The Walking Dead – Season 4

Lange hat es gedauert, doch dank meiner neu entdeckten Streaming-Freiheit, habe ich „The Walking Dead – Season 4“ nun endlich gesehen. Auch wenn diese neue Art des Medienkonsums meine Sichtung durchaus geprägt hat, so möchte ich diesen Aspekt in der folgenden Besprechung nicht näher erörtern, sondern verweise auf meinen Artikel „Wie beeinflusst Streaming unser Sehverhalten?“ und wende mich nun den Walkern und den Überlebenden der Zombie-Apokalypse zu…

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Für mich ist es immer noch ein Rätsel, wie solch eine knallharte Zombie-Serie völlig im Mainstream angekommen sein kann und die größten Quotenerfolge feiert. Es wird mehr gesplattert als in heute immer noch beschlagnahmten Filmen aus den 70er Jahren und der Ton ist oft verdammt düster. Wieso kommt diese Serie beim Massenpublikum also so gut an? Ich kann es mir nur mit einer besonderen Form des Eskapismus erklären: Man kann mit „The Walking Dead“ in eine Welt abtauchen, in der unsere realen Probleme (Job, Geld usw.) völlig nebensächlich geworden sind und es im wahrsten Sinne des Wortes ums nackte Überleben geht. Hinzu kommt ein gewisser Soap-Opera-Charakter und Figuren, die uns Zuschauern ans Herz wachsen. Die Gewalt bedient unsere Urinstinkte und lässt uns den Alltag vergessen. Eben nicht Feel-Good-Eskaspismus, sondern die andere, düstere Art – eine Formel, die anscheinend funktioniert. Auch bei mir.

Inhaltlich geht die Serie konsequent weiter, erlaubt sich allerdings mehr narrative Freiheiten, als noch die vorangegangene dritte Staffel. Zu Beginn erleben wir eine Epidemie, die im Gefängnis ausbricht und bei der nicht nur unsere Charaktere einen Lagerkoller bekommen. Beklemmend, wenn auch ein wenig stagnierend. Weiter geht es mit zwei Episoden, die sich vollkommen dem Bösewicht des vorangegangenen Jahres widmen, was letztendlich zu einem alles verändernden Ereignis in der Mitte der Staffel führt. Bei „The Walking Dead“ ist eben keine Figur sicher. Danach wird alles anders und man verfolgt verschiedene Splittergruppen über mehrere Episoden hinweg. Dies ist größenteils gelungen, teils spannend, teils langatmig. Auf jeden Fall lernt man die Figuren besser kennen – und kaum fühlt man sich als Zuschauer einigermaßen sicher, zaubern die Autoren Wendungen aus dem Hut, die wie ein Schlag in die Magengrube sind. Fast schon anstrengend.

Am Ende der Staffel haben unsere Charaktere neue Weggefährten gefunden und finden selbst auch wieder zusammen – doch die neue Bedrohung ist schon greifbar und lässt uns Zuschauer mit einem Cliffhanger zurück. Auch wenn ich mich des Gefühls, teils redundante Mechaniken vorgesetzt bekommen zu haben, nicht erwehren konnte, so hat das beständige Auf und Ab aus Zombie-Bedrohung, Charaktermomenten und menschlicher Grausamkeit sein Ziel bei mir nie verfehlt. Ich habe mitgelitten, mitgekämpft und war teils fassungslos – und eben auch unterhalten aufgrund der Schnetzelei und der oft auch schönen zwischenmenschlichen Szenen. Der Cliffhanger hat mich zudem erwischt, weshalb ich mich vermutlich sogleich an die Fortsetzung machen werde: 9/10 (8.7) Punkte.

