Sherlock Holmes (2009)

Früher habe ich Guy Ritchies Filme geliebt. Sowohl „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ als auch „Snatch“ waren damals echte Kultfilme in meinem Freundeskreis. Danach habe ich jedoch schnell das Interesse an Ritchies Werk verloren. Erst mit seiner 2009er Interpretation von „Sherlock Holmes“ tauchte er wieder auf meinem Radar auf. Eine zweifelsfrei lohnende Wiederbegegnung. Keine Frage.

Zunächst einmal fällt die grandiose Optik des Films auf. Die Ausstattung ist wahrlich überwältigend. Besonders das detailreiche Bild der Blu-ray lädt öfter einmal dazu ein, einzelne Frames ausführlich zu studieren. Trotz des viktorianischen Settings wirkt der Film unglaublich dynamisch und modern. Hier hat man – auch was die Charaktere angeht – eine äußerst faszinierende Mischung aus klassischem Abenteuer- und modernem Actionfilm geschaffen. Da macht das Zuschauen wirklich Spaß.

Neben der Optik lebt der Film vor allem von seinen Darstellern. Robert Downey Jr. („Ironman“) und Jude Law geben ein herrliches Leinwandpaar, welches eine wunderbare Chemie besitzt. Dabei kann der Film eine homoerotische Spannung zwischen seinen Figuren nicht verleugnen, was auch durchaus zum schrägen Ton des Films passt. Die leider nicht sonderlich tief gehenden Charaktermomente sind auch das Highlight des Films und trösten über so manche Schwäche in der Geschichte hinweg.

Die Handlung ist wirklich nicht sonderlich innovativ. Ein Bösewicht, ein paar falsche Fährten, stimmungsvolle Sets und ein paar knackige Actionsequenzen. Am Ende dann eine wenig überraschende Auflösung samt Showdown. Leider nichts, was besonders lange im Gedächtnis bleiben wird. Das ist leider auch der Knackpunkt, der dem Film letztendlich eine höhere Bewertung verwehrt.

Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ ist eine spannend inszenierte und modern visualisierte Interpretation der klassischen Detektivreihe. Der Film macht teils (besonders in seiner Hälfte) unglaublich viel Spaß, gegen Ende enttäuscht die Geschichte dann leider doch etwas. Dennoch sollte man sich den Film alleine aufgrund seiner famosen Optik und den gut aufgelegten Darstellern ansehen. Einfach unterhaltsames Popcornkino: 7/10 Punkte.

Drag Me to Hell (2009)

Auf die Sichtung von Sam Raimis „Drag Me to Hell“ hatte ich mich schon sehr lange gefreut. Endlich einmal wieder ein vielversprechender Genrefilm, den besonders die Fans in den Himmel lobten. Ein ziemlich zuverlässiges Qualitätsmerkmal. Folglich konnten meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht werden, oder etwa doch?

Zunächst einmal sollte ich vorausschicken, dass ich Sam Raimis frühe Genrebeiträge zwar durchaus gelungen finde, sie aber insgesamt nicht so ins Herz geschlossen habe, wie wohl die meisten Gernefreunde. Für mich ist seine „Evil Dead“-Trilogie dann am gelungensten, wenn sie den Zuschauer zum Lachen bringt. Überzogene Gewalt, hysterische Action und klamaukiger Slapstick. Vermutlich kann ich deshalb auch mit dem ersten Teil – dem in Deutschland zu trauriger Berühmtheit gelangten „Tanz der Teufel“ – am wenigsten anfangen.

Von vielen vergessen ist Raimis Rückkehr ins Genre aus dem Jahr 2000. „The Gift“ ist ein unspektakulärer, aber doch effektiver und atmosphärischer Gruselfilm, der mich damals unruhig auf der Kante des Kinosessels hin und her rutschen ließ. Sehr klassisch und ohne Humor inszeniert. Nach seiner „Spider-Man“-Trilogie kehrte Raimi mit „Drag Me to Hell“ nun erneut in sein Genre zurück und begab sich dabei wieder komplett zu seinen Wurzeln, sprich: Überzogene Gewalt, hysterische Action und klamaukiger Slapstick.

