Wish I Was Here (2014)

Mit dem Start ins Wochenende, habe ich mir einen Film angeschaut, der schon lange auf meiner Liste steht: Zack Braffs „Wish I Was Here“ hat schon während seiner Entstehungsphase mein Interesse geweckt, in der der Autor, Regisseur und Schauspieler im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne zur Unterstützung seines Projekts aufgerufen hatte. Auch wenn ich mich nicht aktiv daran beteiligte, so war ich doch mehr als gespannt, ob mich auch das jüngste Werk Zack Braffs zu überzeugen wissen würde…

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Wie einige von euch vielleicht wissen, gehört „Garden State“ zu meinen erklärten Lieblingsfilmen. Seit diesem ganz besonderen Film waren 10 Jahre vergangen, in denen keine weitere Regiearbeit des aus „Scrubs“ bekannten Schauspielers folgte. Nachdem ich die ersten Kritiken las, war ich tatsächlich ein wenig skeptisch und schob die Sichtung immer weiter auf. Heute hat sich jedoch gezeigt, dass dies nicht nötig gewesen wäre, denn auch wenn sich „Wish I Was Here“ sowohl formal als auch inhaltlich durchaus an seinem Vorgänger im Geiste orientiert, so schafft er es doch eine ganz eigene Sogwirkung zu entfalten, die mich nicht nur aufgrund der verarbeiteten Themen an den wunderbaren „Beginners“ denken ließ.

Vermutlich hat der Film bei mir einen Nerv getroffen, weil abermals eine Vater-Sohn-Beziehung im Zentrum steht bzw. das automatische Erwachsenwerden, das mit dem Tod eines Elternteiles einhergeht, erzählt wird. Auch wenn mein Leben ganz anders aussieht, als das der Hauptfigur Aidan Bloom (Zack Braff), kamen mir viele Themen doch bekannt vor. Wenn man selbst Kinder hat und sich mit der Sterblichkeit der eigenen Eltern beschäftigen muss, treten unweigerlich die Erinnerungen an die eigene Kindheit in den Vordergrund. Man versucht längst vergessene Momente zu greifen und ihnen Bedeutung zu geben. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Auch wenn „Wish I Was Here“ teils etwas gewollt inszeniert wirkt, so spiegelt er die mit diesem Lebensabschnitt einhergehenden Emotionen doch wirklich gut wider.

Nein, ein zweiter „Garden State“ ist dieses Filmprojekt nicht. Ihm fehlt oft die Leichtigkeit, was ich aufgrund der verarbeiteten Themen aber nicht zu negativ bewerten würde. Emotional hat mich das Drama mich tief berührt und es ist wahrlich kein Auge trocken geblieben. Trotz des erzählten Abschieds, gelingt es dem Film seine Charaktere beständig nach vorne schauen zu lassen und voller Hoffnung zu sein. Ich mag das sehr. Für mich darf der dritte Film des talentierten Regisseurs gerne früher als in 10 weiteren Jahren kommen: 8/10 Punkte.

11 Gedanken zu “Wish I Was Here (2014)

  1. Vermutlich hat der Film bei mir einen Nerv getroffen, weil abermals eine Vater-Sohn-Beziehung im Zentrum steht (…) Wenn man selbst Kinder hat und sich mit der Sterblichkeit der eigenen Eltern beschäftigen muss

    Scheint mir hier, bei allem Respekt (und das meine ich aufrichtig) ein entscheidender Faktor zu sein. Nicht das erste Mal, dass ich höre, dass jemand einen Film positiver bewertet, weil er ein Kind gezeugt hat. Was ich nicht kritisieren will, so funktionieren eben Filme. Mich schrecken Filme, die über Kickstarter finanziert wurden, erstmal ab (wie der „Veronica Mars“ Film). Es sind halt Projekte für eine spezielle Minderheit, was für die betreffende Minderheit natürlich schön ist. Ich hab um den Film bislang einen Bogen gemacht, weil die Prämisse nach 0815-Indie-Film klingt und Braff schon lange nichts mehr gebacken kriegt, Aber dennoch schön (auch aufrichtig gemeint), dass jemand Gefallen daran findet.