56 Gedanken zu “The Walking Dead – Season 4

    • Ist auch tatsächlich sehr beliebt, was mich auch wundert. Ich selbst habe früher ja schon so etwas geschaut, als alle anderen noch „Ihhhh, Blut!“ schrien – aber heute sind Zombies wohl in… 😉

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  1. Während die erste Hälfte der Staffel mal wieder nix weiter war, als das übliche Rumgedödel, weil man mal wieder unsinnig viele Folgen in der Staffel füllen muss, ist die zweite Hälfte der Staffel ja tatsächlich mein persönliches Highlight der Serie. Durch die Aufteilung der Charaktere in kleinere Gruppen haben es die Schreiben endlich, nach 4 jahren, mal gebacken gekriegt, den Charakteren etwas Profil zu verleihen und sie dem Zuschauer näher zu bringen. Viel zu spät natürlich, denn mir sind die meisten davon immer noch scheißegal, aber immerhin haben sie offenbar gerafft, was sie die ganzen Jahre davor falsch gemacht haben. Nämlich einfach nur Klischees durch den Wald laufen und Zombies killen zu lassen (weshalb ich auch deinem Punkt wiedersprechen muss, dass mir auch nur einer von den Pappnasen da ans Herz gewachsen wäre). Schade, dass man da dann auch weiter macht, nachdem sich alle wiedergefunden haben. Und warum eigentlich immer wieder zum Schema F zurückkehren? Warum die Gruppe nicht mal für längere Zeit getrennt lassen und so ihre eigenen Geschichten erleben lassen? Würde der Sache viel mehr Würze verleihen, wenn man mich fragt. Aber gut, wenn man mich fragt, ist die Serie sowieso überbewertet ohne Ende.

    Übrigens: Überrascht es dich wirklich so sehr, dass eine dermaßen gewalttätige Show so dermaßen erfolgreich ist? Eigentlich doch ne ziemlich klare und sichere Formel heutzutage. Mehr Blut und Gedärm ergibt mehr Quote. Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, packt man auch noch ein paar Brüste rein.

    Das klingt jetzt alles wieder mal negativer, als es letztlich gemeint ist. Ich mag Walking Dead an sich. Ich finde es unterhaltsam. Aber manche Lobhuldeleien gerade was das teils unfassbar schlechte Writing betrifft, kann ich einfach nicht so stehen lassen.

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    • Da sehe ich die Serie durchaus positiver, wenn ich auch bei der Grundtendenz mit dir übereinstimme, sprich dem „Rumgedödel“ am Anfang der Staffel und der Stärke der aufgesplitteten Gruppe in der zweiten Hälfte. Das hatte wirklich Potential. Doch ich mag auch die Gruppendynamik und die einzelnen Charaktere. Die Verluste gingen mir teils sehr nahe und ich kann mit den Charakteren mitleiden. Für so etwas bin ich gut zu haben, da hat die Serie einfach leichtes Spiel bei mir.

      Das Drehbuch ist nicht immer sonderlich ausgefeilt, das stimmt. Doch gerade diese leicht trashigen Elemente (z.B. der Typ, der das Wissen um die Epidemie besitzt samt Soldaten mit Geheimauftrag) tragen zur Stimmung der Serie bei. Hat mir insgesamt wirklich gut gefallen.

      Die Schraube dreht sich immer weiter in Richtung Gewalt, klar. Doch in solch einer Mainstream-Show? Was wurde man damals angeschaut als man die Romero-Filme geschaut hat! Und heute nun das. Manchmal komme ich da einfach nicht hinterher. Unglaublich.

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      • Naja, Romero ist halt lange her. Zeiten ändern sich. Heute ist das, was in Walking Dead abghet ja fast noch Kindergartenniveau, wenn man es mal mit dem ein oder anderen richtig üblen Schnetzler vergleicht.

        Wenn du mich fragst, sind die Drehbuchentscheidungen, die da getroffen werden, zum Teil absolut katastrophal. Bestes Beispiel war der Tod der zwei interessantesten Charaktere am Ende von Season 2. Das hing der Serie quasi der gesamten dritten und der halben vierten Staffel hinterher, weil dadurch innerhalb der Gruppe einfach nix interessantes passierte. Der Gouvernor ist ein weiteres Beispiel von unglaublich viel verschenktem Potenzial. Und den Anfang von Staffel 5 spoiler ich jetzt nicht, aber den haben sie auch total verkackt, wenn man mich fragt. Die Writer sind einfach unfähige Trottel, wenn man mich fragt. Das ist teilweise ein absolutes Desaster.