Wie die meisten guten Horrorfilme greift auch „Drag Me to Hell“ aktuelle sozialkritische Tendenzen auf und verarbeitet diese auf mehr oder minder dezente Art und Weise. Dieses Mal sind herzlose Bänker der Auslöser für das über die Charaktere hereinbrechende Böse und man darf sich auf einen besonders kreativen Ansatz zur Tilgung von Hypothekenschulden freuen. Die Geschichte bleibt dabei äußerst oberflächlich und lebt vor allem von ihren herrlich überzeichneten Schockszenen. Absolut ekelerregend und stets unterhaltsam. Der Übergang vom ersten Erschrecken zu hysterischem Lachen ist bei diesem Film wirklich nahtlos.

Kritisieren kann man natürlich die einfach konstruierte Geschichte samt vorhersehbarer Wendung, doch dank des trashigen Charmes mag ich dem Film nicht wirklich böse sein. Bis auf einige schlechte CGI-Effekte ist „Drag Me to Hell“ herrlich altmodisch und nimmt sich selbst alles andere als ernst. Für Genrefreunde kann ich insofern nur eine dicke Empfehlung aussprechen: 7/10 Punkte.

State of Play (2009)

Was wurde dieser Film in den Himmel gelobt. Kaum ein Blogeintrag oder Filmpodcast des letztes Jahres, in dem keine Lobeshymnen auf Kevin Macdonalds „State of Play“ gesungen wurden. Umso gespannter war ich folglicherweise, was die Mischung aus Polit- und Verschwörungsthriller wirklich zu bieten hat.

Kevin Macdonalds („Der letzte König von Schottland“) Remake einer englischen Miniserie aus dem Jahr 2003 fängt stark an und weiß den Zuschauer von der ersten Minute an zu fesseln. Der Film besitzt alles, was einen guten Verschwörungsthriller ausmacht: Eine mysteriöse Mordserie, zwielichtige Politiker, militärische Großkonzerne und eine sympathische Identifikationsfigur, die den Drahtziehern der Verschwörung auf den Fersen ist. Die perfekten Voraussetzungen für einen gelungenen Filmabend.

Leider jedoch spielt Kevin Macdonald die Klaviatur des Genres beinahe schon zu perfekt. Die Geschichte läuft ziemlich so ab, wie man sich das als geübter Kinogänger erwarten würde. Überraschungen gibt es kaum und ich hatte den Eindruck als würden gewisse Punkte (z.B. Beseitigung des Zeugen im Krankenhaus) einfach nur abgehakt werden. All dies ist allerdings wunderbar inszeniert und herrlich gespielt. Auch wenn Russell Crowe sonst nicht zu meinen Lieblingsschauspielern zählt, war ich doch mehr als begeistert von seiner Darstellung des schnoddrigen Investigativreporters Cal McAffrey.

Nachdem ich dachte, der Film hätte gar keine Überraschung mehr zu bieten, kam der große Drehbuchtwist. Wow. Damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Was für eine Schnappsidee. Einer der klischeehaftesten Hinweise – ‚Woher konnte sie das wissen?‘ – deckt eine der uninteressantesten Verschwörungen der Filmgeschichte auf. In meinen Augen verpufft die Wirkung des Endes völlig und lässt die vorangegangenen zwei Stunden beinahe schon überflüssig erscheinen. Da wäre wirklich mehr drin gewesen. Eine Wendung um der Wendung willen.

Für Freunde des Genres bietet „State of Play“ tatsächlich teils sehr gute Unterhaltung. Der Film ist mehr als solide inszeniert, besitzt tolle Darsteller (Russell Crowe, Jason Bateman usw.) und spielt immerhin in Washington, D.C. Das hochgelobte Drehbuch entlockte mir über weite Strecken dagegen nur ein müdes Lächeln und nach dem Finale wünschte ich mir doch zur UK-Miniserie gegriffen zu haben. Sehenswert, aber weit nicht so gut wie sein Ruf vermuten lässt: 7/10 Punkte.

Iron Man (2008)

Aktualisierung: Ich habe „Iron Man“ am 26. Mai 2012 und am 9. März 2024 zum ersten Mal mit den Kindern gesehen und jeweils eine aktualisierte Besprechungen veröffentlicht.

Nachdem der Film schon viel zu lange ungesehen im Regal steht, habe ich mich gestern Abend Jon Favreaus „Iron Man“ angenommen. Obwohl ich Comicverfilmungen generell mag, konnte ich mich zuvor nicht so recht zu einer Sichtung aufraffen. Warum auch immer. Nun bin ich aber froh, es getan zu haben.

