Parenthood – Season 5

Unglaubliche dreieinhalb Jahre hat es gedauert, bis ich eine meiner erklärten Lieblingsserien weiterschauen konnte. Doch seit ein paar Wochen befindet sich die komplette Serie (ganz klassisch auf DVD) in meinem Besitz und tatsächlich konnte ich es nicht erwarten, endlich „Parenthood – Season 5“ anzugehen – und ja, es war war wirklich wie nach Hause kommen. Ich hatte die Bravermans vermisst und weiß jetzt schon, dass der Abschied nach der finalen Staffel schwer werden wird. Doch nun erst einmal zum turbulenten fünften Jahr…

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Die Serie hatte über ihre gesamte Laufzeit mit der drohenden Absetzung zu kämpfen. Somit gab es nur zwei Staffeln mit komplett 22 Episoden – zu diesen gehört auch die fünfte Staffel. Vielleicht liegt es auch an den vielen Episoden, dass die Staffel teils ein wenig vollgestopft und so manche Charakterentwicklung zu sprunghaft wirkt. Speziell der Handlungsstrang um Julias und Joels Trennung hat durchaus öfter an meinen Nerven gezehrt. Nicht weil dieser schlecht geschrieben wäre, sondern weil noch so viel nebenbei passiert, dass ich das Gefühl hatte, den Charakteren wird zuwenig Freiraum gegeben, um ihre Entscheidungen für den Zuschauer nachvollziehbar zu begründen. Ist das einigermaßen verständlich?

Abseits von diesem Kritikpunkt habe ich mich jedoch maßlos gefreut, dass ich so lange an dieser Staffel hatte. Hach. Die Serie ist einfach wunderbar in ihrer Emotionalität. Ich musste mehrmals ein Tränchen verdrücken, habe gelacht, mich mit den Bravermans gefreut und mit ihnen gelitten. Die Mischung aus Drama und Komödie funktioniert dabei wieder außergewöhnlich gut und der Übergang ist meist subtil. Es ist ein idealisiertes Familienleben, das jedoch nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten charakterisiert wird. Vermutlich erkennt man als Familienmensch etliche Szenen wieder, würde sich wünschen, dass es in der eigenen Familie auch so wäre und ist doch froh, die dramatischen Entwicklungen nicht mitmachen zu müssen.

Nach meiner Sichtung dieser vorletzten Staffel fällt es mir schwer, meine liebsten Handlungsstränge zu benennen. Die meisten Geschichten haben mir wirklich sehr gut gefallen. So auch der Wahlkampf von Kristina um das Amt des Bürgermeisters von Berkeley. Oder die Gründung des Luncheonette-Labels samt Verstrickungen rund um egozentrische Musiker und das Zusammenspiel zwischen Crosby und Adam. Auch sehr schön fand ich, dass Zeek und Millie einen bedeutsamen Handlungsstrang spendiert bekommen haben, dessen Ende äußerst emotional für alle Beteiligten ist. Ein sehr rundes Ende, das auch als Serienfinale gut funktioniert hätte. Am schwächsten fand ich dagegen, wie schon erwähnt, die Entwicklungen von Julia und Joel sowie Amber und Ryan. Aber das ist jammern auf extrem hohem Niveau.

Für mich ist „Parenthood“ nach wie vor eine fantastische Serie, die das Thema Familie wunderbar warmherzig und doch realistisch erzählt. Die tollen Schauspieler (unter anderem Lauren Graham und Peter Krause) tragen ihren Teil dazu bei, dass man einfach nicht anders kann als sich bei den Bravermans wohl zu fühlen. Nun gibt es nur noch 13 Episoden und mich graust es jetzt schon vor dem Abschied. Eine wirklich herausragende Serie der „Friday Night Lights“-Macher: 9/10 (9.0) Punkte.

9 Gedanken zu “Parenthood – Season 5

  1. Ich kann da jetzt leider nichts dazu schreiben, weil ich die Serie nicht gesehen habe (ja, das gibt’s). Aber wenn Laura Graham demnächst wieder bei den Gilmore Girls liebenswert stakkatoquasselt, bin ich dabei. Einverstanden?

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    • Klingt nach einem guten Plan. Tatsächlich wird das für mich auch der Auslöser sein einmal Netflix zu testen. Wenn du danach noch nicht genug von Frau Graham hast, kann ich nur empfehlen, auch einmal bei „Parenthood“ reinzuschauen.

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  2. Oh nein, ich bin gerade bei Episode 3, der 6. Staffel und erfahre eben von dir, dass ich in dem Fall nur noch allerletzte 10 Folgen übrig habe. Das macht mich jetzt sehr traurig! 😦 Mir geht’s mit der Serie ganz genauso wie dir, kann jedes Wort bestätigen. Schöner Artikel!

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    • Ich habe gestern die 4. Episode der 6. Staffel geschaut und fühle wirklich mit dir. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass sich die Serie in ihrem letzten Jahr auch ein wenig anders anfühlt. Ich kann es bisher nur schwer greifen. Sie wird auch bei mir auf jeden Fall eine Lücke hinterlassen.

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  3. aaah.das ist auch meine absolute lieblings- und wohlfühlserie und ich warte ähnlich lange wie du auf die 5. staffel. Die vorstellung das die serie dann schon zu ende ist macht auch mich traurig, denn ähnlich gute serien in diesem genre sind eine echte seltenheit, zumindest fehlen mir alternativen.

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    • Die Serie ist erst nach der 6. Staffel zu Ende. Du hast also noch ein weiteres Jahr vor dir. Hmm, was ähnliche Serien angeht, ist es schwierig. Ich würde dir „Gilmore Girls“ (Lauren Graham und teils ähnliche Atmosphäre), „Friday Night Lights“ (vermittelt die gleichen Werte und ist vom gleichen Showrunner, American Football ist das Grundthema) oder „Brothers & Sisters“ (auch Großfamilie, aber viel mehr Soap Opera) empfehlen.

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  4. Pingback: Parenthood – Season 6 | Tonight is gonna be a large one.

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