Zum Start meines Osterurlaubs habe ich recht spontan entschlossen, ins Kino gehen zu wollen. Der Rest der Familie war von der Idee auch angetan, so dass ich kurzerhand Karten gekauft habe. Wie bereits mehrmals im letzten Jahr, haben wir wieder meine Mama mitgenommen und waren danach noch lecker essen. Angeschaut haben wir uns „Der Astronaut: Project Hail Mary“, von dem ich im Vorfeld bereits viel Gutes gehört hatte. Wie sehr mich der Film begeistern sollte, hätte ich jedoch nicht geahnt… 👨🏻🚀🪨

Der Astronaut: Project Hail Mary (2026) | © Sony Pictures
Ein großartig positives Science-Fiction-Abenteuer
Wie war es um mein Vorwissen bestellt? Ich kenne den Autor der Vorlage Andy Weir von „Der Marsianer“ und hatte sehr viel Spaß mit dem Buch. Auch dessen Verfilmung mochte ich sehr. Weiterhin hatte ich den Trailer zu „Der Astronaut: Project Hail Mary“ gesehen und wusste deshalb schon um die Wendung am Ende des ersten Drittels. Wobei Wendung zu viel gesagt ist, denn ich hatte nicht weniger Spaß mit dem Film, weil ich bereits um Rocky wusste. Aber ich greife vorweg. Wie bereits bei „Der Marsianer: Rettet Mark Watney“ hatte ich wieder enorm viel Spaß mit den wissenschaftlichen Aspekten der Geschichte. Das hat Andy Weir wirklich drauf. Im Gegensatz zu vielen Genre-Produktionen fühlen sich seine Werke wirklich an wie Science-Fiction im besten Sinne. Muss man natürlich mögen, doch Phil Lord und Chris Miller (bekannt für u.a. „The LEGO Movie“) inszenieren all das so unterhaltsam, dass es eine wahre Freude (an der Wissenschaft) ist.
Wenn Ryland Grace schließlich auf den außerirdischen Rocky trifft, hatte mich der Film vollkommen für sich eingenommen. Ich war wirklich begeistert ob er Annäherung der beiden Lebensformen. Der Geschichte wohnt eine unglaublich positive Botschaft inne. Gerade in heutigen Zeiten, in denen Xenophobie, Rassismus und Leugnung von Wissenschaft an der Tagesordnung stehen, ist es eine Freude, dass die Menschheit durch Offenheit und Wissenschaft gerettet werden kann. Ich liebe alles daran. Dabei schwingt „Der Astronaut: Project Hail Mary“ nie die Moralkeule, sondern alles ist wunderbar leichtfüßig und witzig erzählt. Auch emotional wird es an so mancher Stelle. Sogar so sehr, dass der Zwergofant nach dem Film von feuchten Augen berichtete. Normalerweise ist er dafür überhaupt nicht anfällig und nur der Papa weint bei Filmen. „Der Astronaut: Project Hail Mary“ hat uns aber beide hart erwischt. Das liegt natürlich auch am famosen Schauspiel von Ryan Gosling und Sandra Hüller, die beide den Film tragen. Bei Hüllers Vortrag von Harry Styles‘ „Sign of the Times“ hatte ich schon alleine vor Rührung Tränen in den Augen. Natürlich darf auch Rocky nicht vergessen werden, der ein vollwertiger Charakter in dem Film ist.
Gibt es auch Kritikpunkte an „Der Astronaut“?
Die Struktur des Films trägt wunderbar zur Charakterentwicklung bei, erinnern wir uns doch gemeinsam mit Hauptfigur Ryland Grace an die einzelnen Stationen vor der großen Reise. Die Szenen im All werden im modernen 2,00:1-Format präsentiert, während wir die Flashbacks in 2,39:1-Widescreen zu sehen bekommen. Das macht eine Einordnung sehr einfach. Dramaturgisch funktioniert all das wunderbar und man kann die Entwicklung Rylands komplett nachvollziehen. Hier komme ich auch zum einzigen Kritikpunkt, denn ich fand Phil Lord und Chris Miller hätten früher aus dem Film aussteigen können. Das Auserzählen ist vermutlich der Vorlage geschuldet, die ich allerdings noch nicht kenne. Für mich wäre es perfekt gewesen, den Film zu dem Zeitpunkt enden zu lassen, in dem sich Grace dafür entscheidet, Rocky zu retten. Also genau in dem Moment, in dem er komplett selbstlos handelt. Quasi genau die gegenteilige Entscheidung zu jener, die er in der vorherigen Rückblende getroffen hat. Das Auserzählen in der Biosphäre auf Rockys Planeten wirkte für mich etwas aufgesetzt und ein knapperes Finale hätte ich gelungener gefunden. Davon abgesehen jedoch perfekte Kinounterhaltung:
Fazit
Mich hat „Der Astronaut: Project Hail Mary“ wirklich extrem begeistert. So sehr, dass ich auch noch die Vorlage lesen will. Der Zwergofant war restlos angetan und dieser Kinobesuch wird einen nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterlassen. Frau bullion und das Zappelinchen fanden den Film gut, doch hat er nicht 100%-ig gezündet. Meine Mama war auch sehr angetan, fand nur ebenfalls das Finale zu lang. Mein Ziel ist mit 80 Jahren ebenfalls noch so offen für neue Kinofilme zu sein. Falls es dann noch Kinos gibt. Doch enden wir auf einer positiven Note und ich gebe eine dicke Empfehlung: 9/10 Punkte. (Zappelinchen: 8/10 Punkte; Zwergofant: 10/10 Punkte.)