Iron Man (2008) | © Walt Disney

Iron Man (2008) | © Walt Disney

„Iron Man“ ist das Musterbeispiel eines Superheldenfilms bzw. des ersten Films einer ganzen Reihe. Wie bereits in „Spider-Man“ oder „Batman Begins“ lernt die Hauptfigur ihre neu gewonnenen Fähigkeiten hier zunächst kennen und muss sich mit einer veränderten Lebenssituation auseinandersetzen. Dies geschieht hier einerseits in eher düsteren Szenarion (Tony Starks Gefangenschaft), andererseits in eher komödiantischen Gefilden (Tonys Privatlabor). Eine wahrlich unterhaltsame Mischung.

Die restliche Geschichte – abgesehen vom Erfinden und Zusammenschrauben des Anzugs – ist eher belanglos. Die Darstellung von Tony Starks Lebensstil macht dank eines grandiosen Robert Downey Jr. richtig Spaß, doch die Entstehung des Bösewichts sowie der obligatorische Endkampf stammen eher aus der Klischeekiste. Nett anzusehen, aber (noch) nicht wirklich sonderlich faszinierend. Immerhin musste ich anfangs zweimal hinschauen, um Jeff Bridges (mit Glatze und Vollbart) zu erkennen.

Fazit

Mir hat der Film enorm viel Spaß gemacht und ich kann mir gut vorstellen, den zweiten Teil nun schneller zu sichten. Favreaus Interpretation des Marvel-Comics spielt für mich zwar nicht ganz oben unter den Comicverfilmungen mit, ist aber doch ein mehr als nur gelungener Beitrag. Als Genrefreund sollte man auf jeden Fall reinschauen: 7/10 Punkte.

Outlander (2008)

Gestern Abend habe ich mir, obwohl es eigentlich viel zu spät und ich viel zu müde war, Howard McCains „Outlander“ angesehen und trotz erschwerter Rahmenbedingungen hat der Film enorm viel Spaß gemacht. Insofern schade, dass dem Film der Sprung auf die Kinoleinwand verwehrt wurde.

Auf „Outlander“ hatte ich mich schon seit längerer Zeit gefreut. Endlich einmal wieder ein Monsterfilm. Endlich wieder Wickinger. Endlich wieder Sci-Fi. Gleich drei Wünsche auf einmal. Nach den ersten Minuten wurde meine Euphorie dann deutlich gedämpft, da bereits der Einstieg viel zu holprig und belanglos inszeniert war. Da hätte ich mir wahrlich mehr erhofft. Leider schafft es der Film über die gesamte Laufzeit nicht ganz diesen unausgegorenen Charakter loszuwerden. Doch glücklicherweise kann er im weiteren Verlauf durch andere Stärken überzeugen.

Vielleicht habe ich den Film – aufgrund des für solch eine Geschichte doch recht hohen Budgets – zu ernst genommen. Das darf man natürlich nicht. Schon bald eröffnete sich mir jedoch der leicht trashige Charme dieses überteuerten B-Movies und ab diesem Zeitpunkt hatte ich wirklich Spaß damit. Es geht ordentlich zur Sache und das Blut spritzt meterweit. Hinzu kommt ein toll designtes Monster („Das Relikt“ lässt grüßen) und jede Menge Wikinger. Neben dem reinen Unterhaltungswert bietet „Outlander“ dann sogar immer mal wieder eine grandiose Einstellung, welche beinahe schon zu perfekt für diesen Film wirkt.

McCains Interpretation von „Die Legende von Beowulf“ richtet sich ganz klar an Genrefreunde. Alle anderen werden mit diesem Sci-Fi-Monster-Wikingerfilm wohl nur wenig Freude haben. Trotz offensichtlicher Schwächen hat mir dieser Mix sehr viel Spaß gemacht und ich kann mir durchaus die eine oder andere Wiederholungssichtung vorstellen. Mit eineinhalb zugedrückten Augen gibt es von mir 7/10 Punkte.

Stirb langsam 4.0 – OT: Live Free or Die Hard – Recut Version

Weiter geht es im Fortsetzungswahn. Len Wisemans „Stirb langsam 4.0“ ist das von Fans lange erwartete und gefürchtete Sequel zu den Actionklassikern der späten 80er und frühen 90er Jahre. Es lagen folglich Erwartungen vor, die unmöglich erfüllt werden konnten. Oder etwa doch?