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      • Empfindest du TWD tatsächlich als „Kindergartenniveau“ was den Gewaltfaktor angeht? Puh, dann will ich gar nicht wissen was du sonst so schaust. Ich finde die Serie sehr hart, gerade wenn sich die Gewalt gegen Menschen richtet.

        Was die Drehbuchentscheidungen angeht, so fand ich das Ableben der genannten Charaktere am Ende der zweiten Staffel sogar als Befreiung, da sich der Konflikt zuvor schon viel zu lange hingezogen hat. Das hat für mich richtig gut funktioniert. Und auch was den Governor angeht, so hätte man ihn nicht noch länger auswalzen können. Auch das war für mich ein stimmiges Ende. Was nun die 5. Staffel angeht, so kann ich noch nicht mitreden. Die wechselnden Gefahren mag ich aber durchaus, auch wenn es der Serie etwas Episodenhaftes verleiht.

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      • Ich meinte beim Governor auch eher, dass man den kompletten Charakter nicht genug ausgebaut hat. Dass man das nicht über 7 Staffeln gezogen hat, war okay. Aber als Gegenspieler war der halt auch nur ein weiterer Kasperkopp im Kasperletheater namens TWD, in dem kein Charakter irgendwie Interesse bei mir wecken kann, einfach weil sie NIX machen. Das ist einfach ein generelles Problem der Serie. Die latschen nur von A nach B, wo dann die nächsten Spaten warten, mit denen sie sich irgendwan am Arsch haben, und dann geht nach dem Gemetzel das Spielchen von vorne los. Die Charaktere haben viel zu wenige eigene Handlungen, oder Beziehungen untereinander, um mal interessant auf mich zu wirken. Deshalb mochte ich eben auch den Ansatz in der zweiten Hälfte von 4.

        Und ja, ich habe schon so einiges gesehen und da kann TWD durchaus einpacken, was den Härtegrad angeht. Klar, im Seriensektor steht das schon weit oben. Wobei ich GoT noch etwas höher ansiedeln würde, wenn die mal so richtig schnetzeln. Aber bei Filmen gibt es da mittlerweile durchaus härteren Kram, der nicht mal zwingend indiziert sein muss. Das soll aber auch nicht abwertend sein. Der Gewaltgrad in TWD passt und wenn die Serie eine Sache absolut fantastisch macht, dann die Maskenarbeit bei den Zombies. Bessere Untote wird man nirgends finden.

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      • Ich glaube ich verstehe was du meinst, allerdings fand ich den Governor durchaus ausgearbeitet, was speziell durch die beiden auf ihn fokussierten Episoden in der 4. Staffel noch ausgebaut wurde. Da hat mir eigentlich nichts gefehlt. Dass er in gewisser Weise überzeichnet war und – wie du schreibst – nur eine Figur in diesem Kasperltheater, passt gut zum Comic-Feeling, dass die Serie trotz aller Härte und Ernsthaftigkeit besitzt.

        Tatsächlich stört mich das „Rumlatschen“ und Überlebensspiel auch nicht, da es so oder so ähnlich wohl tatsächlich in solch einer Welt wäre. Man baut sich etwas auf und verliert es im nächsten Moment. Genauso geht es mit den Figuren. Aber vermutlich ist das einfach Geschmackssache: für den einen funktioniert es, für den anderen nicht.

        Der Gewaltfaktor bei GoT wirkt bestimmt stärker, da er realistischer ist und die Gewalt zwischen Menschen stattfindet. Die Zombie-Gewalt ist dagegen oft comichaft befreiend und eben auch sehr abstumpfend, wie auch immer mal wieder thematisiert wird. Hart finde ich es dennoch. Dass es beim Filmen noch härteres gibt, glaube ich gerne. Doch bin ich schon bei der großen Torture-Porn-Welle ausgestiegen. So etwas ist mir dann doch zu unmotiviert, obwohl ich früher gerne auch harte Genrefilme gesehen habe. Interessanterweise ist vieles bei TWD CGI, was man so nicht vermuten würde. Wirklich sehr gelungen!

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      • Ich bin auch der Letzte der sagt, dass mehr Härte das ganze besser macht. Torture Porn und ähnlicher Quark ist selbst für mich unerträglich anzugucken, weil es einfach mal überhaupt keinen Unterhaltungswert mehr bietet.

