Vergebung (Stieg Larsson)

Zu behaupten seit der Geburt unseres Zappelinchens hätte ich mehr Zeit zum Lesen, wäre maßlos übertrieben. Immerhin bieten sich mir in letzter Zeit nun wieder mehr Gelegenheiten dem gedruckten Wort meine Aufmerksamkeit zu schenken, als den zuvor dominierenden audiovisuellen Medien. So habe ich in den vergangenen Tagen endlich Stieg Larssons „Vergebung“ zu Ende gelesen. Das Finale der „Millenium“-Trilogie hat dabei deutlich mehr Zeit beansprucht als seine beiden Vorgänger, was einerseits den knapp 900 Seiten, andererseits aber auch der deutlich zäheren Handlung geschuldet ist.

Zunächst einmal muss ich festhalten, dass die gesamte Trilogie ein großer Lesegenuss für mich war. Stieg Larsson ist das Kunststück gelungen die verschiedensten Genres zu einem wirklich stimmungsvollen Gesamtwerk zu verbinden. War „Verblendung“ eher ein klassicher Thriller, welcher in Form einer Detektivgeschichte erzählt wurde, stellte „Verdammnis“ die düstere Lebensgeschichte einer seiner beiden Hauptfiguren in den Vordergrund. „Vergebung“ gipfelt letztendlich in einem komplexen Verschwörungsthriller – eine Entwicklung, welche ich zu Beginn so wirklich nicht erwartet hatte.

Für Freunde der beiden Vorgänger, ist auch der Abschluss der Trilogie absolut empfehlenswert. Die Geschichte wird zu einem runden Ende gebracht, wenngleich die Spannung davor doch ab und zu auf der Strecke bleibt. So interessant es auch ist den genauen Hintergrund der Sektion und der damit verbundenen Verschwörung zu erfahren, so langatmig und redundant sind diese Ausführungen doch über weite Strecken. Auch den abschließenden Prozess hätte man wohl mitreißender gestalten können, denn es bestand nie auch nur der geringste Zweifel, wie dieser wohl ausgehen wird.

Trotz seiner Schwächen habe ich „Vergebung“ stets sehr gerne gelesen. Schon alleine schon aufgrund der Figuren, die mir inzwischen wirklich ans Herz gewachsen sind. Wie es in einem guten Buch eben sein sollte. Der Abschied fällt dementsprechend etwas schwer, wenngleich ich mich auch freue einmal wieder etwas anderes zu lesen. Der Abschluss von Stieg Larssons Vermächtnis bekommt von mir gute 8/10 Punkte.

Party Down – Season 2

Die Party geht weiter! Wie bereits im Vorjahr bringt Rob Thomas auch in „Party Down – Season 2“ die Ausgestoßenen der Traumfabrik auf den Bildschirm zurück. Noch absurdere Parties, noch mehr Gaststars und vor allem noch mehr Fremdschämen. Ein abermals äußerst humorvoller Blick auf die weniger schönen Seiten Hollywoods.

Die Vielfalt der gezeigten Parties ist wieder einmal famos. Sogar noch etwas gelungener, als in der ersten Staffel. Ob es im Backstagebereich eines Rock-Konzerts zur Sache geht, eine Sexorgie nicht so richtig in Fahrt kommen will, Steve Guttenberg für die Party Down-Crew einen Schauspielworkshop veranstaltet oder es auf dem Firmenfest von Party Down zu bizzaren Wettkämpfen kommt, die Serie lebt von ihren Charakteren. Besonders Ken Marinos Ron Donald bietet eine teils fast schon schmerzhafte Fremdschämparade und wird nur noch durch die abdurden Handlungen der verhinderten Schauspieler und Drehbuchautoren überboten.

Den Ausstieg von Jayne Lynch (für ihre Rolle in „Glee“) fand ich recht gut zu verschmerzen, da mit Megan Mullally ein recht brauchbarer Ersatz gefunden wurde. Zudem hat Lynch zumindest einen fabelhaften Gastauftritt in der letzten Episode. Lizzy Caplan ist von ihrem Ausflug nach Bon Temps zurückgekehrt, während Hauptdarsteller Adam Scott gerade noch in Pawnee weilt. Da die Serie nun bereits offiziell abgesetzt ist, muss man zumindest keine Angst mehr haben, dass weitere Schauspieler abspringen. Doch das ist leider kein wirklicher Trost. Extrem schade.