Um es vorwegzunehmen: Len Wiseman ist mit seiner Modernisierung des Actionmythos ein durchaus würdiger Nachfolger gelungen. Stets unterhaltsam, mit einem herrlich aufspielendem Bruce Willis und ausreichend fetziger Action. Das eigentliche Kunstück war jedoch wohl John McClane glaubhaft in eine Bedrohungssituation zu bringen, die dem Kino des neuen Jahrtausends würdig ist und dementsprechend auch eine neue Generation von Kinogängern für den alternden Actionhelden begeistern kann.

Ich hatte wirklich befürchtet, dass die Cybercrime-Rahmenhandlung zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist und vom Sujet her absolut unpassend für diesen klassischen Heldentypus. Doch die Sache funktioniert erstaunlich gut, besonders wenn man den Spagat zwischen alter und neuer Zielgruppe bedenkt. Zwar gibt es wieder unzählige dumme Computerklischees und Logiklücken, doch abgesehen davon wirkt die Bedrohung doch recht real im heutigen Zeitalter der globalen Vernetzung.

Die Aufstellung der Bösewichte erinnert tatsächlich an die der klassischen Filme. Timothy Olyphant hat mir erstaunlich gut gefallen. Vielleicht etwas schmierig, doch insgesamt ein passender Gegenspieler im Rahmen der Handlung. Auch McClanes Sidekick Matt Farrell (Justin Long) war nicht ganz so nervig, wie ich das nach den Trailern befürchtet hatte. Dennoch hat er den Fokus von der eigentlichen Hauptfigur abgelenkt, was ich schade fand.

Die Actionszenen fand ich größtenteils klasse inszeniert, doch – wie hätte es anders sein sollen? – zu übertrieben und teils auch zu CGI lastig. Besonders der Kampf gegen den Jet hätte dann doch nicht in all seiner Ausführlichkeit sein müssen. Wenn ich so etwas sehen will, dann schaue ich mir lieber noch einmal James Camerons „True Lies“ an.

Insgesamt bin ich mit „Stirb langsam 4.0“ durchaus zufrieden. Ich hatte zwei Stunden lang wirklich großen Spaß und habe mich letztendlich doch nicht an so vielen Sachen gestört, wie ich anfangs noch befürchtet hatte. Wer mit den Modernisierungen leben kann und keinen waschechten 80er bzw. 90er Jahre Actionfilm erwartet, der dürfte auch als Fan viel Spaß mit John McClane im neuen Jahrtausend haben: 7/10 Punkte.

Tropic Thunder – Director’s Cut (2008)

Gestern Abend habe ich mir den Director’s Cut von Ben Stillers „Tropic Thunder“ angesehen. Davor hörte ich schon viel Gutes, aber auch viel Schlechtes über den Film. Letztendlich fand ich die Grundidee des Films aber so überzeugend, dass ich selbst einmal einen Blick riskieren wollte.

Man muss dem Film zugute halten, dass er wirklich lustig ist. Oft musste ich laut auflachen, was – ausgelöst durch Filme – sowieso viel zu selten vorkommt. Es werden nahezu alle Klischees des Vietnamkriegsfilms bedient und auch abgesehen von genrespezifischen Gags wird ganz Hollywood durch den Kakao gezogen. Allein die Fake-Trailer zu Beginn des Films sind zum Brüllen komisch und bringen mal eben auf den Punkt, was an vielen Hollywood-Produktionen so daneben ist.

Ben Stiller mischt in „Tropic Thunder“ plattesten Humor mit treffsicherer Satire und überzogenem Actionfilm – und diese Mischung funktioniert überraschend gut! Der Film ist – bis auf einige Längen – stets unterhaltsam und oft bin ich aus dem Grinsen gar nicht mehr rausgekommen. Schon allein Robert Downey Juniors Charakter ist der Brüller! Auf solch eine Idee muss man auch erst einmal kommen: ‚I’m the dude playin‘ the dude, disguised as another dude!‘

Probleme hat „Tropic Thunder“ etwas mit dem Genre, welches er parodieren möchte. Selbst vor 10 Jahren, als Ben Stiller und Justin Theroux mit der Idee aufgekommen sind, wäre der Vietnamkriegsfilm beinahe schon zu sehr aus dem Bewusstsein des normalen Kinozuschauers verschwunden gewesen. Vielleicht aber zieht der Film auch gerade daraus seinen Reiz. Aus dem Bekannten, das bereits ins kulturelle Unterbewusstsein der weltweit größten Kinonation gesickert ist.