        Ich glaube, meine größtes Problem bei TWD ist einfach, dass den Charakteren ein klares Ziel oberhalb vom stumpfen „Wir müssen überleben“ fehlt. Da wurde ja mal was angetast im Sinne von Rettung in LA, oder wo auch immer. Aber das wurde auch wieder fallen gelassen. Dadurch wirkt das Rumgelatsche auf mich einfach komplett unmotiviert und nur als Mittel zum Zweck, um halt die nächsten Bauernopfer von Obersheriff Rick und Co. einzuführen. Der immer gleiche Ablauf stört mich einfach, weil es unkreativ und todlangweilig ist.

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      • Ehrlich gesagt habe ich dagegen eher so meine Probleme, wenn denn eine Rettung angedeutet wird – da fühle ich mich gleich an „World War Z“ und Co. erinnert (den ich allerdings auch nicht schlecht fand). Siehe die Sache mit dem Typ, der nach Washington, D.C. geschafft werden soll. Es ist eben eine Serie, bei dem Überleben in dieser lebensfeindlichen Welt das Wichtigste ist. Für mich halten sich die Redundanzen noch in Grenzen, doch das siehst du ja anscheinend anders.

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      • Joa, World War Z fand ich okay. Der hat nur sein Pulver zu schnell verschossen und gegen Ende wurde der auch extrem lahm. Das in dem Labor war einfach megalangweilig.

        ja, ich kann auch nachvollziehen, wenn einen das nicht stört. Ich kann da aber nicht so leicht drüber weg sehen. Eine Serie/ein Film muss nicht zwingend eine originelle oder gar interessante Geschichte erzählen, um mich zu fesseln. Wen das nicht der Fall ist, muss man mir aber nun mal die Charaktere näher bringen und daran sind die TWD-Schreiber auch komplett gescheitert. Somit ist es für mich ne durchschnittliche Serie, die mich unterhält, mich aber zu keiner Zeit mitreißen kann.

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      • Bei „World War Z“ war ja zunächst ein anderes Ende geplant, das auch gedreht wurde (großes Gemetzel am Roten Platz in Moskau), dann jedoch verworfen – warum auch immer. Das tatsächliche Ende fand ich durchaus ok, aber hätte besser sein können.

        Es ist ja nicht so, dass mich die von dir angesprochenen Mängel nicht stören würden, es ist eher so, dass ich sie nicht als Mängel wahrnehme bzw. mir die Charaktere eben durchaus etwas bedeuten und ich den Überlebensaspekt nach wie vor gelungener finde, als jetzt schon ein großes Ziel im Sinne der Bekämpfung der Seuche (oder was auch immer es ist) anzugehen.

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      • Das große Ziel anzugehen wäre ja nicht mal so wichtig. Aber zumindest als generelles Oberziel könnte man das ja mal bringen. So würde es immerhin Sinn machen, dass die da durch die Gegend latschen. Man müsste ja nur die Richtung vorgeben zB sagen, in LA ist Rettung und dann halt das als letztliches Ziel angeben. Die müssen ja nicht nach drei Folgen da ankommen. Das Problem ist aber eben, dass die Macher so weit gar nicht zu planen scheinen. Ich frage mich ja ohnehin, wie lange der Spaß überhaupt noch gehen soll. Sind ja nun auch schon in Staffel 6. Viel mehr brauche ich davon auch eigentlich nicht.

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      • Kleinere Ziele gibt es aber doch schon immer, wie z.B. der Weg nach Terminus oder der Ausbau des Gefängnisses usw. Was die 5. Staffel angeht, kann ich aber wie gesagt noch nicht mitreden. Vielleicht sehe ich das alles danach ja ähnlich wie du… 😉

        Kennst du eigentlich das Spin-off „Fear the Walking Dead“? Auch wenn der Titel dämlich ist, stelle ich es mir doch interessant vor den tatsächlichen Ausbruch mitzuerleben.