    (P.S.: Ich bin mir bewusst, dass meine Art zu kommentieren in der Regel die einzige negative Stimme ist und oft der leicht zynisch-ironische Ton aufgrund der Internet-Sterilität nicht durchscheint. Aber zugleich habe ich das Gefühl, dass du einer der wenigen Blogger – womöglich aufgrund der Jahre langen Erfahrung – bist, die das besser einschätzen können. Naturgemäß nimmt jemand, dessen Vater verstorben ist, einen Film über eine Figur, dessen Vater verstorben ist anders wahr. Ich habe das „Pech“ – oder eher das Glück –, dass mein Vater noch lebt. Was dann eben nach sich zieht, dass man Filme wie den hier oder „Beginners“ nicht so gut findet, weil man den Verlust nicht nachvollziehen kann. Nichts für ungut (an dieser Stelle, aber wie gesagt: du bist, denke ich, einer der wenigen [der einzige?] Blogger, die ein bisschen verstehen, dass meine Beiträge prinzipiell von ironischem Sarkasmus bzw. sarkastischer Ironie getrieben sind).

    Langer Rede, kurzer Sinn: Noch nicht gesehen, aber dennoch Wertung zu hoch 😛 😉

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    • Wow, was für ein Kommentar! 🙂

      Erst einmal: Du hast völlig Recht, meine aktuelle persönliche Situation ist tatsächlich ausschlaggebend dafür, wie ich den Film wahrnehme. 2004 war ich noch viel näher an „Garden State“ dran, doch inzwischen sind 10 Jahre vergangen und Zack Braff hat diesen Sprung in „Wish I Was Here“ sehr schön eingefangen – auch wenn die spezifische Lebenssituation natürlich eine ganz andere ist. Über Kickstarter hatten wir es ja schon damals ausführlich. Ich bin mir auch sicher, dass die Schwerpunkte im Film evtl. andere gewesen wären, hätte ein Studio mitgeredet. So wirkt das Indie-Drama tatsächlich wie ein 100%iger Braff – und das funktioniert für mich sehr gut inkl. typischem Indie-Soundtrack, langen Montagen und skurrilen Szenen.

      Dein P.S. ließ mich nun doch schmunzeln. Tatsächlich ist bei deinen Kommentaren inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung da, was den „zynisch-ironische Ton“ angeht. Für mich ist das fast schon ein Gewinn, da sich somit auch einmal Diskussionen entspinnen können. Jeder Filmfreund hat eben so seine Eigenheiten: bei dir ist das der kritisch-zynische Blick auf die meisten Werke, bei mir ist das vermutlich die mild-versöhnliche Sicht. Ist doch toll! Wie langweilig wäre es, wenn wir alle das Gleiche schreiben würden? Durch unterschiedliche Charaktere lebt doch die Film-Blogosphäre, zumal ich bei dir durchaus das Gefühl habe, du begründest deine Ansichten recht nachvollziehbar. Das heißt ja noch lange nicht, dass die eine oder die andere Meinung richtig ist. Es ist eben eine Meinung.

      An alle anderen Leser: Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich mir nur noch zynisch-ironische Kommentare wünsche. Ein Florian Lieb reicht völlig! 😀

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  2. Ich hab den Film damals im Kino gesehen, gerade weil ich von der Kickstarter-Aktion gehört habe und weil ich das Fundraising-Video sehr lustig fand. Der Film hat mir gut gefallen und den Soundtrack habe ich sofort nach dem Kinobesuch heruntergeladen. GARDEN STATE habe ich noch nicht gesehen, steht aber auf meiner ellenlangen To-watch-Liste.

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