Sehr schön – freut mich, dass ihr auch alle den Film genossen habt! Wirklich ein super-rundes Erlebnis.
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Auf jeden Fall. Hat sich auch wirklich im Kino gelohnt. Tolle Bilder und extrem immersive Geschichte. Bin froh, ihn noch auf der großen Leinwand gesehen zu haben.
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Sehr schöne Review. Die Vorlage lohnt sich auf jeden Fall. Überlege sogar, ob ich sie nochmal lese. Habe damals das Hörbuch gehört.
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Danke dir! Oh, das klingt gut. Werde ich definitiv als nächstes lesen, sobald ich mit „The Expanse“ durch bin.
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Auch eine interessante Lektüre. Ich möchte mir als nächstes den Marsianer mal geben.
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Das Buch (und Film) ist auch toll. Hatte sehr viel Spaß damit. Wünsche ich dir auch!
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Vielen Dank 😊
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Die Annäherung oder eher das Kennenlernen zwischen Grace und Rocky war schon klasse. Auch die beiden Anspielungen auf den Chestburster und Balboas Frau war super.
Das Ende…ok, ich hätte auch damit leben können, wenn Grace in die Schwärze des Alls entschwindet, um Rocky zu retten aber das Habitat auf Rockys Planeten war doch auch irgendwie spaßig. Besonders die Schulklasse.
Alles in Allem ein empfehlenswerter Film.
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Ja, das Zusammenspiel von den beiden war auch für mich das Highlight des Films. Die Anspielungen fand ich auch witzig, zumal sie es nicht übertrieben haben.
Ich fand das Ende auch durchaus witzig. Für mich wäre ein früherer Ausstieg aber passender gewesen. Macht aber nichts, denn der gesamte Film war so oder so extrem rund und unterhaltsam. Hatte wirklich eine gute Zeit damit und will das Buch nun auch noch lesen.
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Ich hatte mich eigentlich auf einen „naja Film“ eingestellt und bin eigentlich nur wegen meinem Enkel mitgegangen.
Letztendlich hat der Film mich voll mitgenommen. Den werde ich garantiert nochmal schauen, wenn er im Streaming auftaucht. 😁
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Das ist doch mega, wenn man so positiv überrascht wird. Freut mich! Wollte heute auch schon die Blu-ray vorbestellen, aber die gibt es noch nicht. 😄
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Da war ich wirklich positiv überrascht. 😁
Die DVD wird schon bald kommen.
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Hoffen wir es. War ja eine Amazon-Produktion.
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Ich denke schon.
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Den habe ich nun auch sehen können und er hat mich letztlich ganz nicht so gepackt wie das Buch. Hätte es daher vielleicht so machen sollen wie du und das Buch erst nach dem Film lesen. Andy Weir packt halt gerne ein paar Absätze Wissenschaft aus und schickt dann zur leichteren Verdauung einen witzigen Spruch hinterher. Auf der Leinwand werden die längeren wissenschaftlichen Ausführungen natürlich eingedampft, die Gags kommen aber genauso (ein paar fehlen, dafür gibt es auch neue).
Was zur Folge hat, dass das Ganze überwiegend eher einen heiteren Ton erhält und das stört etwas. Zumal im Buch die katastrophalen Auswirkungen des Astrophagenbefalls und die Versuche, ihnen entgegenzuwirken, näher beschrieben werden. Ich fand das Finale anders als du etwas zu schnell runtergekurbelt. Zwischen der Entscheidung, Rocky zu retten und dem letzten Bild liegen vielleicht 15 Minuten, das ist im Buch viel ausführlicher und gerade mit Blick auf ein paar Fragen (wie überlebt Grace, wovon ernährt er sich auf dem Ammoniakplaneten) interessant.
Ansonsten: guter Film, endlich mal wieder was mit positiver Botschaft und Hoffnung. Ich denke, Project Hail Mary kommt da zum absolut richtigen Zeitpunkt in die Kinos und ich freue mich sehr über seinen Erfolg.
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Ich hatte mir tatsächlich noch überlegt, das Buch davor zu lesen. Bin nun aber froh, zuerst den Film gesehen zu haben. Es macht Sinn was du schreibst und ich freue mich nun auf das tiefere Eintauchen im Rahmen des Buches. Früher hätte ich immer zuerst das Buch gelesen, doch inzwischen schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass ich andersrum fast mehr Spaß mit beiden Medien habe.
Auch was du über das Finale schreibst klingt spannend. Wenn ich mit „The Expanse“ durch bin (vermutlich irgendwann im Sommer), dann könnte „Der Astronaut“ tatsächlich meine Sommerurlaubslektüre werden. Schön!
Ja und völlig richtig: Der Film mit seiner Botschaft kommt wirklich genau richtig. Einfach nur toll!
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Das war dann wohl ein gelungener Kinobesuch. 🙂
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Sehr gelungen. Kann ich nur zur Nachahmung empfehlen.
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Ok Wow, das überrascht mich sehr. Ich bin jetzt nicht so der massive Gosling Fan und weiß daher nicht so recht, wie ich mit ihm hier umgehen soll, aber es liest sich, als sollte man der Sache in jedem Fall eine Chance geben.
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Für mich war Ryan Gosling auch „nur“ ein weiterer Schauspieler. Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen. Hier hat er mich aber wirklich überzeugt. Mich hat der Film an eine Mischung aus „Der Marsianer“ und einem sehr gelungenen Pixar-Film erinnert. Falls das irgendwie Sinn macht. Könnte mir gut vorstellen, dass er dir auch gefällt.
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