Stirb langsam 4.0 – OT: Live Free or Die Hard – Recut Version

Weiter geht es im Fortsetzungswahn. Len Wisemans „Stirb langsam 4.0“ ist das von Fans lange erwartete und gefürchtete Sequel zu den Actionklassikern der späten 80er und frühen 90er Jahre. Es lagen folglich Erwartungen vor, die unmöglich erfüllt werden konnten. Oder etwa doch?

Um es vorwegzunehmen: Len Wiseman ist mit seiner Modernisierung des Actionmythos ein durchaus würdiger Nachfolger gelungen. Stets unterhaltsam, mit einem herrlich aufspielendem Bruce Willis und ausreichend fetziger Action. Das eigentliche Kunstück war jedoch wohl John McClane glaubhaft in eine Bedrohungssituation zu bringen, die dem Kino des neuen Jahrtausends würdig ist und dementsprechend auch eine neue Generation von Kinogängern für den alternden Actionhelden begeistern kann.

Ich hatte wirklich befürchtet, dass die Cybercrime-Rahmenhandlung zu sehr an den Haaren herbeigezogen ist und vom Sujet her absolut unpassend für diesen klassischen Heldentypus. Doch die Sache funktioniert erstaunlich gut, besonders wenn man den Spagat zwischen alter und neuer Zielgruppe bedenkt. Zwar gibt es wieder unzählige dumme Computerklischees und Logiklücken, doch abgesehen davon wirkt die Bedrohung doch recht real im heutigen Zeitalter der globalen Vernetzung.

Die Aufstellung der Bösewichte erinnert tatsächlich an die der klassischen Filme. Timothy Olyphant hat mir erstaunlich gut gefallen. Vielleicht etwas schmierig, doch insgesamt ein passender Gegenspieler im Rahmen der Handlung. Auch McClanes Sidekick Matt Farrell (Justin Long) war nicht ganz so nervig, wie ich das nach den Trailern befürchtet hatte. Dennoch hat er den Fokus von der eigentlichen Hauptfigur abgelenkt, was ich schade fand.

Die Actionszenen fand ich größtenteils klasse inszeniert, doch – wie hätte es anders sein sollen? – zu übertrieben und teils auch zu CGI lastig. Besonders der Kampf gegen den Jet hätte dann doch nicht in all seiner Ausführlichkeit sein müssen. Wenn ich so etwas sehen will, dann schaue ich mir lieber noch einmal James Camerons „True Lies“ an.

Insgesamt bin ich mit „Stirb langsam 4.0“ durchaus zufrieden. Ich hatte zwei Stunden lang wirklich großen Spaß und habe mich letztendlich doch nicht an so vielen Sachen gestört, wie ich anfangs noch befürchtet hatte. Wer mit den Modernisierungen leben kann und keinen waschechten 80er bzw. 90er Jahre Actionfilm erwartet, der dürfte auch als Fan viel Spaß mit John McClane im neuen Jahrtausend haben: 7/10 Punkte.

6 Gedanken zu “Stirb langsam 4.0 – OT: Live Free or Die Hard – Recut Version

  1. Der Film macht Spass, keine Frage und geht als Fortsetzung auch in Ordnung. Die von dir angesprochene CGI-Lastigkeit ist aber auch für mich das grösste Manko am Film.

    Etwas mehr handgemachte Actionszenen wären schon schön gewesen. Auch kommt es einem so vor, dass man durch den Sidekick ein jüngeres Publikum ansprechen wollte.

    Welche Fassung hast du dir angesehen? Kinofassung oder die Unrated/Recut Version?

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  2. Ganz genau. Man hat teils einfach den Spagat zwischen klassischer Zielgruppe und dem neuen, jüngeren Publikum überspannt. Aber auch das hätte schlimmer sein können.

    Angesehen hatte ich mir die Recut Version, doch soweit ich weiß sollen die Unterschiede ja gar nicht so gravierend sein.

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  3. 27 Gewaltzensuren
    37 Dialogzensuren / -änderungen
    12 Geschnittene Szenen
    laut schnittberichte.com
    http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=4522

    Ich kenne aber nur die Kinofassung, da es den Recut nicht auf Blu-ray gibt. Kann also nicht genau sagen wie gravierend diese Änderungen ins Gewicht fallen.

    Die ganzen Gewaltschnitte zeigen aber, dass man den Film für eine lukrative PG-13 Freigabe in den USA Familienfreundlicher gemacht hat.

    Würde aber bei uns was die Altersfreigabe angeht nichts ändern, da beide Fassungen ab 16 sind. 🙂

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  4. Den Schnittbericht habe ich mir auch schon angesehen. Doch ich finde, dass sich die reelle Wirkung der Änderungen dadurch nicht immer vollständig nachvollziehen lässt. Dazu muss man wohl beide Fassungen gesehen haben. Mein erster Eindruck ist jedoch, dass die Änderungen eher geringfügiger Natur sind. Aber mal sehen, vielleicht schaue ich das nächste Mal einfach die Kinoversion. In der DVD-Box sind ja beide Fassungen enthalten…

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  5. Ok. Danke. Werde mir vielleicht auch mal noch den Recut holen, damit ich selber vergleichen kann.
    Sieht halt bei dem Schnittbericht nach so vielen geänderten Szenen aus.

    PS: Sorry, habe erst jetzt gesehen dass du ja schon im Titel geschrieben hast, welche Fassung du geschaut hast. 🙂

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  6. Kein Problem. Sollte mir wohl auch mal ein genaueres Beschriftungssystem für meine Sichtungen überlegen, aber dann müsste ich wieder Nacharbeiten aufgrund von Inkonsistenzen usw. Folglich bleibt wohl alles erst einmal beim Alten… 😉

    Den Recut gibt es zurzeit wohl bei Karstadt auch günstiger. Wenn man den immer mal wieder im Blick hat, dürfte man kaum mehr als 10 Euro dafür zahlen müssen.

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