuten weniger hätten auch nicht geschadet. Dafür ist der Film mit herrlichen Figuren (z.B. Korg oder der Grandmaster) angereichert und der Humor ist einfach fantastisch. Die Dynamik zwischen Thor und Hulk bzw. Bruce Banner funktioniert auch wunderbar. Zudem ist die von Tessa Thompson gespielte Walküre eine starke Ergänzung für unser Trio bzw. Quartett.

Inszenatorisch gefällt mir „Thor: Tag der Entscheidung“ auch sehr. Mit seinen knalligen Farben und seinem außerirdischen Setting erinnert er mich am ehesten an die „Guardians of the Galaxy“-Filme, wenngleich er an diese auch nicht komplett herankommt. Es zeigt sich allerdings, dass Regisseure mit einer eigenen Stimme, wie eben James Gunn oder Taika Waititi, tatsächlich die besten MCU-Filme hervorbringen. Ein großes, unsinniges und dabei stets unterhaltsames Vergnügen.

Fazit

Auch heute hatte ich wieder viel Spaß mit „Thor: Tag der Entscheidung“. Die Kinder waren ebenfalls angetan und ich bin vor allem gespannt auf den vierten Teil, der ja in eine ähnliche Kerbe schlagen soll. Für uns geht es zunächst jedoch mit „Black Panther“ weiter und dann geht es auch schon Richtung Finale. Hierfür gibt es aber noch: 8/10 Punkte. (Zappelinchen: 7/10 Punkte; Zwergofant: 8/10 Punkte.)