Für mich hat sich „Party Down“ (leider nur kurzzeitig) zu einer festen Größe im Genre der etwas anderen Comedyserien mausern können. Durch die recht knapp bemessene Episodenzahl von gerade einmal 10 Folgen kommt absolut keine Langeweile auf und man ist so schnell aus dem Leben dieses verlorenen Häufchens verschwunden, dass man das Gefühl hat die Figuren nur zu einem Bruchteil zu kennen. Vermutlich ist dies auch mein einziger Kritikpunkt. Aber nur ein kleiner. Insofern absolut sehenswert: 8/10 Punkte.

Mad Men – Season 1

Die Suche nach neuen, sehenswerten TV-Serien ist oft ein Glücksspiel. Selbst wenn man sich vorab informiert, so sind die ganz großen Highlight doch eher selten. Vielleicht habe ich auch schon alle grandiosen Serien gesehen? Vielleicht kommt da nichts mehr nach? Doch dann stolpert man über eine Serie, wie „Mad Men – Season 1“ und darf endlich wieder an die großen Momente der TV-Geschichte glauben. Fantastisch!

Man sieht der Serie auf den ersten Blick an, dass Showrunner Matthew Weiner stark bei „The Sopranos“ involviert war. Diese langen Einstellungen, die ruhigen Bilder. Der beinahe schon zähe Erzählfluss. All diese Merkmale lassen sich auch in „Mad Men“ wiederfinden. Natürlich gibt es weniger Sex und Gewalt, denn schließlich befinden wir uns in den frühen 1960er Jahren (und darüber hinaus auch nicht mehr auf HBO). Auch wenn sich die Inhalte beider Serien stark voneinander unterscheiden, so vermute ich jedoch stark, dass beide Serien ein ähnliches Publikum anziehen – und sei es alleine aufgrund der formalen Aspekte.

Doch auch inhaltlich gibt es durchaus Parallelen: Sowohl Tony Soprano, als auch Don Draper sind zerissene Figuren, die an der Kluft zwischen ihrem übermächtigem Job und ihrem Familienleben scheitern. Beide Charaktere sind egomanisch veranlagt und besitzen in den seltsamsten Situationen dennoch ein irgendwie eine gute Seite. Letztendlich führen beide Wege in die Finsternis, nur „Mad Men“ versucht dem Zuschauer das viel besser zu verkaufen. Die magische Welt der Werbung, anstelle der dreckigen Straßen New Jerseys.

Was mich neben der wunderbar detaillierten Figurenzeichnung, der einfach nur klassisch schönen Inszenierung und den packenden Geschichten am meisten begeistert, ist eindeutig der genaue Blick auf die vergangene Wunderwelt der Werbung. Als jemand aus der Branche kann ich nur staunen, wie damals mit Budgets um sich geworfen wurde, wie die Agenturen gegenüber Kunden auftraten und welchen Stellenwert Werbeschaffende hatte. Wirklich faszinierend. So glamourös dieser Job auch dargestellt wird, so klar wird auch gezeigt, dass dies nur in der portraitierten Zeit funktionieren konnte. Die Dekadenz der Mad Men hat ihre eigene Branche zerstört. Heute ist Werbung profan. Der Zauber ist weitgehend verflogen.

„Mad Men“ ist ein grandioses, oft sperriges und doch stets sehenswertes Drama. Man sollte als Zuschauer Geduld mitbringen und sich im Idealfall für die zeitliche Periode sowie die portraitierte Werbewelt interessieren. Doch auch der Rest der Zuschauer kann sich an der perfekten Inszenierung, dem grandiosen Szenenbild und dem wunderbaren Schauspiel ergötzen. Für mich die beste Serie seit meinem „The Sopranos“-Marathon. Interessierte Leser sollten sich übrigens unbedingt die fantastische Blu-ray zulegen. Diese wird der Serie in absolut jeder Hinsicht gerecht: 10/10 Punkte.