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      • Ja, aber diese kleinen Ziele sind ja auch immer nur Momentaufnahmen, die sich auch nur aus dem Survivalaspekt ergeben. Mal davon abgesehen, dass das zwar Sinn macht, ist das nun mal alles andere als spannend. „Realismus“ in allen Ehren, aber wenn das eben keine spanende Geschichte hervorbringt, sollte man vielleicht auch mal etwas von dem Vorgehen abweichen. Der ganze Gefängnisaufbau war doc auch nur Rumgedümpel, bei dem ewig und drei Tage einfach nix voran ging, außer dass Rick Karotten gezüchtet hat.

        FTWD habe ich noch nicht gesehen, werde ich aber irgendwann mal reinschauen.

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      • Ich sehe TWD gar nicht so sehr als super realistische Serie, aber den Überlebensaspekt in den Mittelpunkt zu stellen, ist für mich schon der richtige Ansatz. Da habe ich wohl Glück gehabt… 😉

        Auch ich werde in FTWD reinschauen, wenn ich mit der Hauptserie auf dem aktuellen Stand bin. Ich werde berichten…

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  2. Man merkt, dass die Wiedersehensfreude deine Sichtung mitgeprägt hat. Bei mir kam die Staffel bedeutend schlechter weg. nachdem mir die dritte richtig gut gefallen hatte (gerade das sehen ja wieder viele komplett anders).

    Wie Filmschrott hänge ich einfach nicht sonderlich an den Figuren, entsprechend fand ich die Grippewelle und die Gruppendiskussionen eher langweilig. Ich bin da schlicht teilnahmslos, das zieht dann an mir vorüber. Und die Zombies, naja, richtig was Neues fiel den Machern da auch nicht ein. Ich bin eher am Ball, wenn Bedrohungen von außen, von anderen Fraktionen auftauchen, man den schleichenden Niedergang mitmenschlichen Handelns in den Fokus rückt. Da geht es dann in dramatische Gefilde, die mich erreichen.

    Die Brutalität? Beachtlich, wie sich da die Maßstäbe verschoben haben, da hast du vollkommen recht. Größtenteils bin ich gegenüber den Zombie-Hirnpunktionen aber wirklich schon abgestumpft. Ich sehe da immer Rick bei „Was bin ich“ mit Robert Lembke sitzen, wie er auf die Frage nach einer typischen Handbewegung ein imaginäres Messer nimmt und in einen imaginären Schädel rammt.

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    • Ja, die Wiedersehensfreude nach zwei Jahren war tatsächlich groß. Ich schwimme bei der Serie aber auch ein wenig gegen den Strom, ist mein Favorit z.B. noch das oft als langweilig verschriene zweite Jahr – vermutlich auch, weil ich eben an den Figuren hänge.

      Ich stimme dir auf jeden Fall zu und die Bedrohungen durch andere Fraktionen sind bedeutend stärker als die durch die Zombies. Allerdings sind diese eben immer vorhanden und stellen ein Grundrauschen an Bedrohungspotential dar, dem man eben nicht aus kann. Diese Mischung funktioniert für mich nach wie vor.

      Die „Was bin ich?“-Assoziation ist großartig. Und so populär wie die Show ist, so leicht würde das Fernsehpublikum vermutlich Rick als Zombie-Abschlachter entlarven… 😉

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    • Ich habe durchaus ein Faible für das Genre – schon seit den „sagenumwobenen“ Filmen der 70er Jahre. In Serienform funktioniert das Genre für mich fast noch besser, aber ich kann verstehen, wenn einem die Serie nach 5 Staffeln nichts mehr Neues zu erzählen weiß.

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      • Die Serie wusste noch nie etwas Neues zu erzählen – da lag eher für mich das Problem. Der Rest ist dann Staffel ein, Staffel aus dasselbe. Scheint im Comic aber auch nicht anders zu sein. Wem das gefällt, der ist natürlich gut bedient. Aber ich schaue ja generell kaum noch Fernsehserien, vielleicht liegt es auch daran.

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      • Kann sein, dass man sich mit der Zeit an die Erzählweise von TV-Serien gewöhnt. Ich schaue ja größtenteils Serien und weniger Filme, weshalb ich mit dieser Art der Erzählung gut klarkomme.

