Tropic Thunder – Director’s Cut (2008)

Gestern Abend habe ich mir den Director’s Cut von Ben Stillers „Tropic Thunder“ angesehen. Davor hörte ich schon viel Gutes, aber auch viel Schlechtes über den Film. Letztendlich fand ich die Grundidee des Films aber so überzeugend, dass ich selbst einmal einen Blick riskieren wollte.

Man muss dem Film zugute halten, dass er wirklich lustig ist. Oft musste ich laut auflachen, was – ausgelöst durch Filme – sowieso viel zu selten vorkommt. Es werden nahezu alle Klischees des Vietnamkriegsfilms bedient und auch abgesehen von genrespezifischen Gags wird ganz Hollywood durch den Kakao gezogen. Allein die Fake-Trailer zu Beginn des Films sind zum Brüllen komisch und bringen mal eben auf den Punkt, was an vielen Hollywood-Produktionen so daneben ist.

Ben Stiller mischt in „Tropic Thunder“ plattesten Humor mit treffsicherer Satire und überzogenem Actionfilm – und diese Mischung funktioniert überraschend gut! Der Film ist – bis auf einige Längen – stets unterhaltsam und oft bin ich aus dem Grinsen gar nicht mehr rausgekommen. Schon allein Robert Downey Juniors Charakter ist der Brüller! Auf solch eine Idee muss man auch erst einmal kommen: ‚I’m the dude playin‘ the dude, disguised as another dude!‘

Probleme hat „Tropic Thunder“ etwas mit dem Genre, welches er parodieren möchte. Selbst vor 10 Jahren, als Ben Stiller und Justin Theroux mit der Idee aufgekommen sind, wäre der Vietnamkriegsfilm beinahe schon zu sehr aus dem Bewusstsein des normalen Kinozuschauers verschwunden gewesen. Vielleicht aber zieht der Film auch gerade daraus seinen Reiz. Aus dem Bekannten, das bereits ins kulturelle Unterbewusstsein der weltweit größten Kinonation gesickert ist.

Durch die übertriebene Parodie kann man die Charaktere leider nicht wirklich ernst nehmen. Emotion und Identifikation bleiben dadurch ebenso oberflächlich, wie die Figurenzeichnung selbst. Ein von der Prämisse ähnlich gestalteter Film, dem all dies viel besser gelingt, ist Dean Parisots „Galaxy Quest“ aus dem Jahr 1999. Treffsichere Satire, eine eigenständige Geschichte und ausgearbeitete Charaktere. Da hätte sich Ben Stiller noch etwas abschauen können.

Für Kenner des parodierten Genres und mit ein wenig Hintegrundwissen über die Mechanismen Hollywoods macht „Tropic Thunder“ verdammt viel Spaß. Man darf nur keinen tiefsinnigen Humor oder eine anspruchsvolle Geschichte erwarten. Meiner Meinung nach wäre mehr drin gewesen, doch garantiert auch weniger. Für zwei Stunden bombige Unterhaltung kann man definitiv einmal reinschauen: 7/10 Punkte.

8 Gedanken zu “Tropic Thunder – Director’s Cut (2008)

  1. Da stimme ich absolut zu. Schöne Unterhaltung, der Film hat seine Brüller (Tom Cruise‘ großartiger Gastauftritt etwa), aber voll und ganz überzeugt hat er mich nicht. Zumindest nicht in dem Maß, dass es die überwältigenden Kritiken rechtfertigen würde, die der Film damals bekommen hat (sofern ich mich richtig erinnere). Immerhin ein sehr spaßiger Film.

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  2. Ich hatte damals viele gemischte Meinungen gehört. Letztendlich bekam ich mit dem Film dann ziemlich genau das, was ich erwartet hatte. Eine alberne Satire auf Hollywood, welche teils wirklich saukomisch ist, teils aber eben auch nur dämlich. Dennoch – oder gerade deshalb – verdammt unterhaltsam. Tom Cruise war auch grandios, stimmt! 😀

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  3. Ich glaube, an diesen Film bin ich mit zu hohen Erwartungen gegangen. Irgendwie fand ich ihn weder lustig noch unterhaltsam. Wenn ich mich recht erinnere, kam mir das Ansehen auch wie eine Ewigkeit vor. Keine Ahnung, warum – die Grundidee gefällt mir eigentlich nach wie vor ziemlich gut.

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  4. Wenn dir die Grundidee gefällt und die evtl. auch etwas mit Science-Fiction anfangen kannst, dann kann ich dir nur „Galaxy Quest“ ans Herz legen. Der Humor ist deutlich gezügelter, als bei den oftmals doch recht infantilen Späßen in „Tropic Thunder“. Mich hat auch dieser jedoch sehr gut unterhalten!

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