Prädikat: Lieblingsserie

Legend of the Seeker – Season 2

Mit dem Staffelfinale von „Legend of the Seeker – Season 2“ geht wieder einmal eine von mir geschätzte Serie zu Ende. Im Gegensatz zum letzten Jahr wusste ich dieses Mal, was ich zu erwarten hatte und bekam genau das – und noch viel mehr – zu sehen. Nun ist es leider vorbei und wieder einmal klafft eine Genreloch im TV-Einerlei.

Während der Sichtung der ersten Staffel war ich öfter einmal enttäuscht von der Handlung und Inszenierung dieses Fantasyepos. Dennoch konnte mich die Serie – schon alleine aufgrund ihres Genres – bei der Stange halten. Auf die zweite Staffel hatte ich mich demnach zwar gefreut, hielt meine Erwartungen aber bewusst niedriger – und was soll ich sagen? Mir ist die Serie in ihrem zweiten (und leider letztem) Jahr ziemlich ans Herz gewachsen, was vor allem an ihrem ungestümen Charme liegt.

Die Geschichte um Richard Cypher, der mit seiner magischen Entourage gegen den Herren der Unterwelt kämpft, ist altbekannt aber durchaus mitreißend erzählt. Dies liegt vor allem am Einfallsreichtum der Autoren, die das relativ geradlinige Abenteuer unserer Helden mit stets neuen Absurditäten torpedieren. In ihren besten Momenten erinnert mich die Serie hier sogar an Joss Whedons Werke (insbesondere „Buffy: The Vampire Slayer“), in denen die bekannte Situation auch öfter einmal durch Kniffe, wie alternative Realitäten, Körpertausch oder Doppelgänger, auf den Kopf gestellt wurde.

Wenn man sich erst einmal an den leicht trashigen Charme der Serie gewöhnt hat, dann macht sie unglaublich viel Spaß. Umso enttäuschter bin ich nun auch darüber, dass man das Projekt schon wieder eingestampft hat. Mystery und Comedy sind ja schön und gut, doch wo bleibt die nächste Fantasyserie? Ich hoffe sehr, dass die HBO-Verfilmung von „A Song of Ice and Fire“ da einiges wett machen kann und eventuell sogar den Boden für weiter Projekte dieser Art ebnet.

Zu behaupten, dass „Legend of the Seeker“ für Genrefreunde nur aufgrund mangelnder Alternativen zum Pflichtprogramm gehören sollte, würde der Serie jedoch nicht gerecht werden. Selten hat mich eine Geschichte mit teils recht holpriger Handlung und oft trashiger Inszenierung so für sich eingenommen. Das nennt man dann wohl Charme und davon besitzt dieses ungeschliffene Fantasyjuwel eine ganze Menge: 8/10 Punkte.

District 9 (2009)

Vor ein paar Jahren bin ich über einen Kurzfilm namens „Alive in Joburg“ gestolpert, der mich tief beeindruckt hat. Eine unglaubliche Atmosphäre und teils wirklich verstörend anzusehen. Als ich mitbekam, dass Regisseur Neill Blomkamp mit „District 9“ eine Spielfilmversion seines Kurzfilms plant, kannte meine Begeisterung keine Grenzen. Wie es leider jedoch immer öfter der Fall ist, habe ich den Film im Kino verpasst und musste nun auf die Blu-ray zurückgreifen.

Wow. Was für ein beeindruckender Film. Schon lange habe ich nichts mehr so Außergewöhnliches gesehen. Einen Film, der sich in keine Schublade stecken lässt. Unterschiedlichste Genres und Inszenierungsstile werden hier zusammengewürfelt, nur um am Ende ein absolut beeindruckendes Gesamtbild zu schaffen. Schon alleine dafür muss man „District 9“ eigentlich lieben. Neill Blomkamp hat die Prämisse seines Kurzfilms einerseits erweitert, andererseits aber auch auf gewisse Elemente fokussiert, was der Kinoversion einen etwas anderen Drall gibt.