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  3. Ich hatte ja nach der zweiten Staffel aufgegeben, weil es mich irgendwie genervt hat, dass es nur ums Überleben geht 😉 Aber vielleicht habe ich nur eine Pause gebraucht… Zombies kann ich vielleicht nur in gesunden Häppchen aufnehmen! Jetzt hast du mir aber wieder Lust darauf gemacht…

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    • Natürlich sollte man ein gewisses Faible für Zombies bzw. dieses Survival-Setting haben. Für mich funktioniert das sehr gut, aber ich kann auch voll und ganz verstehen, wenn man damit nichts anfangen kann.

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      • Die erste Staffel hatte mich ja wirlich mitgerissen! Aber irgendwann hat mir irgendwie auf der zwischenmenschlichen Ebene ein bisschen was gefehlt… Mal sehen… vielleicht gucke ich wirklich mal in die nächste Staffel rein und ich war damals einfach nur nicht in der richtigen Stimmung. Das kommt ja auch gerne mal vor 😉

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      • Mich dagegen hat gerade die zweite Staffel begeistert, weil da für mich eben viel Zwischenmenschliches passiert ist, was viele aber langweilig fanden. Aus der Serie zieht vermutlich jedes etwas anderes. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Vergnügen, solltest du doch einmal wieder reinschauen… 🙂

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  4. Ich bin dir ja eine Staffel voraus (mir fehlen jetzt noch die zwei letzten Folgen der 5. Staffel), und ich muss sagen, mir gefällt die 5. Staffel deutlich besser als die 4., die für mich erst in der zweiten Hälfte wieder für mich gewonnen hat (da sind ja dann schon ein paar krasse Sachen passiert – ich sage nur „zwei Mädchen“). Aber ich hege auch eine EXTREME Abneigung gegen den Governor, weswegen ich die zwei Folgen, die sich NUR um ihn drehten, total überflüssig fand (und seinen Abgang gefeiert habe). Aber ich weiß, dass ja ganz viele TWD-Fans gerade den Governor total klassen fanden – ich habe ihn gehasst, wie nur selten eine Figur. Und zwar eben keine Hassliebe, nach dem Motto: „Boah, ist das ein Arsch – geil!“ Sondern eher so: „Ich will den nimmer sehen!“

    Ich habe mir die letzten Tage auch wieder überlegt, warum es mich in dieses Szenario immer wieder so reinzieht, woher diese Faszination kommt. Ich glaube, bei mir kommt da auch fast etwas Neid dazu. Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber bei uns können ja oft schon so nebensächliche Kleinigkeiten wie ein PC-Problem, ein kaputtes Handy, eine Delle im Auto, o.ä. Wut- oder Heulanfälle auslösen. Unsere Probleme sind oft erschreckend trivial. Trotzdem fühlt man sich manchmal ja wie überrollt von der Arbeit – und dem Freizeitstress und auch den schier unendlichen Möglichkeiten, dein Leben zu gestalten. Da beneide ich manchmal Personen in so einem Überlebensszenario, dass sie sich nicht darum kümmern müssen, welches Shampoo jetzt am besten wäre, ob vegane Ernährung nicht die Welt retten würde, oder ob ich lieber joggen gehe oder Nordic Walking betreibe, um fit zu bleiben. Hier gibt es EIN klares Ziel: Das eigene Überleben und das deiner „Familie“ zu sichern. Fertig. Es geht um wirklich wichtige Entscheidungen, nicht um Android oder iPhone. Ich glaube, dass die Serie im Grunde genommen nur bei Menschen Anklang finden kann, die noch nie in einer „vergleichbaren“ Situation waren. Flüchtlinge, die den Bürgerkrieg in Syrien erlebt haben, werden sich wohl kaum ein solches Szenario zum „Spaß“ ansehen. Das wäre zumindest meine Theorie.

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    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Die Sache mit den zwei Mädchen hat mich auch extrem mitgenommen. Danach war ich wirklich fertig und habe erst einmal nichts mehr gebraucht. Das zeigt aber auch wieder die Stärke der Serie, solch unerwartete Situationen heraufzubeschwören und jegliche Idylle aus dem Nichts zu zerstören.