Durch die übertriebene Parodie kann man die Charaktere leider nicht wirklich ernst nehmen. Emotion und Identifikation bleiben dadurch ebenso oberflächlich, wie die Figurenzeichnung selbst. Ein von der Prämisse ähnlich gestalteter Film, dem all dies viel besser gelingt, ist Dean Parisots „Galaxy Quest“ aus dem Jahr 1999. Treffsichere Satire, eine eigenständige Geschichte und ausgearbeitete Charaktere. Da hätte sich Ben Stiller noch etwas abschauen können.

Für Kenner des parodierten Genres und mit ein wenig Hintegrundwissen über die Mechanismen Hollywoods macht „Tropic Thunder“ verdammt viel Spaß. Man darf nur keinen tiefsinnigen Humor oder eine anspruchsvolle Geschichte erwarten. Meiner Meinung nach wäre mehr drin gewesen, doch garantiert auch weniger. Für zwei Stunden bombige Unterhaltung kann man definitiv einmal reinschauen: 7/10 Punkte.

Rob Roy

Was gibt es Schöneres, als einen äußerst schmackhaften Feiertag mit einem Film ausklingen zu lassen? Wohl nur wenig. Zufrieden und mit vollen Bäuchen haben wir uns Michael Caton-Jones‘ Historiendrama „Rob Roy“ angesehen, welches seit meiner Sichtung von „Braveheart“ ganz weit nach vorne auf meine Liste der wieder einmal zu sehenden Filme gerutscht ist.

Mein erster Kontakt mit Caton-Jones‘ Werk dürfte irgendwann 1994 oder 1995 gewesen sein, als ich meinen ersten PC mein Eigen nennen durfte. Diesem lag eine Windows 95 CD-ROM bei, welche ein paar Videoschnipsel enthielt, unter denen sich eben auch der Trailer zu „Rob Roy“ befand. Ich kann nicht sagen, wie oft ich mir diesen damals angeschaut hatte. Man kann sich heute in Zeiten von YouTube und Co. eben kaum noch vorstellen, wie außergewöhnlich und beeindruckend es damals war bewegte Bilder auf dem Bildschirm zu bewundern.

Bis ich endlich den vollständigen Film sah, sind noch einige Jahre ins Land gestrichen. Heute waren mir von den damaligen Sichtungen nur noch einige Szenen und der grobe Handlungsverlauf im Gedächtnis. Demnach hat sich der Film weit nicht so sehr in mein filmisches Bewusstsein gespielt, wie dies Mel Gibsons „Braveheart“ gelang. Ein Vergleich beider Filme bietet sich durchaus an und das nicht nur aufgrund der Nationalität ihrer Helden.

Ist „Braveheart“ ein großes Epos, in dem es um die Freiheit einer gesamten Nation geht, erzählt „Rob Roy“ eine eher persönliche Geschichte, welche das Ideal der Ehre in den Mittelpunkt stellt. Caton-Jones‘ Film ist dabei ruhiger und dezenter inszeniert. Die Geschichte bewegt sich in kleineren Kreisen und hat kaum Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung. Teils wirkt der Film sogar etwas altbacken, wenngleich dies nur einige wenige Einzelszenen betrifft.

So sehr mir bei meinen damaligen Sichtungen Tom Roths Darstellung des Archibald Cunningham gefallen hat, so enttäuscht war ich dieses Mal beinahe. Sicherlich ist er wohl das Abziehbild eines fiesen Psychopathen, doch erschien mir seine Rolle gerade deshalb allzu klischeehaft. Im Gegensatz dau hatte ich John Hurt nicht als ebenso hinterhältig in Erinnerung. Liam Neesons Heldenfigur ist toll gespielt, manchmal jedoch hatte ich den Eindruck ihm würde es etwas an Leidenschaft mangeln. Man merkt schon: Hundertprozentig konnte ich mich auf emotionaler Ebene nicht mit dem Film anfreunden.

Für mich war das Wiedersehen mit „Rob Roy“ durchaus gelungen, wenngleich ich den Film auch stärker in Erinnerung hatte. Freunde von historischen Abenteuerfilmen dürften auf jeden Fall Gefallen an dem filmischen Denkmal der schottischen Legende finden: 7/10 Punkte.

Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los – OT: Ice Age: Dawn of the Dinosaurs (2009)

Gerade habe ich mir Carlos Saldanhas „Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los“ angesehen. Zudem gab es eine kleine Prämiere: Dank meiner neuen Sehhilfe war das Blu-ray Erlebnis für mich heute so scharf wie nie zuvor. Wirklich äußerst beeindruckend. Doch das nur am Rande.

Der dritte Teil der „Ice Age“-Filme fällt sowohl inhaltlich, als auch inszenatorisch genau ins Raster seiner Vorgänger. Die bekannte Figurenkonstellation wird aufgebrochen und die Charaktere müssen sich zusammenraufen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Dabei wird – wie bereits im zweiten Teil – von Punkt A nach B marschiert. Eine Reise, auf der es etliche Abenteuer zu bestehen gibt. Die einzige Neuerrung ist die Umgebung: Ein geheimes Tal, welches von Dinosauriern bevölkert ist.

All das hört sich nun nicht sonderlich spektakulär an. Ist es auch nicht. Ich hatte jedoch meinen Spaß. Die Animation ist herrausragend, ich mag die Charaktere und fand sogar die teils ziemlich kindischen Gags amüsant. Ein etwas naiver und einfacher Spaß für die ganze Familie. Hinzu kommen einige Wortspiele, welche wohl nur den Erwachsenen einige Lacher abringen können. Richtig stark fand ich zudem die beeindruckende Tangosequenz. Kann was!

Wer bereits die beiden Vorgänger mochte, der macht auch mit „Ice Age 3“ nichts falsch. Insgesamt hat mir der Film in etwa so gut gefallen, wie der erste Teil. Zwar noch weit vom Animationsolymp entfernt, doch in meinen Augen weit gelungener, als so manch anderer Pixarklon. Aufgrund der Dinos wohl besonders für Kinder ein Heidenspaß: 7/10 Punkte.

Mirrors (2008)

Der zweite Film unseres gestrigen DVD-Abends war das 2008er Asia-Remake „Mirrors“ von Alexandre Aja. Der Film hatte mich damals bereits bei der Kinoverwertung gereizt, doch konnte er auch in den heimischen vier Wenden seine Wirkung voll entfalten.

mirrors

Im Gegensatz zu Ajas vorherigen Werken „High Tension“ und dem Remake von „The Hills Have Eyes“ ist „Mirrors“ eher ein klassicher Gruselfilm. Auch wenn es noch blutige Spitzen gibt, so konzentriert sich der Film doch wesentlich mehr darauf eine Geschichte zu erzählen und hetzt weniger von einer Goreszene zur nächsten. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – haben mich die visuellen Abartigkeiten dieses Films stärker beeindruckt.

Zur Geschichte muss ich vorausschicken, dass ich das Original „Into the Mirror“ nicht kenne. Insofern kann ich nicht Einschätzen, wieviel Aja und sein Team aus der Geschichte herausgeholt haben und wieviel eine reine Kopie ist. So oder so hat mir die Grundidee und ihre visuelle Umsetzung ausgezeichnet gefallen. Wirklich gruselig und nicht schon ein gutes dutzend Mal gesehen. Es ist zudem wirklich beeindruckend, wie es dem Produktionsteam gelungen ist in nahezu jeder Szene eine spiegelnde Oberfläche zu positionieren.

Auf die weitere Handlung möchte ich nun gar nicht weiter eingehen. Die Auflösung kann – wie so oft – ihr Versprechen nicht einlösen und wurde von mir eher mit einem Schulterzucken registriert. Die darauf folgende völlig unpassende Actionszene hat bei mir dagegen einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Das hätte es nun wahrlich nicht gebraucht. Will ich Kiefer Sutherland als Actionheld sehen, kann ich schließlich „24“ schauen. Der finale Twist war wiederum äußerst stimmungsvoll und wurde von mir auch nicht so erwartet.

Insgesamt ist „Mirrors“ ein wirklich gelungener Genrebeitrag, der durch atmosphärisch fotografierte Einstellungen und gezielt eingesetzte Schockmomente zu überzeugen weiß. Schwächen in der Auflösung verwehren dem Film allerdings vorderste Platzierungen in den Genrehitlisten: 7/10 Punkte.