„District 9“ setzt sich in meinen Augen aus drei Segmenten zusammen. Das erste Drittel des Films ist ziemlich nahe am Kurzfilm und zeigt uns eine bitterböse Satire auf die Apartheid, welche teils urkomisch, oft aber einfach nur erschreckend nahe an der Realität ist. Im zweiten Drittel schwenkt die Handlung auf ein zutiefst menschliches Drama à la „Die Fliege“ (1986) um und lässt den Jäger zum Gejagten werden. Dieses Mittelstück hatte für mich ein paar Längen und Logikfehler, wenngleich es sich in seiner Gesamtheit wunderbar in den Film einfügt. Das letzte Drittel zeigt uns schließlich eine actionhaltiges Buddymovie im Sci-Fi-Setting, welches ziemlich zur Sache geht und wirklich fantastisch aussieht.

Neill Blokamps Film ist nicht immer leichte Unterhaltung. Teils ist es fast schon anstrengend dem Springen zwischen den Genres zu folgen und einen Überblick über den Wechsel zwischen Mockumentary und klassischen Spielfilmszenen zu behalten. Lässt man sich aber auf dieses ungewöhnliche Erlebnis ein, dann wird man mit einem der intensivsten und spannendsten Filme der letzten Jahre belohnt. Nicht perfekt, nicht immer rund, aber stets mitreißend. Ein Film, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Das sollte es definitiv öfter geben und somit kann ich nur eine zwingende Empfehlung für alle Filmfreunde aussprechen: 9/10 Punkte.

Parks and Recreation – Season 1 & 2

Was bin ich dieser Serie zu Beginn ausgewichen. Neben „The Office“ eine weitere Serie im Pseudodokustil, braucht man das wirklich? Heute kann ich ganz klar sagen: Ja, gar keine Frage! Greg Daniels und Michael Schur haben mit „Parks and Recreation – Season 1 & 2“ eine würdige Ergänzung zu diesem Subgenre geschaffen, welche ihr Vorbild inzwischen schon zu überflügeln weiß. Dabei hat alles so unspektakulär begonnen…

Wie bereits das Vorbild „The Office“ startet auch die mit sechs Episoden ebenso knapp bemessene erste Staffel von „Parks and Recreation“ eher schwach, was rückblickend auch an den noch fremden Charakteren liegen mag. Hat man sich jedoch erst einmal mit Leslie Knope und ihrem Team angefreundet, bleibt wahrlich kein Auge mehr trocken. Die Charaktere sind so gut geschrieben, dass es eine wahre Freude ist. Eine absurde Situation jagt die nächste, was in einem herrlich satirischen Blick auf die amerikanische Kommunalpolitik mündet.

Ich muss sagen, dass ich „Parks and Recreation“ gegenüber „The Office“ fast schon den Vorzug gebe. Letztere Serie hat sich über die Jahre aber auch schon ziemlich abgenutzt und im direkten Vergleich wirkt Pawnee einfach frischer und frecher als Scranton. Vermutlich sollte man es mit dem Vergleichen aber auch nicht übertreiben, denn schließlich lassen sich beide Serien an der Spitze der US-Comedyshows finden.

„Parks and Recreation“ sollten Freunde der Vorgängerserie sowie Comedyfreunde im Allgemeinen dringend in ihr Pflichtprogramm aufnehmen. Für mich wohl eine der positivsten Serienüberraschungen in jüngster Zeit. Bitte mehr davon. Am liebsten jetzt und sofort: 9/10 Punkte.

Sherlock Holmes (2009)

Früher habe ich Guy Ritchies Filme geliebt. Sowohl „Lock, Stock and Two Smoking Barrels“ als auch „Snatch“ waren damals echte Kultfilme in meinem Freundeskreis. Danach habe ich jedoch schnell das Interesse an Ritchies Werk verloren. Erst mit seiner 2009er Interpretation von „Sherlock Holmes“ tauchte er wieder auf meinem Radar auf. Eine zweifelsfrei lohnende Wiederbegegnung. Keine Frage.