      Was den Governor angeht, geht es mir übrigens ähnlich wie dir. Ich habe ihn in der dritten Staffel auch gehasst. Diese Sichtung lag allerdings schon wieder zwei Jahre zurück und so war ich anfangs tatsächlich gewillt dem Charakter eine Chance zu geben, der – alleine unterwegs – ja auch durchaus mehrdeutig gezeichnet wurde. Als er dann sein wahres Gesicht gezeigt hat, kam auch der Hass wieder und ich war auch froh, dass man diesen Abschnitt dann ein für allemal beendet hat. Leider nicht ohne Verluste.

      Deine Theorie macht sogar sehr viel Sinn. Darüber habe ich mir die letzten Tage auch viele Gedanken gemacht, da ich momentan die Aufzeichnungen meiner Großtante lese (knapp 100 Seiten, in denen sie über ihre Kriegserlebnisse berichtet). So viel Leid und Elend – und doch so viel Hoffnung und Lebensfreude. Auch wenn es eine grausame und unmenschliche Zeit war, so kommt bei mir doch Bewunderung auf, ob der einschneidenden Erlebnisse und Kraft, mit dem sie und ihre Familie den Wirren des Krieges getrotzt haben. Dagegen erscheinen unsere „Probleme“ sowas von nichtig, dass ich mich über mich selbst aufregen könnte. Aber man kommt ja doch nicht aus seiner Haut – insofern ja, ich glaube auch, dass in der Einfachheit und Eindeutigkeit der Mission (eben pures Überleben) ein großer Reiz liegt.

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      • Schön, dass du verstanden hast, wie ich das gemeint habe und dass du zu einer ähnlichen Einschätzung kommst. Jetzt wäre es nur noch toll, wenn man aus der Sichtung solcher Überlebensszenarien auch wirklich etwas mitnehmen würde: dass man tatsächlich z. B. im Alltag manches nicht mehr so verbissen sieht, sich etwas mehr einfach einfach am Leben erfreut, sich weniger verzettelt, usw. Aber der Schritt ist verdammt schwierig.

        Wir haben ja familiär einen ähnlichen Background (Flucht und Vertreibung) – unsere Eltern bzw. Großeltern haben erfahren, wie das ist, um ihr Leben zu fürchten und sich davon nicht aber nicht lähmen zu lassen. Das ist einfach bewundernswert – und auch sie mussten vielleicht manchmal schwierige Entscheidungen treffen, um zu gewährleisten, dass ihre Familie heil im sicheren Westen ankommt…

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      • Etwas in den Alltag mitnehmen. Das geschieht, wenn überhaupt, bei mir nur unterbewusst. Durch den Bericht meiner Großtante allerdings, habe ich schon so manches kleinere Ärgernis der letzten Tage relativiert betrachtet. Unserer Generation geht es einfach sehr gut. Leider vergisst man das immer wieder viel zu schnell. Ich versuche daran zu denken, wenn morgen 800 E-Mails auf mich warten und ich kurzzeitig die Krise bekomme, wie ich all das bewältigen soll. Im Vergleich ein Kinderspiel! 😉

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  5. Mit Staffel 4 haben sie wenigstens noch die Kurve bekommen. Die erste Hälfte war solala, die zweite dafür umso besser. Auch wenn sie da mMn wieder so einiges vermasselt haben. Gerade auf storytechnischer Ebene stellen sie sich regelmäßig selbst ein Bein, wo ich nur noch mit dem Kopf schüttelnd dasitzen kann. Jetzt mal völlig unabhängig vom Standpunkt „Niemand ist sicher“ betrachtet, verbauen sie sich regelmäßig interessante Wendungen. Gerade wenn diese Figuren über ein, zwei Folgen aufgebaut werden, werden sie doch hinterrücks wieder niedergemacht. Vom kläglichen Drehbuch. Versteh mich nicht falsch, ich mag die Serie trotzdem sehr gern. Aber sie weigert sich beständig, aus ihren Fehlern zu lernen. Und das zieht sie immer wieder runter. Dabei macht der Quatsch durchaus Spaß.. Staffel 5 macht im Übrigen auch wieder massig Spaß. Und mit dem Casting von Jeffrey Dean Morgan… hehe. Grandioser Coup.

    „Fear the Walking Dead“ fand ich übrigens mächtig doof. Zum Glück waren es nur 6 Folgen, aber wirklich reißen können die nichts. Dafür sind die meisten Figuren schon zu blöd. Die Serie weiß halt noch nicht, inwiefern sie sich auf die Mechaniken von TWD verlassen, oder doch besser selbst etwas machen soll.

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    • So wie du sehen das ja viele. Ich dagegen finde es wirklich spannend, wenn ein Charakter aufgebaut wird, nur um im nächsten Moment völlig unerwartet einen gewaltsamen Tod zu finden. Das hat mich teils ganz schön kalt erwischt. Bei TWD habe ich wirklich das Gefühl kein Charakter ist sicher. Gibt es bei viel zu wenigen Serien.

      Da die Staffel nur sechs Folgen hat, werde ich FTWD auf jeden Fall anschauen. Zumindest stelle ich mir die Anfangsphase ganz spannend vor. Mal sehen, was sie daraus gemacht haben…

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  6. Pingback: Media Monday #237 | Tonight is gonna be a large one.

  7. „Die Aufteilung der Charaktere war gut und wichtig, da ist es schon bald schade dass sie am Ende dann doch wieder ein gemeinsames Ziel hatten, welches – natürlich – trotz dessen kein Happy End brachte.“
    Das hatte ich „damals“ geschrieben, und so empfinde ich es auch: Die große Hoffnung, die dann ja doch wieder zerstört wird – es wiederholt sich alles ein wenig. Einfach mal die Gruppe teilen und getrennt durch den Wald schicken bzw. ihre Abenteuer erleben lassen, das hätte was. Trotz dessen finde ich die Serie weiterhin großartig. Insbesondere die erste Hälfte der sechsten Staffel hat mich wieder begeistert, mal sehen wie es weitergeht…

    („FTWD“ fand ich übrigens sehr durchschnittlich und hat in dieser Form für mich kein Alleinstellungsmerkmal. Aber: Je mehr aus diesem Serienuniversum, desto besser.)

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    • Ich mochte die Aufteilung auch sehr – und dennoch hatte ich mich gefreut, als die Gruppen wieder zueinander gefunden haben. Mal sehen wie es nun weitergeht, denn einen zweiten Governor bräuchte ich nun auch nicht schon wieder. Da ich die Serie alleine schaue, komme ich nur sehr langsam damit voran… 😉

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  8. Oho, was ist denn da los, hast du ja glatt einen halben Punkt mehr vergeben als ich – naja aufgerundet eben. Ich empfand ja die zweite Hälfte überwiegend als langatmig und eher mäßig spannend, weil es zwar schön war, den Figuren mal näher zu kommen, da aber auch mal wieder echt viel Potential auf der Strecke geblieben ist beziehungsweise Twists nur daraus generiert wurden, dass irgendwer sich selten dämlich verhält, aber gut, in der Summe sind wir uns ja durchaus einig und ich habe auch jüngst mit der fünften Staffel begonnen, die ich übrigens wie du alleine schauen muss, weshalb ich da auch nur nachts zu komme, so denn meine bessere Hälfte sich schon ins Bett verzogen hat 😉

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    • Ja, manchmal verhalten sich die Figuren wirklich dämlich, doch wer weiß wie es einem selbst in solchen Situationen gehen würde? Gerade bei der von dir kritisierten Episode „Still“ fand ich die Suche nach so etwas Profanem wie Alkohol durchaus nachvollziehbar. Ich mochte das irgendwie, doch muss ich auch sagen, dass mir die 5. Staffel (ich habe erst drei Episoden gesehen) fast noch besser gefällt. Bisher ist es ja eine echte Tour-de-Force und oft nur schwer zu ertragen.

      Schon lustig, die Parallelen unserer Sichtung. Zurzeit komme ich wieder öfter zum Schauen, da die Tage anstrengend sind und Frau bullion gerne mal schon auf dem Sofa einschläft – um dann von wohligem Walker-Stöhnen wieder geweckt zu werden… 😉

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