Zunächst einmal fällt die grandiose Optik des Films auf. Die Ausstattung ist wahrlich überwältigend. Besonders das detailreiche Bild der Blu-ray lädt öfter einmal dazu ein, einzelne Frames ausführlich zu studieren. Trotz des viktorianischen Settings wirkt der Film unglaublich dynamisch und modern. Hier hat man – auch was die Charaktere angeht – eine äußerst faszinierende Mischung aus klassischem Abenteuer- und modernem Actionfilm geschaffen. Da macht das Zuschauen wirklich Spaß.

Neben der Optik lebt der Film vor allem von seinen Darstellern. Robert Downey Jr. („Ironman“) und Jude Law geben ein herrliches Leinwandpaar, welches eine wunderbare Chemie besitzt. Dabei kann der Film eine homoerotische Spannung zwischen seinen Figuren nicht verleugnen, was auch durchaus zum schrägen Ton des Films passt. Die leider nicht sonderlich tief gehenden Charaktermomente sind auch das Highlight des Films und trösten über so manche Schwäche in der Geschichte hinweg.

Die Handlung ist wirklich nicht sonderlich innovativ. Ein Bösewicht, ein paar falsche Fährten, stimmungsvolle Sets und ein paar knackige Actionsequenzen. Am Ende dann eine wenig überraschende Auflösung samt Showdown. Leider nichts, was besonders lange im Gedächtnis bleiben wird. Das ist leider auch der Knackpunkt, der dem Film letztendlich eine höhere Bewertung verwehrt.

Guy Ritchies „Sherlock Holmes“ ist eine spannend inszenierte und modern visualisierte Interpretation der klassischen Detektivreihe. Der Film macht teils (besonders in seiner Hälfte) unglaublich viel Spaß, gegen Ende enttäuscht die Geschichte dann leider doch etwas. Dennoch sollte man sich den Film alleine aufgrund seiner famosen Optik und den gut aufgelegten Darstellern ansehen. Einfach unterhaltsames Popcornkino: 7/10 Punkte.

V – Season 1

Neben „Flash Forward“ hatte ich mich im aktuellen Serienjahr besonders auf „V – Season 1“ gefreut. Ein weiteres großbudgetiertes und mysterylastiges Actiondrama, das durchaus vielversprechend aussah. Besonders wenn man die Qualität des letzten großen Serienremakes namens „Battlestar Galactica“ bedenkt, dann hätte „V“ wirklich ein großer Erfolg werden können.

Die Ausgangssituation der Serie ist für mich durchaus faszinierend. Ich mag Science-Fiction und „V“ schien mir exakt die richtige Mischung aus Drama, Action und eben Sci-Fi zu besitzen. Eine Alien-Invasion, Widerstandskämpfer, Verschörung, neue Technologien – was kann man mehr wollen? Wie mir während dieser ersten Staffel klar wurde so einiges, z.B. eine spannende und stetig fortschreitende Handlung. Die Kritikpunkte, die ich bereits für „Flash Forward“ formuliert habe, lassen sich nahezu unverändert auch für „V“ übernehmen. Somit waren beide diesjährige Serienhoffnungen leider ein kleine Enttäuschung.

Im Gegensatz zu „Flash Forward“ verzeihe ich „V“ die Fehler aber irgendwie leichter. Vielleicht liegt das am teils recht trashigen Look der Serie, vielleicht an der abgehobeneren Ausgangssituation, vielleicht aber auch an der Möglichkeit, dass sich die Serie theoretisch noch weiterentwickeln kann. Gegen Ende der Staffel nahm die Handlung zudem endlich Fahrt auf und somit bin ich tatsächlich daran interessiert zu erfahren, wie es mit unseren Helden weitergehen wird. Und natürlich mit Anna (Morena Baccarin, „Firefly“) und ihrer jetzt ja deutlich dezimierten Brut.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich die Originalserie aus den 80er Jahren nicht kenne, mich die Cover der VHS-Kassetten aber schon als Jugendlichen fasziniert hatten. Ob das Remake besser ist? Schlechter? Ich vermag es nicht zu sagen. Um einen bleibenden Eindruck mit „V“ zu hinterlassen, müssen sich die Autoren in der zweiten Staffel auf jeden Fall mächtig ins Zeug legen: 6/10 Punkte.

Two and a Half Men – Season 4

Weiter geht es mit Onkel Charlie und seiner erweiterten Familie. Auch im vierten Jahr bleibt „Two and a Half Men – Season 4“ absolut sehenswert, was wohl vor allem den wunderbaren Schauspielern zuzuschreiben ist. Und auch sonst bleibt alles beim Alten.

Die Veränderungen der letzten Staffel wurden – wie von mir prophezeit – wieder komplett rückgängig gemacht. Man hat erneut den Status Quo erreicht, allerdings nicht ohne Alan noch weiter in die Abhängigkeit von seinem Bruder zu treiben. Dies birgt wiederum neue Quellen für urkomische Gags auf Alans Kosten. Doch auch Charlie kommt nicht immer ungestraft davon, was für den Zuschauer durchaus einiges an Befriedigung bereithält.

Neben Bertha ist mein Liebling in dieser Staffel natürlich wieder Jake, der mit seinen – wenn auch oft nur kurzen – Auftritten immer für die größten Lacher sorgt. Herrlich waren auch wieder Judiths spezielle Ansichten, welche sich besonders im Zusammenspiel mit Dr. Melnick zeigten sowie Alans Reaktionen darauf. Schade fand ich dagegen den Abschied von Rose, doch wer weiß ob wir sie nicht doch noch einmal wiedersehen werden?

Viel gibt es zu dieser Staffel nicht mehr zu sagen. Sie reiht sich qualitativ und inhaltlich perfekt in die Gesamtserie ein und man kann wunderbar eine nach der anderen Episode wegschauen. Nun bleibt mir nur noch eine Staffel, dann wird es Zeit für DVD-Nachschub. Einfach tolle Unterhaltung: 8/10 Punkte.

The Big Bang Theory – Season 3

In der Zeit der spektakulären Serien- bzw. Staffelfinale geht der Abschluss von „The Big Bang Theory – Season 3“ natürlich etwas unter. Für eine Sitcom hält die aktuelle Staffel dennoch ein recht spannendes Finale parat, das die Vorfreude auf ein viertes Jahr mit der nerdigen Truppe rund um Leonard und Sheldon schürt.

Ich hatte den Eindruck, dass die aktuelle Staffel von „The Big Bang Theory“ in der generellen Rezeption um einiges schlechter wegkommt, als noch die vorhergehende Staffel. Erklären kann ich mir das nicht wirklich, hatte ich doch wieder enorm viel Spaß mit meinen – zumindest amerikanischen – Lieblingsnerds. Leonard und Penny sind endlich ein Paar, Wolowitz und Koothrappali besitzen nach wie vor ihre ganz eigene Dynamik und Shelden ist so oder so der eigentliche Held der Show.

Der Fokus auf Sheldon hatte ja bereits in der zweiten Staffel enorm zugenommen und wurde tatsächlich noch ausgebaut. Dies mag manchmal übertrieben wirken, doch dem Unterhaltungswert schadet diese geringfügige Neuausrichtung auf keinen Fall. Leonard ist sowieso nicht die interessanteste Figur und solange das aktuelle Gleichgewicht bestehen bleibt, freue ich mich wahrlich über die Auswirkungen jeder neue Eskapade Sheldons auf die ohnehin schon gestörte Gruppendynamik: Bazinga!

Mit „The Big Bang Theory“ geht es mir ähnlich wie mit „Two and a Half Men“, der zweiten Serie von Chuck Lorre die ich zurzeit verfolge. Obwohl die Handlung oft nur eine Variation bereits bekannter Ereignisse darstellt, fühle ich mich stets famos unterhalten. Da mich zudem die nerdige Thematik anspricht, zählt die Serie nach wie vor zu meinen aktuellen Sitcomfavoriten: 9/10 Punkte.